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choices hat GuteNachrichten

09. Oktober 2018

LeserInnen-Fundstücke an gut@choices.de

Das GuteNachrichten-Team: Sarah Maiwald, Lisa Chiara Thiel, Sophie-Charlotte Mallmann

 

Die Anfänge der GuteNachrichten auf diesen Seiten und in den Print-Magazinen entstanden im Herbst 2018 in Zusammenarbeit mit Oliver Uschmann, der sie dann auch selbst ausgrub und bis März 2019 ans Licht brachte.

Die steile These: Unsere Welt ist die beste aller bisherigen.

Die öffentliche Wahrnehmung indes ist eine andere. Es gilt aus unserer Sicht daher, die Negativ-Atmosphäre immer wieder zu durchbrechen. Viele Menschen versuchen das schon bisher jeden Tag, wir nun auch mit der neuen Kraft unserer Medien an Rhein und Ruhr in Nordrhein-Westfalen.

Wir trauen uns zu und halten es für unsere verlegerische Pflicht, uns und unseren LeserInnen Mut zu machen. Unsere Guten Nachrichten sind eine Art Gegengift gegen das Negative, das zur Zerstörung von Engagement, Beteiligung und Demokratie führt. Wer wünscht sich nicht häufiger gute Nachrichten?!

Deshalb starten wir ein neues redaktionelles solidarisches Konzept, als fortlaufenden Ticker auf unseren Magazin-Seiten. Ein QR-Code dort führt zu dieser Online-Version.

Gute Nachrichten am laufenden Band.
Seid realistisch, fordert das Unmögliche !

Wir freuen uns auf Leserpost mit neuen Guten Nachrichten, an
gut@choices.de.

 


Foto: fotos 593/fotolia

06/2019 | Hannover: "Trauung für alle" durch Landeskirche

Seit knapp eineinhalb Jahren gibt es die staatliche Ehe für alle – jetzt können sich auch gleichgeschlechtliche Paare in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover kirchlich trauen lassen. Die größte evangelische Landeskirche Deutschlands bietet wie fast alle der zwanzig evangelischen Landeskirchen schon länger sogenannte Segnungsgottesdienste an, bei denen sich die Partner zumindest öffentlich segnen lassen konnten. Einige der Landeskirchen bestehen aber darauf, dass die Segnungen dem Traugottesdienst eines heterosexuellen Paares nicht allzu sehr ähneln. Die Landeskirche Hannover sieht aber seit der staatlichen Ehe für alle theologisch keinen Grund nicht jetzt auch homosexuelle Paare kirchlich zu trauen.

Quelle:

NDR vom 14.05.:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Landeskirche-Hannover-fuehrt-Trauung-fuer-alle-ein,landeskirche114.html

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06/2019 | Berlin: Öko-Haus total, Das „Earthship“-Konzept

Das von dem US-Amerikaner Michael Reynolds entwickelte autarke Hauskonzept wurde nun erstmals in Berlin Tempelhof umgesetzt. Die sogenannten „Earthships“ werden aus recyceltem Müll sowie lokalen Ressourcen gebaut und sollen in der Lage sein ihre Bewohner mit Gemüse, Obst, Wasser und Strom zu versorgen. Dies funktioniert über die Beschaffenheit aus Lehm und alten Autoreifen des „Earthships“, die als thermale Speicher, und somit als Naturheizung dienen. Gleichzeitig wird mit einer großzügiger Verglasung die Grundlage für ein Gewächshaus für Obst und Gemüse geschaffen. Zusätzlich wird durch Photovoltaik-Anlagen Strom erzeugt, in Batterien gespeichert und durch Regenwassernutzung die Wasserversorgung gewährleistet.

Quelle:

http://www.earthship-tempelhof.de/

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Foto: Pratap Chhetri/Unsplash

06/2019 | Sikkim: Erster Staat mit 100% Biolandwirtschaft

Sikkim ist der zweitkleinste Bundesstaat im Nordosten Indiens – und der erste Staat weltweit, der nur noch Biolandwirtschaftschaft betreibt. Schon 2003 wurden erste Schritte eingeleitet, bis schließlich 2016 dann Pawar Kumar Chanling, der Premier Sikkims, erklärte, dass Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel verboten seien. Seitdem wurden in Sikkim Schulungen für die Bauern angeboten und in Infrastruktur wie Kompostierungsanlagen investiert. Es wurde zudem die Sikkim Organic Mission gegründet, die sich vor allem mit der Verwendung von Biodünger beschäftigt und mit einer Zertifizierungsagentur eine eigene Marke – Sikkim Organic – schuf. Der Staat bietet sich durch mehrere Faktoren besonders gut für einen „Biostaat“ an: Die vielen Volksgruppen Sikkims sind sehr naturverbunden, davor wurde schon wenig Kunstdünger verwendet und die sehr bergige und kleinteilige Anbauflächen bieten sich nicht für mechanisierte Landwirtschaft an. Im Vergleich zum Rest Indiens ist Sikkim ein Vorreiter – das benachbarte Königreich Bhutan und der indische Bundesstaat Uttarakhand planen auch nur noch biologische Landwirtschaft zu betreiben.

Quelle:

Brand Eins:
https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2018/mobilitaet/sikkim-der-biostaat

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06/2019 | Peru: Regierung schützt Naturreservat

Die peruanische Regierung hat beschlossen einen der größten unberührten Regenwälder der Welt, den Yaguas-Nationalpark, zum Naturschutzgebiet zu erklären und es somit vor illegaler Abholzung zu schützen. In dem 8700 km² großen Nationalpark sind viele einzigartige Tier- und Pflanzenarten vertreten sowie einige Gemeinden indigener Bevölkerungsgruppen, die ebenfalls durch die Bestimmung geschützt werden können. Da der Nationalpark durch seine Größe sogar das Klima der Westküste der USA beeinflusst, hat dieser Schritt auch eine Bedeutung für den globalen Klimahaushalt.

Quelle:

Zoologische Gesellschaft Frankfurt:

https://fzs.org/de/projekte/yaguas-schutzgebiet-peru/

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Foto: Icon Build

06/2019 | USA: 3D-Drucker baut Häuser

Geschätzt sind ca. 1,2 Milliarden Menschen weltweit von Wohnraumknappheit betroffen. Um dies zu bekämpfen hat das amerikanische Start-Up Unternehmen ICON einen 3D-Drucker entwickelt der in weniger als 24 Stunden Kompakthäuser mit einer Wohnfläche von 38 Quadratmetern aus Beton, inklusive Schlafzimmer, Schlafzimmer und Bad, drucken kann. Diese sollen sowohl günstig als auch nachhaltig und energiesparend sein. Der auf den Namen „Vulcano“ getaufte 3D-Drucker soll nur mit einem Lastwagen zu transportieren sein und somit neue Möglichkeiten bieten, in abgelegenen Gebieten in denen Ressourcen und Baumaterialien knapp sind, Wohnraum zu schaffen.

Quelle:

https://www.treehugger.com/green-architecture/icon-3d-printed-affordable-homes.html

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06/2019 | Brunei: Keine Todesstrafe mehr für Homosexuelle

Der Sultan von Brunei Hassanal Bolkiah setzt die Todesstrafe für gleichgeschlechtlichen Sex aus, nachdem sich der internationale Druck verstärkt hatte. Im April war die „Scharia Penal Code Order (SPCO)“ in Brunei, einem südostasiatischem Staat auf der Insel Borneo mit einer islamisch-malaiische Monarchie, durchgesetzt worden. In ihr wurde festgehalten, dass als Strafe für Diebe die Amputation der Hand vorgesehen sei – und die Todesstrafe für Vergewaltigung, Gotteslästerung und auch Homosexualität. Die UNO und die EU kritisierten die Bestrafungen und auch Schauspieler George Clooney rief zum Boykott der Hotels des Sultans auf. Dieser ruderte daraufhin zurück – gleichgeschlechtlicher Sex stünde nicht mehr unter Todesstrafe. Er begrüße aber weiterhin die restliche SPCO.

Quelle:

FAZ vom 06.05.:
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/todesstrafe-gegen-homosexuelle-in-brunei-soll-ausgesetzt-werden-16172624.html

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Foto: chuttersnap/Unsplash

06/2019 | USA: Ökostrom durch Spinning

Das Fitnessstudio „EcoFit“ im kalifornischen Sacramento generiert elektrische Energie durch seine trainierenden Mitglieder und versorgt sich damit komplett selbst. Die extra dafür umgebauten Trainingsgeräte produzieren bei ihrer Nutzung Strom. Im Notfall versorgt sich das Studio mit eigenen Solar-Panels – bezieht aber keinerlei Strom aus dem Stromnetz. Der ehemalige Soldat Jose Avina und Gründer von EcoFit will in Zukunft eine Übersicht einführen, welches Mitglied wie viel Strom produziert hat. Wer am meisten erzeugt, kriegt den monatlichen Mitgliederbeitrag erlassen – der Wettbewerb soll die Mitglieder anspornen mehr umweltfreundlichen Strom zu produzieren.

Quelle:

Tagesschau vom 21.04.:
https://www.tagesschau.de/ausland/energieeffizientes-fitnessstudio-101.html?fbclid=IwAR3tWN-0MwcYYSpJ-pEzDIHmn3uy02WSD2CRex_VhRRJZomCdMegnQnFc_k

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06/2019 | Neuseeland: Erster indigener Richter am Supreme Court

Zum ersten Mal wurde am obersten Gerichtshof in Neuseeland ein Vertreter der indigenen Bevölkerung als Richter eingesetzt. Joseph Williams ist Jurist und schon seit 1988 spezialisiert auf Maori-Rechte, insbesondere auf deren Umweltrecht. Von knapp 5 Millionen Einwohnern Neuseelands gehören 15% der Maori an, die schon seit dem 13. Jahrhundert auf der Insel leben und im Laufe der Zeit oft Diskriminierungen ausgesetzt waren: Ihr Land wurde enteignet, ihre Sprache verboten, das Schulsystem diskriminierte sie. Inzwischen hat sich dies zwar geändert, aber trotzdem ist ihr Lebensstandard oft noch geringer als der der restlichen Bevölkerung. Die Ernennung von Joseph Williams zum ersten Maori-Richter zeigt eine Weiterentwicklung der Gesellschaft.

Quelle:

Wiener Zeitung vom 02.05.:
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/welt/2007280-Erster-Maori-an-Neuseelands-Oberstem-Gerichtshof.html

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Foto: Joshua Hoehne/Unsplash

06/2019 | L.A.: Basketball-Trophäen für benachteiligte Kinder

Der NBA-Basketball Kareem Abdul-Jabbar hat seinen Trophäenraum geräumt und die meisten seiner Erinnerungsschätze und Auszeichnungen der langen Karriere für eine Auktion freigegeben, deren Erlös benachteiligten Kinder zugutekommt. Unter den Memorabilien befanden sich Original-Trikots, seine Kultbrille und sogar vier seiner sechs Meisterschaftsringe. Die Erlöse gingen an die Stiftung SkyHook, die davon STEM-Schulungen finanziert, eine vom Fraunhofer-Institut entwickelte und in die ganze Welt exportierte Methode, Lehrer und Kinder zu bewussten und aktiv gestaltenden Teilnehmern an der digitalen Welt zu machen.

Quelle:

Good News Network vom 01.03.:
https://www.goodnewsnetwork.org/nba-legend-auctions-memorabilia-for-underprivileged-kids

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Foto: Clem Onojeghuo/Unsplash

06/2019 | Lomé: Aus der Altkleidersammlung nach Paris

Der Designer Amah Ayivi streift regelmäßig über den Hédzranawoé-Markt der togolesischen Hauptstadt, auf dem sechs Tage in der Woche Unmengen getragener und ausrangierter Klamotten feilgeboten werden, die in Europa, in China oder in den USA in der Kleiderspende und im Container gelandet sind. Die Kunst des Designers liegt nicht in der Veränderung der Waren, sondern in der Auswahl mit gekonntem Auge. Die von ihm gepickten Stücke treten ihre Rückreise in die sogenannte Erste Welt an und werden in Paris unter dem Labelnamen Marché Noir als kultige Vintage-Ware angeboten.

Quelle:

Spiegel vom 28.02.:
http://www.spiegel.de/stil/amah-ayivi-kauft-altkleider-und-macht-daraus-designerstuecke-a-1250366.html

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05/2019 | Graz: Die Steiermark zahlt eine Prämie für das Reparieren statt Neukaufen von Geräten

Die „Kultur der Reparatur“ ist nicht erst seit dem gleichnamigen Buch von Wolfgang M. Heckl in aller Munde. Repair Cafés entstehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz als private Initiativen. Die Steiermark zahlt ihren Bürgerinnen und Bürgern nun 100 Euro Prämie, wenn sie ein Elektrogerät reparieren lassen, anstatt es zugunsten eines Neukaufs auf den Müll zu werfen. „Reparieren vermeidet Abfall, schützt die Umwelt und stärkt die regionale Wertschöpfung“, sagt Landesrat Hans Seitinger. In Deutschland wurde eine Petition für ein „Recht auf Reparatur“, die der von den Herstellern geplanten Obsoleszenz durch Vorhaltepflichten von Ersatzteilen und Reparaturanleitungen entgegen wirken sollte, vergangenen Herbst im zuständigen Ausschuss durch die industriefreundlichen Stimmen von CDU/CSU, AfD, FDP und SPD allerdings abgelehnt.

Quelle:

Rettet den Regenwald vom 08.01.:
https://www.regenwald.org/news/9199/reparieren-statt-verschrotten-vorbild-steiermark

Netzpolitik vom 28.11.
https://netzpolitik.org/2018/petitionsausschuss-lehnt-recht-auf-reparatur-ab/

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05/2019 | Köln: Gehälter von Frauen und Männern gleichen sich weiter an

Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln berichtet, schrumpft die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland. Die alle vier Jahre berechnete „bereinigte Entgeltlücke“ – also der Abstand der Gehälter zwischen den Geschlechtern – ist im zuletzt ausgewerteten Zeitraum 2010 bis 2014 um 1,9 Prozent gesunken. In Deutschland beträgt sie mit 5,8 Prozent weniger als in den meisten Ländern. Das IW nennt als Beispiele an den Rändern 2 Prozent in Belgien und 16,7 Prozent in Estland. Die EU-Kommission zielt im Rahmen ihrer Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter darauf ab, die Lücke weiter und weiter zu reduzieren.

Quelle:

Institut der deutschen Wirtschaft:
https://www.iwkoeln.de/studien/iw-kurzberichte/beitrag/joerg-schmidt-bereinigter-verdienstunterschied-in-deutschland-leicht-ruecklaeufig-420842.html

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Foto: Chrissie Kremer/Unsplash

05/2019 | USA: Neue Studie ergibt, dass Second Hand Mode zukünftig „Fast Fashion“ überholen könnte

Der Trend zum Vintage boomt wie noch nie. Die Auswertung des jährlichen US-amerikanischen Mode-Umsatz Bericht hat ergeben, dass über die letzten drei Jahre der Verkauf von Second Hand Kleidung 21-fach stärker gewachsen ist als der Verkauf von neuer Industrieware. Umfragen zufolge könnte der Konsum von gebrauchter Kleidung bis zum Jahre 2019 den Umsatz von sogenannter „fast Fashion“überholen. Dies wäre ein enormer Erfolg für die Umwelt, da die Treibhausgasemission der Modeindustrie eine erhebliche Belastung für den Klimawandel darstellt.

Quelle:

https://www.positive.news/society/secondhand-fashion-industry-is-booming-and-could-overtake-fast-fashion-research/

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05/2019 | London: Unternehmen von Frauen für Frauen zum Aufbau von Führungskompetenzen

Seit der Flüchtlingskrise in Europa sehen sich viele asylsuchende Frauen mit ähnlichen Problemen konfrontiert: schlechter Zugang zum Arbeitsmarkt und weiterbildenden Qualifikationen. Gleichzeitig besteht nach wie vor ein Ungleichgewicht bei der Verteilung von Männern und Frauen in führenden Positionen in zahlreichen Unternehmen. Um dem entgegen zu wirken gründeten die Engländerinnen Daisy Jacobs and Leyla McLeannan das Unternehmen „Routes“, in dem britische Frauen aus mittleren Geschäftspositionen geflüchteten Frauen als Mentoren zugewiesen werden. Dadurch soll einerseits die Führungs- und Coachingkompetenzen der britischen Frauen gestärkt werden und andererseits der Zugang zu Bildung, professionellen wie sozialen Netzwerken, und Sprachkursen der geflüchteten Frauen erleichtert werden.

Quelle:

https://thisisgoodwork.org/routes

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Foto: Pau Casals/Unsplash

05/2019 | Indien: Inderin entwickelt eigenes Naturkosmetik Label und unterstützt lokale Wirtschaft

Smitha Kamath, Mutter und ehemalige IT-Beraterin im indischen Bengaluru, entwickelt ihre eigene Kette für Naturkosmetikprodukte. Durch die heftigen allergischen Reaktionen ihrer Tochter war sie dahinter gekommen, wie viele schädliche chemische Zusatzstoffe in den lokal-erhältlichen Kosmetikprodukten enthalten waren. So schaffte sie eine gesunde und nachhaltige Alternative und gründete ein Label für Naturkosmetik aus lokalen Produkten. Indem sie dafür in unterschiedlichen Städten Indiens Einheimische für die Produktion ihrer Kosmetiklinie einstellte, schaffte sie somit nebenbei auch noch Arbeitsplätze. Darüber hinaus, werden die Gemeinden, in deren ihre Produkte verkauft werden, am Gewinn beteiligt. Da die Naturkosmetika nur in recycelten Verpackungen angeboten werden, trägt sie zusätzlich auch zum Nachthaltigkeitsbewustsein in Indien bei.

Quelle:

https://www.thebetterindia.com/174047/bengaluru-woman-homemade-cosmetics-organic-living-india/

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Foto: Icon Build

05/2019 | USA: 3D-Drucker baut Häuser

Geschätzt sind ca. 1,2 Milliarden Menschen weltweit von Wohnraumknappheit betroffen. Um dies zu bekämpfen hat das amerikanische Start-Up Unternehmen ICON einen 3D-Drucker entwickelt der in weniger als 24 Stunden Kompakthäuser mit einer Wohnfläche von 38 Quadratmetern aus Beton, inklusive Schlafzimmer, Schlafzimmer und Bad, drucken kann. Diese sollen sowohl günstig als auch nachhaltig und energiesparend sein. Der auf den Namen „Vulcano“ getaufte 3D-Drucker soll nur mit einem Lastwagen zu transportieren sein und somit neue Möglichkeiten bieten, in abgelegenen Gebieten in denen Ressourcen und Baumaterialien knapp sind, Wohnraum zu schaffen.

Quelle:

https://www.treehugger.com/green-architecture/icon-3d-printed-affordable-homes.html

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05/2019 | Weltweit: #Trashtag, die neue Online Challenge

Ein Facebookpost bringt weltweit junge Menschen dazu an öffentlichen Plätzen Müll zu sammeln. Anfang März rief ein junger US-Amerikaner „tired teens“ dazu auf, ihre Freizeit zu nutzen um etwas für die Umwelt und die Allgemeinheit zu tun. Als Anreiz ist dies mit einer sogenannten Online Challenge verknüpft. Die Regeln sind einfach, man begibt sich an einen öffentlichen Ort an dem ein hohes Vorkommen an liegengelassenen Verpackungen und anderen Abfällen herrscht und räumt ordentlich auf. Zum Schluss wird das Resultat in Form eines Vorher-Nachher Bildervergleich geposted mit dem Kennwort #Trashtag. Innerhalb weniger Tage hat dieser Internettrend dazu geführt, dass auf unterschiedlichen Kontinenten über 25.000 Posts mit erfolgreich durchgeführter #Trashtag-challenge auf sozialen Medien erschienen sind und sogar ins Spanische (#Basurachallenge) übersetzt wurde.

Quelle:

https://www.bbc.com/news/world-47536861

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Foto: brumbyderek/Fotolia

04/2019 | Managua: Neue Friedensverhandlungen zwischen Regierung und Opposition

Nicaragua steckt seit Monaten in einer Krise. Nach Protesten gegen eine ungeliebte Sozialreform, die sogar zurückgezogen wurde, verhärteten sich die Fronten zwischen Regierung und ziviler Opposition, vor allem aufgrund überzogener Polizeigewalt. Der Konflikt kostete bislang über 500 Menschen das Leben. Zwei Friedensdialoge im Jahre 2018 blieben ergebnislos. Nun gibt ein neuer Friedensdialog Anlass zur Hoffnung. An den Gesprächen nahmen eine Delegation der Regierung, der Erzbischof der Hauptstadt und Vertreter verschiedener Organisationen auf Protestseite teil. Ein Fahrplan für kommende Verhandlungen, so der Erzbischof, stehe. In neun von zwölf Punkten sei man sich einig geworden.

Quelle:

Deutsche Welle vom 27.02.:
https://www.dw.com/de/regierung-und-opposition-beginnen-friedensdialog-in-nicaragua/a-47719351

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04/2019 | Deutschland / Österreich / Schweiz: Wohnzimmerkonzerte für sauberes Wasser in Äthiopien

Rund um den Weltwassertag Mitte März spielten überall in Deutschland Musikerinnen und Musiker intime Konzerte in den Wohnzimmern, Wintergärten oder Wohngemeinschaften von Menschen, die sich für das Erlebnis bewerben konnten. Unter dem Motto „Music creates water - Gemeinsam laut für Wasser!“ gingen die Erlöse aus Spenden rund um die Konzerte in Wasserprojekte in Äthiopien. Organisiert haben das Spektakel die Organisationen Musik Bewegt, SofaConcerts und Viva con Agua. Unter den Künstlern befanden sich (Indie)-Pop-Größen wie Leslie Clio, Joris, Maeckes oder Die Höchste Eisenbahn.

Quelle:

Sofaconcerts:
https://www.sofaconcerts.org/de/musiccreateswater
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Foto: hikdaigaku86/Fotolia

04/2019 | Tokio: Olympia-Medaillen für 2020 werden aus recycelten Elektrogeräten gemacht

Ressourcenschonung der besonderen Art: Bei der Olympiade sowie den Paralympics im kommenden Jahr bekommen die Athletinnen und Athleten Medaillen um den Hals gehängt, deren Rohstoffe schon einmal ein Produktleben hatten. In die dafür aufgestellten Sammelstationen in öffentlichen Gebäuden wurden bereits rund 47.500 Tonnen Elektroschrott eingeworfen. Die Kupferabzeichen sind längst gesichert, Gold und Silber nähern sich der Komplettierung.

Quelle:

Futurezone vom 11.02.:
https://www.futurezone.de/digital-life/article216399683/Recycling-als-besondere-Ehre-Olympia-Medaillen-2020-werden-aus-alten-iPhones-gemacht.html

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04/2019 | San Francisco: Studie lässt vergessene Forscherinnen zu verdienten Ehren kommen

Eine Gruppe von Studierenden um Emilia Huerta-Sánchez (Brown University) und Rori Rohlfs (San Francisco State University) haben wissenschaftliche Beiträge in der Genetik auf Frauen hin untersucht, die nur in den Danksagungen auftauchen, obschon sie eigentlich zu den Urhebern zählen. Es handelt sich um Programmiererinnen, die in chauvinistischeren Zeiten unter den Tisch fielen und nun durch diese Untersuchung nachträglich zu Ehren kommen. Inspiriert wurde die Recherche durch den Film „Hidden Figures“ über drei schwarze Mathematikerinnen in der NASA, deren Bedeutung auch erst später an die Öffentlichkeit gelang.

Quelle:

The Atlantic von 11.02.:
https://www.theatlantic.com/science/archive/2019/02/womens-history-in-science-hidden-footnotes/582472

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04/2019 | Köln: Reiseplattform ermöglicht weltweit Übernachtungen bei ökologischen Hilfsorganisationen

Kölner Studierende haben eine Plattform namens Socialbnb (in Anlehnung an die private Zimmervermittlung Airbnb) entwickelt, über die sich Reisende im Urlaub in den Gebäuden lokaler Hilfsorganisationen einmieten können. Die Gäste bekommen Eindrücke abseits des Massentourismus und unterstützen durch ihre Miete die Organisationen, die auf Spenden angewiesen sind. Eine Übernachtung kostet zwischen 15 und 20 Dollar. Der Großteil des Erlöses bleibt vor Ort. Mit dem Rest decken Projektleiter Nils Lohmann und sein Team die Kosten für Marketing und Webseite.

Quellen:

Jetzt.de vom 27.02.:
https://www.jetzt.de/reise/socialbnb-mit-einer-uebernachtung-kannst-du-eine-hilfsorganisation-unterstuetzen

Socialbnb:
https://socialbnb.net
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Foto: joyt/Fotolia

04/2019 | Singapur: Gesetzgeber befreit die Stadt vom Autoverkehr

Eine gute Nachricht? Dies gälte es zu diskutieren angesichts der brachialen Methoden, mit denen die 5,6-Millionen-Metropole gegen ihre verstopften Straßen vorgeht. Fortan ist es für drei Jahre verboten, ein neues Auto anzumelden, solange kein altes abgemeldet wurde. Und selbst wenn es zur Zulassung kommt, kann diese bis zu 80.000 Dollar Gebühren kosten. Die Erlöse landen nicht im Gesamttopf, sondern dienen zweckgebunden dem Ausbau des ÖPNV. Ein elektro-fokussierter Nahverkehr ist in der Mache. Die U-Bahnhöfe mit kleckerndem Essen zu betreten, kostet 500 Dollar. In naher Zukunft will Singapur autofrei sein.

Quelle:

Deutschlandfunk Nova vom 14.02.
https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/singapur-es-gibt-es-fast-keinen-auto-smog-mehr
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04/2019 | Chicago: Potentielle alternative Proteinquelle aus vulkanischen Quellen

Wenn das US-Landwirtschaftsministerium, die NASA und ein Investment-Fonds mit Förderung von Bill Gates und Jeff Bezos viel Geld auf eine junge Firma setzen, darf man davon ausgehen, dass deren Forschungen ernst zu nehmen sind. Das Unternehmen Sustainable Bioproducts arbeitet daran, Mikroben aus vulkanischen Quellen im Yellowstone Nationalpark mittels einer speziellen Fermentationstechnologie zu einer Proteinquelle ohne Tierleiden zu machen. Bereits in zwei Jahren möchte die Firma die ersten konsumierbaren Produkte auf den Markt bringen.

Quellen:

Reset vom 12.02.:
https://reset.org/blog/fleischersatz-aus-mikroben-die-sich-vulkanmatsch-tummeln-02122019

Firmenseite:
https://www.sustainablebioproducts.com/
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04/2019 | Kapstadt: Zahl der gewilderten Nashörner geht zurück

Mit immer noch 769 getöteten Tieren zu viel, ist die Zahl der durch Wilderer getöteten Nashörner im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel gesunken. Die Polizei nahm landesweit 365 mutmaßliche Wilderer und 36 mutmaßliche Horn-Händler fest. Der Kampf gegen die Wilderei sei für die Regierung eine Priorität, sagte Umweltministerin Nomvula Mokonyane. Wie der investigative Journalist Julian Rademeyer in seinem Buch „Killing For Profit“ darlegt, ist ein Kilo Nashorn auf dem Schwarzmarkt um die 55.000 Euro wert. Die Hauptabnehmer sitzen in China.

