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Capote

Capote
USA 2005, Laufzeit: 114 Min., FSK 12
Regie: Bennet Miller
Darsteller: Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Clifton Collins jr., Mark Pellegrino, Bruce Greenwood, Chris Cooper, Amy Ryan, Bob Balaban, C. Ernst Harth, Michelle Harrison, Adam Kimmel, Bess Meyer

Meine Meinung zu diesem Film

Original & Synchro
Koyaanisqatsi (7), 06.05.2006

Vor ca. 4 Wochen habe ich das OmU gesehen, heute die deutsche Synchro. Auch wenn Hoffman im Original bei weitem besser ist - Respekt vor der deutschen Synchronstimme!

Die Fistelstimme, das näselnde - ging ein wenig verloren. Aber der merkwürdige Sprechgesang in der Stimme Capotes wurde sehr gut getroffen! Die Art und Weise, nicht lediglich "I'm sorry" zu sagen, sondern diesem kurzen Satz eine eigene "Melodie" zu unterlegen, kam sehr gut heraus in der deutschen Synchronisation.

Ansonsten kann man Hoffman eigentlich nicht hoch genug loben für diesen Film. Vor drei Monaten dachte ich noch, dass Joaquin Phoenix den Oscar bekommen muss für Johnny Cash, habe meine Meinung allerdings geändert nach Capote. Das nuscheln, näseln, die Körpersprache, Gestik, das kurze antupfen der Brille als Übersprunghaltung in unangenehmen Situationen ... eine tolle Leistung.

Mir fiel ebenfalls die zurückhaltende Musik auf, und im Nachspann habe ich dann auf Arvo Pärt gewartet, der aber nicht kam. Trotz der offenkundigen Plagiate (ich musste vor allen Dingen an "Heaven" denken) empfand ich die Musik als sehr wohltuend. Zurückhaltend, leise - der Situation angepasst.

Für mich auf jeden Fall ein absolut empfehlenswerter Film. Ob nun OmU oder die Synchro, möge jedem selbst überlassen bleiben. Ich bin überzeugt, beide Versionen lohnen.

Fesselndes Porträt ...
gutzi (182), 24.03.2006

... und das obwohl ja nur einige wenige Jahre aus dem Leben von Truman Capote gezeigt werden. Dennoch schafft es der Film nicht zuletzt dank der grandiosen Leistung von Philip Seymour Hoffman, einen gelungenen Einblick in diesen eitlen und so überaus egozentrischen Menschen zu gewähren. Seine wirklichen Motive bleiben für mich allerdings bis zuletzt unklar - hat er Perry wirklich nur eiskalt ausgenutzt oder war da nicht von Anfang an auch so etwas wie Sympathie oder gar Zuneigung? Wahrscheinlich könnte er diese Frage nicht einmal selbst beantworten.

D i e Story seines Lebens
juggernaut (162), 22.03.2006

Wenn der Künstler erkennt, dass er auch nur ein Mensch ist, kann das fatale Folgen für seine Kunstfertigkeit haben. Truman Capote hatte fünf Jahre lang getäuscht, getrickst und geblufft, um den beiden wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilten Männern alle Informationen zu entlocken, die er für seinen Tatsachenroman ?In Cold Blood? brauchte, und Anteilnahme und Freundschaft geheuchelt. In dem Moment, wo er den beiden auf ihre unmittelbar bevorstehende Hinrichtung wartenden Todeskandidaten ein letztes Mal begegnet, um von ihnen Abschied zu nehmen, bricht die distanziert-elitäre Künstlerfassade in sich zusammen. Der Autor muss erkennen, dass er nicht nur andere, sondern auch sich selbst getäuscht hat, und tatsächlich Anteil nimmt. Die anschließende Exekution live mitzuerleben gibt ihm den Rest.

