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Gute Nachrichten fürs Gemeinwohl

17. Oktober 2019

LeserInnen-Fundstücke an gut@choices.de

Das GuteNachrichten-Team: Katja Egler und Sarah Maiwald

Die steile choices-These: Unsere Welt ist die beste aller bisherigen.

Die öffentliche Wahrnehmung  ist leider oft eine andere. Wir wollen diese Negativ-Atmosphäre durchbrechen und mit guten Nachrichten fürs Gemeinwohl eine Art Gegengift anbieten: MeinungsMagazine choices, engels und trailer-ruhr mit der Kraft unserer Medien an Rhein und Ruhr.

Wir halten es für unsere verlegerische Pflicht, unseren LeserInnen Mut zu machen. Die Dimension von schlechten Nachrichten auf allen Kanälen schafft im Bewusstsein der Menschen eine Art Ausweglosigkeit. Das überbordend Negative, Hass, Rassismus und Diskriminierung führen zur Zerstörung von Engagement, Solidarität und Demokratie. Wer wünscht sich nicht häufiger gute Nachrichten fürs Gemeinwohl?!

Wir wünschen unseren LeserInnen Freude und Ermutigung bei der Lektüre der Beiträge. Ein QR-Code in den Printausgaben führt zu dieser Online-Version.

Gute Nachrichten für Gemeinwohl.
Seid realistisch, fordert das Unmögliche !

Wir freuen uns auf Leserpost mit neuen Guten Nachrichten an
gut@choices.de.

 

 


Foto: The Female Company/Unsplash

England: Kostenlose Periodenprodukte an Schulen

An staatlichen Schulen und Colleges in England werden jetzt kostenlose Menstruationsartikel den Schülerinnen zur Verfügung gestellt. Das englische Bildungsministerium reagiert mit der Maßnahme auf die sogenannte „Perioden-Armut“: Da Binden, Tampons und Menstruationstassen sehr teuer sind, können sich viele Frauen und Mädchen diese nicht immer leisten. Laut einer britischen Umfrage haben 42% der Teilnehmerinnen ausgesagt, dass sie sich auch provisorisch mit Socken oder Toilettenpapier versorgen. 140.000 Schülerinnen sind zudem schon einmal nicht zur Schule gegangen aufgrund ihrer Periode. Das Bereitstellen kostenloser Hygieneartikel soll verhindern, dass Mädchen Schulunterricht verpassen, weil sie keinen Zugang zu Produkten zuhause haben. Bereitgestellt werden unter anderem Binden und Tampons sowie wiederverwendbare Binden und Menstruationstassen.

Schottland stellte als erste Regierung weltweit schon vor zwei Jahren Menstruationsprodukte kostenlos an Schulen zur Verfügung. Auch in Deutschland wächst die Aufmerksamkeit für die „Perioden-Armut“ langsam. Anfang des Jahres wurde die Mehrwertsteuer für Menstruationsprodukte heruntergesetzt. Diese Maßnahmen sind erste Schritte um Stigmata rund um die Periode zu brechen.


Autorin: Katja Egler

Quelle: BBC, WDR Cosmo

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Foto:Mihály Köles/Unsplash

Finnland: Erfolgreiches Konzept gegen Obdachlosigkeit

Die Obdachlosigkeit in Finnland ist seit dem Einführen des „Housing First“ – Konzepts 2008 stark zurückgegangen. Damit ist Finnland das einzige Land in der EU mit sinkenden Zahlen. Das „Housing First“-Konzept baut darauf, dass den Betroffenen ohne Voraussetzungen eine Wohnung und Unterstützung garantiert wird, sodass sie sich dann um Job und Gesundheit kümmern können.

Seit den 1980er versucht Finnland Obdachlosigkeit zu reduzieren, doch waren lange keine Erfolge zu erkennen durch zu wenige Notunterkünfte, Probleme beim Antrag von Sozialleistungen sowie bei der Job- und Wohnungssuche. Gerade Langzeitobdachlose konnten so nicht von der Straße geholt werden. 2008 waren in Helsinki noch Zeltdörfer in den Parks aufgebaut – doch davon ist heute nichts mehr zu sehen. Durch den Wandel in der Politik und dem „Housing-First“ – Konzept schaffen es jetzt 4 von 5 Obdachlose von der Straße. Träger der „Housing First“-Politik ist die NGO Y-Foundation, die Wohnungen kauft, baut und renoviert sowie Notunterkünfte umgebaut hat, um dauerhaften Wohnraum zu schaffen. In 10 Jahren konnten so 4600 Wohnungen bereitgestellt werden. Damit ist die Y-Foundation der viertgrößte Vermieter Finnlands. Die NGO bekommt vom Staat vergünstigte Anleihen; der Staat bezahlt auch die Sozialarbeiter*innen, die in den Wohnhäusern arbeiten und den Bewohner*innen bei Anträgen und zur Beratung zur Verfügung stehen. Das hat den Staat zwar bisher 270 Millionen gekostet, jedoch werden auch Polizei-, Feuerwehr- und Krankenwageneinsätze eingespart, die aufgrund Übergriffe, Verletzungen und Zusammenbrüche obdachloser Menschen häufig durchgeführt werden müssen.

Finnland entwirft damit einen Gegenentwurf zu einer Obdachlosen-Politik, die erst von den Betroffenen erwartet, dass sie einen Job finden und ihre psychischen Krankheiten wie Suchtprobleme überwinden, bevor sie auch eine Wohnung finden können. „Housing First“ schafft erstmals eine sichere Ausgangslage, aus der heraus die Menschen sich um Job und Gesundheit kümmern können.