Quellen:

BR vom 14.02.:
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/naturschutz-wilderer-toeten-weniger-nashoerner-in-suedafrika,RI2Vcqb

Julian Rademeyer – Killing For Profit / Webseite zum Buch:
http://killingforprofit.com

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Foto: Robert Kneschke/Fotolia

04/2019 | Düsseldorf: Landesweites Konzept „Talentschulen“ für mehr Chancengerechtigkeit

Im Schuljahr 2019/2020 startet ein vom Bildungsministerium des Landes ins Leben gerufenes Projekt namens „Talentschule“. Von einer Fachjury ausgewählte Schulen erhalten zusätzliche Mittel mit denen sie innovative Unterrichtskonzepte gestalten sollen, welche die herkunftsunabhängige Chancengleichheit fördern, individuelle Potentiale wecken und das jeweilige Quartier stärken. Der Schulversuch ist auf sechs Jahre angelegt und wird begleitend evaluiert. Eine Investitionssumme von 22 Millionen Euro für rund 400 zusätzliche Lehrstellen ist auf der Uhr. Kürzlich wurden die ersten 35 Talentschulen ausgewählt, darunter Häuser in Bochum, Dortmund, Duisburg, Wuppertal, Gelsenkirchen oder Köln.

Quelle:

Schulministerium NRW:
https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulentwicklung/Talentschulen/index.html

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04/2019 | Amsterdam: Fahrradständer soll „erradelte“ Energie ins Stromnetz einspeisen

In der Hauptstadt unseres Nachbarlandes fahren die Menschen pro Tag rund zwei Millionen Kilometer Fahrrad und erzeugen dabei rund 19.500 Kilowattstunden an Energie. Das junge Unternehmen S-Park möchte diese Energie nun nutzbar machen. Ein Akku im Vorderreifen soll die „erradelte“ Energie speichern und schließlich an einem speziellen Fahrradständer wieder abgeben. Der Stromständer ist noch nicht im Außeneinsatz, doch da Amsterdam bis 2025 ein Viertel seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien beziehen sowie 90 Millionen Euro in die Fahrradinfrastruktur stecken will, hoffen die Gründer auf eine goldgrüne Zukunft.

Quelle:

Reset vom 11.02.:
https://reset.org/blog/strom-aus-dem-fahrradstaender-02112019

Firmenseite:
https://www.spark.amsterdam/

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Foto: sylv1rob1/Fotolia

04/2019 | Nagoya: Umweltfreundlichere Alternative zum Lithium-Ionen-Akku entdeckt

Forscher des Nagoya Institute of Technology in Japan arbeiten daran, Lithium-Ionen-Akkus im stationären Bereich bald durch Energiespeicher mit Natrium-Vanadium-Oxid-Verbindung ersetzen zu können. Eine Analyse von 4.314 Natriumverbindungen erwies die besagte als geeignet für das Kathodenmaterial eines Akkus. Prototypen sind noch Zukunftsmusik. Sollten sie gelingen und somit die Nachfrage nach Lithium reduziert werden, wäre das eine gute Nachricht für die Umwelt. Der Abbau des „weißen Goldes“ ist umkämpft. Erst kürzlich sicherte sich ein deutsches Unternehmen den Zugriff auf die Reserven im Salzsee Salar de Uyuni in Bolivien.

Quellen:

Ingenieur.de vom 12.02.:
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/japanische-forscher-wollen-natrium-als-alternative-zu-lithium-aufbauen

Die Welt vom 12.12.2018:
https://www.welt.de/wirtschaft/article185438322/Schluesselrohstoff-Lithium-Deutschland-greift-nach-dem-weissen-Gold-in-Boliviens-Salzsee.html

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04/2019 | Boston: Jugendliche ab 12 Jahren entscheiden über einen Teil des Stadtbudgets

Im Rahmen des „Youth Lead the Change“-Programms entscheiden in Boston Jugendliche ab zwölf Jahren darüber, wie eine Million Dollar aus dem Kuchen des Stadtbudgets ausgegeben werden sollen. Das Programm läuft seit fünf Jahren. 2018 haben sich 5.000 Kinder mit rund 700 Vorschlägen beteiligt. Ein Team ebenfalls minderjähriger „Change Agents“ arbeitet die Menge zu fünf finalen, umsetzbaren Maßnahmen aus. Welches davon zur Wirklichkeit wird, steht im Mai zur Abstimmung. Wahlberechtigt sind auch dann ausschließlich Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 22 Jahren. Der gesamte Prozess fördert die Empfindung von Selbstwirksamkeit und das praktische Verständnis für Stadtplanung und operative Politik.

Quelle:

Süddeutsche vom 17.02.:
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die-loesung-fuer-alles/die-demokratie-der-zukunft-86827

Youth Lead the Change (Kampagnenseite):
http://www.harvardylc.com

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04/2019 | Essen: Virtual-Reality-Brille lässt fast Blinde durch Digitalprojektion wieder sehen

Fans der hoffnungsvollen Utopien aus „Star Trek“ werden nicht anders können, als bei dieser Nachricht aus der Uniklinik Essen an den „Visor“ zu denken, der Geordi La Forge damals in der Fiktion wieder sehen ließ. Die Projektionsbrille der Forscher aus Essen ermöglicht auf Basis eines kleinen Restes Sehvermögens, wieder normal zu sehen. Ein Laserstrahl umgeht dabei die Hornhaut des Augapfels und projiziert die Umgebung als vollständiges, digitales Bild auf die Netzhaut. Somit ist diese Sehhilfe sogar weiter als der Visor. Der Sehnerv wird ohne Umweg angesprochen. Netzhaut und Sehnerv müssen folglich noch intakt sein. 21 sehbehinderte Patienten testeten die Brille für drei Wochen in einer ersten Runde. Die Forschungen gehen weiter.

Quelle:

WDR vom 27.02.2019:
https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/brille-fuer-blinde-an-uniklinik-essen-100.html

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04/2019 | Luxemburg: Europäischer Gerichtshof stellt das Tierwohl über religiöse Paradigmen

Bereits 2012 hatte die französische Tierschutzorganisation OABA (Oeuvre d'Assistance aux Bêtes d'Abbatoir, also Hilfswerk für Schlachttiere) beim Landwirtschaftsministerium beantragt, dass als „Halal“ etikettierte Rinderhacksteaks nicht gleichzeitig das Bio-Siegel tragen dürfen. Das für das muslimische „Halal“-Siegel aus religiösen Gründen nötige Schächten der Tiere ohne Betäubung widerspreche einer Zertifizierung als Bioware. Die Zertifizierungsstelle „Ecocert“ lehnte damals die Forderung ab und ließ Halal-Fleisch weiterhin mit Bio-Siegel laufen. Über ein Berufungsgericht in Versailles ging der Fall nach Luxemburg, wo der EuGH nun grundsätzlich verboten hat, dass Fleisch aus Schächtungen mit dem Biosiegel versehen wird. Eine gute Nachricht für das Tierwohl.

Quelle:

Sputniknews vom 26.02.:
https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20190226324110126-halal-fleisch-europa

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04/2019 | Köln: Weniger Müll bei mehr Einwohnern – die Stadt wird sauberer

Von einer Spendensumme in Höhe von rund 678.465 Euro hat die Umweltschutzorganisation Rainforest Trust ein ca. 156.000 Hektar großes Gebiet im Regenwald von Borneo erworben. Das rund 218 Fußballfelder große Areal beherbergt mit 2.000 Orang-Utans rund vier Prozent der weltweiten Population dieser Affenart sowie weitere, ebenfalls vom Aussterben bedrohte Gattungen wie den Weißbart-Gibbon oder die Flachkopfkatze, die im dortigen Gebiet nun sicher sind. Der Regenwald war gefährdet, für Ölpalmen- und Akazienplantagen gerodet zu werden. Nun soll ein dauerhaftes Naturschutzgebiet etabliert werden.

Quelle:

The Rainforest Trust:
https://www.rainforesttrust.org/projects/saving-a-stronghold-for-the-critically-endangered-bornean-orangutan-2/

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04/2019 | Sydney: Neue Methode zur Umwandlung von Treibhausgas CO2 in Feststoffe

Forscher der University of New South Wales in Sydney haben einen Weg gefunden, das Treibhausgas CO2 aus der Luft zu ziehen und in festes, kohlenstoffhaltiges Material zu verwandeln. Das Kohlendioxid wird in einer Elektrolytflüssigkeit gelöst, die winzige Mengen des Seltenerdmetalls Cerium in einem Flüssigmetallkatalysator aus Gallium-Legierungen enthält. Wird Strom an diesen angelegt, transformiert sich das CO2 mit der Zeit in festes Material, das beispielsweise beim Bau von Batterien verwendet werden kann. Bislang gelang die Umwandlung des Gases in einen Feststoff nur bei enormen Temperaturen. Die neue Methode leistet das alchemistische Wunderwerk schon bei Raumtemperatur.

Quelle:

Scinexx vom 27.02.:
https://www.scinexx.de/news/technik/aus-co2-mach-kohlenstoff

Nature vom 26.02.:
https://www.nature.com/articles/s41467-019-08824-8

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04/2019 | Cranleigh: Säulen mit Brennstoffzellen laden E-Autos unabhängig vom Stromnetz

Das britische Brennstoffzellen-Unternehmen AFC Energy hat eine Ladesäule für Elektroautos entwickelt, die ihren Strom nicht aus dem Stromnetz saugt, sondern mittels Wasserstoff in der Ladesäule erzeugt. Die Säule enthält eine Brennstoffzelle, die an einem Wechseltrichter angeschlossen ist. Der Trichter überträgt die Energie auf ein Ladegerät, aus dem letztlich der Strom für das eingestöpselte Fahrzeug fließt. Das System namens CH2ARGE ist somit unabhängig vom Netz und wird dazu beitragen, die Infrastruktur von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge weiter zu verbessern. Großbritannien selbst hat sich im Rahmen der „Road to Zero“-Strategie vorgenommen, bis 2030 die Hälfte aller Neuwagen als Niedrigemissionsfahrzeuge mit weniger als 75 Gramm CO2 pro Kilometer zu verkaufen. Spätestens 2040 soll der Verkauf von Benzinern und Dieseln endgültig enden.

Quellen:

Edison vom 28.02.
https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/afc-ladesaeulen-strom-aus-der-brennstoffzelle/24016784.html

AFC Energy
https://www.afcenergy.com

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Foto: Apfelschätze

03/2019 | Berlin: Initiative rettet bis zu zehn Tonnen Äpfel jährlich

Jedes Jahr bleiben Tonnen von Äpfeln an „wilden“ Bäumen, in privaten Gärten oder auf alten Plantagen ungeerntet. Die Ernte ist mühsam, übersteigt den Eigenbedarf oder lohnt sich einfach nicht. In mittlerweile langjährigen Erntegemeinschaften werden im Rahmen der Mission von „Apfelschätze“ Äpfel gepflückt, Bäume gepflegt und neu gepflanzt. Die teilnehmenden Kinder der Kitas oder Schulen bekommen zudem Infos über nachhaltige und gesunde Ernährung. Bei der gemeinsamen Ernte wird nicht nur die Gemeinschaft gestärkt, sondern auch Wissen über Natur gesammelt. Und am Ende profitieren alle davon: Die Ernte wird gleichmäßig zwischen Grundstück-BesitzerInnen, kleinen und großen ErntehelferInnen und Apfelschätze aufgeteilt.

Quelle: Apfelschätze

https://apfelschaetze.de

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Foto: Jürgen Fälchle/Fotolia

03/2019 | Washington: Tierquälerei soll – bald als Schwerverbrechen gelten

Zumindest, wenn es nach einem Gesetzesentwurf geht, den die Abgeordneten Vern Buchanan und Ted Deutch eingereicht haben. Der sogenannte Preventing Animal Cruelty and Torture (PACT)-Act bringt USA-weit die Gemüter zum Kochen. Nach dem Entwurf soll Tierquälerei bundesweit als Schwerverbrechen gelten und viel härter als gegenwärtig bestraft werden können. Es wäre das erste bundesweite Gesetz zum Thema. Bislang wird der Tierschutz föderal in jedem Bundesstaat einzeln geregelt. Besonders interessant ist die Zusammenarbeit gegensätzlicher Lager bei diesem Thema: Ted Deutch ist Demokrat, Vern Buchanan alteingesessener Republikaner.

Quellen:

Utopia vom 31.01.19:
https://utopia.de/tierquaelerei-schwerverbrechen-usa-gesetz-125376

Webseite von Vern Buchanan:
https://buchanan.house.gov/media-center/press-releases/buchanan-animal-cruelty-bill-draws-national-attention

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Foto: venusvi/Fotolia

03/2019 | London: Großbritannien verbietet den Handel mit Elfenbein

Die Briten verbieten durch den 2018 beschlossenen Ivory Act endgültig den Handel mit Elfenbein. Laut Expertenmeinung gehört das Gesetz zu den strengsten der Welt. Wie bei Rettet den Regenwald zu lesen, ist es nun an der EU, die verbleibenden juristischen Schlupflöcher zu schließen und so die 13 afrikanischen Länder, die gegen Wilderei kämpfen, zu unterstützen. In der EU sowie in Japan bleibt der Handel mit Elfenbein erlaubt, solange es aus dem Jahr 1947 oder davor stammt. Dies biete

Schmugglern Schlupflöcher. Zumal halte jede Art von legalem Handel die Nachfrage aufrecht.

Quellen:

Rettet den Regenwald vom 21.12.2018:
https://www.regenwald.org/news/9195/grossbritannien-verbietet-den-handel-mit-elfenbein

Legislation UK:
http://www.legislation.gov.uk/ukpga/2018/30/contents/enacted

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Foto: alisseja/Fotolia

03/2019 | Nordkirchen: Feuerwehr rettet hilflose Laufenten vom Eis

Die vollkommenen zugefrorenen Gräften des bundesweit bekannten Schloss Nordkirchen („Versailles Westfalens“) bildeten bei winterlichen Temperaturen eine fatale Falle für die Laufenten des Parks. Im Gegensatz zu normalen Enten gehen die hochgewachsenen, langhalsigen Tiere aufrecht und kippen auf Eis schlichtweg um – zumindest in jungen Jahren und bei der ersten Erfahrung mit gefrorenem Wasser. Die von der Schlossverwaltung 2017 zur Bekämpfung des Buchsbaumzünslers angeschafften Tiere kamen nicht mehr auf die Beine, bis die Feuerwehr des Ortes anrückte, um eine Ente nach der anderen sorgsam vom Eis zu holen. Das Publikum applaudierte.

Quelle:

Ruhr-Nachrichten vom 20.01.:
https://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/nordkirchen/nordkirchener-feuerwehr-rettet-im-schlosspark-laufenten-vom-eis-plus-1367631.html

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Foto: Gstudio Group/Fotolia

03/2019 | New York: Das erste Eis aus Metalldosen mit Mehrwegfunktion

In Zusammenarbeit mit dem Lieferservice Loop (Teil der Recycling-Organisation TerraCycle) hat die Nestlé-Marke Häagen-Dazs in New York ein Pilotprojekt gestartet, bei dem den Kunden ihr Eis in einer Metalldose an die Tür geliefert wird. Loop ist ein Spezialbetrieb für Lebensmittel und Haushaltswaren mit wiederverwendbaren Verpackungen. Der Türlieferung der Süßspeise sollen in naher Zukunft auch Haushalts- oder Drogerieprodukte folgen. Unter dem wachsenden Druck der Öffentlichkeit hatte Nestlé kürzlich das Ziel ausgerufen, bis zum Jahr 2025 ausnahmslos alle seiner Verpackungen wiederverwendbar oder recyclingfähig zu machen.

Quelle:

Neue Osnabrücker Zeitung vom 25.01.:
https://www.noz.de/deutschland-welt/wirtschaft/artikel/1639921/statt-im-becher-gibt-es-haeagen-dazs-jetzt-auch-im-metallbehaelter

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Foto: DisobeyArt/Fotolia

03/2019 | Nairobi: Start-Up-Branche in Afrika boomt wie nie zuvor

Das Nailab in Kenias Hauptstadt ist ein glänzendes Beispiel für den Erfindergeist und die Aufbruchsstimmung, die in Afrika als geheimem Kontinent der Zukunft herrschen. „We are a business incubator“ heißt es in der Selbstbeschreibung der Start-Up-Fabrik. Die Mission: „Ein ermöglichendes Umfeld zu schaffen, das Innovationen anregt und den Unternehmergeist stimuliert.“ Wie auch schon in einigen Meldungen der Guten Nachrichten zu lesen, konzentrieren sich die jungen Gründerinnen und Gründer häufig auf Lösungen im Service-Bereich, meist in Form von Apps, zugeschnitten auf die speziellen Bedürfnisse des Kontinents. „Wo der Staat versagt, springen immer öfter Start-ups ein“, schreibt die Deutsche Welle. „Die Finanzierungen für afrikanische Start-ups“ haben sich daher im vergangenen Jahr „fast vervierfacht“.

Quellen:

Deutsche Welle vom 29.01.:
https://www.dw.com/de/rekordinvestitionen-f%C3%BCr-start-ups-in-afrika/av-47272700

Nailab:
http://nailab.co.ke

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Foto: Patryssia/Fotolia

03/2019 | Wiesbaden: Fleiß beim Biomüll-Sammeln steigt beständig

Das Statistische Bundesamt teilt mit, dass die Deutschen im vergangenen Jahr so viel Biomüll produziert haben wie noch niemals zuvor. Insgesamt landeten 10,3 Millionen Tonnen in den Behältern mit dem braunen Deckel, rund 125 Kilogramm pro Person. Laut Bundesamt ist das der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2004. Der enorme Anstieg kann sowohl auf gezielteres Entsorgen wie auch auf eine veränderte Einkaufskultur dank veränderter Angebote und verändertes Konsumbewusstsein hindeuten. Alle Varianten stellen gute Nachrichten dar.

Quelle:
Die Zeit / dpa:
https://www.zeit.de/news/2018-12/17/mehr-biomuell-als-je-zuvor-181217-99-254152
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03/2019 | Haiti: Erstes privates Naturschutzgebiet der Insel errichtet

In Haiti ist mit dem Grand Bois Nature Reserve das erste privat finanzierte Naturschutzgebiet der Insel entstanden. Die 1.200 Hektar auf der Bergkette Massif de la Hotte dienen dem Schutz einer großen Vielfalt von Amphibien, die sich dort in einer Intensität von globaler Bedeutung sammeln. „In Anbetracht der Tatsache, dass Haiti zu den ökologisch zerstörtesten Ländern der Welt und zu den ärmsten Nationen der westlichen Hemisphäre zählt, ist die Etablierung des ersten privaten Naturschutzgebietes ein entscheidender, positiver Wendepunkt“, sagt der Präsident des Rainforest Trust, Dr. Paul Salaman. Die NGO hat das Projekt gemeinsam mit der Global Wildlife Conservation (GWC) sowie dem Haiti National Trust (HNT) und der Société Audubon Haiti (SAH) gestemmt.

Quelle:

The Rainforest Trust vom 28.01.2019:
https://www.rainforesttrust.org/historic-conservation-action-haitis-first-private-nature-reserve-2/

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03/2019 | Berlin: Saturn stellt Automaten zur umweltfreundlichen Handy-Rückgabe auf

Drei Filialen des großen Elektromarktes in Berlin stellen in Zusammenarbeit mit dem israelischen Start-Up Cellomat komplex gebaute, aber einfach zu bedienende Automaten auf, die alte Telefone annehmen und dafür einen Gutschein ausspucken. Die Geräte prüfen die Handys auf ihre Funktionstüchtigkeit und ihren Restwert. Komplett unbrauchbare Exemplare ergeben zwar keinen Gutschein, werden aber wenigstens seriös recycelt. Cellomat gehört zu einem Sammelprogramm namens Retailtech Hub, mit dem die MediaMarktSaturn-Gruppe innovative Start-Ups fördert.

Quellen:

W&V vom 23.01.:
https://www.wuv.de/marketing/saturn_automat_tauscht_alt_smartphone_gegen_gutschein

Cellomat:
https://www.cellomat.com

Retailtech Hub:
http://retailtechhub.com

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03/2019 | Milton Keynes: Software bekämpft als Staudamm die E-Mail-Fluten

Unter dem sehr sympathischen Motto „Get sh*t done“ haben britische Entwickler ein Programm aufgesetzt, mit dessen Hilfe man sich seine elektronische Post nach einem eigens festgelegten Zeitplan zustellen lassen kann. Filter ermöglichen gezielte Löcher im Staudamm, um etwa Post der Familie oder anderer besonders wichtiger Absender durchzulassen. Die Ablenkung dadurch, „mal eben“ einen Blick auf die immerfort eintrudelnde Post zu werfen, gehört zu den massivsten Effizienzstörern im Berufsalltag und ist auch psychisch belastender als das gezielte Bearbeiten der Korrespondenz in festgelegten Zeitfenstern. Vorerst arbeitet das Programm leider nur mit Googles Mailprodukten zusammen.

Quellen:

T3N vom 18.12.2018:
https://t3n.de/news/e-mail-benachrichtigungen-adios-1133283/

Adios:
https://adios.ai

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Foto: sportpoint/Fotolia

03/2019 | Ratchaburi: Marathonläuferin trägt ausgesetzten Hund ins Ziel

Ungefähr zu einem Drittel der Strecke entdeckte die Sportlerin Khemjira Klongsanun bei einem Marathon im thailändischen Ratchaburi einen augenscheinlich ausgesetzten, jungen Hund am Streckenrand. Während die anderen Teilnehmer den Welpen ignorierten, pflückte sie ihn beherzt von der Straße und trug ihn die restlichen 19 Meilen – also rund 30 Kilometer – bis ins Ziel. „Es war eine echte Herausforderung und doppelt so anstrengend wie ein normaler Marathon“, sagte die 43-jährige. Sie hat den jungen Hund bei sich und ihren zwei erwachsenen Hunden aufgenommen. Fotos und Videos zur herzerwärmenden Aktion gibt’s bei der Daily Mail.

Quelle:

The Daily Mail vom 29.01.:
https://www.dailymail.co.uk/news/article-6643543/Marathon-competitor-runs-19-miles-carrying-PUPPY-finding-road-race.html

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Foto: Lisa F. Young/Fotolia

03/2019 | Aurich: Johanniter bilden Migranten zu Erste-Hilfe-Trainern aus

In Niedersachsen haben die Johanniter ein Pilotprojekt gestartet, in dessen Rahmen Migrantinnen und Migranten zu Erste-Hilfe-Trainern ausgebildet werden. Ziel ist, mehr Zugewanderte zur Mitarbeit bei den Johannitern zu motivieren, die Integration zu fördern und somit auch „die Realität“ widerzuspiegeln, dass „mittlerweile jeder fünfte Mensch einen Migrationshintergrund“ hat, zitiert der NDR Helene Frieden, die Integrationsbeauftragte des Johanniter-Regionalverbands Weser-Ems. Das bundesweit geplante Projekt trägt den Namen Erste Hilfe ohne Grenzen 2.0. Voraussetzung für die Teilnahme sind u.a. Volljährigkeit und das Mindestsprachniveau B2.

Quellen:

NDR vom 29.01.:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Aurich-Migranten-werden-zu-Erste-Hilfe-Trainern,johanniter210.html

Die Johanniter:
https://www.johanniter.de/ehrenamt/als-ausbilder-und-fuehrungskraft/erste-hilfe-trainerin/erste-hilfe-ohne-grenzen-20

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03/2019 | Chicago: Anonymer Wohltäter bezahlt 70 Obdachlosen das Hotel

Ein unbekannter Spender hat auf die eisigen Rekordtemperaturen von bis zu knapp 30 Grad minus im amerikanischen Mittelwesten mit der Bezahlung eines Hotelaufenthalts für 70 Obdachlose reagiert. Die Männer und Frauen stammten aus einer Zeltsiedlung, die aufgrund einer Propantank-Explosion kurzfristig aufgelöst werden musste. Die Verantwortlichen waren gezwungen, die restlichen, viel zu großen und unsachgemäß in Einsatz gebrachten Mengen Propangas zu konfiszieren. Bevor die überlastete Heilsarmee in Aktion treten konnte, meldete sich bereits der anonyme Spender und bot den Betroffenen eine Woche auf seine Kosten in einem Hotel an.

Quelle:

The Good News Network vom 31.01.2019 / Chicago Tribune
https://www.goodnewsnetwork.org/unnamed-hero-pays-to-house-70-homeless-people-amidst-polar-vortex/

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03/2019 | Paris: Zahl der Verkehrstoten auf Rekordtief gesunken

Von der schwedisch geprägten Vision Zero ist Frankreich zwar auch noch weit entfernt, aber mit 3.259 Toten im Jahr 2018 ist die Anzahl der Opfer modernen Straßenverkehrs so niedrig wie noch nie. Verantwortlich für den Rückgang der Toten sowie die Unfälle allgemein macht Premierminister Édouard Philippe einige Maßnahmen, die 2018 eingeführt wurden, darunter das Tempolimit von 80 km/h auf Landstraßen, gegen das sogar die Gelbwesten protestiert hatten. Der französische Automobilclub „40 millions d'automobilistes“ bestreitet den Zusammenhang.

Quelle:

Spiegel vom 28.01.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/frankreich-zahl-der-verkehrstoten-erreicht-historischen-tiefstand-a-1250372.html

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Foto: macropixel/Fotolia

03/2019 | Borneo: Neues Schutzgebiet im Borneo Regenwald erworben

Von einer Spendensumme in Höhe von rund 678.465 Euro hat die Umweltschutzorganisation Rainforest Trust ein ca. 156.000 Hektar großes Gebiet im Regenwald von Borneo erworben. Das rund 218 Fußballfelder große Areal beherbergt mit 2.000 Orang-Utans rund vier Prozent der weltweiten Population dieser Affenart sowie weitere, ebenfalls vom Aussterben bedrohte Gattungen wie den Weißbart-Gibbon oder die Flachkopfkatze, die im dortigen Gebiet nun sicher sind. Der Regenwald war gefährdet, für Ölpalmen- und Akazienplantagen gerodet zu werden. Nun soll ein dauerhaftes Naturschutzgebiet etabliert werden.

