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Body-Horror beim IFFF mit „Tiger Stripes“
Foto: Ghost Grrrl Pictures

Sichtbarkeit vor und hinter der Leinwand

08. April 2024

Das IFFF fordert Gleichberechtigung in der Filmbranche – Festival 04/24

Das „Internationale Frauen Film Fest Dortmund + Köln“ hat nur ein einziges Problem, und das steht vor dem Komma dieses Satzes in Anführungszeichen. Der Name und der damit einhergehende alternierende Austragungsort sind historisch gewachsen aus kulturpolitischen Entscheidungen, die vor vielen Jahren zur Fusionierung der beiden größten Frauenfilmfestivals in Nordrhein-Westfalen führten. Seitdem hat das Festival diesen Spagat gut hinbekommen: Abwechselnd findet das IFFF in Dortmund und Köln statt, die jeweils andere Stadt ist mit einem kleinen Auswahlprogramm beteiligt. In diesem Jahr ist vom 16. bis zum 21. April wieder Köln mit dem Hauptprogramm an der Reihe.

Im Zentrum des Festivals steht wie immer der Internationale Debütspielfilm Wettbewerb, der neben sechs weiteren Filmen mit dem frisch auf der Berlinale uraufgeführten Spielfilmdebüt „Ellbogen“ von Asli Özarslan oder dem afrofuturistischen Beitrag „Animalia“ von Sofia Alaoui aufwartet. choices stiftet wie immer den Publikumspreis.

Bereits vor Festivalbeginn wurden die Preise im Nationalen Wettbewerb für Bildgestalterinnen an Caroline Spreitzenbart für den hybriden Dokumentarfilm „Life is not a competition, but I’m winning“ sowie Greta Isabella Conte für den Spielfilm „Die feige Schönheit“ vergeben. Die Preise werden allesamt am 21. April feierlich überreicht.

Der Blick in die Sektion „begehrt! – filmlust queer“ verspricht zehn queere Filme, die vor allem dokumentarisch erzählen, so auch der Dokumentarfilm „Teaches of Peaches“ über die Musikerin Peaches, der ebenfalls auf der Berlinale seine Welturaufführung hatte. Die Sektion „Panorama“ widmet sich in diesem Jahr dem Stichwort „Fragmentiert“ und zeigt acht Dokumentar- und Experimentalfilme, darunter vier Deutschland- beziehungsweise Weltpremieren. Die Filme handeln von Geschichte, Erinnerung und Identitätssuche. Das Festival setzt mit dem „Fokus“ einen weiteren Akzent, der in diesem Jahr mit dem Begriffspaar „Rage & Horror“ eher drastisch ausfällt und der wütenden weiblichen Stimme … eine Stimme verleiht. Mal ist die Menstruation Anlass für Body-Horror wie in „Tiger Stripes“ aus Malaysia, mal ist ein Coming-of-Age-Drama Anlass für einen Blutrausch wie in den US-amerikanischen Filmen „Hellbender“ oder „Perpetrator“. In die Filmgeschichte taucht der Fokus ein mit Agnes Vardas’ Dokumentarfilm „Black Panther“ aus dem Jahr 1968 und mit der satirischen Hollywood-Komödie „9 to 5“ von 1980 mit u.a. Jane Fonda und Dolly Parton, dessen deutscher Verleihtitel den Inhalt schon im Kern vorwegnimmt: „Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um?

Neben Workshops, Panel-Diskussionen, einer Hommage an die Experimentalfilmerin Birgit Hein, der langen Filmnacht „The Devil inside“, einem Special-Screening zum Thema Frauenfussball sowie diversen Branchenveranstaltungen – unter anderem mit dem Nachwuchspreis Shoot für Studierende der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) und dem Spot on NRW, der in diesem Jahr auf die Produktionsfirma Weydemann Bros. („Systemsprenger“, „Tiger Stripes“) blickt – findet vom 16. bis 19. April im Rahmen des Festivals auch wieder ein umfangreiches Programm für Kinder und Jugendliche mit Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Kurzfilmen statt. 

