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Andreas Klein
Foto: Hartmut Ernst

Splendid Film

17. Januar 2011

Interview mit dem Geschäftsführer des Verleihs Andreas R. Klein – Kino.Köln 01/11

Gegründet 1974, sind heute neun Unternehmen in der Splendid-Gruppe vereint. Seit 1987 ist der Hauptsitz in Köln. Focus sind Genrefilme aus dem Bereich Action und Martial-Arts, aber auch Komödien und Familienfilme. Es werden hauptsächlich Blu-rays und DVDs vertrieben, zunehmend auch Programm über Video-on-Demand. 2010 brachte Splendid die „Expendables“ ins Kino, im Dezember 2010 lief der etwas andere Weihnachtsfilm „Rare Exports“. Andreas R. Klein zeichnet als Geschäftsführer verantwortlich.

Herr Klein, Ihnen gelang in diesem Jahr mit den „Expendables“ der große Action-Coup im deutschen Kino.

Wir hatten 850 000 Zuschauer in Deutschland – mit einer FSK-18-Fassung. Das ist noch nie dagewesen. Wie überall ist das eine Frage der Qualität. Und das hat hier funktioniert. Bei den „Expendables“ wussten wir: Dieser Film wird eine riesige Fanbase happy machen.

Trotzdem, und das beweist genau dieser Film: Es fehlt in Hollywood an Nachwuchs im Actiongenre.

Das liegt vor allem in der mangelnden Finanzierungsmöglichkeit begründet: Alles lief in den letzten Jahren nur noch über etablierte Namen wie Bruce Willis etc. Dieser Teufelskreis hat sich fortgesetzt, und heute sind Action-Darsteller Mangelware. Der einzige wirkliche Action-Star, der sich enorm entwickelt hat, ist Jason Statham.

Es fehlt heute aber nicht nur an Darstellern, sondern auch an Charakteren.

Sylvester Stallone sagte mir mal: Es müssen Gefühle dabei sein, Identifikation. Zu „Rocky“ meinte er: Da sind bloß vier Fightszenen drin. Das ist ein Boxerfilm, und darin geht es nur um Emotionen - das zählt! Leider haben wir das inzwischen verloren. Es geht nur noch um die Aneinanderreihung von Actionszenen. Und zu allem Überfluss ist das männliche Publikum heute am schwersten zum Kinobesuch zu motivieren.

Noch ein Teufelskreis: Der Actionfilm passt sich dem an und wird seichter.

Da halten Female-Elemente Einzug, absolut.

In Ihrem Genre haben Sie es häufig mit Zensur zu tun.

Wir hatten die „Expendables“ mit acht Schnitten eingereicht, aber das hat dem FSK-Gremium nicht gereicht. Nach unserer Auffassung hätte der Film eine FSK 16 bekommen können. Die Actionszenen in der geschnittenen Fassung - das ist unserer Meinung nach keine ernst zu nehmende Brutalität. Ich bin durchaus für einen gesunden Jugendschutz in Deutschland, aber hier teile ich die Meinung der FSK nicht.

Was tut Ihnen denn mehr weh: Wenn der Film ab 18 ist oder wenn acht Szenen gekürzt werden?

Wir wissen um die Sorge der Fans – sie wollen die Filme im Grunde genommen uncut sehen. Andererseits, wenn der Film FSK 16 bekommen hätte, hätten wir vielleicht nicht 850 000, sondern 1,3 Millionen Zuschauer gehabt. Wir müssen das auch aus kaufmännischer Sicht betrachten. Eine Lösung sind unterschiedliche DVD- und Blu-ray-Fassungen.

Ihr Lieblingsfilm?

Das ist für mich immer der nächste Film, den ich sehe.

Hartmut Ernst

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