Quelle:

The Rainforest Trust:
https://www.rainforesttrust.org/projects/saving-a-stronghold-for-the-critically-endangered-bornean-orangutan-2/

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Foto: mikelaptev/Fotolia

03/2019 | Köln: Diebe bringen gestohlenes Auto zur Besitzerin zurück

Der Schnappschuss des knappen Entschuldigungsschreibens wandert sicherlich schon jetzt in die Sammelarchive von Redakteuren für die in elf Monaten zu gestaltende Fotostrecke „Bilder des Jahres“: In krakeliger Schrift bitten die Diebe eines Autos in Köln die Besitzerin mit einem knappen „Sory“ (sic!) um Verzeihung und teilen ihr auf dem von der Polizei Köln geposteten Zettel den Standort des Wagens mit: Hugo-Junker-Straße 2-12. Der Autoschlüssel lag bei. Die aus der Wohnung entwendeten tausend Euro gaben die Diebe nicht zurück.

Quellen:

Rheinische Post / dpa vom 31.01.:
https://rp-online.de/nrw/staedte/koeln/koeln-diebe-geben-frau-gestohlenes-auto-zurueck_aid-36317833

Twitter-Kanal der Polizei NRW Köln vom 31.01.:
https://twitter.com/polizei_nrw_k/status/1090987342943391744

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03/2019 | Duisburg: Staat feiert Erfolge gegen kriminelle Clans

Das erst im Sommer 2018 gestartete Projekt „Staatsanwaltschaft vor Ort“ soll den Einfluss und die Selbstsicherheit der rund 70 kriminellen Clans mit 2.800 Mitgliedern im Norden der Stadt ins Wanken bringen und dem Staat in den Augen der selbsternannten örtlichen Paten wieder mehr Respekt einbringen. Es funktioniert so, dass zwei Staatsanwälte direkt vom Bezirk aus die Strafverfolgung in Gang bringen. Mit einem vergleichbaren Konzept, gelang auch der italienischen Polizei im Mutterland der Mafia große Erfolge gegen das organisierte Verbrechen. Eine Kleine Anfrage des Landtags an das NRW-Justizministerium ergab nun, dass im Rahmen der Aktion bereits von Juni bis Dezember satte 210 Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden.

Quelle:

Rheinische Post vom 29.01.:
https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/clan-staatsanwaelte-feiern-in-duisburg-erste-erfolge_aid-35950695

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Foto: Kalyakan/Fotolia

03/2019 | Costa Rica: Klimaneutrales Frachtsegelschiff in der Entwicklung

Unter dem Motto #SeaShippingChange arbeitet das kanadische Unternehmen Sailcargo in einer Werft auf Costa Rica an einem spritfreien Frachtsegler von 45 Metern Länge, der 250 Tonnen oder zehn Seecontainer aufnehmen kann. Mittels mehr als 24 Segeln sowie Elektromotoren für Windstille, die aus Solarpaneelen, Windrädern und Wellenenergiegeneratoren gespeist werden, soll die Ceiba die Zukunft der Seefracht einläuten. Investoren aller Art werden noch für das Projekt gesucht. Ab 1000 Dollar ist man dabei und kann Anteile am Schiff erwerben.

Quellen:

Heise vom 27.01.:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Frachtsegler-mit-negativer-CO2-Bilanz-wird-gebaut-4288664.html

Sailcargo Inc.:
http://www.sailcargo.org

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03/2019 | Nairobi: Chemielehrer rettet den Victoriasee und macht aus Schadpflanzen Ethanol

Wer jemals für seinen Gartenteich Wasserhyazinthen gekauft hat, weiß, dass gegen die Vermehrungsfreude dieser Biester selbst der Efeu an Land ein zurückhaltender Geselle ist. Eingeschleppte Exemplare dieser Art breiten sich seit geraumer Zeit im Victoriasee aus, wuchern ihn zu und rauben den Fischen den Sauerstoff. Der Chemielehrer Richard Arwa geht das Problem konstruktiv an – er hat eine Methode entwickelt, die Schadpflanze zu ernten und fachgerecht in Ethanol zur Verwendung in Treibstoff wie dem E10 zu verwandeln. Küstenbewohner beliefern das von ihm gegründete Centre for Innovation Science and Technology (CSTI) mit den Pflanzen, wo sie in den Verwandlungsprozess eintreten.

Quellen:

Ingenieur.de vom 29.01.:
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/rohstoffe/brennstoff-aus-wasserhyazinthen

Centre for Innovation Science and Technology:
https://www.csti.or.ke

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03/2019 | New York: Unternehmen bietet Erdwärme-Heiz-System für Privathaushalte

Die Firma Dandelion Energy, Inc. hat ein System für den Privatgebrauch entwickelt, mit dem Hausbesitzer ihr Gebäude unabhängig von externen Energieanbietern mittels Erdwärme heizen können. Die Geothermie nutzt den Unterschied von Boden- und Lufttemperatur für die Energieerzeugung. Die Technologie spart somit teuer zugeführte Energie von außen und nutzt eine saubere, regenerative Quelle. Dandelion ist ursprünglich im Rahmen des Forschungsinstituts Projekt X von Googles Mutterkonzern Alphabet entstanden und seit 2017 unabhängig. Das X-Lab brachte weitere neue Technologien zur Ressourcenschonung hervor.

Quellen:

Reset vom 31.01.:
https://reset.org/blog/heizen-und-klimatisieren-erdwaerme-aus-dem-garten-01312019

Dandelion Energy:
https://dandelionenergy.com

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03/2019 | Hamburg: Petition gegen die Besteuerung von Tampons als Luxusprodukt

Die zwei Hamburger Sozialdemokratinnen Nanna-Josephine Roloff und Yasemin Kotra haben eine Petition gestartet, die sich dagegen auflehnt, dass Tampons immer noch mit einem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent belastet werden. Somit gelten sie weiterhin explizit nicht als „Güter des lebensnotwendigen Bedarfs“, die mit nur 7 Prozent besteuert werden – wie Lebensmittel oder Toilettenpapier, aber eben auch wie Trüffel oder Lachskaviar. Die Petition namens „Die Periode ist kein Luxus – senken Sie die Tamponsteuer!“ möchte das ändern. Zur Zeit dieser Meldung steht sie bei 125.177 Unterschriften und hat ihr Ziel von 150.000 somit fast erreicht.

Quellen:

Ze.tt vom 27.01.:
https://ze.tt/diese-frauen-kaempfen-dagegen-dass-tampons-und-binden-immer-noch-als-luxusgut-gelten

Die Petition bei change.org:
https://www.change.org/p/die-periode-ist-kein-luxus-senken-sie-die-tamponsteuer-starkwatzinger-bmfsfj

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03/2019 | Sydney: App hilft beim Einkaufen fairer Kleidung

Ein australisches Unternehmen hat eine Applikation entwickelt, die anzeigt, inwiefern die Mode von der Stange einen fairen Hintergrund hat oder ökologisch wie menschenrechtlich lieber im Laden verweilen sollte. Das Programm namens Good On You wertet Daten von NGOs, Stiftungen und Forschungsinstituten aus und gleicht sie mit den Behauptungen der Modefirmen ab. In fünf Stufen warnt die App vor dem Kauf oder gibt Empfehlungen. Seit Kurzem ist das Programm auch in Europa im Einsatz. Anlass für die Erfindung war der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch im Jahre 2013.

Quellen:

Reset vom 28.01.:
https://reset.org/blog/good-you-einer-app-nachhaltige-mode-sofort-erkennen-01282019

Webseite der App:
https://goodonyou.eco

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03/2019 | Bonn: Neue Bootsrumpfbeschichtung soll Energieverbrauch reduzieren

Eine Forschungsgruppe um Matthias Mail von der Gartenbauwissenschaft an der Universität Bonn arbeitet an einer neuen Beschichtung für Bootsrümpfe, die das Potential hat, bis zu 20 Prozent Sprit einzusparen. Die Beschichtung aus mikroskopischen Bläschen basiert auf der Struktur von Schwimmfarnen und verringert massiv die Reibung während der Fahrt. Außerdem stoppt sie das Anwachsen von Seepocken oder anderen unerwünschten Meeresorganismen am Rumpf, die bislang ebenfalls bremsende Wirkung haben.

Quellen:

Wissenschaft.de vom 28.01.:
https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/natur-inspiriertes-gleitmittel-fuer-schiffe

Lotus-Salvinia.de:
http://www.lotus-salvinia.de/index.php/en/12-kategorie-deutsch/kontakt-ueber-uns/psite/13-dipl-phys-matthias-mail

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03/2019 | Panama: Belgier betreibt vorbildliches Resort für ortsverbundenen Öko-Tourismus

Auf der Isla Bastimientos im gleichnamigen Meeresnationalpark von Panama betreibt der Belgier Michel Natalis ein Öko-Resort, dessen Besuch tatsächlich zum Umweltschutz sowie zur Förderung der einheimischen Bevölkerung beiträgt. Die Bungalows bestehen ausschließlich aus örtlichen Materialien und wurden in Einklang mit der umgebenden Natur und Kultur gestaltet. An Design und Bau wirkte das einheimische, indigene Volk der Ngöbe-Buglé mit. Für eine hervorragende Umweltbilanz sorgen u.a. ein Kreislaufwassersystem, Solarpaneele und Plastikvermeidung in der Gastronomie.

Quelle:

Edison vom 25.01.:
https://edison.handelsblatt.com/ertraeumen/panama-oeko-urlaub-mit-indigener-hilfe/23845748.html

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03/2019 | Kampala: Start-Up will Motorrad-Taxis umweltfreundlich elektrifizieren

Zu den wichtigsten öffentlichen Verkehrsmitteln in der sehr schmutzigen, lauten und chaotischen Hauptstadt Ugandas gehören Motorrad-Taxis, die sogenannten Boda-Bodas. Junge Männer transportieren auf ihren stinkenden Gefährten Personen und Fracht in unlimitiertem Umfang. Die Fahrzeuge sind staatlicherseits unregistriert. Anbieter und Kunden verabreden sich via App. Die grünen Gründer Daniel Dreher und Étienne Saint-Sernin wollen mit ihrem Start-Up Zembo in Zukunft elektrisch betriebene Boda-Bodas anbieten, die noch dazu nach zwei Jahren des Leasings auf ihre Besitzer übergehen – was bislang bei den traditionellen Dreckschleudern nicht geschieht. Zembo wird somit zugleich die Umwelt entlasten und den Fahrern mehr Einkommen ermöglichen.

Quelle:

Reset vom 29.01.:
https://reset.org/blog/elektromobilitaet-uganda-e-motorraeder-sollen-die-strassen-kampalas-sauberer-machen-01292019

Zembo:
https://www.zem.bo

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03/2019 | Berlin: Modelabel bringt satirische Linie namens „Statussymbol“ auf den Markt

Das Berliner Modelabel Muschi Kreuzberg nimmt mit seiner neuesten Kollektion den egomanischen Drang auf die Schippe, durch das Tragen überteuerter Markenmode öffentlich angeben zu wollen. Ihre Linie „Statussymbol“ besteht aus schlichten weißen T-Shirts, auf die als einziges Motiv der Preis aufgedruckt ist. Die Spanne reicht von 19,90 Euro bis 599,90 Euro. Tragbare Aktionskunst für den zweimaligen Blick im öffentlichen Raum. Originell.

Quellen:

Mit Vergnügen:
https://mitvergnuegen.com/2019/muschi-kreuzberg-kollektion-status

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03/2019 | Berlin: Jobbörse für Geflüchtete und ausländische Arbeitssuchende

Ende Januar fand im Estrel Berlin zum vierten Mal die europaweit größte Berufs- und Ausbildungsmesse statt, die sich an Zuwanderer mit Bleibeperspektive richtet. 2019 war sie zudem erstmals für Arbeitssuchende aus Drittstaaten und der gesamten EU geöffnet. 180 Aussteller werben um das Interesse potentieller Auszubildender oder Arbeitnehmer. Rund 4.000 Besucherinnen und Besucher nehmen an dem Event teil. Das größte Hindernis auf dem Weg zur Win/Win-Zusammenkunft von Migranten und Firmen stellen weiterhin mangelnde Sprachkenntnisse dar.

Quellen:

Deutsche Welle vom 28.01.:
https://www.dw.com/de/jobb%C3%B6rse-f%C3%BCr-gefl%C3%BCchtete/av-47270646

Jobbörse Estrel:
https://www.jobboerse-estrel.de/de

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03/2019 | Luanda: Homosexualität in Angola nun straffrei – Diskriminierung verboten

Mitte Januar schaffte das Parlament von Angola den seit 133 Jahren geltenden Paragrafen ab, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte. Das Gesetz wurde schon lange nicht mehr in der Praxis angewendet und schon 2015 hatte man die Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund der sexuellen Orientierung verboten. Ab sofort gilt dieses Verbot auch für Diskriminierungen beim Anbieten von Dienstleistungen.

Quelle:

Queer.de vom 24.01.:
https://www.queer.de/detail.php?article_id=32819

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03/2019 | München: Modelabel präsentiert Kollektion von Geflüchteten auf der Fashion Week

Kuniri stammt aus dem Esperanto und bedeutet: Gemeinsam gehen. Das Modelabel mit besagtem Namen beschäftigt Designerinnen und Designer sowie Schneiderinnen und Schneider aus allen Teilen der Welt, die ihr Fluchthintergrund eint. Die verschiedenen kulturellen Hintergründe und Biografien nehmen spannenden Einfluss auf die gestalteten Stücke. Mitte Januar lief das Label sogar auf der Berliner Fashion Week. Hergestellt wird die Mode fair und lokal in Deutschland.

Quellen:

Neoavantgarde vom 24.01.:
https://neoavantgarde.de/kuniri-fashion-week-berlin

Kuniri:
http://www.kuniri.net

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03/2019 | Berlin: Regierung legt einen 10-Punkte-Plan für einen nachhaltigen Kakaosektor vor

Ähnlich wie Kaffee oder Tabak gehört Kakao zu jenen begehrten Genussmitteln, deren Anbau weiterhin zu großen Teilen unter Ausbeutung der Bauern und Arbeiter sowie zu Lasten der Umwelt von statten geht. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben nun einen „10-Punkte-Plan für einen nachhaltigen Kakaosektor“ vorgelegt, der das ändern soll. NGOs wie Rettet den Regenwald versprechen, dessen Umsetzung sorgsam zu beobachten.

Quellen:

Rettet den Regenwald vom 29.01.:
https://www.regenwald.org/erfolge/9213/toller-kakao-plan-jetzt-handeln

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft:
http://www.bmz.de/de/zentrales_downloadarchiv/Presse/BMZ_BMEL_10-Punkte-Plan_Kakao.pdf

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03/2019 | Köln: Die Bio-Gurke bei Rewe ist ab sofort plastikfrei

Zu den absurdesten Bildern im Alltag gehört seit langem das enge Kunststoffkondom der Bio-Gurke. Ausgerechnet die ökologisch gezüchteten Exemplare sind bislang bei nahezu allen Einzelhändlern dicht verschweißt. Rewe reißt dem grünen Gesundheitswunder nun als erster die Folie vom Leib. Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung verlautbart, sind „unter Einbezug aller beteiligten Handelspartner (…) die relevanten, komplexen Transportprozesse so verändert worden, dass Bio-Gurken nicht mehr eingeschweißt werden müssen und dennoch ihre Frische und Qualität erhalten“. Fortan kennzeichnet der Supermarkt die Gurken nur noch mit einem kleinen Klebeetikett.

Quelle:

Morgenpost vom 22.01.:
https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article216265961/Ungeschuetzte-Bio-Gurke-Rewe-schafft-Plastikverpackung-ab.html

Foto: 6689062/pixabay

02/2019 | Bielefeld: 25-Stunden-Woche bei IT-Firma bleibt bestehen

2017 führte der Bielefelder IT-Unternehmer Lasse Rheingans in seiner IT-Firma die 25-Stunde-Woche bei vollem Lohn ein. Bis heute erweist sie sich auch nach ausgiebigen Testphasen ungebrochen als Erfolg und wird beibehalten. Erst kürzlich hagelte es im Winter wieder ausgiebige Besuche von Medienvertretern, die ihr Erstaunen kaum verbergen können. Die Effizient der Firma Digital Enablers wurde durch die Konzentration darauf, während der Arbeit tatsächlich zu arbeiten, sogar verbessert. In den fünf Stunden täglich vermeiden die Mitarbeiter alle in der New Economy sonst so üblichen Zeitfresser der „Facetime“ wie Teeküchengeplauder, Rundmails mit 100 Adressaten in Kopie oder Teilnahme an sinnlosen Meetings.

Quelle:

Orange vom 03.12.2018:
https://orange.handelsblatt.com/artikel/52446

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02/2019 | Lissabon: Erste plastikfreie Passagierflüge absolviert

Die portugiesische Fluggesellschaft Hi Fly hat im Dezember die ersten vollständig plastikfreien Passagierflüge veranstaltet. Auf Flügen zwischen Portugal und Brasilien wurden Geschirr, Besteck, Kotzbeutel, Limonadenflaschen, Zahnpflegeartikel oder die Umverpackungen von Decken für die Passagiere durch Produkte aus Bambus, Papier und aller Art kompostierbarer Materialien ersetzt. Laut Hi Fly-Präsident Paulo Mirpuri waren die Flüge der Startschuss, das Unternehmen innerhalb von 12 Monaten zur „ersten kunststofffreien Fluggesellschaft zu machen“.

Quelle:

Flugrevue vom 28.12.2018:
https://www.flugrevue.de/zivilluftfahrt/airlines/hi-fly-fliegt-ohne-plastik-in-der-kabine/763218

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02/2019 | Sydney: Zahl der Terroropfer 2017 um rund ein Drittel gesunken

Die australische Denkfabrik Institute for Economics & Peace (IEP) hat festgestellt, dass die Zahl der Terroropfer das dritte Jahr in Folge gesunken ist, 2017 um 27 Prozent auf 18.814 Tote weltweit. Die größten Rückgänge seien im Irak sowie in Syrien zu verzeichnen, wo die Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staat mehr und mehr zurückgedrängt und dezimiert wurde. Insgesamt verzeichnen 94 Länder eine Verbesserung und 46 eine Verschlechterung der Zahlen. In Europa sanken die Todesfälle um 75 Prozent.

Quellen:

FAZ vom 05.12.:
https://www.faz.net/aktuell/politik/zahl-der-terroropfer-sinkt-weltweit-15925506.html IEP http://economicsandpeace.org/reports

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Foto: Alexas_Fotos/pixabay

02/2019 | Großbritannien: Langsamer Journalismus lieber gewissenhaft als schnell

Zu den seit vielen Jahren bekannten Bewegungen wie Slow Food oder Slow City (in Deutschland tragen bislang 16 Städte diesen Titel) gesellt sich in Großbritannien nun auch der Slow Journalism. Das Magazin mit dem wunderbaren Titel Delayed Gratification erscheint nur alle drei Monate mit 120 fundiert recherchierten Seiten und greift Themen ausschließlich dann auf, wenn genug Zeit investiert wurde, um Gehaltvolles dazu zu berichten. In ihrer Selbstdarstellung schreibt die Redaktion: „Statt verzweifelt zu versuchen, Social Media mit Breaking News zu schlagen, konzentrieren wir uns auf die Werte, die wir alle vom Qualitätsjournalismus erwarten: Akkuratesse, Tiefe, Kontext, Analyse und Expertenmeinung.“ Zudem ist das Magazin werbefrei und publikumsfinanziert.

Quelle:
https://www.slow-journalism.com/

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Foto: Leunert/pixabay

02/2019 | Kalifornien: Neues Gesetz stoppt die kommerzielle Haustierzüchtung

Im Land der unbegrenzten Profitmöglichkeiten ist es bisher üblich, in großem Umfang Hunde und Katzen für den Gebrauch als Haustier zu züchten. Der Staat Kalifornien hat nun ein Gesetz erlassen, dass die Geschäfte professionell betriebener Welpenfarmen und Katzenfabriken beendet. Ab sofort dürfen Zoohandlungen nur noch Tiere verkaufen, die aus Heimen stammen oder von der Straße gerettet wurden. Private Züchter dürfen weitermachen, Massenproduzenten, die meist das Tierwohl verletzt haben, zahlen nun 500 US-Dollar Strafe pro Tier. In Deutschland sind laut dem Deutschen Tierschutzbund zumindest sogenannte Kätzchenfabriken nicht in Betrieb.

Quelle:

FAZ vom 02.01.2019:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/tierhandlungen-in-kalifornien-duerfen-keine-haustiere-mehr-vom-zuechter-verkaufen-15968760.html

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Foto: Pettycon/pixabay

02/2019 | Athen: Sozialapotheke verteilt Medikamente kostenfrei an Bedürftige

Der ehemalige Seefahrer Dimitris Souliotis betreibt in Athen eine Sozialapotheke für Arme, die sich reguläre Medikamentenkäufe nicht leisten können. Seit sechs Jahren verteilt der 81-jährige in Vyronas die Arzneien kostenfrei an Obdachlose, Arbeitslose, Flüchtlinge und jeden, der in Folge der Krise an allen Ecken und Enden knausern muss. Laut OECD liegt der Eigenanteil an Medikamenten in Griechenland weit über dem EU-Durchschnitt. Mittels eines sorgsamen Kartensystems prüft Souliotis, ob seine Gratiskundschaft fair vorgeht und keine Packungen doppelt und dreifach hortet.

Quelle:

der Freitag 01/2018:
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/kollektiv-und-kollekte

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Foto: maxmann/pixabay

02/2019 | Brünn: Tschechische Supermärkte müssen Reste spenden

Das Verfassungsgericht in Brünn hat ein Gesetz der tschechischen Regierung für rechtens erklärt, dass die Supermärkte dazu zwingt, unverkäufliche Waren und Restbestände an Hilfsorganisationen abzugeben. 25 Senatsabgeordnete hatten gegen das Gesetz geklagt, da sie darin einen Angriff auf die Eigentumsrechte und die Wiedergeburt des Kommunismus nahen sahen. Die obersten Richter hielten dem die tschechische Grundrechte-Charta entgegen, in der Eigentum wie in Deutschland verpflichtet. Zudem sei die neue Abgabepflicht als Teil weltweiter Bemühungen gegen unnötige Lebensmittelverschwendung zu werten. Das Gesetz betrifft nur große Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern.

Quelle:

T-Online vom 02.01.:
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/buntes-kurioses/id_85023840/tschechien-supermaerkte-muessen-alte-lebensmittel-verschenken.html

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02/19 | Frankfurt: Plattform bringt Behinderte und Nichtbehinderte für Events zusammen

Die Plattform Companion2Go verknüpft gehbehinderte Menschen mit nicht behinderten Begleitpersonen zwecks einfacherer und unterhaltsamerer Besuche von Veranstaltungen. Unterteilt in Kategorien wie Musik, Theater oder Sportveranstaltungen finden sich Events, bei denen Menschen mit einem Behindertenausweis mit dem Vermerk „B“ eine Begleitperson kostenfrei mitnehmen dürfen. Behinderte und Nichtbehinderte können so gezielt gemeinsam ihren Interessen nachgehen und die jeweiligen Spektakel meist auf den Plätzen mit der besten Sicht genießen. Die gemeinsame Zeit trage zudem dazu bei, weiterhin vorhandene Berührungsängste abzubauen.

Quellen:

Reset vom 31.12.2018:
https://reset.org/blog/barrierefrei-und-spass-dabei-12312018

Companion2Go:
https://companion2go.de

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Foto: brabantia press

02/2019 | Valkenswaard: Haushaltswarenfirma unterstützt Aufforstung der Sahel-Zone

Das niederländische Haushaltswarenunternehmen Brabantia unterstützt die belgische Organisation WeForest bei der Aufforstung und Begrünung der Sahel-Zone. Für jede verkaufte Wäschespinne, die laut Geschäftsführer Tijn van Elderen ohnehin optisch einem Baum ähnle, pflanzen die Menschen von WeForest einen Baum. Auf diese Weise seien bislang 1,3 Millionen Bäume und somit 370 Hektar Waldfläche in der sogenannten Great Green Wall in der Sahel-Zone entstanden. Die dafür nötigen Baumschulen haben darüber hinaus bislang 30 neue Arbeitsplätze vor Ort geschaffen.

Quelle:

Enorm Magazin:
https://enorm-magazin.de/spinnen-die-baeume-pflanzen

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Foto: blickpixel/pixabay

02/2019 | Freiburg: Positive Entwicklungen in nachhaltiger Stromerzeugung

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) verkündet, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix 2018 erstmals über 40 Prozent gestiegen ist. Wind-, Solar-, Biomasse- und Wasserkraftwerke erzeugten zusammen knapp 219 Terawattstunden. Führend im EEG-Mix bleiben Sonne und Wind. Die Zahlen beziehen sich auf die Netto-Stromerzeugung, also der ins öffentliche Netz abgegebenen Menge nach Abzug des Eigenbedarfs, der Energieverluste und der Strommengen, welche die industriellen Empfänger selber erzeugen können.

Quelle:

Spiegel vom 02.01.2019:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/strom-2018-gab-es-erstmals-mehr-als-40-prozent-oekostrom-a-1246124.html

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Foto: Pinacol/pixabay

02/2019 | Essen/Mülheim: ALDI schafft schrittweise Plastikwaren ab

Ab Beginn dieses Jahres finden sich auch bei ALDI keinerlei Geschirr, Strohhalme und Becher aus Plastik mehr. Die Maßnahme gehört zur selbsternannten Verpackungsmission des Unternehmens, mit welcher sie die Pläne der EU ausdrücklich begrüßen. In einer offiziellen Mitteilung verlautbart Philipp Skorning, der „Group Buying Director“ mit Verantwortung für „Corporate Responsibility“, der in dunklen Zeiten sein Dasein als Einkaufsleiter und Umweltschutzbeauftragter gefristet hätte: „Wir haben uns das ambitionierte Ziel gesetzt, die Verpackungen unserer Eigenmarken um 30 Prozent bis 2025 zu reduzieren.“ Allein durch die Ersetzung von Wattestäbchen mit Papier- statt Plastikschaft wird ALDI SÜD demnächst 230 Tonnen Kunststoff einsparen.

Quelle:

ALDI vom 20.12.2018:
https://unternehmen.aldi-sued.de/de/presse/pressemitteilungen/verantwortung/2018/pressemitteilung-auf-dem-weg-zu-weniger-verpackungsabfall-aldi-zieht-positive-zwischenbilanz

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Foto: GerdRohsDesign/pixabay

02/2019 | NRW: Polizei zieht positive Bilanz der Silvesternacht

Alles in allem sind in der Silvesternacht 2018/2019 die Strafdelikte zurückgegangen. Laut Polizei NRW sanken im Vergleich zum Vorjahr die Zahlen bei den gefährlichen Körperverletzungsdelikten um elf und bei den Sexualdelikten inklusive Beleidigung auf sexueller Basis um acht Fälle. Ingewahrsamnahmen gab es insgesamt mit 262 Fällen 28 mal weniger, die Platzverweise sanken mit 1.257 Stück um 232. Die Intensität der Verletzungen nahm allerdings zu, teilweise begründet in abenteuerlichem männlichem Pyro-Leichtsinn. So musste die Polizei etwa in Essen die Sprengstoff-Entschärfer des LKA bemühen, um selbstgebaute Feuerwerkskörper zu entschärfen, die ihre Bastler zuvor schon schwer verletzt hatten.