IFFF – Internationales Frauen Film Fest Dortmund + Köln-Bonn I 16. - 21.4. I diverse Orte Iwww.frauenfilmfest.com

Das Programm:

Di. 16.4.:
19:00: Ellbogen (Eröffnung, Cineplex, mit Regisseurin Aslı Özarslan)

Mi. 17.4.:
18:00: Ellbogen (Odeon, mit Regisseurin Aslı Özarslan)
18:00: Prevenge (OV, Filmhaus)
18:00: Reas (OmU, Filmforum)
20:00: Hello Darkness (OV, Filmhaus)
20:30: Melk (OmU, Odeon, mit Regisseurin Stefanie Kolk)
20:30: Teaches of Paeches + Kurzfilm: Getty Abortions (OmU, Filmforum)

Do. 18.4.:
13:00: Raum fürs Kino - Kino als Raum: Kinokultur in NRW jetzt! (Workshop, Filmhaus)
16:30: Georgie (OV, Odeon)
18:00: Silent Sun of Russia (OmeU, Filmform)
18:00: Spot on, NRW: Weydemann Bros. (Diskussion, Filmhaus)
19:00: Mato sema em chamas - Dry Ground Burning (OmeU, KHM Aula)
19:30: Tiger Stripes (OmU, Filmhaus)
20:30: Chuck Chuck Baby (OmU, Filmforum)
20:30: City of Wind (OmeU, Odeon)

Fr. 19.4.:
11:30: Do You Speak Film? (Kurzfilmprogramm von jungen Migrantinnen, Filmforum)
14:00: Die feige Schönheit (OmU, Odeon)
15:30: King Coal (OmU, Filmforum)
16:00: Flinta* für Frieden - Palestinians and Jews for Peace (Diskussion, Filmhaus)
16:30: Life unrehearsed (OmU, Odeon)
18:00: Die Wolfsbaude (OmeU, Filmhaus)
18:00: Wütende Stummfilmpionierinnen (Filmforum)
20:00: Bye bye Tiberias (OmU, Filmhaus)
20:00: Life is not a competition, but I'm winning (OmU, KHM Aula)
20:15: Die lange Filmnacht: The Devil Inside (OV/OmU, Filmforum)
20:30: Animalia (OmeU, Odeon)
23:00: Festivalparty mit dem Mimosa Kollektiv (King Georg)

Sa. 20.4.:
12:00: Copa 71 (OmU, Filmforum)
12:00: Ellbogen (Odeon)
12:00: Panel: Rage & Horror als feministische Strategie (Filmhaus)
14:30: The Face of the Jellyfish (OmeU, Odeon)
15:00: Lesvia (OmU, Filmhaus)
15:00: Die Mädchen (OmU, Filmforum)
16:15: Mambar Pierrette (OmU, Odeon)
18:00: Apolonia, Apolonia (OmeU, Filmforum)
18:30: Hellbender (OV, Filmhaus)
20:30: Mummola (OmeU, Odeon)
20:30: Perpetrator (OmU, Filmhaus)
20:30: The Night of the Factory Girls (OmU, Filmforum)

So. 21.4.:
12:00: Bildertauchen: Birgit Hein (Filmforum)
12.00: Echo of You (OmU, Filmhaus)
14:00: A Place of Rage & Black Panthers (OmU, Filmhaus)
14:30: Camping du Lac (OmU, Odeon)
16:00: Warum eigentlich... bringen wir den Chef nicht um? (OmU, Filmhaus)
16:00: Was brennt/Kurzfilmprogramm (OmU/OV, Odeon)
19:00: Preisverleihung (Filmforum)
21:00: Preisträger:innen-Film (Filmforum)

Christian Meyer-Pröpstl

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