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Roboterliebe


POLITIK-LABOR – Ein Thema, drei Schwerpunkte: Aufmacher, Interviews, Europa-Artikel, Glosse und Lokaltexte aus Köln, Wuppertal und dem Ruhrgebiet

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Composing: Robert Michalak
 

Roboterliebe / Dein Freund, der Cyborg
Intro (Link zur Langfassung)

Dass der Mensch letztlich ein Algorithmus sei, eine Datenmaschine, mit ausrechenbaren Gefühlen, Empfindungen und Wünschen, besagt ein neuer Mythos, an den sich größte Hoffnungen und größte Ängste binden. Der Mythos plausibilisiert, dass menschengleiche Maschinen möglich sein werden, die all das auf sich nehmen, wovon der Mensch sich entlasten will. Fast bescheiden wirkt dagegen die „Vision“ der KI-Messe automatica: „die Zielformulierung steht: Die Fabrik der Zukunft steuert sich selbst; der Mensch gestaltet diese Prozesse.“ – moderiert als reflektierter Diskurs, der auch nach den „technischen, ökologischen und ethischen Aspekten“ dieser Entwicklung fragt. Es ist jedenfalls kein Diskurs, der Industrie und Wissenschaft vorbehalten bleiben darf. Die Auswirkungen werden die Gesellschaften verändern und – wie die Erfahrung lehrt – Konflikte eher verändern und verschärfen, nicht beenden.

Roboterliebe / Dein Freund, der Cyborg
Teil 1: Partnerschaft

Berechenbarkeit hat sich als Kriterium der Partnerwahl und Familienplanung etabliert. Dating-Apps wollen mittels Datenabgleich nichts dem Zufall überlassen. Potentielle Eltern sollen in Japan mittels Roboterbabies zum Kinderkriegen animiert werden. Quasi lebensechte Sexpuppen suggieren die Ersetzbarkeit der menschlichen Partnerin. Umgekehrt gibt es den Trend, sich optisch Puppen oder fantasierten Körpern chirurgisch anzunähern. Was bedeutet die „Cyborgisierung“ von Gedanken, Gefühlen und Körpern?

Roboterliebe / Dein Freund, der Cyborg
Teil 2: Arbeit

Pflege ist anstrengend. Maschinelle Entlastung klingt da nicht schlecht. Ähnliches gilt für andere belastende, gefährliche oder eintönige Arbeiten, z.B. auf dem Bau oder am Fließband. Damit einher geht aber die Tendenz, Menschen entbehrlich zu machen, zu entmächtigen oder an anderer Stelle unter keineswegs besseren Bedingungen zu beschäftigen. Zudem sind unzählige Arbeiten ohne den 'Faktor Mensch' kaum sinnvoll. Oder sollen Alte und Kranke auf menschliche Zuwendung verzichten – mehr noch als bisher?

Roboterliebe / Dein Freund, der Cyborg
Teil 3: Sicherheit

Störungsfreie Atomkraftwerke, unfallfreies autonomes Fahren, unfehlbare Chirurgie – die Digitalisierung verheißt neue Sicherheit. Früher oder später könnte die Statistik für den Roboter sprechen. Doch eine überzeugende Technik verteilt Macht neu, ist fehleranfällig, bedeutet neue Risiken und verlangt Daten. Wo Autos alleine fahren, fehlt es an Zeugen für Fehlverhalten, könnte leicht der Verkehr sabotiert werden. Bräuchte es eine Totalüberwachung, damit autonome Systeme nicht manipuliert werden?

Roboterliebe / Dein Freund, der Cyborg
Teil 4:  Europa gestalten – Vorbild Luxemburg

In Luxemburg wird Künstliche Intelligenz bereits strategisch für Service des Öffentlichen Dienstes eingesetzt. Die KI Initiative AI4GOV übernimmt beispielsweise das Erfassen und Kategorisieren von Archivmaterialien, die dann der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden können. Bürger:innen können sogar selbst Projekte für die KI vorschlagen und die Verwendung mitgestalten. Mühsame Bürokatie wird so für Bürger:innen zugänglicher und zügiger gestaltet.

Roboterliebe / Dein Freund, der Cyborg
Teil 5: Glosse

Können Roboter-Babys, die uns mit maschinellen Augen anschauen, echte Kinder ersetzen? Kuschelroboter und Sexbots sollen außerdem unser Bedürfnis nach Zuneigung erfüllen. Menschliche Fehler werden dabei ausgeklammert und durch programmierte Perfektion ersetzt. Auch mühsame Pflegeaufgaben können inzwischen von Maschinen übernommen werden. Doch verlieren wir dabei die Elektrizität menschlicher Beziehungen?

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