Quelle:

WDR vom 01.01.:
https://www1.wdr.de/nachrichten/silvester-bilanz-nrw-100.html

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02/2019 | Berlin: Plattform bringt Alltagsbetreuer und Senioren zusammen

Das von den Geschwistern Antonia und Nikolaus Albert vor drei Jahren gegründete Unternehmen Careship wächst und wächst. Erst nur in Berlin unterwegs, vermittelt die Plattform mittlerweile schnell und unbürokratisch Betreuungspersonen für Senioren auch in Hamburg, Frankfurt und ganz NRW. Die rund 800 „Alltagshelfer“ leisten je nach Buchung Haushaltshilfe, Unterhaltung, Begleitung in der Freizeit oder zu Ärzten und Ämtern, Besorgungen oder einfache Grundpflege. Die zertifizierten Betreuerinnen und Betreuer üben ihre Tätigkeit aus Leidenschaft aus und sind flexibel buchbar – bereits stundenweise ab 20 Euro.

Quelle:

Deutsche Welle vom 21.12.2018:
https://www.dw.com/de/unternehmungslustig-eine-junge-firmengr%C3%BCnderin-und-ihr-gesch%C3%A4ftsmodell/av-46824717

Careship:
https://www.careship.de

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Foto: Simon/pixabay

02/2019 | La Plagne: Suchhund ermöglicht Rettung von durch Lawine verschüttetem Kind

Ende Dezember wurde ein 12-jähriger im französischen Skigebiet 400 Meter von einer Lawine mitgerissen und tief verschüttet. Wie die Gendarmerie der Gegend berichtet, ist es üblicherweise unmöglich, einen Menschen nach mehr als einer Viertelstunde noch lebendig unter den Schneemassen zu bergen. Der Junge, den ein Suchhund erst eine Stunde nach dem Unglück erfolgreich aufspürte, überlebte, da sich unter dem Schnee ein Luftloch gebildet hatte.

Quelle:

Tagesspiegel vom 27.12.2018:
https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/unglueck-in-den-alpen-von-lawine-verschuettetes-kind-nach-einer-stunde-gerettet/23801808.html

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02/2019 | Herbern: Kinder üben sich in der Vermeidung böser Wörter

Die 68 Kinder in der Übermittagsbetreuung des münsterländischen Herbern übten sich in der vergangenen Adventszeit in der Vermeidung von „BUH-Begriffen“, also Schimpfwörtern, Flüchen und Beleidigungen der kleinen Mitmenschen. Um die Kinder anzuspornen, gestalteten die Betreuerinnen und Betreuer die vierwöchige Übung in Empathie und Achtsamkeit als kleinen Wettbewerb um den Wanderpokal samt wöchentlichem Punktestand. Die Siegergruppe gewann mit nur 36 gegenüber 63 Verfehlungen deutlich vor den Zweitplatzierten. Man erhofft sich anhaltende Wirkung für ein freundlicheres und sanfteres 2019.

Quelle:

Westfälische Nachrichten vom 24.12.2018:
https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/Ascheberg/3593994-Uebermittagsbetreuung-in-Herbern-BUH-Pokal-foerdert-freundlichen-Umgang

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Foto: www_slon_pics/pixabay

02/2019 | Kaesong: Gemeinsame Zeremonie von Nord- und Südkorea an Eisenbahnnetz

Die behutsame Annäherung von Nordkorea und Südkorea geht weiter. Beide Länder feierten am Bahnhof Panmun in der nordkoreanischen Stadt Kaesong die Grundsteinlegungszeremonie für die Modernisierung der Strecken im Norden. Die Veranstaltung hat eher symbolische Bedeutung, da die eigentlichen Arbeiten aufgrund der UN-Sanktionen gegen Nordkorea wegen seines Atomwaffenprogramms noch nicht ausgeführt werden können. Laut des südkoreanischen Fernsehens nahmen rund 200 Regierungsvertreter und Gäste aus Süd- und Nordkorea sowie Vertreter von Russland, China, der Mongolei und der Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik der Vereinten Nationen (UNESCAP) teil.

Quelle:

ntv vom 26.12.2018:
https://www.n-tv.de/politik/Korea-modernisiert-sein-Eisenbahnnetz-article20788152.html

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Foto:web-individualschule / Stefan Schejok

02/2019 | Bochum: Individualschule unterrichtet online in 1:1-Betreuung

Die web-individualschule aus Bochum kümmert sich als bislang einzige ihrer Art via Skype um Schülerinnen und Schüler, die aus verschiedensten Gründe eine Weile lang ihre reguläre Schule nicht besuchen können. Ob die Kinder nun wegen Krankheit, Mobbing oder speziellen Persönlichkeitsmerkmalen wie dem Asperger-Syndrom aus den Bahnen des konventionellen Betriebs geflogen sind – hier können sie in Ein-Lehrer-Ein-Schüler-Betreuung aus den eigenen vier Wänden heraus in Ruhe aufholen und sich neu finden. Die Schule ersetzt nicht die Schulpflicht, bereitet Krankgeschriebene oder zeitweise Schulpflichtbefreite aber handfest auf den Abschluss an Förder-, Haupt- oder Realschule vor.

Quellem:

Hannoversche Allgemeine vom 07.01.:
http://www.haz.de/Mehr/Familie/Aktuelles/Eine-einzigartige-Schule-in-Bochum-unterrichtet-nur-online

Web-Individualschule:
https://webindividualschule.de

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02/2019 | Indien: Erste Kontaktbörse für Homo-Ehen in Indien eröffnet

Die Studentin Urvi Shah betreibt in Indien die bislang einzige Partnervermittlung für schwule und lesbische Klienten. Ein offenes Ausleben gleichgeschlechtlicher Liebe gestaltet sich in dem Land, das bei heterosexuellen Beziehungen weiterhin die arrangierte Vernunftehe vorzieht, sehr schwierig. Erst im vergangenen September hob der Oberste Gerichtshof den seit 1860 geltenden Artikel 377 auf, der Homosexualität unter Strafe stellte. Eine gleichgeschlechtliche Ehe ist staatlicherseits weiterhin nicht vorgesehen, wird aber von einzelnen hinduistischen Priestern dennoch durchgeführt. Urvi Shah ließ ihre Partnerbörse namens Arranged Gay Marriage Bureau daher in Chicago registrieren. Die Deutsche Welle zitiert ihren Vater mit den Worten: „Ich bin über 50 und habe in meinem ganzen Leben noch keine Homosexuellen gesehen oder getroffen. Ich glaube nicht, dass es sie gibt.“

Quelle:

Deutsche Welle vom 20.12.2018:
https://www.dw.com/de/indiens-erste-single-b%C3%B6rse-f%C3%BCr-homo-ehen/a-46815906

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02/2019 | New York: Einwegplastik endgültig aus dem Big Apple verbannt

Bereits im Jahr 2013 wollte der Stadtrat von New York Verpackungen aus Einwegplastik und Polystyrol aus dem konsumistischen Stoffwechsel der Stadt verbannen – fünf Jahre und viele Kämpfe mit Lobbyisten später ist es nun soweit. Seit Beginn des Jahres ist das Gesetz bindend. Geschäfte und Gastronomie haben nun sechs Monate straffreie Karenzzeit, um die Umstellung auf umweltschonendere zu vollenden. Wer darüber hinaus Plastik anbietet, hat 250 Dollar Strafe zu entrichten. Der weltweite Feldzug gegen den Kunststoff, der seit einigen Monaten an Fahrt aufnimmt, brachte auch Barbados, Jamaika, Costa Rica und die Bahamas zu einem entsprechenden Verbot.

Quelle: MSN Nachrichten vom 07.01.:
https://www.msn.com/de-at/nachrichten/other/new-york-verbietet-verpackungen-aus-einwegplastik/ar-BBRUA6H

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Foto: jarmoluk/pixabay

02/2019 | Berlin: 30 Forscherinnen und Forscher geben Hoffnung für die Zukunft

Die Redaktion des zu Vice gehörigen Magazins Motherboard hat 30 weltweit agierende Forscherinnen und Forscher gefragt, was ihnen für die Zukunft Hoffnung macht. Unter den anregenden Antworten finden sich u.a. „der Aufstieg und die wachsende Macht des Weiblichen“ (Elaine Power, Queen's University Kanada), „die Wahrscheinlichkeit, dass die ganzen Experimente, die momentan zur Lösung gigantischer Probleme auf der Welt stattfinden, zu einem kollektiven Lernprozess führen“ (Bruce Bimber, University of California) oder eine „kommende Generation“, die von digitalen Technologien „weder verängstigt noch begeistert“ ist und einen ausgewogenen Umgang damit finden werde (Rasmus Nielsen, University of Oxford).

Quelle:

Motherboard vom 21.12.2018:
https://motherboard.vice.com/de/article/d3bjqv/30-forscherinnen-und-forscher-verraten-was-ihnen-hoffnung-fuer-die-zukunft-macht-prognose-2019

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Foto: Jai79/pixabay

02/2019 | Bielefeld: Fleischkonsum geht zugunsten von Qualität und Umwelt zurück

Der Fleischkonsum der Bundesbürger ist auf unter 60 Kilo pro Jahr und Kopf gesunken. Eine Umfrage des westfälischen Meinungsforschungsinstituts Kantar-Emnid im Auftrag von Greenpeace ergab die Bereitschaft von 89 Prozent der Befragten, für Fleisch aus artgerechter Haltung mehr zu bezahlen. 54 Prozent gaben an, im kommenden Jahr deutlich weniger Fleisch zu sich nehmen zu wollen, 62 Prozent bei den Frauen und 46 Prozent bei den Männern. Schülerinnen und Schüler gaben als Grund für mehr Verzicht vor allem die durch Massenproduktion von Fleisch verursachten Umwelt- und Klimaschäden an.

Quelle:

Klimareporter vom 06.01.:
https://www.klimareporter.de/landwirtschaft/die-fleischeslust-laesst-nach

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Foto: Pixabay

02/2019 | Marokko: Frauengruppen stützen traditionelle Arganöl-Produktion

Mit Rückenwind von der Kooperation Argand’Or und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützen Frauenkooperationen im Südwesten Marokkos rund 2.000 Arbeiterinnen bei der Herstellung von original gepresstem Arganöl. Die Frauen verwenden alte, traditionelle Methoden, die weit aufwändiger sind als die industrielle Herstellung, die den Familien auf dem Land die Grundlagen abgräbt. Die Produktion des traditionellen Öls hält somit nicht „nur“ ein kulinarisches Kulturgut am Leben, sondern fördert und erhält auch dörfliche und familiäre Strukturen.

Quelle:

Afrika! vom 07.01.:
https://afrikaportal.eu/so-retten-marokkos-frauen-die-traditionelle-herstellung-von-arganoel

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02/2019 Australien: Plastiktütenverbrauch in Rekordtempo zurückgegangen

In Australien ist der Verbrauch von Plastiktüten innerhalb von nur drei Monaten um ganze 80 Prozent gesunken. Diese verblüffend schnelle Entwicklung gelang zudem ohne zentrale staatliche Verbote oder Zwänge. Einzelne Bundesstaaten wie South Australia und Tasmanien verboten die Tüten lokal; Victoria wird 2019 nachziehen. In Western Australia und Queensland entschieden die Supermarktgiganten Woolworth und Coles von sich aus, die Tüten abzuschaffen – teilweise sogar gegen wütenden Protest der Kundschaft.

Quelle:
https://www.trendsderzukunft.de/15-milliarden-plastiktueten-in-nur-3-monaten-eingespart-australien-meints-ernst/

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02/2019 | Urbana: Forscher erhöhen Biomasseproduktion von Pflanzen

Ein Forschungsteam um den Molekularbiologen Paul South am Institut für Agrarkultur der Universität von Illinois/Urbana forscht daran, mittels Gentechnik die Effizienz der Photosynthese und somit die Produktion von verwertbarer Biomasse zu erhöhen. Bei der Umwandlung von Wasser und Kohlendioxid in besagte Biomasse durch die Sonne nimmt das Protein RuBisCO in satten 20 Prozent der Fälle Sauerstoff statt Kohlendioxid auf. Die daraus resultierenden, giftigen Stoffwechselprodukte muss die Pflanze dann durch Photorespiration abbauen, was ihr Wachstum dämpft. Die Modifikationen von South & Co. beschleunigen diesen Vorgang. In diesem Sinne Pflanzen resilienter in Hinblick auf Fehler bei der Photosynthese zu machen, sei vor allem angesichts des Klimawandels von Bedeutung.

Quellen:

Science vom 04.01.:
http://science.sciencemag.org/content/363/6422/eaat9077

Wissenschaft.de vom 03.01.:
https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/neuer-weg-zu-besseren-ernten/

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Foto: Pixabay

02/19 | Oyama: Japanisches Unternehmem recycelt PET-Flaschen vollständig

Dem japanischen Unternehmer Eiichi Furusawa ist es nach eigenen Angaben als einzigem Hersteller der Welt gelungen, PET-Flaschen zu hundert Prozent zu recyceln. In einem aufwändigen, mehrstufigen Reinigungsprozess verwandelt sich die angelieferte, gebrauchte Rohware nach und nach in klinisch saubere Pellets, aus denen neue Flaschen entstehen. Der 62-jährige, der in seiner Heimat lange als spinnerter Utopist galt, kauft seinen Rohstoff landesweit aus Supermärkten, 24-Stunden-Läden und der Gastronomie an. Sein Unternehmen Kyoei bedient damit als einzige Firma der Welt perfekt die Wiederverwertungspläne der Zukunft. Konzerne wie Coca Cola oder Danone wollen mittelfristig halb oder ganz auf Flaschen aus Recycling-PET umstellen.

Quelle:

NDR Info vom 20.12.2018:
https://www.ndr.de/nachrichten/Vollstaendig-recycelte-PET-Flaschen-aus-Japan,plastikrecycling100.html

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02/2019 | Chicago: Frau veröffentlichte 365 „Liebesbriefe“ in einem Jahr

Unter dem Motto #yearoflove verfasste die Veranstaltungsbeauftragte der DePaul-Universität von Chicago/Illinois, Jen Kramer, im vergangenen Jahr jeden Tag einen Brief an Familienmitglieder, Bekannte, Freunde oder Menschen, denen sie zufällig begegnet ist. Die Texte enthielten Worte der Wertschätzung und des Lobes für die Qualitäten der Adressaten und was sie Jen gegeben haben. Anlass für das Projekt war der Gedanke, Neujahrsvorsätze für eine positive Wirkung auf die Mitmenschen statt für mühselige Selbstoptimierung zu nutzen.

Quelle:

Good News Network vom 07.01.:
https://www.goodnewsnetwork.org/woman-fulfills-resolution-of-writing-love-letter-every-day-of-2018

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Foto: Fraunhofer IOSB

02/2019 | Karlsruhe: Mobiler Scanner erkennt Reifegrad von Lebensmitteln

Am Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) ist ein mobiler Scanner im Entstehen, der mittels Nahinfrarot (NIR) den Reifegrad und die Haltbarkeit eines Lebensmittels sowie dessen Inhaltsstoffe erkennen kann. Absorbierte Wellenlängen ergeben Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung der Ware. Das Gerät sendet die Daten an eine Datenbank, die dem zukünftigen Nutzer mittels einer App die Ergebnisse auswirft – und sogar Vorschläge für eine sinnvolle Verwendung nach Ablauf der Haltbarkeit macht. Der Scanner ist eine Gemeinschaftsproduktion des IOSB mit dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV), der TH Deggendorf und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, entwickelt im Rahmen des Bündnisses „Wir retten Lebensmittel“ vom Bayerischen Staatsministerium.

Quelle:

Ingenieur.de vom 07.01.:
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/messtechnik/mobiler-lebensmittel-scanner-fuer-handel-und-verbraucher

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02/2019 | Stuttgart: Professorin erforscht Bioraffinerien für Bauernhöfe

Die Chemikerin Prof. Andrea Kruse von der Universität Hohenheim in Stuttgart, Leiterin der Studiengänge „Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie“, hat die Vision, dass Landwirte direkt auf ihren Höfen aus pflanzlichen Rohstoffen Basischemikalien gewinnen. In einer lokalen Bioraffinerie würden Reststoffe wie Gras, Stroh oder Holz in ihre Bestandteile zerlegt und in neue, grundlegende, sogenannte Plattformchemikalien umgewandelt. Ende Oktober 2018 wurde eine entsprechende Testanlage auf dem Gelände der Versuchsstation der Universität Hohenheim in Betrieb genommen.

Quelle:

Bioökonomie.de:
https://biooekonomie.de/forscherprofil/eine-bioraffinerie-fuer-den-bauernhof

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02/2019 | Aachen: Kleiner E-Bus als Grundbaustein großer ÖPNV-Pläne

Das Unternehmen E.Go, das 2015 als Ausgründung der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen) entstand, hat einen kleinen E-Bus namens Mover entwickelt, der 15 Personen benzinfrei durch den Stadtverkehr lotsen kann. Derzeit ist er als per App zu bestellender Zubringer-Service gedacht, könnte aber der Grundbaustein für zukünftige Busflotten der Städte werden. Berlin und Hamburg beschlossen bereits 2016 eine Beschaffungsinitiative für E-Busse, die bedient werden möchte. In der Hauptstadt sollen ab 2020 keine neuen Fahrzeuge mehr angeschafft werden, die Schadstoffe ausstoßen. Bis 2030 soll die gesamte Busflotte elektrisch betrieben sein.

Quelle:

Reset vom 07.01.:
https://reset.org/blog/die-sache-kommt-ins-rollen-e-busse-nehmen-langsam-fahrt-01072019

E.go:
https://e-go-mobile.com

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02/2019 | Berlin: bessere Versorgung mit Ladestationen für E-Autos

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verkündet, dass bereits 16.100 öffentliche und teilöffentliche Ladepunkte für Elektroautos existieren, zwölf Prozent davon Schnellladestationen. Bei bislang 160.000 in Betrieb befindlichen Hybrid- und E-Wagen kommt somit eine Station auf zehn Fahrzeuge. Die reale Ausstattung sei sogar besser, als ein Expertengremium der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) es mit zwölfeinhalb Säulen pro Fahrzeug empfiehlt. Allein seit Ende Juli 2018 sind 2.600 Stationen hinzugekommen.

Quelle:

Süddeutsche vom 29.12.2018:
https://www.sueddeutsche.de/auto/elektroauto-ladestationen-deutschland-1.4268353

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Foto: Fotolia / Ahavelaar

01/2019 | Großbritannien: In der Tierzucht geht der Antibiotikagebrauch zurück

Die „Allianz für einen verantwortungsbewussten Gebrauch von Medizin in der Landwirtschaft“ (Ruma) ist kein Hippieverein, sondern ein knallharter Player in der Agrarindustrie, dem alle großen Landwirtschaftsverbände des Landes an sowie der Veterinär­Verband British Veterinary Association (BVA) angehören. Gerade drum ist ihnen allerdings daran gelegen, den gedankenlosen Gebrauch von zu viel Antibiotika in der konventionellen Landwirtschaft zu reduzieren. 2014 förderte der ehemalige Premierminister David Cameron dieses Anliegen und zahlte für eine große Studie, welche die immensen Gefahren von durch zu viele Antibiotika in der Fleischproduktion hervorgerufene Resistenzen belegte. Ohne gesetzliche Zwänge gelang es der Ruma, bei den Bauern einen mentalen Paradigmenwechsel einzuleiten. Von 2014 bis 2017 ist der Verbrauch von Antibiotika von 65 auf 45 Milligramm pro Kilo Fleisch gefallen.

Quellen:

Enorm Magazin:
https://enorm-magazin.de/goodbye-antibiotika

Ruma:
https://www.ruma.org.uk/

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01/2019 | Hamburg: Durchbruch der dezentralen Ökostrom-Erzeugung, mit Blockchain-Algorithmus

Das Hamburger Start-up Enyway hat den Grundstein für einen neuen Ansatz in Produktion und Konsum erneuerbarer Energien gelegt. Unter dem Motto „Nachhaltig und konzernfrei“ pachten Stromkunden Parzellen aus Solarfreiflächenanlagen in der Größe "Pizzakarton" oder "Tischtennisplatte", deren Bau diesen November begonnen hat. Die Kunden beziehen mittels eines Blockchain-Algorithmus für den Eigenverbrauch tatsächlich exakt den Strom aus ihrer Parzelle und bekommen den restlichen Energiebedarf für ihren Haushalt zum Einkaufspreis hinzu. Die Firma verdient nur an der kleinen Marge der Parzellen sowie an der Grundgebühr. Das Modell hat das Potenzial, die klassische Ökostromsubventionierung überflüssig zu machen und den Kartellen der Energieriesen eine kleinteilige und erschwingliche Plattform-Ökonomie entgegenzusetzen.

Quellen:

Spiegel vom 08.11.:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/energiewende-hamburger-firma-will-oekostromfoerderung-ueberfluessig-machen-a-1237188.html

Enyway:
https://www.enyway.com/de

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Foto: Jan Black / Wikipedia Creative Commons

01/2019 | Villiers-en-Bois (Frankreich): Albatrosse spüren als Aufklärer illegale Fischer auf

Das französische Forschungszentrum Centre d'Etudes Biologiques de Chizé (CEBC) stattet in einem Modellversuch Albatrosse mit Sendern aus, welche die Radarsignatur von Schiffen erkennen können. Die natürliche Flugspionage soll die illegale Fischerei eindämmen, die etwa in Frankreichs Gebieten des Südpolarmeers praktiziert wird. Laut Greenpeace von bis zu 1.200 Schiffen, die für Auftraggeber in Japan, China oder Europa unregistriert unterwegs sind. Ihre langen Leinen versammeln tausende Haken auf einer Länge von bis zu 130 Kilometern, an denen sich die Albatrosse selbst häufig die Kehle aufreißen. Ihre Tätigkeit als Luftaufklärung schützt somit auch mittelfristig die eigene Spezies.

Quellen:

taz vom 18.11.:
http://taz.de/Albatrosse-ueberwachen-Piratenfischfang/!5551624/

NZZ vom 02.11.:
https://www.nzz.ch/panorama/albatrosse-im-einsatz-gegen-illegalen-fischfang-ld.1432961

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01/2019 | Paris: Bildung in Deutschland – UNESCO lobt deren integrative Wirkung

In ihrem Weltbildungsbericht 2019 zu Migration, Flucht und Bildung mit dem Titel „Brücken bauen statt Mauern“ stellt die UNESCO den deutschen Integrationsanstrengungen ein gutes Zeugnis aus. Der Bericht lobt besonders die Sprachförderung in den Kitas. Deutschland investiert allein in diesem Bereich von 2016 bis 2020 zusätzliche 800 Millionen. Unbegleitete Minderjährige unter den Zuwanderern würden allerdings im Schulbetriebnoch zu häufig in separaten Klassen unterrichtet, bei den über 16-Jährigen sogar rund 85 Prozent. Mehr Bemühungen zum „gemeinsamen Lernen“ müsse hier laut Manos Antoninis, dem Direktor des Weltbildungsberichts, die kommende Aufgabe sein. Bis 2030 möchte die UNESCO allen Menschen auf der Erde „inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung“ ermöglicht wissen.

Quellen:

Süddeutsche Zeitung vom 20.11.:
https://www.sueddeutsche.de/bildung/unesco-weltbildungsbericht-schule-deutschland-1.4218099

UNESCO:
https://www.unesco.de/bildung/bildungsagenda-2030/unesco-weltbildungsbericht/unesco-weltbildungsbericht-2019-zu-flucht-0

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01/2019 | Taisersdorf: Mitfahrbänke machen das Trampen zur Alltagsgewohnheit

Die kleine Ortschaft Taisersdorf in der Nähe des Bodensees hat bunte Bänke aufgestellt, auf denen jeder Platz nehmen kann, der in eine bestimmte Richtung mitgenommen werden möchte. Das stets leicht übergriffige Anquatschen und klassische Daumenschwenken am Straßenrand wird dadurch obsolet. Autofahrer wie Wartende wissen beide sofort, woran sie sind, und das Mitnehmen der meist ortsbekannten Senioren oder Jugendlichen ohne eigenes Fahrzeug in der ÖPNV-armen Provinz wird so schnell zur Gewohnheit. Ob das Konzept auch in Ortschaften von mehr als ein paar hundert Einwohnern aufgehen kann, könnte die Zukunft zeigen.

Quelle:

Trends der Zukunft vom 18.11.:
https://www.trendsderzukunft.de/mehr-mobilitaet-auf-dem-land-mitfahrbaenke-kommen-vielerorts-in-mode

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Foto: Pixabay / musthaqsms

01/2019 | Mathura (Indien): Erste Klinik für misshandelte Elefanten eröffnet

Die Tiere, die in dem wichtigen hinduistischen Wallfahrtsort des Bundesstaats Uttar Pradesh behandelt werden, stammen allesamt aus dem vorherigen Gebrauch als Zirkusattraktion, Reittier für Touristen oder Begleitung für Tempelzeremonien. Bei all diesen Anlässen sei in Indien Quälerei an der Tagesordnung, sagt die Tierschützerin und Krankenhausgründerin Geeta Seshamani. Viele ihrer Patienten leiden unter Geschwüren und Gelenkproblemen, sind taub oder blind. Nach der Behandlung in der modern eingerichteten Klinik kommen die Tiere in ein Schutzreservat.

Quelle:

Blick:
https://www.blick.ch/news/ausland/in-indien-werden-sie-gepflegt-erstes-krankenhaus-fuer-elefanten-eroeffnet-id15026244.html

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Foto: Fotolia / andreas160578

01/2019 | Bonn: Erneuerbare Energien erstmals höhere Kapazität als konventionelle Kraftwerke

Das erste Mal in der Geschichte haben die Anlagen ökologischer Energieerzeugung eine höhere Stromkapazität als die konventionellen Kraftwerke. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht des Bundeskartellamts und der Bundesnetzagentur hervor. 2017 besiegten die Erneuerbaren die Konventionellen mit 112,5 zu 105,1 Gigawatt. Allerdings teilen sich Windräder und Solaranlagen eine Eigenschaft mit Profifußballern – sie können ihr Potential nicht vollständig abrufen. Bis zur Erfindung und Einrichtung zuverlässiger Stromspeichertechnologien bleiben sie von Wind und Wetter abhängig. In der tatsächlichen Stromerzeugung liegen die Konventionellen daher noch mit rund 2/3 der gesamten Produktion vorn.