In Wien wurde 2012 ein ähnliches 3-jähriges Pilotprojekt gestartet, das auch großen Erfolg hatte: 97 Prozent der Betroffenen konnte ihre Wohnung behalten und sich stabilisieren.

 

Autorin: Katja Egler

Quelle: Kontrast

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Foto: Tim Mossholder/Unsplash

Berlin: Projekt zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte

Im Januar ist in Berlin ein Kulturprojekt mit dem Arbeitstitel „Postkoloniales Erinnern in der Stadt“ gestartet. Initiiert wurde das 5-jährige Projekt von Berlins Kultursenator Klaus Lederer von der Linken. Ziel ist laut Pressemitteilung die „Auseinandersetzung mit der Berliner Kolonialgeschichte und ihren bis heute reichenden Folgen“. Für den Zeitraum bis Ende 2024 sind verschiedene Ausstellungen und Veranstaltungen sowie ein jährliches Kulturfestival geplant, welche sich mit der lokalen Kolonialgeschichte und dekolonialen Perspektiven beschäftigen. Zudem ist eine interaktive Online-Karte beabsichtigt, die Erinnerungsorte in Berlin, Deutschland und in den ehemaligen Kolonien aufzeigt – sowohl koloniale als auch postkoloniale. Damit richte sich das Projekt „an eine breite und diverse Stadtgesellschaft“ und ändert die Blickrichtung: Es werden vor allem die Blicke der Betroffenen gezeigt, statt der Kolonisierer.

Das Unterfangen ist gefördert mit drei Millionen Euro vom Land Berlin, von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Kulturstiftung des Bundes. Neu ist aber, dass eng mit NGOs zusammengearbeitet und das Projekt von ihnen getragen wird. Mit dabei sind die Initiativen Schwarze Menschen in Deutschland ISD-Bund e.V., Each One Teach One (EOTO), Berlin Postkolonial e.V. und Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag. Zusätzlich wirkt auch die Stiftung des Stadtmuseum Berlins mit in Kooperation mit weiteren Museen. Die NGOs haben schon vor Jahren mit der Aufarbeitung begonnen und koloniale Themen damit präsent gemacht. Laut Paul Spies, Vorstand der Stiftung Stadtmuseum, solle aus der Zusammenarbeit eine langfristige dekoloniale Museumspraxis entstehen.

Laut Lederer gibt es kein vergleichbares Projekt in Deutschland. Berlin stellt also einen Beginn dar für eine weitreichende, vom Land Berlin getragene Aufarbeitung. Bisher richtete sich der Diskurs in Berlin vor allem auf die Umbenennung der Straßen im Stadtteil Wedding: Dort sind insgesamt 25 Straßen nach ehemaligen Kolonien und Städten sowie Kolonialherren benannt. Schon 2016 wurde die Umbenennung von drei Straßen beschlossen, jedoch die Rechtskräftigkeit durch den Widerspruch der Anwohner*innen immer wieder verzögert. In der Gesellschaft fehlt oft das Bewusstsein für die koloniale Geschichte im Ganzen und für die Menschen hinter den Straßennahmen im Speziellen. Es fehlt der Wille sich der Vergangenheit zu stellen. Nach Hortensia Völckers, künstlerische Direktorin und Vorstandsmitglied der Kulturstiftung des Bundes, sei der Kolonialismus ein blinder Fleck in der Geschichte.

 

Autorin: Katja Egler

Quelle: Berliner Woche, Tagesspiegel, Senatsverwaltung für Kultur und Europa

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Foto: Sophia Marston/Unsplash

Bayreuth: Emissionsfreie Dienstwagen dank Wasserstoff

Im Dezember 2019 wurde im Landkreis Bayreuth das erste wasserstoffbetriebene Dienstfahrzeug in der Region vorgestellt. Von den 25 Dienstautos waren bereits zwei Stück Elektroautos – diese werden jetzt durch Wasserstoffantrieb ergänzt. Im Gegensatz zu Elektroautos oder Verbrennern ist das Fahren mit Wasserstoff komplett emissionsfrei. In Oberfranken sind insgesamt fünf Fahrzeuge dieser Art im Einsatz, deutschlandweit 400. Landrat Hermann Hübner präsentierte das neue Dienstauto mit den Worten: „Viele diskutieren über den Klimaschutz, wir handeln!“ Der Lankreis Bayreuth sei damit ein Vorreiter.

Wasserstoffbetriebene Autos haben eine Reichweite bis zu 500 Kilometer und sind laut Frank Still, dem Projektmanager von Alternative Antriebe bei Toyota, innerhalb weniger Minuten aufgetankt. Zwar gibt es aktuell nur eine Wasserstoff-Tankstelle im Kreis Bayreuth, jedoch sollen es bis zum Frühjahr 2020 bis zu 100 Stück werden. Die Region ist die bayrische Modellregion für die Initiative „Deutschland Mobil 2030“, eine Initiative, die Lösungen für die Mobilität der Zukunft finden möchte. Dafür diskutieren in einem Zusammenschluss aus Unternehmern im Verkehr- und Bausektor, wie Mobilität wachsen und trotzdem effizient und umweltverträglich bleiben kann. Im Kreis Bayreuth heißt dies, dass unter anderem stärker auf Car-Sharing im Personenverkehr und auf Wasserstoff gesetzt werde, laut Hübner: „Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass es funktioniert.“

 

Autorin: Katja Egler

Quelle: Bayreuther Tagblatt, Deutschland Mobil 2030

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