Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22

12.348 Beiträge zu
3.662 Filmen im Forum

Fragen der Zeit      Zukunft JETZT

FRAGEN DER ZEIT
Redaktionsskizze: wie engels & Co. das jeweils nächste Thema planen für choices/Köln, engels/Wuppertal und trailer/Ruhr
Drei Magazine in NRW – ein THEMA

Foto: alphaspirit / Adobe Stock

Ein Arbeitergehalt genügte früher, um eine Familie zu ernähren. Das war die Regel. Vier Wände und ein Dach überm Kopf waren inbegriffen und oft buchstäblich die eigenen. Das scheint passé. Wo Zweizimmer-Kaltmieten locker die 800 Euro überschreiten und Einkommen stagnieren oder sinken, da hat es sich für mehr und mehr Menschen nicht nur mit dem Traum vom Eigenheim – sondern überhaupt mit dem Grundbedürfnis, zumutbar oder sogar gut zu wohnen. Drumherum lassen sich flapsige Geschichten spinnen, von der Hipsterisierung der Bezirke beispielsweise, in denen sich bärtestrotzende Unternehmensberater und yogagestählte Privatmentorinnen mit ihren rundumgeschützten SUVs aufmachen zum Familienausflug im aufgewerteten Latte-Rucola-Hochglanzviertel. Daran entzünden sich außerdem scharfe Debatten über angebliche Forderungen nach Enteignung von VermieterInnen und Wohnungsgesellschaften. Wir ahnen es: Wo Banalisierung und Polemik derart durcheinandergehen, da geht es ums Ganze. Wir haben ein bundesweites Wohnungsproblem. Woher kommt es? Was richtet es an? Was tun wir dagegen?

 

Medienteil EINS: Immobilienspekulation


Ein Bundestagsdokument aus dem Jahr 2017 nennt einen „Mangel an geeigneten Flächen und fehlendes Baurecht für vorhandene Flächen“ als maßgeblichen „Engpassfaktor für mehr bezahlbaren Wohnraum“. Oft seien es zudem hohe Grundstückspreise, die Neubauten zu bezahlbaren Mieten nicht zuließen. Zahlreiche BeobachterInnen scheinen sich einig, dass Boden in Deutschland noch nie so teuer war wie heute, und es werden Forderungen laut nach einer „Bodenwende“, nach gerechter Besteuerung und einem veränderten Eigentumsrecht. ImmobilienspekulantInnen freuen sich freilich über Wertzuwächse fraglicher Baugründe, zumal sie dafür nichts tun müssen: Die Wertzuwächse folgen vor allem aus der Entwicklung des Umlandes durch öffentliche Gelder, durch den Ausbau von Verkehrswegen, Schulen, Kulturhäusern, Parks usw. Ob es überhaupt ein Recht darauf gibt, mit Boden Gewinne zu machen, die ohne nennenswertes Zutun der EigentümerInnen entstehen („leistungslose Bodenrendite“, Dirk Löhr), ist umstritten – die drastischen Folgen für die Allgemeinheit liegen dagegen auf der Hand. Braucht es also ebenso drastische politische Gegenmaßnahmen?

 

Medienteil ZWEI: Gentrifizierung

 

Ghettos für den Stadtadel? Tatsächlich liegt Städteplanern daran, Bezirke für Anwohner, Wirtschaft und Verkehr attraktiver zu gestalten. Gelingt das und mangelt es zugleich an Wohnraum, dann vertreibt die neue zahlungskräftigere Klientel leicht die alten AnwohnerInnen. Die Krise gründet also offenbar vor allem im über Jahrzehnte verschuldeten Mangel an Wohnungen. Wo es genug Wohnungen gibt, müssen AltmieterInnen nicht den neuen zahlungsstärkeren weichen, und wo es genug (zahlungsschwächere) Altmieterinen gibt, können sich auch Angebote wie der Eckladen behaupten, halten sich WählerInnen, auf die die Politik weiterhin Rücksicht nehmen muss. Wäre zumindest zu erwarten. Der Erhalt des Alten sollte zudem im Interesse der neuen AnwohnerInnen sein; denn das gewachsene, multikulturelle Viertel mag sehr bald an Charme einbüßen, wenn offene Kunstateliers und Jazzkneipen austauschbaren Gastro-Franchises und Konsumtempeln weichen. Soviel zur Aufwertung des städtischen Raums auf Kosten der angestammten MieterInnen? Was machen Verantwortliche angesichts dieser Konstellationen falsch oder richtig?

 

Medienteil DREI: Wohnungslosigkeit


Rund 860.000 Wohnungslose gibt es in Deutschland laut einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe aus dem Jahr 2016. Wie es um diese Menschen bestellt ist, hat eine aktuelle Studie des
Diakonieverbands Ebet gefragt. Rund ein Viertel der Wohnungslosen lebt demnach auf der Straße, ist also nicht nur wohnungs- sondern obdachlos. Sie kommen unter in Zelten, Abrisshäusern oder Notunterkünften. Der größte Teil lebt hingegen bei Freunden oder Bekannten, in Pensionen oder Wohnheimen. Viele werden von SozialarbeiterInnen betreut. Die Studie untersucht die Situation der Wohnungslosen anhand der (objektiven) Lebensumstände und der (subjektiven) Einschätzungen der Befragten und zeichnet ein vielfältiges Bild, spricht unsichere oder katastrophale Lebenssituationen (Resignation, psychische Leiden …) ebenso an wie den Optimismus vieler Betroffener. Ein Recht auf Wohnen leiten die StudienmacherInnen aus den Ergebnissen ab und fordern Präventionsmaßnahmen. Was tun Politik und Gesellschaft für die Wohnungslosen?

 

Ihre choices-Redaktion

 

Unsere Fragen – Ihre Meinung

Alle schaffen, wenige raffen?

Solidarität statt Mietendeckel?

Kein Geld, keine Wohnung?

Wer mag, schreibt uns an  meinung@choices.de. Wir freuen uns auf Post.

Neue Kinofilme

Jumanji: The Next Level

Fragen der Zeit      Zukunft JETZT