Quellen:

FAZ vom 28.11.:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/oekoenergie-jetzt-mit-mehr-kapazitaet-als-konventionelle-15914134.html

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Foto: Pixabay / MemoryCatcher

01/2019 | Paris: Aids-Bekämpfung – ab Dezember gibt’s Kondome auf Rezept

Das Wortspiel ist unvermeidlich: Bald gibt’s für die Franzosen Pariser gratis. Die Bürger können sich die Kondome vom Arzt oder einer Hebamme verschreiben lassen. Ein preisgünstiger Hersteller erhält für eines seiner Modelle das Monopol für die Apothekenware. Laut Gesundheitsministerin Agnès Buzyn diene die Maßnahme dazu, zu unterstreichen, dass Kondome nicht bloß „ein Sexspielzeug“ sind, das als Kür zum Einsatz komme, sondern ein „unerlässliches Mittel zur Prävention“. Im Vergleich zu Deutschland infizierten sich in Frankreich mit rund 6.000 Personen mehr als doppelt so viele jährlich neu an HIV.

Quelle:

Spiegel vom 27.11.:
http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/frankreich-fuehrt-gratis-kondome-ein-a-1240697.html

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01/2019 | Kenia: Neue Form von Microcredit – Geldsammeln in befreundeten Gruppen

Das JournAfrica! berichtet von einer alltäglichen Lebenskultur in Kenia, an der man sich im oft segregierten und einzelgängerischen Europa der menschlichen Elementarteilchen ein Beispiel nehmen darf. Menschen aller Altersklassen und Interessen tun sich in so genannten Chamas zusammen. Gruppe von Einzelpersonen, die gezielt Geld zusammenlegen, um gemeinsam Investitionen aller Art zu tätigen – von der kleinen Feier bis zur echten Anlage in ein Stück Land oder ein Geschäftsmodell. Die Gruppen bieten ihren Mitgliedern aber nicht nur Hilfe beim konstruktiven Umgang mit Geld, sondern auch Freundschaft und soziale Absicherung. Zurzeit sind in den Chamas rund 3,4 Milliarden Dollar auf 300.000 Gruppen verteilt.

Quelle:

JournAfrica! vom 03.11.:
http://magazin.journafrica.de/chamas-kenia-investment-sparen-45404

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01/2019 | Darmstadt: Teilchenbeschleuniger als Mikrochip bekämpfen Tumore im Körper

Teilchenbeschleuniger dienen nicht nur der Grundlagenforschung wie der berühmte Gigant des schweizerischen CERN – sie kommen auch ganz praktisch und kleiner in der Industrie sowie der Medizin im Einsatz, etwa in der Strahlentherapie. Elektrotechniker an der TU Darmstadt haben nun ein theoretisches Konzept für einen Teilchenbeschleuniger in der Größe eines Mikrochips ausgearbeitet. Ein internationales Konsortium will aus der Theorie Praxis werden lassen. Sollte der Bau des Mini-Beschleunigers gelingen, ließe sich aus ihm zum Beispiel ein Beschleuniger-Endoskop entwickeln, das Tumore aus dem Inneren des Körpers mit Elektronen bestrahlt, was in der Therapie bedeutend weniger Nebenwirkungen hätte.

Quelle:

Ingenieur.de vom 26.11.:
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/mikroelektronik/teilchenbeschleuniger-auf-einem-mikrochip/

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Foto: Pixabay / JerzyGorecki

01/2019 | Holzhausen: Allmende-Verein bewirtschaftet gemeinsam Ernte und Wälder

Schon sehr bald machen die Mitglieder des Vereins Allmende Holzhausen in einer speziellen Küche die Überschüsse aus der Ernte ein und bewahren somit alte gemeinschaftliche Traditionen und wertvolle Ressourcen. Auch ein gemeinsam genutzter Genossenschaftswald knüpft an die alten Werte des Teilens an. Das Brennholz, das aus ihm gewonnen werden kann, wird vom ganzen Dorf genutzt. Heutiges Ziel des Allmende-Vereins ist es, lokale Netzwerke und Kreisläufe zu stärken. Die Einmachküche entsteht mit Hilfe des Bundesprogramms „Kurze Wege für den Klimaschutz“.

Quellen:

Klimareporter vom 24.11.:
https://www.klimareporter.de/gesellschaft/das-wiederaufleben-der-allmende

Kurze Wege für den Klimaschutz:
https://www.bmu.de/publikation/kurze-wege-fuer-den-klimaschutz/

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Foto: Fotolia/MH

01/2019 | Gyumri (Armenien): Technologiecenter schult Fachkräfte unter Leitung einer 24-Jährigen

Eine der produktivsten Ausbildungsstätten für angehende IT-Fachkräfte steht in Armenien. Am Gyumri Technology Centres (GTC) erlernen junge Menschen die Fertigkeiten, die sie brauchen, um eine der derzeit 12.000 offenen Stellen der Branche im Land besetzen zu können. Geleitet wird das Institut von der erst 24-jährigen Bella Harutyunyan. Sie hat in den USA studiert und kam aus Überzeugung in ihr Heimatland zurück, um vor Ort zur Entwicklung beizutragen. Das GTC entstand 2015 durch die armenische Regierung mit Hilfe der Weltbank.

Quellen:

Deutschlandfunk vom 27.11.:
https://www.deutschlandfunk.de/armenien-im-aufbruch-2-5-apps-fuer-die-welt.795.de.html?dram:article_id=433854

Gyumri Technology Centres:
http://gtc.am/

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01/2019 | Sepintun (Sumatra): Ureinwohner erhalten 2.000 Hektar Wald und Land zurück

Nach harten Verhandlungen hat die Organisation Feri Irawan, unterstützt von Rettet den Regenwald e.V., die offizielle Zueignung von 2.000 Hektar Land und Wald an die indigenen Ureinwohner von Suku Anak Dalam erwirkt. Das Gebiet in der Provinz Jambi darf fortan nicht mehr gerodet werden, und auch die dort ansässigen Elefanten sind somit geschützt. Die Ureinwohner behandeln ihr Ökosystem pfleglicher und nutzen es, ohne es zu zerstören. Allein der riesige „Bienenbaum“ liefert über die Behausung mehrerer Bienenvölker Unmengen an Honig. Bei kleineren Rodungen von der Hand der Indigenen bleibt diese Baumgattung etwa immer unangetastet.

Quelle:

Rettet den Regenwald vom 07.11.:
https://www.regenwald.org/erfolge/9122/der-elefanten-wald-auf-sumatra-ist-endlich-geschuetzt

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Foto: RenewDrive

01/2019 | Lagos (Nigeria): Solar-Eco-Box in der Subsahara hält Ernte der Bauern länger haltbar

Viele Bauern im enorm heißen Subsahara-Afrika verlieren große Teile ihrer Ernte, da dichte und kühle Lagerräume in großen Mengen Mangelware sind. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gehen rund 37 Prozent der Nahrungsmittel in Subsahara-Afrika auf dem Weg zwischen Produktion und Konsumenten verloren. Das nigerianische Unternehmen RenewDrive hat daher einen solarbetriebenen Lagerkasten namens Ecotutu entwickelt, der zum Kühlen und Haltbarmachen der Früchte nur mit Feuchtigkeit statt mit energieintensiver Kühlung arbeitet.

Quellen:

Reset vom 27.11.:
https://reset.org/blog/die-ecobox-soll-lebensmittel-laenger-haltbar-machen-feuchtigkeit-und-solarenergie-11272018

RenewDrive:
https://renewdrive.com/

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01/2019 | Müncheberg: Leibniz-Zentrum belegt – Umland könnte Berlin in Bio-Qualität versorgen

Ingo Zasada vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf) hat gemeinsam mit Forschern aus Großbritannien, Italien und den Niederlanden untersucht, ob sich die Metropolen London, Mailand, Rotterdam und Berlin auch ohne Importe aus aller Welt selbst versorgen könnten – allein durch regionale Nahrungsproduktion im Umland. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass dies in Berlin durchaus möglich wäre, sogar in Bio-Qualität. Zwar seien die Böden Brandenburgs recht mager, dafür ist das Land sehr agrar geprägt und wenig besiedelt.

Quellen:

Berliner Zeitung vom 30.04.:
https://www.berliner-zeitung.de/wissen/ernaehrung-berlin-koennte-ueberwiegend-mit-regionalen-lebensmitteln-versorgt-werden-30093900

Zalf:
http://www.zalf.de/de/Seiten/ZALF.aspx

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01/2019 | USA/China: Pflaster mit Mikronadeln heilt nach Herz-Operation schneller

Eine gemeinsame Forschergruppe von amerikanischen und chinesischen Universitäten hat ein neue Methode für eine bessere Herzregeneration nach einem akuten Herzinfarkt entwickelt. Die Kardiologen und Bio-Ingenieure aus Zhengzhou, North Carolina, Shijiazhuang und Los Angeles entwarfen ein Pflaster mit Mikronadeln, die Stammzellen des Bindegewebes des Herzens besser an ihren Zielort bringen als sämtliche bisher bekannten Methoden. Laut des Fachberichts der Mediziner in der Zeitschrift Science erzeugt die Methode „Kanäle“ zwischen dem empfangenden Herzmuskel und den therapeutischen Zellen. Erste Studien zu der Methode zeitigten vielversprechende Ergebnisse.

Quelle:

Science Advances vom 28.11.:
http://advances.sciencemag.org/content/4/11/eaat9365

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Foto: Fotolia / pure-life-pictures

01/2019 | Berlin: Initiative sagt Flyern und Prospekten den Kampf an: Keine Werbung!

Die Initiative „Letzte Werbung“ startet in ihren eigenen Worten „die größte Umweltbewegung Deutschlands“. Sie schicken 33,7 Millionen Haushalten einen „Keine Werbung“-Aufkleber in der Hoffnung, dass dieser zum Einsatz kommt. Die Sticker sind rechtlich bindend. Wer ihn auf dem Briefkasten kleben hat und trotzdem Werbung erhält, kann gegen die werbende Firma vorgehen. Klebten alle 33,7 Millionen Haushalte den Sticker auf, sparte das 1,11 Mrd. Kilo Papier im Jahr, „25 mal so viel, als wenn es plötzlich keine Kaffeebecher mehr geben würde“.

Quelle:

Letzte Werbung:
https://www.letzte-werbung.de/

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Foto: Björn Wickman & Adam Arvidsson, Chalmers University of Technology

01/2019 | Göteborg: Neue Technik filtert unsichtbares Quecksilber aus dem Wasser

Björn Wickman, Professor für chemische Physik an der Technischen Universität Chalmers in Göteborg, hat gemeinsam mit seinem Team eine Methode entwickelt, um Quecksilber aus dem Wasser zu fischen. Eine Elektrode mit Platinanteil zieht die Quecksilber-Ionen wie ein Magnet an und entfernt sie aus dem Wasser. Verseuchungen mit Quecksilber sind ebenso schädlich wie unfassbar fein, weshalb bisher noch niemand eine Lösung gefunden hatte. Wickmans Technik soll u.a. in der chemischen Industrie und im Bergbau zum Einsatz kommen.

Quellen:

Trends der Zukunft vom 22.11.:
https://www.trendsderzukunft.de/quecksilber-neue-methode-reinigt-wasser-von-giftigem-schwermetall/

Universität Chalmers:
https://www.chalmers.se/en/departments/physics/news/Pages/Removing-toxic-mercury-from-contaminated-water-.aspx

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01/2019 | Massachusetts: Star Trek lebt – Erstes Fluggerät von Ionenwind angetrieben

Es klingt wie Science Fiction, ist aber Science. Wissenschaftler um Steven Barrett vom Department of Aeronautics and Astronautics des MIT haben den Prototyp eines Fluggeräts konstruiert, das anstelle eines Antriebs durch Propeller oder Turbine mittels eines geräuschlosen „Ionenwinds“ aus geladenen Teilchen fliegt. Das Modell ist 2,5 Kilo leicht und hat fünf Meter Spannweite, könnte aber den Grundstein für eine Zukunft mit leiser und abgasfreier Luftfahrt legen. Die Inspiration für den Ionenantrieb war laut Barrett allerdings tatsächlich Fiction – die Shuttles von „Star Trek“ hatten es ihm seit der Kindheit angetan.

Quelle:

Der Standard vom 21.11.:
https://derstandard.at/2000091937425/Der-erste-Flug-eines-Ionen-Flugzeugs

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01/2019 | Saarbrücken: Mobiler Speicher für industrielle Abwärme – pro Container bis 16 MWh

Laut Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH ließen sich allein bei der industriellen Abwärme in Deutschland rund 125 Terawattstunden (TWh) einsparen, die derzeit noch ungenutzt verpuffen. Martin Schichtel hat mit seiner Firma Nebuma einen Speicher von der Größe eines mobilen Containers entwickelt, der solche industrielle Abwärme aufnehmen, festhalten und woanders hinbringen kann. Der Block speichert 16 Megawattstunden (MWh) und könnte ein Einfamilienhaus ein Jahr lang mit Wärme versorgen. Anders als bisherige Hochtemperaturspeicher kann er Abwärme von Temperaturen über 1.000 Grad aufnehmen.

Quellen:

Edison vom 23.11.:
https://edison.handelsblatt.com/erleben/waermespeicher-aus-recycling-kugeln/23626654.html

Nebuma:
https://www.nebublock.com/

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Fotolia / Stefano Grau

01/2019 | Hamburg: Zahnmediziner bekämpfen Paradontitis mit Mikroben in der Mundflora

Grund für die Parodontitis ist eine schlechte Mundflora, verursacht durch ein „Umkippen“ der Bakterien von einem Übergewicht der Guten zu einer Dominanz der Bösen. Thomas Beikler vom Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf forscht daher an einem Mikrobiom, dessen Einbringung in die Mundflora die Heilung ermöglichen könnte. Bei Hunden war die Ansiedlung guter Bakterien zur Bekämpfung der schlechten bereits erfolgreich. Für Menschen müsste man bei entsprechenden Ergebnissen noch eine Trägerlösung oder ein entsprechendes Functional Food finden.

Quelle:

Deutschlandfunk vom 22.11.:
https://www.deutschlandfunk.de/kampf-gegen-parodontitis-transplantierte-mikroben-sorgen.676.de.html?dram:article_id=433912

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Pixabay / Tresdetres

01/2019 | Dorasan (Südkorea): Wieder von Süd- nach Nordkorea – auf 2.600 km Eisenbahnstrecke

Nach zehn Jahren gespenstischer Stille auf den Gleisen hat das erste Mal wieder ein Zug die Grenze zwischen Südkorea und Nordkorea passiert. Er enthält Personal aus beiden Ländern, das rund 2.600 Kilometer Strecke gemeinsam auf ihren Zustand hin analysiert. Die Gleise sollen in den kommenden fünf Jahren für rund 57 Millionen Dollar renoviert werden. Nach einem Votum im UN-Sicherheitsrat ist das Projekt von den weiterhin für Nordkorea geltenden Sanktionen ausgenommen. Der Zug trug ein Transparant mit der Aufschrift: „Das eiserne Pferd fährt nun in die Ära des Friedens und des Wohlstands“.

Quelle:

Deutsche Welle vom 30.11.:
https://www.dw.com/de/zug-passiert-innerkoreanische-grenze/a-46516151

 

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01/2019 | Stockholm: Öffentliche Werbe-Displays schalten um und bieten Obdachlosen Hilfe

Sobald im kommenden Winter die Temperaturen in einen gefährlich tiefen Bereich fallen, zeigen die digitalen Werbetafeln in der City von Stockholm keine Anzeigen für Konsum mehr an, sondern Informationen, die den Obdachlosen der Stadt den Weg zur nächsten warmen Einrichtung weisen. Die für die Displays zuständige Agentur Clear Channel hat die Programmierung entsprechend vorgenommen. Sie wird besonders häufig dort zum Einsatz kommen, wo sich die meisten wohnungslosen Menschen aufhalten.

Quellen:

Good News Network vom 30.11.:
https://www.goodnewsnetwork.org/city-replaces-digital-advertisements-with-directions-to-homeless-shelters/

Mitti vom 30.11.:
https://mitti.se/nyheter/reklamskyltarna-hemlosa-varmen/?omrade=hela-stockholm

 

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01/2019 | Aschaffenburg: Für 285.000 € über 2 Jahre kostenloser ÖPNV an allen Samstagen

Im unterfränkischen Aschaffenburg fahren die Menschen ab sofort kostenlos mit Bus und Bahn – an jedem Samstag. Der Modellversuch gilt für zwei Jahre und kostet die Stadt geschätzte 285.000 Euro pro Jahr, die aus dem städtischen Haushalt beglichen werden. Die Aktion soll die Luft verbessern und mehr Menschen an die Fahrt mit Bus und Bahn gewöhnen, auf dass sie den ÖPNV auch an anderen Tagen sowie nach Ablauf des Projektes nutzen. Ferner möchte die Stadt damit die Gastronomie, den Einzelhandel und die Kultureinrichtungen der Stadt fördern. Aschaffenburg setzt damit einen bundesweit anwachsenden Trend fort. In Tübingen ist der ÖPNV am Samstag bereits kostenlos, in Rostock müssen Schüler grundsätzlich nichts zahlen.

Quelle:

Spiegel vom 22.11.:
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/aschaffenburg-kostenloser-nahverkehr-an-samstagen-eingefuehrt-a-1239602.html

 

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01/2019 | Formoso do Araguaia (Brasilien): Brasilianische Schule zum besten Gebäude der Welt gewählt

Das Internat „ChildrenVillage“ ist mit dem Riba International Prize für das beste Gebäude der Welt ausgezeichnet worden. Die Architekten Gustavo Utrabo und Petro Duschenes (Aleph Zero) sowie Marcelo Rosenbaum und Adriana Benguela (Rosenbaum) entwickelten das Projekt ganz eng an den zuvor erforschten Bedürfnissen der Kinder, die dort lernen und leben sollen. Die Anlage mit Sechserzimmern in Lehmziegelbauten rund um Innenhöfe sowie luftige Gemeinschaftsbereiche samt

Leseecken und Balkone mit Hängematten schafft laut Erschaffern und Preisverleihern „eine tiefe Verbindung zwischen jungen Menschen und ihrer Umwelt“.

Quelle:

Spiegel vom 21.11.:
http://www.spiegel.de/stil/riba-international-prize-2018-das-beste-gebaeude-der-welt-ist-eine-schule-a-1239578.html

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Foto: Fraunhofer IGB Stuttgart

01/2019 | Stuttgart: Schimmelpilze ersetzen Kunststoff – Waschmittel, Kosmetik, Pharmaprodukte…

Das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) in Stuttgart arbeitet an Verfahren, Schimmelpilze wie Aspergillus, Hefepilze oder Braunpilze zu nutzen, um durch sie auf natürliche Weise CO2-neutral Chemikalien zu produzieren. Beispiele wären etwa Apfelsäure und Biotenside für Kunststoffe, Waschmittel, Emulgatoren, die Kosmetik oder die Pharmazie. Auf diese Weise hergestellte Chemikalien können erdölbasierte Grundstoffe ersetzen und somit massiv Ressourcen schonen. Die gelungenen Versuche im Labor sollen nun im großen Maßstab in der

Lignozellulose-Bioraffinerie-Pilotanlage des Fraunhofer-Zentrums für Chemisch-Biotechnologische ProzesseCBP in Leuna umgesetzt werden.

Quelle:

Bioökonomie vom 15.11.:
https://biooekonomie.de/nachrichten/pilze-als-kunststofffabriken

 

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Foto: Wikipedia Creative Commons

01/2019 | Münster: Fraunhofer-Institut will aus Löwenzahn Autoreifen möglich machen

Am Münsteraner Fraunhofer-Institut arbeiten Forscher an der Produktion eines Kautschuks aus den Wurzeln des russischen Löwenzahns. Bislang wird Kautschuk vor allem für den immensen Bedarf der Reifenherstellung aus dem entsprechenden Kautschukbaum gewonnen, für den in den Subtropen große Mengen Regenwald gerodet werden, um Plantagen anzupflanzen. Die Forschung in Münster wird entscheidend mitfinanziert vom Reifenhersteller Continental. Weitere Förderer sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern. Das Unternehmen Eskusa züchtet die bislang als Unkraut missachtete Pflanze um, um den Kautschukgehalt der Wurzeln zu verdoppeln – ohne den Einsatz von Gentechnik.

Quelle:

Edison vom 21.11.:
https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/continental-arbeitet-an-reifen-aus-pusteblumen/23654370.html

 

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01/2019 | Karlsruhe: Bionische Methode kann die Wirkung von Solarzellen um das Dreifache verbessern

Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben eine Möglichkeit gefunden, die Ausbeute von Solarzellen um bis zu 200 Prozent zu verbessern. Vorbild war ihnen der Schmetterling Pachlioptaaristolochiae (Gewöhnliche Rose), dessen extrem schwarze Flügel die Sonnenstrahlen nahezu komplett absorbieren. Das gelingt ihnen durch eine Nanostruktur winziger Löcher mit Durchmessern von einigen Millionstel Millimetern. Diese Lochstruktur übertragen die Forscher auf eine Dünnschichtsolarzelle, wodurch die Absorptionsrate bei senkrechtem Lichteinfall um 97 und bei anderen Winkeln um mehr als 200 Prozent steigt. Für ihre Arbeit erhielten sie den Bionic Award des VDI.

Quellen:

Ingenieur.de vom 21.11.:
https://www.ingenieur.de/technik/forschung/schmetterlingsfluegel-verbessert-solarzellen

VDIBionic Award:
https://www.vdi.eu/index.php?id=57343

 

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01/2019 | Hamburg: Tesla-Chef will Schallgeschwindigkeit mit Hyperloop erzielen

Wenn es auf der Welt einen Menschen gibt, für den das Motto „Think Big!“ erfunden wurde, dann Tesla-Chef ElonMusk. Seine Firma Hyperloop hat seit 2013 ein System für Rohrpost in großen Dimensionen entworfen, in dem Transportkapseln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1.200 km/h durch ein Vakuum huschen. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) will dieses System in Zukunft nutzen, um Container mit Schallgeschwindigkeit zur Verladung ins Umland zu schießen. Abertausende von Lastern müssten dann nicht mehr in den Hafen fahren. Baubeginn des futuristischen Systems soll bereits in zwei bis drei Jahren sein. Betrieben wird der Hyperloop solar. Auch Personentransport soll damit in der Zukunft möglich sein und könnte den innerländischen Flugverkehr entlasten.

Quellen:

Spiegel vom 15.11.:
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/hamburg-hyperloop-von-elon-musk-im-hafen-geplant-a-1238545.html

Hyperloop:
https://hyperloop-one.com

Foto: Cigdem Özdemir, Pressestelle, Kunsthochschule Kassel


12/2018 | Massachusetts: Neues Baumaterial zieht Kohlendioxid aus der Luft

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vermeldet, dass bereits 250 Kommunen bundesweit bei der Landwirtschaft komplett auf den Einsatz von Glyphosat sowie teilweise auf den Einsatz sämtlicher Pestizide verzichten. Die besagten Gemeinden halten ihre öffentlichen Flächen stattdessen unter Verwendung von Hitze, Schaum, Dampf oder mechanischen Verfahren wie speziellen Kehrmaschinen oder Mähgeräten frei. Zu dem vom BUND auch mittels einer speziellen Broschüre geförderten Umdenken gehört außerdem, ein Umdenken in Sachen sogenannten Unkrauts zu fördern und den ein oder anderen Wildwuchs auch zugunsten der Biodiversität zuzulassen.

Quellen:

Golem.de vom 12.10.2018:
https://www.golem.de/news/materialforschung-neues-material-heilt-sich-selbst-mit-kohlendioxid-1810-137092.html

Advanced Materials vom 09.10.2018:
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/adma.201804037

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12/2018 | Deutschland: Schon 250 Kommunen arbeiten pestizidfrei

In Leipzig arbeitet Deutschlands erster und einziger Fußverkehrverantwortlicher. Der 28 Jahre junge Friedemann Goerl sitzt bei den Planungen neuer Straßen am Tisch und beurteilt die Pläne aus der Sicht des Fußverkehrs. Dieser wird ansonsten bei der Stadtplanung oft sträflich vernachlässigt. Mit Goerls Hilfe möchte Leipzig die „Stadt der kurzen Wege werden“ und es attraktiver machen, das Auto wenigstens für die Kurzfahrten stehen zu lassen. Wie die Studie „Mobilität in Deutschland“ zeigt, ist der Anteil der zu Fuß absolvierten Wege im Vergleich zu 2008 leicht gesunken. Goerl träumt davon, das Laufen mit der Zeit erfolgreich als cool und alternativ zu reframen, wie es mit dem Fahrradfahren bereits gelungen ist.

Quellen:

BUND:
https://www.bund.net/umweltgifte/pestizide/pestizidfreie- kommune

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Foto: Uridu

12/2018 | Uganda: Bildung und Empowerment aus dem MP3-Player

Zu den für uns alltäglichen Dingen, die auf dem afrikanischen Kontinent alles andere als selbstverständlich sind, gehört der stete Zugriff auf Bildung und Informationen. Die von Felicitas und Marcel Heyne gegründete Organisation „Uridu“ (arabisch für: „Ich will“) stellt den Zugang zu handfesten und lebenswichtigen Inhalten mittels solarbetriebener MP3-Player sicher. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen werden die Geräte mit elementaren Zusammenhängen in Sachen Gesundheit, Hygiene, Ernährung, Kinderpflege oder Möglichkeiten, selbständig Geld zu verdienen, besprochen. Frauengruppen in Uganda, Tansania, dem Kongo oder dem marokkanischen Atlasgebirge profitieren bereits von dieser mobilen Aufklärung. Nepal, Paraguay und Ruanda sollen folgen.

Quellen:

Deutsche Welle vom 12.10.:
https://www.dw.com/de/uganda-smarter-weg-aus- der-armut/a-45866571

Uridu:
https://www.uridu.de

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12/2018 | Kapstadt: Pläne für eine lokale Impfstoffproduktion

Die African Vaccine Manufacturing Initiative (AVMI) möchte den afrikanischen Kontinent langfristig vom Import von Impfstoffen unabhängig machen. Bislang müssen die Länder den Löwenanteil aller Impfstoffe aus dem Ausland bestellen, was etwa bei plötzlichen Gelbfieberausbrüchen einfach zu lange dauere, wie William Ampofo, Chef der Initiative, erklärt. Angestrebt wird eine lokale Produktion. Gespräche mit westlichen Pharmakonzernen wie Merck laufen. Im April fand auf Initiative des Entwicklungsministeriums und des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) ein erster ostafrikanischer „Impfgipfel“ statt. Besonders arme Länder bekommen mittels der internationalen Impfallianz GAVI die Medikamente zu Niedrigpreisen. Steigt der Wohlstand eines Landes, sind höhere Preise fällig. Ein Produktion vor Ort wäre zunächst teuer, schüfe aber Arbeitsplätze, fördere den Technologietransfer und hole „einheimische Experten aus dem Ausland zurück“, so Ampofo.

