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Michael Barfuß
Foto: Presse

„Eine Kultur der Solidarität“

25. März 2020

Regisseur Michael Barfuß über die aktuelle Situation – Interview 03/20

choices: Michael, du bist Regisseur, musikalischer Leiter, Arrangeur und Komponist – was bedeutet die derzeitige Schließung von Theatern und Kulturinstitutionen für dich und diejenigen, die als freischaffende Künstler arbeiten?

Michael Barfuß: Für alle freischaffenden Künstler ist dies eine Katastrophe, da sie über kein Sicherheitssystem verfügen und von den Aufträgen abhängig sind.

Was geht dir angesichts der momentanen Situation durch den Kopf?

Was man am besten daraus machen kann: Jetzt ist einmal Zeit, Produktionen vorzubereiten, neue Ideen zu spinnen, nachzudenken – gut ist dafür auch spazieren gehen. 

Momentan wird an der Bereitstellung eines staatlichen Hilfsfonds für Freischaffende gearbeitet – wie wichtig wäre ein solcher Fond?

Es würde schlicht und einfach das Überleben vieler Künstler sichern. Und zeigen, dass bei uns nicht nur Banken gerettet werden können – sondern dass die Kunst ebenso systemrelevant ist.

Welche weiteren Maßnahmen sind deiner Meinung nach notwendig, um KünstlerInnen und Kulturbetriebe auch auf lange Sicht zu unterstützen?

Es gibt in Holland zum Beispiel das Modell einer Künstler Grundrente von 1000 € – das würde gerade für die Künstler mit geringem Einkommen das Auskommen sichern.

Wie können auch die Bürger ihren Teil dazu beitragen?

Vor allem die Freien Theater unterstützen, Karten nicht zurückgeben, sondern Ausweichtermine akzeptieren, vielleicht auch spenden.

Vor welche Herausforderungen siehst du die Kulturlandschaft und dich persönlich durch den Corona-Virus gestellt?

Überleben.

Wie können wir die Kultur trotzdem aufrechterhalten? 

Es sollte jetzt eine Kultur der Solidarität entstehen – und entsteht auch: Jetzt ist das Miteinander, das achtsame Miteinander wichtiger als Kultur. Beziehungsweise das ist die heutige Kultur, die notwendig ist.

Mit welchem Gefühl/Gedanken schaust du auf die kommenden Wochen?

Mit Spannung, aber auch mit Gruseln, da es eine solche Situation noch nie gegeben hat und wirklich niemand weiß, was da wirklich auf uns zukommt.

Interview: Viktoria Lohner

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