Der Film entfaltet in diesem letzten Teil seine größte Wirkung. Im Grunde genommen sind die anderthalb Stunden davor eine einzige lange Exposition bis zu diesem entscheidenden Moment der Selbsterkenntnis. Manches davon hätte man vielleicht kürzen oder weglassen können, aber Philip Seymour Hoffmans Darstellungskunst hält das Interesse jederzeit wach.

Letztlich hat das Verbrechen nicht nur einer vierköpfigen Familie und ihren beiden Mördern das Leben, sondern auch Capote sein Künstlerleben gekostet. Nach ?In Cold Blood? brachte er keinen weiteren Roman mehr zu Ende.

Ein genialer Philip Seymour Hoffman,
Möhnchen (6), 13.03.2006

Ich habe mir diesen Film wegen Philip Seymour Hoffman angeschaut. Ich habe ihn damals in "Happiness" gesehn und dann immer mal wieder in kleineren Rollen. Er hat mir immer gut gefallen und ich hab mich gefreut das er endlich mal eine größere Rolle besetzt hat.Es war eine tolle schauspielerische Leistung.
Ich weiß nicht genug über Capote um zu beurteilen ob er so war wie er dargestellt wurde. Ich habe mir aber jetzt das Buch "Kaltblütig" gekauft und bin sher gespannt.
ich finde diesen Film sehenswert.

Ein Oscar für den Weltmeister im Nuscheln!
Loretta (43), 10.03.2006

Zum Glück hatte ich mich für die Fassung OmU entschieden. Philip Seymour Hoffman spielt und nuschelt absolut genial. Synchronisiert geht da sicher viel verloren, diese näselne, fistelige Stimme muss man einfach gehört haben und die Untertitel sind echt nötig, es fällt sonst schwer alles zu verstehen. Ansonsten fand ich hat der Film sich teilweise kaugummi-artig hingezogen. Ich war immer etwas hin- und hergerissen, mal zog es sich und dann wieder kam eine Szene mit Hoffman, der absolut gefesselt hat. Trotzdem ein sehenswerter Film, halt künstlerisch wertvoll und anspruchsvoll, keine Popcorn-Ware!

Meine Empfehlung: Anschauen!

Ein hoher Preis
thoreau (2), 08.03.2006

Am Anfang seiner Recherchen zu den Morden an der 4-köpfigen Farmerfamilie erklärt Capote, er wolle die Mörder, die ?Monster?, durch sein Buch wieder menschlich werden lassen. Doch dieses Ziel erweist sich für ihn als Fahrt ohne Wiederkehr: die Menschlichkeit in diesem sinnlosen, brutalen Gewaltakt zu entdecken zerstört schleichend sein Leben. Ein furchtbarer Preis, den er für den Blick in die kalte Seele des Mörders bezahlt.

Truman Capote wollte mit seinem Werk ?In Cold Blood? eine ?non-fictional novel? erschaffen, eine neue Form des dokumentarischen Romans, die so noch nie dagewesen war. Dem Regisseur ist es hervorragend gelungen, dieses Ziel auch filmerisch zu verfolgen: verrauchte, dicht gedrängte Parties in New York und ödes Hinterland mit braven Bürgern werden klischeelos und ohne Schnörkel in Szene gesetzt und stehen damit den intensiven Nahaufnahmen der Gesichter, den Emotionen und Gedankenwelten kontrastierend gegenüber. Ein spannendes Wechselbad zwischen Distanz und Nähe, zwischen äußerem Betrachten und Innerem Auge. Sehr sehenswert (jedenfalls im OmU).

Nicht immer spannend
ullg (8), 08.03.2006

Zwei Männer ermordem eine 4-köpfige Familie und werden anschließend zum Tode verurteilt. Diese Geschichte interessiert den Author Truman Capote, der die genauen Hintergründe dieser Tat mittels Interviews mit dem einen Täter erforscht. Das Buch konnte er allerdings erst dann zu Ende schreiben, als die beiden Angeklagten nach 5 Jahren in der Todeszelle hingerichtet wurden.