Quellen:

Deutsche Welle vom 02.11.:
https://www.dw.com/de/afrika-will- selber-impfstoffe-herstellen/a-46134873

African Vaccine Manufacturing Initiative:
http://www.avmi-africa.org

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12/2018 | Paris: Rathäuser im Winter für Obdachlose geöffnet

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo will im kommenden Winter die Rathäuser der französischen Hauptstadt für Obdachlose öffnen. Dies sagte sie der Zeitung „Journal du Dimanche“. Im zentralen Rathaus Hôtel de Ville an der Rue de Rivoli soll etwa eine Notunterkunft für bis zu 100 obdachlose Frauen entstehen, die dort warme Mahlzeiten, medizinische Versorgung und ein Bett vorfinden. Weitere zusätzliche Anlaufpunkte neben den bereist vorhandenen Notunterkünften sollen in Bezirksrathäusern oder leer stehenden Gebäuden entstehen. Eine offizielle Zählung durch die Stadtverwaltung im Februar ergab rund 3.000 Obdachlose in der Metropole. Ziel sei es, sie alle restlos mit Plätzen zu versorgen.

Quelle:

Der Standard:
https://www.derstandard.de/story/2000089305678/pariser-buergermeisterin-will-rathaeuser-im-winter-fuer-obdachlose-oeffnen

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Foto: Llewelyn Clothing

12/2018 | Winneba: Australier gründet Streetwear-Unternehmen in Ghana

Der australische Jungunternehmer Emmison Vernon-Skewes hat mit Unterstützung der NGO Challenging Heights ein Start-Up für Streetwear in Ghana gegründet. Mit einem erfahrenen örtlichen Schneider als Meister und von Challenging Heights vermittelten Arbeitern hat die kleine Firma ihren Betrieb aufgenommen. Die Angestellten liegen dank 108 Euro im Monat, einer 35-Stunden-Woche und vier Wochen Urlaub im Jahr deutlich über dem ghanaischen Durchschnitt. Die von lokalen Mustern und Stoffen bestimmten sind hip und ansprechend. Zahlreiche Modelle im Online-Shop von LlewelynClothing sind bereits ausverkauft. Dennoch verdient Vernon-Skewes mit der Firma noch nichts, sondert arbeitet für seine Mission, den jungen Ghanaern „Arbeit statt Spenden“ zu geben, daheim in Australien auf dem Bau.

Quellen:

Afrika!:
https://afrikaportal.eu/emmison-vernon-skewes-mode-start-up- in-ghana

LlewelynClothing:
https://llewelynclothing.com

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12/2018 | Kassel: Energie-Sonnensegel für urbane Plätze entwickelt

Die Universität und die Kunsthochschule Kassel haben mit dem „Solar Spline“ ein Sonnensegel entwickelt, das Schatten spendet und zugleich Energie erzeugt. Das Besondere an der Konstruktion – über den Köpfen der schattensuchenden Stadtflanierer hängen keine wuchtigen Solarpaneele, sondern organische Photovoltaik-Module in einer Ultraleichtkonstruktion. Mit 100 Quadratmetern Installationsfläche und einer Schattenausbeute von 30 Quadratmetern bei nur 120 Kilo Gesamtgewicht schwebt und weht die „Solarwolke“ wie ein Baumwipfel in der Brise. Neben der Doppelfunktion aus Schattenspende und Energieerzeugung soll das Projekt Hitzeinseln in Städten reduzieren und den öffentlichen Raum verschönern.

Quellen:

Reset.org vom 15.10.:
https://reset.org/blog/dieser- schattenspender-erzeugt-saubere-energie-10152018

Universität Kassel:
https://www.uni-kassel.de/fb06/fachgebiete/architektur/experimentelles-entwerfen-und-konstruieren/startseite.html

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12/2018 | Braunschweig: Naturfaser-Beton für besseren Brückenbau entwickelt

Der Einsturz der Autobahnbrücke in Genua ist weiterhin ein Schock. Die Rheinbrücke bei Leverkusen gilt hierzulande als Sinnbild furchteinflößend erodierenden Materials. Forscher am Fraunhofer-Institut für Holzforschung – Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) in Braunschweig haben nun eine Flachsmatte entwickelt, die lagenweise in jede Form eingebaut werden kann und einen Textilbeton ergibt, der bedeutend stabiler und langlebiger sein soll. Das innovative Gewebe wird mit einer so genannten Doppelgreifer-Webmaschine mit Jaquardaufsatz hergestellt, von der in ganz Europa nur dieses eine Exemplar vorhanden ist. Mangels Poren kann in die Fasern kein Wasser eindringen, so dass auf diese Weise errichtete Brücken auch gegen den nagenden Zahn der Witterung beständiger sind.

Quellen:

Trends der Zukunft:
https://www.trendsderzukunft.de/neuer-naturfaser-beton-aus-braunschweig-verhindert-gefaehrliche-korrosion-von-bruecken/

Fraunhofer-Institut für Holzforschung:
https://www.wki.fraunhofer.de/de/presse-medien/PI_8_Bauen-mit-Textilbeton-aus-nachwachsenden- Rohstoffen.html

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12/2018 | Bern: Neue Stiftung für Erhalt und Ausweitung von Naturschutzgebieten

Der gebürtige Berner Unternehmer Hansjörg Wyss hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis ins Jahr 2030 möchte der in Wyoming lebende Milliardär rund 30 Prozent der Erdfläche in einem natürlichen Zustand erhalten. Zu diesem Zweck hat er die „Wyss Foundation“ gegründet, die im Laufe der kommenden zehn Jahre eine Milliarde bereitstellt, um beispielsweise durch die „Wyss Campaign for Nature“ in Zusammenarbeit mit lokalen Kräften dafür zu sorgen, dass mehr Landflächen und Gewässer zu geschützten öffentlichen Nationalparks, Wildtiergebieten oder Meeresschutzgebieten werden. Ferner fördert der Mäzen die Forschung der Universität Bern zum Thema effizienter Erhaltungsmaßnahmen.

Quellen:

Tagesanzeiger:
https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/standardberner-maezen-spendet-eine-milliarde-dollar/story/13966744

Wyss Foundation:
https://www.wyssfoundation.org

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12/2018 | Spanien: Kohleminen im kollektiven Einverständnis geschlossen

In Spanien sind die letzten großen privaten Kohleminen im friedlichen Einverständnis von Betreibern, Gewerkschaften und Regierung geschlossen worden. Das Ende der Minen wird von einem umfangreichen Hilfsprogramm für die rund tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter flankiert. Menschen über 48 Jahre können Frührente ohne Abschläge beantragen. Jüngere haben die Möglichkeit, sich kostenfrei weiterzubilden, um einen Arbeitsplatz im Zweig der Erneuerbaren Energien zu bekommen. Insgesamt fließen im Laufe des kommenden Jahrzehnts rund 250 Millionen Euro in die von den Schließungen betroffenen Regionen.

Quelle:

Trends der Zukunft:
https://www.trendsderzukunft.de/vorbild-fuer-deutschland-warum-spaniens-gewerkschaften-die-schliessung-von-kohleminen-begruessen/

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12/2018 | Minneapolis: Riesige Fortschritte in der Magnetresonanztomographie

Wer mehr sieht, kann besser helfen. Die bislang handelsüblichen Magnetresonanztomographen arbeiten mit Feldstärken von 1,5 bis 3 Tesla. Eine 3T-Maschine ist in der Lage, Details im Gehirn bis zu einer Größe von einem Millimeter zu erkennen. Leistungskräftigere Geräte mit 7 Tesla schaffen 0,5 Millimeter und geben einen genaueren Einblick in die Funktionsweise des Gehirns – bis hin zum Signalfluss zwischen den neuronalen Knoten. An der Universität von Minnesota ist nun ein MRT mit einer Feldstärke von 10,5 Tesla in Betrieb, drei Mal so schwer wie eine Boeing 737 und erneut 50 Prozent stärker als die stärksten Geräte im Klinikbetrieb. Entwicklungen dieser Art ermöglichen in der nahen Zukunft große Fortschritte in der Medizin sowie in der Frage, wie Gehirn und Bewusstsein funktionieren.

Quelle:

Nature vom 31.10.:
https://www.nature.com/articles/d41586-018-07182-7

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12/2018 | Quito: Konzentration der Ozonschicht nimmt stetig zu

In ihrer „Wissenschaftlichen Bewertung des Ozonabbaus“ stellen die UN-Agenturen für Meteorologie und Umwelt (WMO und Unep) fest, dass die Konzentration der Ozonschicht alle zehn Jahre wieder um ein bis drei Prozent zunimmt. Setze sich dieser Trend fort, sei davon auszugehen, dass das einst zerstörte Ozon in der nördlichen Halbkugel und den mittleren Breiten in rund 15 Jahren, jenes der Südhalbkugel in rund 35 Jahren und jenes der Polgebieten in rund 45 Jahren wieder vollständig erholt ist. Laut des Reports auf der 30. Konferenz des Montreal-Protokolls in Quito findet sich FCKW so gut wie gar nicht mehr in der Luft. Das am 1. Januar 2019 in Kraft tretende „Kigali-Zusatzabkommen“ soll darüber hinaus den Gebrauch von Ersatzstoffen des FCKW um 80 Prozent einschränken.

Quelle:

taz vom 6.11.:
http://www.taz.de/Neue-Studie-zur-Ozonschicht/!5545235

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12/2018 | Ostafrika: Genitalverstümmelung von Mädchen deutlich reduziert

Forscher aus Großbritannien und Südafrika haben 29 Länder, in denen die Genitalverstümmelung von Mädchen gebräuchlich ist, näher unter die Lupe genommen und einen deutlichen Rückgang der Praxis festgestellt. Am deutlichsten haben die Verstümmelungen in Ostafrika abgenommen – die Zahlen sind von 71,4 Prozent im Jahre 1995 auf nur 8 Prozent im Jahre 2016 gesunken. In Nordafrika sanken die Zahlen von 57,7 Prozent im Jahre 1990 auf 14,1 Prozent im Jahre 2015. Dennoch bliebe, so die Studie im British Medical Journal, die Ungleichheit der Geschlechter und der Mangel an Aufklärung in vielen Ländern ein Problem. Im Jemen und im Irak ist die Zahl verstümmelter Mädchen leicht gestiegen.

Quellen:

Deutschlandfunk Nova vom 7.11.:
https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/afrika-weniger-genitalverstuemmelung-bei-maedchen

British Medical Journal:
https://gh.bmj.com/content/3/5/e000549

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12/2018 | Boston: Rettungsdrohnen – fliegen auch ohne GPS-Signal

Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine Flugdrohe entwickelt, die sich auch ohne GPS-Signal orientieren kann. Auf Basis spezieller Algorithmen ist das Gerät befähigt, mittels Laserentfernungsmessern von Bäumen bzw. Baumgruppen eine 3D-Karte seiner Umgebung zu erstellen. Aus den Daten verschiedener, gleichzeitig fliegender Drohnen erstellt man am Boden eine Karte der Gesamtsituation, um etwa verloren gegangene Wanderer in Waldgebieten besser aufspüren zu können, die das GPS-Signal nicht mehr durchdringt. Die Drohnen können ebenfalls erkennen, ob sie bei ihren Rettungsmissionen ein Gebiet bereits durchflogen haben oder nicht.

Quelle:

Ingenieur.de:
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/luftfahrt/navigation-von-flugdrohnen-ohne-gps/

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12/2018 | Rostock: Ab 2019 nur noch plastikfreie Veranstaltungen

Kein Monat guter Nachrichten ohne eine weitere Region auf dem Erdenrund, die schrittweise den Kunststoff verbannt. Die Hansestadt Rostock plant eine Richtlinie, die ab 2019 das Plastikgeschirr von sämtlichen Veranstaltungen verbannt, die von der Stadt oder ihren Tochterfirmen organisiert werden oder auf städtischem Eigentum stattfinden. Bereits auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt wird der Glühwein nur noch aus Mehrwegbechern geschlürft. Als „Stadt am Meer“ müsse man angesichts der von Kunststoff verseuchten Ozeane „Vorreiter werden“, sagt Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) und parteiloser Kandidat für den Posten des Oberbürgermeisters. Stralsund möchte diesem Vorbild folgen – mit Mehrwegbechern sowie Papiertüten bei sämtlichen Händlern der Altstadt.

Quelle:

Ostsee-Zeitung:
http://www.ostsee- zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Rostock-will-Plastik-komplett-verbieten

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12/2018 | Hamburg: Hermes ermöglicht den Zustellern höhere Löhne

Bis 2023 möchte der Paketriese Hermes Germany über 100 Millionen Euro investieren, um die Vergütung für die für Hermes tätigen Servicepartner zu erhöhen. Diese werden dadurch in die Lage versetzt, den Stundenlohn ihrer Zusteller auf mindestens 12 Euro zu erhöhen. Für 2019 ist zunächst eine Erhöhung auf über zehn Euro geplant. Ferner entlastet der Konzern durch eine kürzlich eingeführte, neue Tourenplanungssoftware sowie die Erweiterung des PaketShop-Netzes die Mitarbeiter und reduziert die Energiekosten. So können Kunden ihre Pakete in den Shops nicht nur aufgeben, sondern auch abholen und den Shop generell als ihre Empfangsstation nutzen, so dass der Wagen gar nicht bis zu den einzelnen Adressen fahren muss.

Quelle:

Business Partner PBS:
https://www.pbs- business.de/news/e-business/07-11-2018-hermes-investiert-ueber-100-millionen-euro/

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12/2018 | Paris: Impfstoff-Durchbruch in der Tuberkulose-Forschung

Der einzig derzeit verfügbare Impfstoff gegen Tuberkulose (TB) ist so alt wie der Erste Weltkrieg. Rund 1,6 Millionen Menschen sterben jährlich an der Infektion und doch hat sich rund hundert Jahre lang in der Forschung wenig getan. Nach diversen nur halbwegs erfolgreichen Ansätzen zeigen sich Forscher wie der britische Infektiologe Richard White nun angesichts einer Studie begeistert, die der Pharmakonzern Glaxo Smith Kline gemeinsam mit der Non-Profit-Organisation Aeras durchgeführt hat. Sie verabreichten 1.700 Menschen aus drei afrikanischen Staaten, die bereits infiziert waren, aber noch keine Symptome zeigten, den Impfstoffkandidaten M72/AS01. Ergebnis war eine Heilungsrate von 54 Prozent – der bislang größte Erfolg der TB-Forschung. Nach nur einer weiteren erfolgreichen Erprobung im größeren Maßstab kann das Vakzin zugelassen werden.

Quellen:

Süddeutsche Zeitung vom 5.11.:
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/tuberkulose-tb-impfstoffe-forschung-1.4194202

The New England Journal of Medicine:
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1803484

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12/2018 | München: Präventive Hausbesuche gegen Vereinsamung bei Senioren

In München sowie seit neuestem auch in Schwabing bieten die 32 Alten- und Service-Zentren (ASZ) alleinlebenden sowie armutsgefährdeten Senioren „präventive Hausbesuche“ an. Sie beraten die Rentner in allen Aspekten, die dazu beitragen, möglichst lange unabhängig und in den eigenen vier Wänden zu leben. Drohen die älteren Herrschaften zu vereinsamen, geben sie Hinweise zu Nachbarschaftsveranstaltungen und Kulturangeboten. Ehrenamtliche Helfer spezialisieren sich darauf, den Umgang mit Computer, Tablet oder Smartphone zu erläutern, um auf diesem Wege mit weiter entfernt lebenden Angehörigen in Kontakt zu bleiben.

Quelle:

Süddeutsche Zeitung vom 30.10.:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwabing-schutz-vor-der-einsamkeit-1.4191371

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12/2018 | Stuttgart: Erster Nanopropeller gleitet durch menschliches Gewebe

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme haben einen Nanopropeller entwickelt, der so winzig ist, dass er durch Gewebestrukturen gleiten kann, ohne sie dabei zu beschädigen. Eine wegweisende Transport-Technologie, die beispielsweise dabei helfen könnte, in der Krebstherapie Medikamente ausschließlich zu den mutierten Zellen zu schleusen, ohne gesundes Gewebe direkt mit zu zerstören. Der Propeller ist nur 500 Nanometer breit und somit im Durchmesser 200 Mal kleiner als ein menschliches Haar. Mittels eines von den natürlichen Mechanismen der fleischfressenden Kannenpflanze inspirierten Tricks gelang es den Forschern sogar, einen ganzen Trupp dieser Roboter in den ansonsten unüberwindbaren Glaskörper eines menschlichen Auges zu lenken.

Quellen:

Ingenieur.de vom 5.11.:
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/medizin/nanoroboter-gleitet-durchs-auge

Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme:
https://is.mpg.de/de/news/nanorobots- propel-through-the-eye

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12/2018 | San Francisco: Schwimmendes Notfall-Internet für Katastrophen

Ein Forscherteam namens Project Owl – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen „Anti-Fake-News-Initiative“ von Google – hat die von IBM ausgerufene #CallforCode-Initiative gewonnen. Der Technikriese rief dazu auf, digitale Lösungen für den Ausnahmezustand nach Katastrophen zu entwickeln. Project Owl ermöglicht durch ein schnell einrichtbares Netz schwimmender Bojen, sogenannter #Clusterducks, in kürzester Zeit wieder das Internet vor Ort herstellen zu können, selbst über große Distanzen. Die Technik funktioniert einfach und ist mit einem Stückpreis von rund 38 Dollar pro Boje für die betroffenen Regionen sogar erschwinglich.

Quellen:

Reset.org vom 5.11.:
https://reset.org/blog/project-owl-ein-schnelles-kommunikationsnetzwerk-fuer-katastrophengebiete-11052018

Project Owl:
https://project-owl-ruby-17-zany-wolverine.mybluemix.net

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12/2018 | Seoul: Koreanische Autohersteller entwickeln Solardächer für Autos

Während sich die deutschen Autobauer seit geraumer Zeit störrisch mit öligem Ruhm beflecken, entwickelt der koreanische Hersteller Hyundai am PKW Technologien für die Zukunft. Die erste Generation von Solardächern soll je nach Wetterlage täglich 30 bis 60 Prozent der Batterie von Hybridfahrzeugen aufladen können. Die zweite Generation sitzt halbtransparent im Panoramadach und ist in E-Fahrzeugen wie Benzinern einsetzbar, in denen es eine Zweitbatterie versorgt. Die dritte Generation kann in Dach wie Motorhaube zum Einsatz kommen und ist im Pilotstadium. In Deutschland beschäftigt sich der junge Branchenzwerg Sono Motors mit vergleichbarer Technologie zur ökologischen Reichweitenerhöhung.

Quellen:

Bizz Energy vom 1.11.:
https://bizz- energy.com/hyundai_und_kia_entwickeln_solardach_fuer_e_autos

Sono Motors:
https://sonomotors.com/de/

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12/2018 | Helsinki: Zimmervermittlungsportal für klimafreundliches Wohnen

Es lässt sich auch als ein kluger PR-Coup betrachten: Der finnische Biokraftstoffhersteller Neste und seine Agentur TBWA Helsinki haben das Portal Zerobnb gestartet, das den weltbekannten Zimmervermittler Airbnb dazu anregen soll, in seinen Filterkriterien auch die Ökobilanz von Unterkünften anzugeben. Zerobnb vermittelt keine eigenen Räumlichkeiten, sondern pickt aus dem vorhandenen Angebot von Airbnb die ökologisch nachhaltigen heraus und hebt sie hervor. Neste verspricht, seine Seite sofort wieder dicht zu machen, sobald Airbnb eine Suchkategorie für ökologisches Wohnen eingeführt hat.

Quelle:

W&V vom 25.10.:
https://www.wuv.de/agenturen/finnen_basteln_oeko_airbnb_zerobnb

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12/2018 | Luton: Fluglinie easyJet will bis 2030 auch elektrisch fliegen

Angesichts unsicherer Weltlagen und der Möglichkeit des „Peak Oil“ werden es rein ökonomische Gründe sein, doch ist es dennoch eine gute Nachricht, dass die britische Billigflugline easyJet gemeinsam mit dem amerikanischen Start-up Wright Electric die Entwicklung von Hybrid- und Elektroflugzeugen vorantreibt. Im kommenden Jahr ist der Testflug eines Prototyps mit neun Sitzen geplant, nachdem Wright Electric einen Zweisitzer bereits erfolgreich ausprobiert hat. Nach dem Neunsitzer will man sich auf einen 50-Sitzer und schließlich auf einen Flieger vom Format der A320 mit 186 Sitzen steigern. Das ehrgeizige Ziel besteht laut easyJet-Chef Johann Lundgren darin, im Jahre „2030 ein voll-elektrisches Flugzeug im Einsatz zu haben“.

Quelle:

Wired vom 29.10.:
https://www.wired.de/article/easyjet-2030-sollen-auf-kurzstrecken-elektroflugzeuge-im-einsatz-sein

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12/2018 | Tiflis: Infektionsbekämpfung ohne Antibiotika als Vorbild

Blick nach Transkaukasien. Das Eliava-Institut in Tiflis beherrscht eine medizinische Disziplin besser als jede andere Institution auf dem Globus. Hier behandelt man Infektionskrankheiten nicht mit Antibiotika, sondern mit sogenannten Bakteriophagen. Diese speziellen Viren stellen eine Alternative zu Antibiotika dar, gegen die immer Menschen fatale Resistenzen entwickeln. Die Zulassungsverfahren der EU machen einen Übertrag dieses Ansatzes auf Europa allerdings schwierig. Mikrobiologen vom Leibniz-Institut, Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts und Ärzte der Berliner Charité versuchen dies nun, in gemeinsamen Studien zu ändern und die bürokratischen Hürden zu überwinden, um auch Patienten in Deutschland mit Phagen behandeln zu können.

Quellen:

ZDF / Plan B:
https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/plan-b- heilen-ohne-antibiotika-100.html

Eliava Institut:
http://eliava-institute.org

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12/2018 | Lausanne: Querschnittsgelähmte gehen dank Rückenmarksstimulation

Neuroingenieure und Universitätskliniker des Polytechnikums EPFL haben an drei Querschnittsgelähmten eine Rückenmarksstimulation getestet, welche die Erfolge des US-Ärzteteams in Minnesota, die im September vermeldet wurden, noch übertrifft. Im Gegensatz zu ihren amerikanischen Kollegen wenden die Schweizer Wissenschaftler statt einer Dauerstimulation eine gezielte Suche nach stimulierbarem Gewebe und Restverbindungen im Rückenmark an, die sie dann speziell ansprechen. Die drei Testpersonen konnten nach Monaten des Trainings bis zu einem Kilometer an Krücken gehen und das selbst dann, wenn der Schrittmacher abgeschaltet war. Dies stellt keine Heilung dar, gilt aber als enormer medizinischer Erfolg.

Quellen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/fortschritt-in-der-medizin-gelaehmte-gehen-wieder-15867371.html

EPFL:
https://actu.epfl.ch/news/breakthrough-neurotechnology- for- treating-paralysi

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12/2018 | Toronto: Muslime bilden Schutzring für Synagogen

Nach dem Attentat auf eine Synagoge in Pittsburgh haben Gläubige aller Religionen in Toronto rund um die Synagogen der kanadischen Stadt symbolische Schutzringe aus Menschen errichtet. Die Aktion wurde vom National Council of Canadian Muslims als Zeichen der Solidarität mit den Juden ins Leben gerufen. Schulter an Schulter standen die Menschen rund um neun Synagogen. „Es geht um die Heiligkeit des Lebens“, sagte Farhad Khadim, einer der Gründungsmitglieder des Islamic Institute of Toronto, gegenüber der HuffPost Canada. „Das Recht auf Sicherheit ist für jeden auf Erden von erstem Rang, ganz egal welcher Religion oder ob er überhaupt Religion praktiziert.“ In den USA selbst haben islamische Gruppen für die Opfer des Attentats rund 200.000 Dollar gesammelt und vergleichbare Aktionen gestartet.

Quelle:

Good News Network:
https://www.goodnewsnetwork.org/people-from-all-faiths-are-forming-protective-rings-of-peace-around-synagogues

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12/2018 | Deutschland: erneut weniger Unfalltote

Die Zahl der Verkehrstoten ist 2017 erneut leicht um 0,8 Prozent auf 3180 Verunglückte gefallen. Der niedrigste Stand seit dem Jahre 1950. Das geht aus dem „Unfallverhütungsbericht“ des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) hervor, den Minister Andreas Scheuer vorgestellt hat. Fußgänger, Autofahrer, Kinder und Senioren kommen weniger ums Leben. Bei den Radfahrern ist die Zahl der Verunglückten allerdings gestiegen. Besonders unfallfördernd seien die elektromotorbetriebenen Pedelecs sowie abbiegende PKW und LKW. Der ADFC fordert daher von der Regierung „verpflichtende Abbiege- und Notbremsassistenten, physisch geschützte Radwege und Kreuzungen nach niederländischem Vorbild“ sowie „separate Ampelschaltungen für den Radverkehr“.

Quellen:

Deutsche Welle vom 17.10.:
https://www.dw.com/de/immer-weniger-verkehrstote-au%C3%9Fer-bei-den-radfahrern/a-45929318

Bundesverkehrsministerium:
https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2018/083-scheuer-unfallverhuetungsbericht.html

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12/2018 | Dresden: Bio-Angeln zum Recyceln seltener Erden aus Elektrogeräten

Forscher des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg entwickeln Methoden, um die in elektrischen Geräten verbauten seltenen Erden wie Terbium, Yttrium oder Lanthan sowie Kleinstmengen von Kupfer oder Gold zwecks Recycling doch wieder aus dem Elektroschrott herauszubekommen. Die Gruppe „BioKollekt“ entwickelt ihre feine „Rohstoff-Angel“ nach dem Vorbild spezieller Viren. Die Gruppe zielt darauf ab, spezifische Peptide für unterschiedliche Seltene Erden oder Edelmatte zu entwickeln, mit denen sich die wertvollen Rohstoffe auch in Kleinstmengen sauber extrahieren lassen. Diese 2018 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnete „Phagen- Methode“ wurde bislang nur für biologische Verfahren und nicht für das Recycling von Metallen verwendet.

Quellen:

Reset.org vom 31.10.:
https://reset.org/blog/elektroschrott-recycling-forscher-angeln-seltene-erden-aus-alten-geraeten-10312018

Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf:
https://www.hzdr.de/db/Cms? pOid=57034&pNid=3438

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12/2018 | Malmö: Sternekoch zaubert mit weggeworfenen Nahrungsmitteln

Unter den findigen Händen des Sternekochs Erik Andersson bekommt der alltägliche Begriff des „Resteessens“ eine ganz neue Bedeutung. Der ehemalige Szenekoch hat sein Restaurant „Spill“ genannt, also „Müll“. Täglich arbeitet er spontan mit den Lebensmitteln, die von anderen weggeworfen werden und containert die Grundlagen seiner kulinarischen Kunst. Auf dem Instagram-Account oder der Webseite des in der Isbergs Gata angesiedelten Lokals kann man beobachten, was Andersson Appetitliches anrichtet.

Quellen:

bento am 1.11.:
https://www.bento.de/nachhaltigkeit/schweden-dieses-restaurant-kocht-mit-essen-aus-dem-muell-a-77b2f3c5-d471-46b1-9091-6616a80ae838

Restaurant Spill:
http://www.restaurangspill.se/

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12/2018 | Washington: „Schnüffler“ bewahren Astronauten vor miesen Gerüchen

Da man im Weltraum nur schlecht das Fenster aufreißen kann, beschäftigt die NASA 25 ehrenamtliche Meisterschnüffler, deren Aufgabe darin besteht, sämtliche Objekte, die mit ins All reisen sollen, einem Geruchstest zu unterziehen. Der älteste olfaktorische Sommelier dieser Truppe heißt George Aldrich und arbeitet seit 45 Jahren in dieser Nische. Rund 900 verschiedene Gerüche hat er in dieser Zeit getestet, was ihm den Ehrentitel „Nostrildamus“ verlieh. Die lustig klingende Tätigkeit ist für die Frauen und Männer im All von elementarer Bedeutung. Ein Objekt, dessen Geruch sich erst oben im geschlossenen Raum als belastend bis unerträglich erweist, wäre eine stille Qual für die Crewmitglieder.

Quelle:

Nature vom 16.10.:
https://www.chemistryworld.com/careers/the-man-who-sniffs-spacecraft/3009611.article

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Foto: Sumit Gupta

11/2018 | Nepal: Zahl der Tiger seit 2009 verdoppelt

Wie Studien zeigen, wächst der Bestand der Tiger in Nepal stetig. Gab es 2009 nur noch 120 Königstiger in dem südasiatischen Land, sind es mittlerweile 235 wild lebende Exemplare. In Zusammenarbeit mit den Artenschutzgruppen Panthera und der Zoological Society of London konnten die Behörden des Landes dieses Populationswachstum nachweisen. John Goodrich von Panthera machte gegenüber National Geographic darauf aufmerksam, dass 235 Tiger bei einer weltweiten Wildpopulation von nur 4.000 Exemplaren einen beachtlichen Prozentsatz darstelle. Der Anstieg ist u.a. das Ergebnis der von der Weltbank organisierten Global Tiger Initiative.

Quellen:

National Geographic vom 01.10.2018
https://www.nationalgeographic.de/tiere/2018/10/zahl-der-tiger-nepal-hat-sich-seit-2009-fast-verdoppelt

Global Tiger Initiative
http://www.worldbank.org/en/topic/environment/brief/the-global-tiger-initiative

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11/2018 | Leipzig: Erster Fußverkehrverantwortlicher kümmert sich um gute Wege

In Leipzig arbeitet Deutschlands erster und einziger Fußverkehrverantwortlicher. Der 28 Jahre junge Friedemann Goerl sitzt bei den Planungen neuer Straßen am Tisch und beurteilt die Pläne aus der Sicht des Fußverkehrs. Dieser wird ansonsten bei der Stadtplanung oft sträflich vernachlässigt. Mit Goerls Hilfe möchte Leipzig die „Stadt der kurzen Wege werden“ und es attraktiver machen, das Auto wenigstens für die Kurzfahrten stehen zu lassen. Wie die Studie „Mobilität in Deutschland“ zeigt, ist der Anteil der zu Fuß absolvierten Wege im Vergleich zu 2008 leicht gesunken. Goerl träumt davon, das Laufen mit der Zeit erfolgreich als cool und alternativ zu reframen, wie es mit dem Fahrradfahren bereits gelungen ist.

Quellen:

Deutschlandfunk vom 11.10.2018
https://www.deutschlandfunk.de/foerderung-des-fussverkehr-per-pedes-statt-mit-ps-durch.697.de.html?dram:article_id=430264

Studie „Mobilität in Deutschland“:
http://www.mobilitaet-in-deutschland.de

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11/2018 | Washington: Der US- Bundesstaat schafft die Todesstrafe ab

Viel zu häufig fallen der Todesstrafe Menschen nicht wegen der objektiven Schwere ihrer Schuld, sondern wegen ihrer Ethnie und ihrem sozialen Milieu zum Opfer. Das haben jetzt die Richterinnen und Richter des Obersten Gerichtshof in Washington festgestellt. Die höchste aller Strafen werde „oft willkürlich und aufgrund rassistischer Vorurteile verhängt“. Häufig hänge sie „vom Ort des Verbrechens, dem Wohnort des Täters oder seiner Herkunft“ ab. Schon zwei Mal in den Siebzigern und einmal in den Achtzigern wurde die Todesstrafe für verfassungswidrig erklärt und hernach die Gesetze angepasst. Nun scheint sie aber endgültig vom Tisch.

Quelle:

ZEIT Online vom 12.10.2018:
https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-10/usa-washington-todesstrafe-urteil-verfassung

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11/2018 | Dänemark: Klimakennzeichnung für Lebensmittel im Supermarkt

Einkaufen kostet Zeit und geschieht häufig zwischen Tür und Angel. Abseits des auf einen Blick erkennbaren Bio-Labels bleiben weder Zeit noch Möglichkeit, auch die Klimabilanz eines Produktes schnell zu erkennen. Die gar nicht mal grüne, sondern rechtsliberale dänische Regierung will dies nun durch eine neue Kennzeichnung ändern. Sie soll auf einen Blick Informationen zu Transportwegen oder dem Energieverbrauch geben, der für die Herstellung der Ware nötig war. Der Bauernverband regte an, die Klimabilanz mit den Nährwerten in Verhältnis zu setzen. Ein essentielles Grundnahrungsmittel müsse mehr Ressourcen fressen dürfen als ein reines Convenience-Produkt.

Quelle:

Utopia News vom 12.10.2018:
https://utopia.de/daenemark-klima- label-lebensmitte-supermarktl-108392/

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11/2018 | Lübeck: Pfandsystem für getragene Turnschuhe bis 2020

Die Firma Ethletic stellt Sneakers und Sportschuhe aller Art aus fair gehandelten und veganen Materialien her. Nun möchte das erfolgreiche Unternehmen aus Lübeck bis 2020 ein Pfandsystem für ihre Produkte einführen, auf dass die Kunden ihre abgetragegenen Treter wie Leergut einsenden können und dafür rund 10 Prozent des Kaufpreises als Gutschein oder Barüberweisung erhalten. Die Schuhe sollen wieder fachgerecht in ihre Einzelstoffe zerlegt werden, die hernach Wiederverwendung finden.

Quelle:

Edison:
https://edison.handelsblatt.com/ertraeumen/ethletic-plant-pfandsystem-fuer-turnschuhe/23143908.html

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11/2018 | Göttingen/Colorado: Endlich möglich – vergleichende Planetenforschung

Die vergangenen Herbst planmäßig abgestürzte Cassini-Sonde lieferte der NASA nun ausgewertete Daten, welche die Planetenforschung massiv voranbringen. Sie entdeckte einen Strahlungsgürtel voller energiereicher Partikel innerhalb der Ringe des Saturn in der Nähe des Planeten. Das ist neu und ungewöhnlich. Die Analyse innerer Strahlungsgürtel hilft der Forschung, die Interaktion von

geladenen Teilchen und Magnetfeldern mit mit Gasriesen-Planeten zu untersuchen. Der Vergleich verschiedener Strahlungsgürtel wie denen des Saturn, des Jupiter oder Erde hilft gar bei der Lösung praktischer Probleme der Raumfahrt. Forschungen zu diesen Fragen findet u.a. am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen sowie an der Universität von Colorado Boulder statt.

Quellen:

Nature vom 04.11.2018:
https://www.nature.com/articles/d41586-018-06925-w

Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung:
https://www.mps.mpg.de/de

Universität von Colorado Boulder:
https://www.colorado.edu

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11/2018 | Paris: Visionärer Plan für pestizidfreie Landwirtschaft in Europa

Der französische Think Tank „Institut für nachhaltige Entwicklung und internationale Beziehungen“ (Iddri) hat ein Modell vorgelegt, wie eine europäische Massenlandwirtschaft auch ohne Pestizide möglich sein könnte. Das 10-Jahres-Szenario namens „Tyfa (Ten Years for Agroecology in Europe)“ stellt die Vision einer sogenannten Agro-Ökologie vor, die statt auf Chemie auf grüne Maßnahmen wie eine veränderte Fruchtfolge, Gülledüngung oder bessere ökologische Infrastrukturen setzt. Die Vision ist zweischneidig, denn die Forscher geben zu, dass sie mit Produktivitätsverlusten einhergehen wird, die nur durch ein völlig verändertes Ernährungsverhalten der Menschen ausgeglichen werden kann. Dieses pädagogisch zu erzwingen, stellt in letzter Konsequenz einen sanften ökologischen Totalitarismus dar. Die radikalen Denkansätze sind angesichts der Selbstverständlichkeit, mit der derzeit Pestizide verwendet werden, allerdings sinnvoll.

Quellen:

Tagesspiegel vom 08.10.2018:
https://www.tagesspiegel.de/politik/eu-studie-europa-kann-pestizidfrei-ernaehrt-werden/23159788.html

Institut für nachhaltige Entwicklung und internationale Beziehungen:
https://www.iddri.org/fr

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11/2018 | Berlin: 100 Millionen Euro für den Schutz der Insekten

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat das Programm „Insekten schützen und ihre Vielfalt bewahren“ vorgestellt, mit dem das Ministerium Maßnahmen gegen das Artensterben der Insekten auf die Beine stellen möchte. Die dazugehörige Webseite gibt Auskunft über das Problem und stellt Lösungen vor. Hierzu gehören ein gezielterer und behutsamerer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder der Verzicht auf die Düngung der Ackerstreifen, deren meist angrenzender Wildwuchs besonders guten Lebensraum für Insekten bietet. Auf der Webseite ist ein Online-Dialog verfügbar, zu dem Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. Das Programm soll 100 Millionen Euro umfassen und muss noch die Zustimmung des Kabinetts erlangen.

Quelle:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit:
https://www.bmu.de/insektenschutz/

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11/2018 | Freetown: Sierra Leone kappt Flughafen-Deal mit China

Bis April dieses Jahres bekleidete Ernest Bai Koroma das Amt des Präsidenten in Sierra Leone. Zu seinen umstrittensten Maßnahmen zählten millionenschwere Deals mit chinesischen Investoren, die Kritikern zu Folge nicht immer das „Win-Win“ darstellten, als welches sie Lu Kang, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, bezeichnet. Der neue Präsident Julius Maada Bio hat nun den Bau eines 318 Millionen Dollar teuren Flughafens aus chinesischer Hand außerhalb der Hauptstadt Freetown zurückgenommen. Laut der von CNN zitierten Politikprofessorin Lina Benabdallah, einer Expertin für chinesisch-afrikanische Wirtschaftsbeziehungen, wurde der Mamamah International Airport sehr kontrovers diskutiert und galt es intransparent. Das Land wird nun seinen vorhandenen Flughafen in Lungi renovieren und seine bislang schlechte Verkehrsverbindung zur Hauptstadt ausbauen.

Quellen:

CNN vom 11.10.2018:
https://edition.cnn.com/2018/10/11/africa/china-africa-sierra-leone-airport-intl/index.html

Lina Benabdallah:
https://linabenabdallah.com

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11/2018 | Walvis Bay: Neues Hafendrehkreuz für das südliche Afrika

Während manche ausländische Investitionen in Afrika eher einseitig den Investoren zu Gute kommen, lässt sich der Ausbau des Hafens von Walvis Bay in Namibia als Projekt der ökonomischen Emanzipierung bezeichnen. Bis Anfang 2019 entsteht dort eine 40 Hektar große Containerinsel, der sich ein riesiger Industriepark am Stadtrand und ein neuer Hafen anschließen sollen. Walvis Bay wurde erst 1994 wieder Namibia eingegliedert und damals auf der Stelle die Hafenbehörde Namibia Ports Authority (NamPort) sowie 2000 die Walvis Bay Corridor Group (WBCG) gegründet. Mit Hilfe der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) machte man den Hafen konkurrenzfähiger. Bis 2025 möchte Namibia seine Wirtschaft industrialisiert haben und das Transport- und Logistik-Drehkreuz für das südliche Afrika werden.

Quelle:

Namibia Focus:
https://namibiafocus.com/namibias- hafenbehoerde-ruestet-sich-fuer-die-zukunft/

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11/2018 | Lagos: Preis für eine App, die gefälschte Medikamente erkennt

Eine Gruppe junger Mädchen aus Nigeria hat die Technovation Challenge des Silicon Valley gewonnen. Mit Hilfe einer Open-Source-Software vom M.I.T. (Massachusetts Institute ofechnology) gestalteten sie eine Applikation namens „FD-Detector“, die beim Scannen des Barcodes gefälschte oder längst abgelaufene Medikamente erkennen kann. Anlass für die Erfindung war der Tod des Bruders von Jessica Osita, einem Mitglied der Gruppe. Er starb, weil er Opfer des weitläufigen Verkaufs gefälschter Medikamente in Nigeria geworden war. „Mit dieser App befreien wir das Land von dieser Last“, sagte Osita gegenüber CNN. Die 15-jährige möchte eines Tages Pharmazeutin werden und „echte Medikamente“ entwickeln.

Quellen:

CNN vom 17.08.2018:
https://edition.cnn.com/2018/08/17/africa/nigerian-girls-win-silicon-valley-contest/index.html

Technovation Challenge:
https://technovationchallenge.org

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11/2018 | Bukarest: Verbot der Homo-Ehe in Verfassungsrang abgelehnt

In Rumänien war die Bevölkerung Anfang Oktober dazu aufgerufen, darüber abzustimmen, ob das Verbot der Homo-Ehe in der Verfassung verankert wird. Im Gesetz des konservativen Landes steht es bereits, doch Verfassungsrang hatte es bislang noch nicht. Diesen wird es nun auch nicht bekommen, denn es gingen lediglich 20,41 Prozent der Berechtigten zur Wahl. Mindestens 30 Prozent wären für einen gültigen Ausgang der Volksbefragung nötig gewesen. Die „Koalition für die Familie“ hatte bereits 2015 drei Millionen Unterschriften gesammelt, damit Rumäniens Politiker das Verbot der Homo-Ehe auch in die Verfassung aufnehmen. 2017 beschlossen das Parlament sowie der Senat, dass es tatsächlich so kommen solle. Nun kommt es doch nicht so, da Verfassungsänderungen in Rumänien grundsätzlich final durch eine Volksabstimmung gebilligt werden müssen. Diese basisdemokratische Methode ist für sich betrachtet bereits eine gute Nachricht und gehört in die Kategorie „von den Nachbarn lernen“.

Quelle:

Süddeutsche Zeitung vom 07.10.2018:
https://www.sueddeutsche.de/politik/rumaenien-referendum-zur-homo-ehe-gescheitert-1.4160741

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11/2018 | Köln: Waldrodung im Hambacher Forst ausgesetzt

Nach tagelangen Auseinandersetzungen um die Räumung des Hambacher Forstes, die sogar mit dem Unfalltod eines Bloggers einhergingen, verfügte das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster am 5 Oktober, dass der Energiekonzern RWE den Wald vorerst doch nicht zugunsten des Braunkohle-Abbaus roden darf. Die Maßnahme ist ausgesetzt, bis über eine Klage des BUND entschieden sei. Am 7. Oktober zog die Polizei aus dem Waldgebiet ab. Rund 50.000 Menschen beteiligten sich zuvor an der laut Dirk Jansen vom BUND NRW „größten Demo, die das Rheinische Braunkohlerevier je gesehen hat“. Aktivistinnen und Aktivisten haben längst wieder damit begonnen, neue Baumhausdörfer in dem Waldstück zu errichten. Den offiziellen Vorwand des „Brandschutzes“, mit dem die erste Räumung begründet wurde, versuchen sie nun durch Anpassung an Brandschutzvorschriften zu umgehen.

Quellen:

taz vom 12.10.2018:
https://www.taz.de/Archiv-Suche/! 5540041&s=Hambacher%2BForst/

taz vom 07.10.2018:
https://www.taz.de/Archiv-Suche/! 5538159&s=Hambacher%2BForst/

Klage des BUND:
https://www.bund-nrw.de/themen/mensch-umwelt/braunkohle/hintergruende-und-publikationen/braunkohlentagebaue/hambach/bund-klage-gegen-hambach

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11/2018 | Addis Abeba: Kindersterblichkeit in Äthiopien um mehr als die Hälfte gesunken

Riesige Fortschritte in einem der ärmsten Länder der Erde: Das vom Gesundheitsministerium betriebene „Health Extension Project“ hat die Kindersterblichkeit in Äthiopien halbiert. Zu den Ergebnissen des Projektes zählt, dass mittlerweile jede Gemeinde einen Gesundheitsposten hat, die Impfungen gegen HIV zunehmen und Heilungsrate bei multiresistenter Tuberkulose auf 80 Prozent angehoben werden konnte. Seit Beginn der Jahrtausendwende gilt die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung als Staatsziel, das aber stets auf Gemeinde-Ebene durch sogenannte Health Extension Workers organisiert wird. Sie werden zentral geschult und kehren dann in ihre Gemeinde zurück.

Quelle:

Deutschlandfunk vom 07.10.2018:
https://www.deutschlandfunk.de/aethiopien-gesundheit-fuer-alle.740.de.html?dram:article_id=429776

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11/2018 | London: Stadt plant neue Super-Fahrradwege

Die britische Hauptstadt gilt aufgrund ihres enormen Verkehrsaufkommens sowie der Diebstahlfreudigkeit vieler Mitmenschen als eine der fahrradunfreundlichsten Metropolen Europas. Die Vize-Bürgermeisterin der Stadt, Heidi Alexander, hat nun den Bau dreier neuer „Cycle-Superhighways“ in den kommenden zwei Jahren versprochen. Die Vorgängerregierung hatte bereits zwölf versprochen, doch nur wenige umgesetzt. Initiativen wie „Go Cycle“ sollen die Bürgerinnen und Bürger auf PR-Ebene zum Radfahren bewegen, doch ohne entsprechende Infrastruktur sind Stadtbilder wie in Amsterdam oder Münster nicht zu erreichen.

Quellen:

Süddeutsche Zeitung vom 06.10.2018:
https://www.sueddeutsche.de/auto/radfahren-in-staedten-wie-aus-london-eine-radler-stadt-werden-soll-1.4154015

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11/2018 | Leverkusen: Neue Öko-Folie aus aus kompostierbarer Zellulose

Der rheinländische Verpackungshersteller Edelmann hat auf den diesjährigen Fachmessen wie der Cosmetic Business in München sowie der der Fachpack in Nürnberg seine neue Folie „Eco Star“ vorgestellt. Sie wirkt wie transparente Folie mit Metallic-Effekt, besteht aber aus Zellulose, die aus Holzzellstoff gewonnen wird. Sie ist im Offset- wie im Siebdruckverfahren bedruckbar und für die Industrie mit herkömmlichen Materialien voll konkurrenzfähig. Ihren Glanz erhält sie durch eine hauchdünne aufgedampfte Aluminiumschicht, welche die Ökobilanz etwas schmälert.

Quellen:

Cosmetic Business:
http://www.cosmetic- business.com/de/Neuigkeiten/verpackungsloesung-eco-star-folie/792868

Fachpack:
https://www.fachpack.de/de/ausstellerprodukte/fachpa18/produkt-9972820/eco-star-folie

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11/2018 | Irak / Kongo: Friedensnobelpreise für Menschenrechtsaktivistin und Frauenarzt

Der Friedensnobelpreis 2018 geht zu gleichen Teilen an die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad und den kongolesischen Arzt Denis Mukwege. Beide setzen sich dafür ein, die Anwendung sexueller Gewalt als Kriegswaffe zu beenden. Murad war drei Monate lang Gefangene des IS und hernach auf Einladung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann nach Deutschland gekommen. Sie sorgt heute als Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen für die Bekanntmachung der Qualen der Opfer des IS. Denis Mukwege eröffnete 1999 in Bukavu eine Klinik für Gynäkologie und Frauenheilkunde und bietet dort professionelle Geburtshilfe und Beistand für Opfer sexueller Gewalt an, die vor allem in den Bürgerkriegen im Ostkongo zum Einsatz kam.

Quellen:

FAZ vom 05.10.2018:
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/friedensnobelpreis-fuer-denis-mukwege-und-nadia-murad-15822326.html#void

Die Zeit vom 05.10.2018:
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-10/denis-mukwege-friedensnobelpreis-portraet

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11/2018 | Los Angeles: Pilotprojekt zur smarten Wassernutzung

Im chronisch dürren Los Angeles haben die Wasserbehörden und Umweltgruppen ein Projekt ins Leben gerufen, das den Wasserverbrauch der Stadt reduzieren soll. Eine Schlüsselrolle spielt darin eine Wasserspar-Technik der Firma Flo Technologys. Nach der Installation im Haus zeigt eine griffige Smartphone-App an, wie es um den Wasserverbrauch eines Haushaltes bestellt ist und sogar, ob sich im Wassersystem des Hauses Mikro-Lecks befinden, die sich in Kalifornien zu einem Verlust von mehreren Milliarden Litern Wasser pro Jahr läppern. Das Projekt wird nun für ein Jahr in 150 Haushalten getestet und vom Innovative Conservation Program des Metropolitan Water District (MWD) gefördert.

Quellen:

Reset.org vom 04.10.2018:
https://reset.org/blog/go-flo-los-angeles-setzt-wasserkonservierung-schlaue-technik-10042018

Flo Technologys:
https://meetflo.com/how-it-works/

Metropolitan Water District:
http://www.mwdh2o.com/AboutYourWater/Planning/Funding-Programs/Innovative-Conservation-Funding

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11/2018 | Ghana: Informationsdienst für Bauern

Die Ghanaer Alloysius Attah und Emmanuel Owusu Addai haben einen Informationsdienst namens Farmerline entwickelt, der Bauern per SMS aktuelle Informationen über die Wettervoraussichten, den aktuellen Marktpreis ihrer Produkte sowie neue Hilfestellungen zur Anbauweise bietet. Die Bereitstellung als SMS überwindet das Hindernis, dass eine Verbindung ins Internet in dem Land nicht flächendeckend gegeben ist. Die Bereitstellung als Text und Audionachricht überwindet das Hindernis des Analphabetismus. Die Bereitstellung in neun Sprachen Westafrikas überwindet das Hindernis der Sprachbarriere. Wer Internet hat, kann zusätzlich auf eine umfangreiche Informationsplattform zugreifen.

Quellen:

Reset.org vom 02.10.2018:
https://reset.org/blog/farmerline-wie-bauern-ghana-sms-und-sprachnachrichten-bessere-ertraege-erzielen-10022018

Farmerline:
https://farmerline.co/

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11/2018 | Neu-Delhi: 158 Jahre altes Ehebruch-Gesetz abgeschafft

Das Oberste Gericht von Indien hat das 158 Jahre alte Gesetz abgeschafft, nach dem Männer verfolgt wurden, die mit einer verheirateten Frau ins Bett gegangen sind, ohne dass deren Mann es ausdrücklich erlaubt hätte. Das Gesetz stammt aus der britischen Kolonialzeit und bestrafte den Liebhaber einer verheirateten Frau mit bis zu fünf Jahren Haft. Umgekehrt konnten Frauen allerdings nicht gegen ihre eigenen Gatten klagen, falls diese fremdgingen. Das Gericht sah in dem alten Gesetz einen Verstoß gegen die in der Verfassung garantierte Gleichheit von Mann und Frau. Es sei „eine Beleidigung der Würde von Frauen“, so der vorsitzende Richter Dipak Misra und setze „verschiedene Standards in der moralischen Bewertung von Mann und Frau“.

Quelle:

Deutsche Welle vom 27.09.2018:
https://www.dw.com/de/ehebruch- ist-in-indien-nicht-mehr-strafbar/a-45661260

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11/2018 | Lissabon: Street-Art-Künstler posiert ironisch - vor 'erlegtem' Plastikmül

Eine sehenswerte Bilderserie präsentiert der portugiesische Street-Art-Künstler Forest Dump auf seinen Kanälen in den sozialen Medien. Er inszeniert sich in der pathetischen und chauvinistischen Weise, die Jäger bedrohter Tierarten üblicherweise einnehmen, wenn sie neben ihren tierischen Opfern posieren. Nur, dass Forest Dump nicht neben toten Tieren, sondern neben Müllresten posiert, die er „gejagt“ hat. Der Titel der Bildreihe lautet: „Guess what are we going to hunt when we extinct all animals“. Zu deutsch: „Schaut, was wir jagen werden, wenn wir alle Tiere ausgerottet haben.“

Quellen:

Urban Shit:
http://urbanshit.de/forest-dump/

Forest Dump auf Instagram:
https://www.instagram.com/for3stdump/

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11/2018 | Kyoto/Texas: Immunzellen zur Krebsbekämpfung befähigt

James P. Allison von der University of Texas und Tasuku Honjo von der Universität Kyoto haben eine Klasse neuer Wirkstoffe entwickelt namens Checkpoint-Inhibitoren entwickelt, mittels derer Krebszellen durch das eigene Immunsystem bekämpft werden können. Da Krebszellen körpereigene Zellen sind, bekämpft sie der Körper nicht entschlossen genug. Sie aktivieren sogenannte Checkpoints der T-Zellen und schützen sich somit vor den Abwehrkräften des Immunsystems. Mit dem Molekül CTLA-4 haben die Forscher einen dieser Checkpoints ausgemacht arbeiten daran, dessen Bremssignale zu blockieren, auf dass die T-Zellen die Tumorzellen doch bekämpfen. Für Ihre Arbeit wurden die Wissenschaftler dieses Jahr mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.

Quellen:

Spektrum vom 01.10.2018:
https://www.spektrum.de/news/entfesselte- immunzellen-gegen-krebs/1594798

Nature vom 01.10.2018:
https://www.nature.com/articles/d41586-018-06751-0

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11/2018 | Duisburg: Passanten retten 85-jährige Frau unter Taxi

Die Ungeduld eines jungen Taxifahrers verursachte am 12. Oktober die schwere Verletzung einer 85-jährigen Frau. Der Fahrer fuhr bereits an, als die Frau erst halb eingestiegen war. Die Seniorin stürzte auf die Straße. Ihr rechtes Bein wurde vom Hinterrad des Wagens überrollt und ihr Unterschenkel eingeklemmt. Augenblicklich sprangen einige Passanten herbei und hoben gemeinsam das Taxi an, um die Frau zu befreien. Ein Rettungswagen brachte sie ins Krankenhaus. Wieso der Fahrer nicht einfach selbst zurückgesetzt hat, geht aus der dpa- Meldung nicht hervor.