Der Film hält nicht das, was er verspricht und fixiert sich zu sehr auf die beiden Charaktere von Truman und Perry. Die anderen Personen rücken im Hintergrund, ihr Bezug zu Capote bleibt völlig unerwähnt wie Capotes Bemühungen, die Hinrichtungen zu verschieben. Wie ist z.B. sein Verhältnis zu Nelle Harper Lee, die ihn bei seinen Reisen begleitet? Capotes Charakter selbst wird sehr gut dargestellt: ein sehr exzentrischer Egomane auf der Suche nach Anerkennung. Durch dieses negative Image fällt es dem Zuschauer auch schwerer, eine Beziehung zur Hauptfigur aufzubauen. Der Anfang des Filmes wirkt noch relativ spannend, diese Spannung flacht jedoch mehr und mehr ab. Außerdem entfand ich den Film als zu langatmig, die Gespräche zwischen Capote und Perry waren teilweise sehr langwierig.

Fazit: Der Film ist nicht schlecht, aber man muss ihn nicht gesehen haben

Dazwischen
otello7788 (554), 06.03.2006

Philip Seymour Hoffman sehe ich schon seit "Magnolia" gerne auf der Leinwand. Erstaunlich, daß es dieser dickliche, eher unattraktive Mann in die Top Riege Hollywoods geschafft hat. Sollte Qualität wieder was wert sein und es eine "Gegen-Ben-Affleckisierung" geben? Schön wärs...

Aber trotzdem konnte mich der Film nicht überzeugen. Schon von den ersten Einstellungen an wurden wir Zuschauer auf etwas Bedeutungsvolles vorbereitet. Getragenen Klaviermusik - Landschaftstills. Aber hat das, was dann kam, wirkliche Bedeutung? Sind die Parallelen zwischen einem gestörten Schriftsteller und einem vierfachen Mörder wirklich bedeutend und wichtig?

Viel spannender ist doch der von Capote erwähnte Zusammenprall zwischen konservativ-ländlichem und städtisch-gewaltbereitem um den es in "Kaltblütig" geht. Was die, besser den, Täter letztlich zu dieser vollkommen sinnlosen Bluttat bewegt hat, kann man nur ahnen und passt nur kurz in die 114 Filmminuten.

So wird "Capote" weder Truman Capote gerecht, noch seinem berühmtesten Buch.

Tolle darstellerische Leistungen, hervorragende Kameraarbeit und Musik lassen den Film auf jeden Fall aus der Masse herausragen. So schwanke ich zwischen annehmbar und gut. (3,5 Sterne)


www.das-positiv.de

Oscarreif
Colonia (683), 03.03.2006

Wenn sich auch das letzte Drittel des filmischen Schriftsteller-Denkmals ein wenig zieht: Der Rest ist spannend wie ein Krimi. Und doch ist es ein Porträt. Ein Porträt über einen zuweilen linkisch tapsenden Sonderling, dann wieder bewusst andere Menschen ausnutzenden, einen, dessen Beweggründe nicht immer klar sind. "Capote" wirft unter anderem mal wieder die Frage auf, ob Kunst amoralisch sein darf oder gar muss. Nein, wirklich sympathisch ist Capote bestimmt nicht.

Philip Seymour Hoffmann wird in dieser Rolle in Erinnerung bleiben. Mein Oscar-Favorit! Nach dem Kinotrailer war allerdings schon klar, dass man den Film in der deutschen Synchronfassung kaum ertragen kann. Ich habe mich für die deutsch untertitelte Originalversion entschieden und muss sagen: Es lohnt sich.

Ich weiß nicht, wann ich zuletzt einen solchen Ansturm auf ein Kino/einen Film erlebt habe, wie gestern auf "Capote". Das Interesse scheint enorm. Ob es nun der undurchschaubare Dandy, die Hintergründe des ersten Fakten und Fiktion ("faction") vereinenden Romans, das Wissen um Capotes anschließenden Abstieg und einsames Ende oder die Lust auf einen vielprämierten Film ist - wer weiß. Vielleicht ist es von allem ein bisschen.

www.dieregina.de

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