Quelle:
https://www.derwesten.de/staedte/duisburg/duisburg-taxi-unfall-verletzung-krankenwagen-id215554505.html

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11/2018 | London: FC Chelsea bietet Auschwitz-Reisen statt Stadionverbot

Der FC Chelsea hat eine Methode erdacht, um Antisemitismus unter seinen Fans zu begegnen. Erhielten diese bislang bei offen judenfeindlichem Verhalten für drei Jahre Stadionverbot, haben sie nun die Wahl: Entweder Stadionverbot oder ein Besuch in Auschwitz samt ausführlichem Lehrgang. „Wenn du die Leute einfach nur ausschließt, werden sie ihr Verhalten niemals ändern“, sagte Chelsea-Präsident Bruce Buck der Sun. „Diese Maßnahme gibt ihnen die Chance, zu begreifen, was sie getan haben und sich in Zukunft besser zu benehmen.“ Erfunden hat das Projekt der Chelsea-Besitzer Roman Abramovich. Der russisch-isrealische Oligarch ist jüdischer Herkunft und gilt seit Mai dieses Jahres als reichster Israeli der Welt. Die Initiative wird gefördert vom World Jewish Congress und dem Holocaust Education Trust.

Quellen:

Kicker vom 11.10.2018:
http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/startseite/733690/artikel_rassistische-chelsea-fans-sollen-auschwitz-besuchen.html

Holocaust Education Trust:
https://www.het.org.uk/

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11/2018 | Osnabrück: 'Allianz für Sicherheit' – Abbiege-Warnung für LKW-Fahrer

Das Kompetenznetz Individuallogistik (KNI) und der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachen (GVN) haben die „Allianz für Sicherheit“ gegründet, um den LKW-Verkehr in den Städten für Radfahrer sicherer zu machen. Zu den ersten Maßnahmen gehört der Einbau von Abbiegeassistenzsystemen, die Radfahrer im toten Winkel erkennen, sowie ein Engagement dafür, das Bremsassistenzsystem in Lastern nicht mehr manuell ausschalten zu können. Hier sieht sie Zusammenarbeit mit der Politik vonnöten. Elf Unternehmen haben sich der Allianz bereits angeschlossen.

Quelle:

Eurotransport:
https://www.eurotransport.de/artikel/kni-und-gvn-gruenden-aktionsbuendnis-allianz-fuer-sicherheit-in-der-city-logistik-10471906.html

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11/2018 | Harvard: Steven Pinker belegt These von der besseren Welt

Der Psychologie-Professor Steven Pinker unterstreicht in seinem Ende September auf Deutsch erschienenen Buch „Aufklärung jetzt: Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Eine Verteidigung“ die Grundthese der Rubrik, die Sie gerade lesen. Die selektive Erinnerung des menschlichen Geistes, früher sei alles besser gewesen, täusche. Diesem Verfügbarkeitsfehler stellt Pinker auf 700 Seiten empirische Forschung entgegen. Zahlen und Fakten, die belegen sollen, dass sich die Welt alles in allem in einem besseren Zustand befindet als jemals zuvor. Das Buch ist unterteilt in Gebiete wie Lebenserwartung, Gesundheit, Ernährung, Wohlstand oder Bildung. In Deutschland verlegt es S.Fischer.

Quellen:

Deutschlandfunk Kultur vom 26.09.2018:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/steven-pinker-aufklaerung-jetzt-eine-gnadenlos.950.de.html?dram:article_id=428986

S.Fischer Verlag:
https://www.fischerverlage.de/buch/steven_pinker_aufklaerung_jetzt/9783100022059

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11/2018 | Rochester: Querschnittsgelähmter macht 331 Schritte

Mittels eines Elektrodenimplantats haben Ärzte der Mayo-Klinik im US-Bundesstaat Minnesota es einem querschnittsgelähmten 29-jährigen Patienten ermöglicht, die ersten 102 Schritte zu gehen. Das Implantat überträgt Gehirnsignale für Bewegung, Gewicht und Gleichgewicht vom Gehirn an die Extremitäten. Bislang galt diese Praxis als unmöglich. Der Gang mit 331 Schritten gelang dem Patienten nach einer 43 Wochen währenden Rehabilitationstherapie. Noch sind die Unterstützung durch einen Rollator und einen Therapeuten nötig. Die Forschung steht am Anfang. Die Rheinische Post zitiert Norbert Weidner, ärztlicher Direktor der Klinik für Paraplegiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, gemäßigt hoffnungsvoll. Der Einzelfall sage nichts über andere Patienten aus und die mangelnde Rückkopplung über die Stellung der Beine im Raum ans Gehirn fehle noch.

Quellen:

Rheinische Post vom 24.09.2018:
https://rp-online.de/panorama/wissen/forschung/studie-aus-usa-elektrostimulation-laesst-querschnittsgelaehmten-wieder-laufen_aid- 33255561

Nature vom 24.09.2018:
https://www.nature.com/articles/s41591-018-0175-7

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11/2018 | Burkina Faso / Niger: Alternative Nobelpreise für Waldmacher

Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso und Tony Rinaudo aus Niger sind Waldmacher. Sie forsten auf und lassen wachsen, wo einst nur Wüste war. Sawadogo betreibt die Landsanierung durch eine verbesserte Varianre des „Zaï“-Verfahrens, bei dem man Ernteabfälle und Viehdung in Vertiefungen legt, um bei minimaler Wasserzufuhr dennoch das Wachstum zu fördern. Über ihn wurde der Film „The Man Who Stopped the Desert“ gedreht. Der in den Achtzigern aus Australien in den Niger eingewanderte Agrarwissenschaftler Tony Rinaudo forstet die Wüste durch Nutzung des „Untergrundwaldes“ aus, den Resten einst gefällter Bäume im Boden, die er rekultiviert. Beide Männer erhielten dieses Jahr den alternativen Nobelpreis.

Quellen:

taz vom 24.09.2018:
http://www.taz.de/Alternative-Nobelpreise- bekanntgegeben/!5537550/

Alternativer Nobelpreis:
https://www.rightlivelihoodaward.org/

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11/2018 | Saudi-Arabien: Alternativer Nobelpreis für Menschenrechtler

2013 sind Abdullah al-Hamid und Mohammad Fahad al-Qahtani wegen „Anstiftung zur Unruhe durch den Aufruf zu Demonstrationen“ und „Bildung einer nicht lizenzierten Organisation“ zu elf und zehn Jahren Haft verurteilt worden. Ihr Kollege Abu al-Khair erhielt 2014 eine 15-jährige Haftstrafe wegen „Ungehorsam gegenüber dem Herrscher“ und „Schädigung des Ansehens des Staates durch Kommunikation mit internationalen Organisationen“. Die Männer sind Mitbegründer der Menschenrechtsorganisationen „Saudi Civil and Political Rights Association“ (ACPRA) sowie „Monitor of Human Rights in Saudi-Arabien“ (MHRSA). Sie erhielten nun den alternativen Nobelpreis für ihr „Streben nach Reformen“ und die Herausforderung des Systems mittels „friedlicher Methoden“.

taz vom 24.09.2018:
http://www.taz.de/Alternative-Nobelpreise- bekanntgegeben/!5537550/

Alternativer Nobelpreis:
https://www.rightlivelihoodaward.org/

 
Foto: Solmove

10/2018 | Köln: Stromerzeugung im Asphalt. Erster Solar-Radweg geht in Betrieb

In Köln wurde ein stromerzeugender Solar-Radweg installiert. Solarteppiche auf Asphalt könnten das Straßennetz in Zukunft zum Stromnetz machen. Als „fühlende Straße“ mit integrierter Sensorik sind sie außerdem in der Lage, Verkehrsflüsse und Ampelschaltungen effizienter organisieren. Sie halten rund 25 Jahre und sind zu 95% recyclingfähig. Der weltweit erste Solar-Radweg im nordholländischen Krommenie erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten seines Betriebs über 3.000 Kilowattstunden und übertraf damit die aus der Laborforschung erwarteten Spitzenwerte.

Quelle: Reset.org vom 13.09.2018 (Sarah-Indra Jungblut)

https://reset.org/blog/solmove-eroeffnet-den-ersten-solar-radweg- 09132018

energiezukunft.eu vom 25.05.2015:
https://www.energiezukunft.eu/erneuerbare-energien/solar/erster-solar-radweg-effizienter-als-erwartet

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10/2018 | Jakarta: Indonesien verbietet den Neubau von Palmölplantagen

Die Regierung von Indonesien hat ein Moratorium verhängt, das den Neubau von Palmölplantagen zunächst für drei Jahre verbietet. Ferner will sie kleinere Produzenten fördern, die beim Anbau umweltschonender vorgehen als die großen Konzerne. Der weltweit steigende Bedarf an Palmöl führt zu massiven Rodungen auf Borneo, Sumatra oder Guinea, die teilweise illegal vorgenommen werden. Dabei geraten Waldgebiete in Brand, die nicht einmal Ziel der Rodung waren und produzieren Smog, der großeTeile Südostasiens betrifft.

Quelle: Deutschlandfunk Nova vom 21.09.2019

https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/indonesien-erstmal-keine-neuen-palmoelplantagen

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10/2018 | New York: Universität entwickelt Technik, um Wilderer besser aufzuspüren

Die Cornell University hat ein Abhörprojekt namens ELP (Elephant Listening Project) entwickelt, das afrikanischen Rangern dabei hilft, Wilderer besser aufzuspüren und ihre Patrouillen effizienter zu planen. Das Jungunternehmen „Conservation Metrics“ liefert dazu die KI für schnellere Datenverarbeitung. Das theoretische Fundament für das Projekt legte in den Achtzigern die Arbeit „Infrasonic Calls of the Asian Elephant“ von Katy Payne. Die Musikstudentin der Cornell University war eigentlich Expertin für Walgesänge, bemerkte aber 1984 die Kommunikation zweiter Elefanten im Zoo von Portland durch die Wand ihres Geheges.

Quelle: Reset.org vom 20.09.2018

https://reset.org/blog/die-lauschende-ki-die- wildhuetern-hilft-afrikas-waldelefanten-zu-schuetzen-09202018

Cornell University:
http://www.birds.cornell.edu/brp/elephant/about.html

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10/2018 | Niederlande: Junger Mann entwickelt Technik, um Mikroplastik aus dem Meer zu fischen

Nach vielen Jahren der Entwicklung und PR hat das Projekt „The Ocean Cleanup“ damit begonnen, Plastikmüll aus dem Pazifik zu bergen. Allein der Müllwirbel „Great Pacific Garbage Patch“ hat mindestens die Größe von Texas. Das geborgene Plastik soll an Land zum Straßenbau verwendet werden. Der heute erst 24-jährige Erfinder und Gründer Boyan Slat kam auf die Idee der passiven Müllsammelanlage während eines Urlaubs als Teenager in Griechenland, bei dem er während seiner Tauchgänge mehr Plastikmüll als Fische durch das Wasser schweben sah. Seither sammelt er viele Befürworter wie Skeptiker gleichermaßen, deren Kritikpunkten er stets das Argument entgegenhält, erst durch Versuche klüger zu werden.

Quelle: Golem.de am 10.09.2018

https://www.golem.de/news/plastikmuell-the-ocean-cleanup-beginnt-mit-der-muellsammlung-im-pazifik-1809-136482.html

The Ocean Cleanup:
https://www.theoceancleanup.com/

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10/2018 | Niedersachsen: Erster Wasserstoffzug fährt auf Teststrecke in Norddeutschland

In Niedersachsen rollt der weltweit erste, mit einer Brennstoffzelle betriebene Wasserstoffzug. Das Pilotprojekt des französischen Herstellers Alstom ist klimaschonend und könnte in Zukunft vor allem Nebenstrecken mit unwirtschaftlichen Oberleitungen erhalten oder neu beleben. Der Zug mit dem Modellnamen Coradia iLint wird von dem französischen Hersteller im niedersächsischen Salzgitter gebaut. Im Auftrag der LNVG fahren die neuen Züge auf einer knapp 100 Kilometer langen Strecke zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude.

Quelle: Spiegel Online vom 16.09.2018

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/niedersachsen-erster- wasserstoffzug-nimmt-betrieb-auf-a-1228365.html

Alstom:
https://www.alstom.com/de/press-releases-news/2018/9/weltpremiere-alstoms-wasserstoff-zuege-starten-im-oeffentlichen

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10/2018 | Berlin: Bundesrat beschließt Verbot für Ferkelkastration ohne Betäubung

Das bislang übliche betäubungslose Kastrieren von Ferkeln ist nach einem Beschluss des Bundesrates ab 2019 verboten. Niedersachsen und Bayern wollten aufgrund erhöhter Kosten für die Sauenhalter eine Verschiebung dieses Verbots bis 2020 bzw. 2023 erwirken. Der Grund dafür, dass Ferkel überhaupt in Massen kastriert werden, ist die Verhinderung des sogenannten Ebergeruches, also den olfaktorisch wie geschmacklich bemerkbaren Auswirkungen der männlichen Geschlechtshormone im späteren Braten oder Burger.

Quelle: taz online vom 21.09.2018

http://www.taz.de/!5537348/

Deutscher Tierschutzbund e.V.:
https://www.tierschutzbund.de

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10/2018 | Chicago: Forscher entwickeln Methode den Suchtdruck Abhängiger zu reduzieren

Mit einer Mischung aus Stammzellennutzung und der Gen-Editing-Methode CRISPR haben Forscher an der Universität von Chicago eine Methode erforscht, die den Suchtdruck von Kokainabhängigen abschwächen kann. Die von ihnen gezüchteten, kokainresistenten Mäuse sind immun gegen Überdosen und Abhängigkeit. Kernstück der Modifikation ist hierbei das Enzym Butyrylcholinesterase (BCHE), das Kokain auf natürliche Weise sehr zügig abzubauen vermag. Man hofft, die Methode auf Menschen übertragen und auf diesem Wege auch Alkoholikern oder Nikotinsüchtigen in Zukunft essentiell helfen zu können.

Quelle: trendsderzukunft.de am 18.09.2018

https://www.trendsderzukunft.de/medizin-mit-crispr-und- stammzellen-gegen-kokainsucht/

hitechglitz.com:
https://hitechglitz.com/german/crispr-gene- editing-hat-kokain-proof-mause-erstellt

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10/2018 | Eritrea: Nach 20 Jahren Krieg und Elend öffnet Äthiopien die Grenzen

Nach einem 20-jährigen Konflikt haben die Staatschefs von Äthiopien und Eritrea die Grenze zwischen ihren Ländern wieder geöffnet. Der langjährige eriträische Staatschef Isaias Afwerki und Ägyptens neuer Premierministear Abiy Ahmed Ali besuchten zunächst die Region Bure und danach die Grenze nahe Zalambessa. Beide Gebiete waren lange umkämpft und wurden jeweils von beiden Nationen als ihre Territorien betrachtet, ungeachtet internationaler Urteile, in denen etwa die Haager Grenzkommission die Bure zu Äthiopien gehörig erklärt hatte.

Quelle: AP News am 11.09.2018

https://apnews.com/300f51d4f6bc4f54b0c2d65ba97f8904

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10/2018 | Berlin: Ein Umkehr-Osmosesystem macht Brackwasser trinkbar und erzeugt Strom

Die Wasserentsalzungsanlage „Wintures“ der Firma Boreal Light macht mittels eines integrierten Umkehrosmosesystems salziges oder brackiges Wasser trinkbar und erzeugt dabei zugleich Solarstrom. Rund 30 Prozent der Weltbevölkerung haben immer noch keinen Zugang zu in der Nähe verfügbarem, verschmutzungsfreiem Wasser. In den Staaten des subsaharischen Afrikas (also allen 49 Nationen außer den Maghreb-Ländern) betrifft das 670 Millionen von rund einer Milliarde Menschen. Bis 2020 will das Unternehmen 192 Wasserkioske in Kenia und Tansania installieren. Elf stehen bereits.

Quelle: Reset.org vom 18.09.2018

https://reset.org/blog/wintures-wie-die-sonne- der-aufbereitung-sauberem-trinkwasser-helfen-kann-09182018

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10/2018 | Niederlande: Supermarktkette sorgt für teilweise plastikfreie Verkaufsfläche

 

Die niederländische Supermarktkette Ekoplaza arbeitet am Umschwung von Kunststoff- auf kompostierbare Verpackungen. Der erste plastikfreie Gang in Amsterdam wird mehr als 700 Produkte umfassen, die üblicherweise in Kunststoff gehüllt sind, wie Fleisch, Reis, Soßen, Milchprodukte, Joghurt, Snacks, frisches Obst oder Gemüse. Als Alternativen für den Kunststoff kommen neben traditionellen Materialien wie Glas, Metall und Pappe vor allem innovative neue kompostierbare Biowerkstoffe zum Testeinsatz. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen in 74 Filialen jeweils einen kompletten Gang umgestellt haben.

Quelle: Wall Street Online vom 28.02.2018 (Redaktion)

https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10325475-vorstoss-niederlande-supermaerkte- plastikverpackungen

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10/2018 | Bangladesch: Ein Arzt entwickelt neues Beatmungsgerät tausendfach billiger

Ein Arzt aus Bangladesch hat ein Beatmungsgerät entwickelt, das für 1,25 Dollar aus einer Plastikflasche hergestellt werden kann. Übliche Beatmungsgeräte kosten rund 6.000 Dollar, so dass ihr Fehlen in ärmeren Ländern für den Tod vieler an Lungenentzündung erkrankter Kinder verantwortlich ist. Dr. Mohamad Chisti hofft, die Kindersterblichkeitsrate in Bezug auf Lungenentzündung weltweit zum Sinken bringen zu können. Die Idee kam ihm bei der Beobachtung der so genannten bubble-CPAP-Methode (kontinuierlich positiver Atemwegsdruck) in Australien, die er mittels einer Shampoo-Flasche als Ausgang für den Prototyp nachstellte.

Quelle: globalcitizen.org vom 10.09.2018

https://www.globalcitizen.org/de/content/bangladeshi-doctor- plastic-bottle-ventilator/

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10/2018 | London: Brief von Galileo Galilei an Inquisition nach 250 Jahren aufgetaucht

Erst jetzt ist der Originalbrief von Galileo Galilei an die Inquisition aufgetaucht. Er beweist, dass Kirchenleute selber den nüchternen und behutsamen Tonfall des Briefes zur „Hate Speech“ auffrisiert hatten, um ihren Prozess wegen Ketzerei untermauern zu können. Galilei selbst hatte die sieben Seiten an einen Freund im Dezember 1613 so verfasst, dass daraus klar ersichtlich wird, wie er in der Sache zwar konsequent, in der Form aber sehr behutsam vorgehen wollte. Der Brief lagerte seit 250 Jahren in der Royal Society und war bloß falsch einsortiert.

Quelle: Nature Online am 21.09.2018

https://www.nature.com/articles/d41586-018-06769-4

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10/2018 | Niederlande: Demenzkranke im Heim starten Busattrappe für virtuelle Reisen

 

Ein Pflegeheim in den Niederlanden hat eine Busattrappe für virtuelle Reisen entwickelt. Die passiv wie aktiv am „Steuer“ mögliche Fahrt ist heilsam für Demenzkranke und regt Erinnerungen, Reaktionsvernögen sowie Kommunikation an. Das Heim namens „Sensire Den Ooiman“, welches den Bus für virtuelle Reisen betreibt, sticht in seiner Gestaltung ohnehin hervor. Die Eingangshalle ist mit echten Pflastersteinen, alten Straßenlaternen und Parkbänken wie ein antiker, uriger Dorfplatz gestaltet. Links der Eingangstür wartet die Bus- Attrappe an ihrer Haltestelle auf Fahrgäste.

Quelle: Deutsche Welle Online vom 17.09.2018

https://www.dw.com/de/kreative-therapie-eine-imagin %C3%A4re-busfahrt-gegen-die-demenz/a-45471866

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10/2018 | Michigan: High School schafft die ‚Ballkönigin‘ wegen Mobbings ab

 

 

Die Chelsea High School in Michigan hat die „Ballkönigin“ abgeschafft und durch einen Preis für Persönlichkeit und Engagement ersetzt. Die traditionelle Wahl der „Homecoming Queen“ fördere Mobbing und Missgunst unter den Mädchen und sei nicht mehr zeitgemäß. „Wir wollen nicht, dass einer der bedeutsamsten Preise unserer Schule mit Stereotypen von Schönheit oder Beliebtheit assoziiert ist oder nur auf eine sehr begrenzte, spezifische Kategorie von Schülern angewendet werden kann“, begründete Drew Vanderspool, Sprecher des Schülerrates, die Maßnahme in einem Brief an die Eltern.

Quelle: AP News vom 14.09.2018

https://www.apnews.com/c5e6feb82c534c329855255385c82af9

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10/2018 | England: Ein neuer Satellit sammelt Weltraumschrott ein

Der britische Satellit RemoveDebris soll in Zukunft Trümmerteile und Weltraumschrott im erdnahen Orbit erspähen und abfischen. Ein erster Test ist erfolgreich verlaufen. Die Mission steht unter der Leitung des Universiy of Surrey. Beim Experiment setzte der Hauptsatellit einen kleineren Subsatelliten namens DebrisSAT-1 aus und fing ihn mittels eines Netzes präzise wieder ein. Ein zweites Experiment mit dem Subsatelliten DebrisSAT-2 ist für Dezember geplant. Hierbei geht es nicht ums Einfangen, sondern um die Beobachtung des kleinen Bruders, der hernach auf natürliche Weise in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen wird.

Quelle: Wired Online am 19.09.2018

https://www.wired.de/article/dieser- satellit-hat-erfolgreich-sein-fangnetz-fuer-weltraumschrott-ausgeworfen

University of Surrey:
https://www.surrey.ac.uk/surrey-space- centre/missions/removedebris

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10/2018 | USA: NGO „#doitforpeace“ trainiert in Schulen gegenseitige Zuwendung

Die „Great Kindness Challenge“ der NGO „Kids For Peace“ regt Klassenverbände in bislang 91 Ländern zu einer Aktionswoche für gegenseitige Zuwendung und gegen Mobbing an. Mitte September startete die NGO die Aktion #doitforpeace mit dem Ziel, „eine Milliarde friedensfördernde Gesten und Handlungen“ in 10 Tagen anzuregen und zu dokumentieren. Zu den Kategorien und Aktionen, die sich auf der Kampagnenseite finden lassen, gehören Märsche, Reisen, Musikdarbietungen, Reisen, Fotografierkunst oder ehrenamtliche Engagements „for peace“.

Quelle: doitforpeace.org am 21.09.2018

https://doitforpeace.org/

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10/2018 | Taipeh: Taiwan verbietet Einwegplastik komplett bis spätestens 2030

 

Taiwan hat beschlossen, Plastik für dein Einweggegbrauch bis zum Jahre 2030 schrittweise vollständig zu verbieten. Die Maßnahme beginnt 2019 mit der Verbannung von Strohhalmen aus den Imbissrestaurants. Bis 2020 sind sie auch aus dem Rest der Gastronomie verbannt. Bieten Geschäfte des Einzelhandels weiterhin kostenlos Plastiktüten oder Einweg- Lebensmittelbehälter an, erwarten sie ab 2020 finanzielle Strafen und ab 2025 zusätzliche Gebühren. Die Maßnahme ist eine der bislang weltweit weitreichendsten in der Plastikbekämpfung.

Quelle: Newsgreen.net vom 03.04.2018

https://newsgreen.net/2018/04/03/taiwan-fuehrt- flaechendeckendes-komplettverbot-von-einwegplastik-ein/

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10/2018 | München: Universität entwickelt günstig einfache Elektrolaster-Bausätze für Afrika

 

Die TU München hat einen Elektrolaster entwickelt, der in Afrika auch unwegsamstes Gelände befahren kann und die Versorgung entlegener Gebiete sicherstellt. Ab 2020 kann er vor Ort in sogenannten Microfactorys als Bausatz für unter 10.000 Euro Anschaffungskosten produziert werden. Zuvor wird die Herstellung im niederbayerischen Bayerbach gründlich erprobt. Das aus dem Forscherteam hervorgegangene Spin-Off-Unternehmen Evum Motors produziert dort ab Ende 2019 die ersten tausend Exemplare und schult zugleich in Bayern die zukünftigen afrikanischen Monteure.

Quelle: Ingenieur.de vom 18.09.2018

https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/e-mobilitaet/dieser-elektrolaster-fuer-afrika-kostet-weniger-als-10-000-euro/

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10/2018 | Wien: Nahverkehr in der Metropole kostet nur noch einen Euro pro Tag im Jahr

In Wien kostet ein Jahresticket für den Nahverkehr bloß einen Euro pro Tag. Eine erschwingliche Mobilität, die den Autoanteil in der Stadt nachweislich verringert. Markus Söder möchte das Modell für München adaptieren.

Quelle: Süddeutsche Online vom 14.09.2018

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/-euro-ticket-wien- hat-was-muenchen-gerne-haette-1.4127511

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10/2018 | Canberra: 15 Millionen Jahre war das älteste jemals gefundene Tier

 

Forscher an der Australian National University in Canberra konnten nun nachweisen, dass es sich bei dem bis zu 1,4 Meter großen, pfannkuchenförmigen Gebilde Dickinsonia tatsächlich um ein Tier gehandelt hat. Entdeckt wurde die Kreatur bereits in den späten Vierzigern. Während die meisten Lebensformen des Ediacariums nur mikroskopische Größe hatten oder allenfalls ein paar Millimeter groß wurden, irritierte das Ausmaß mancher Dickinsonia-Exemplare die Wissenschaft. Eigentlich tauchten Lebewesen dieser Größe erst im Rahmen des Kambriums auf der Erde auf. Daher hielten viele Forscher Dickinsonia für eine seltsam geformte Bakterienkolonie oder riesigen Einzeller. Der Beleg, dass es sich um ein Tier handelt, ändert die Evolutionsgeschichte. Somit wäre das tierische Leben, anders als erwartet, bereits über 15 Millionen Jahre vor der kambrischen Explosion gestartet.

Quelle: Nature Online vom 20.09.2018

https://www.nature.com/articles/d41586-018-06767-6

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11/2018 | Leipzig: Erster Fußverkehrverantwortlicher kümmert sich um gute Wege

In Leipzig arbeitet Deutschlands erster und einziger Fußverkehrverantwortlicher. Der 28 Jahre junge Friedemann Goerl sitzt bei den Planungen neuer Straßen am Tisch und beurteilt die Pläne aus der Sicht des Fußverkehrs. Dieser wird ansonsten bei der Stadtplanung oft sträflich vernachlässigt. Mit Goerls Hilfe möchte Leipzig die „Stadt der kurzen Wege werden“ und es attraktiver machen, das Auto wenigstens für die Kurzfahrten stehen zu lassen. Wie die Studie „Mobilität in Deutschland“ zeigt, ist der Anteil der zu Fuß absolvierten Wege im Vergleich zu 2008 leicht gesunken. Goerl träumt davon, das Laufen mit der Zeit erfolgreich als cool und alternativ zu reframen, wie es mit dem Fahrradfahren bereits gelungen ist.

Quellen:

Deutschlandfunk vom 11.10.2018:
https://www.deutschlandfunk.de/foerderung-des-fussverkehr-per-pedes-statt-mit-ps-durch.697.de.html?dram:article_id=430264

Studie „Mobilität in Deutschland“:
http://www.mobilitaet-in-deutschland.de


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