Am 17.9. gingen rund 320.000 BürgerInnen bundesweit auf die Straße, um für fairen Welthandel und gegen TTIP/CETA zu demonstrieren, allein in Köln zwischen 40.000 (Polizeischätzung) und 55.000 (Organisatoren) Menschen verschiedenster Herkunft und Alters. Und die „Volkspartei“ SPD? Juckt das so wenig, dass sie zwei Tage später auf ihrem Parteikonvent mit deutlicher Mehrheit für CETA votierte. Arbeitnehmerrechte und Umweltstandards, über Jahrzehnte erkämpft, werden so wieder abgebaut. Die Wirtschaft hat eben immer recht. Ob Widerstand wirklich zwecklos ist, wird sich noch zeigen, denn verstummen lassen wird das die TTIP/CETA-GegnerInnen noch nicht.
Auch unser Monatsthema FRAUENRECHT belegt, dass errungene Werte nicht in Stein gemeißelt sind. Wir sprechen mit JUDITH BUTLER, Koryphäe auf dem Gebiet feministischer Theorie, über den konservativen Rollback gegen die Emanzipation, wie wir dagegen ankommen und warum sich der Feminismus mit den Zielen linker Bewegungen solidarisieren muss.
Weitere Texte zum Thema finden Sie in unseren Partnermagazinen engels (Schwerpunkt: Burka-Debatte – Je nackter, desto freier? Interview mit der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime, MINA AHADI) und trailer (Schwerpunkt: Matriarchale Gesellschaften: bloße Umkehrung des Patriarchats? Inklusive einer vergnüglich-bösen Glosse).
Es ist auch kein Zufall, dass Carl Sternheims Aufsteiger-Groteske „Die Hose“, eine Analyse ungehemmter Profitgier in Zeiten des Neoliberalismus, immer häufiger auf den Spielplänen steht. Die neue Intendanz im THEATER IM BAUTURM eröffnet so die neue Spielzeit. An welche Werte können wir denn heute überhaupt noch glauben? ALICE BUDDEBERG stellt diese Frage mit ihrer Inszenierung von „love you, dragonfly“ am Theater Bonn. Wir sprechen mit ihr über die unterschiedlichen Temperaturen einer Szene und die Liebe in der UdSSR.
Um „Deutschlands besten Bleistift“ WILLY FLECKHAUS geht es in kunst & gut. Das MAKK widmet dem stilprägenden Grafikdesigner von Zeitungen, Buchcovern und Plakaten die Schau „Design, Revolte, Regenbogen“. Vielfältig ist auch die bereits laufende PLURIVERSALE V der Akademie der Künste der Welt, auf deren Highlights unser Kunstwandel hinweist.
Einer Kategorisierung entzieht sich unsere choice of choices SWISS ARMY MAN von Daniel Kwan und Daniel Scheinert. Splatterkomödie? Buddy-Movie oder Body-Movie? Der Film zeigt körperliche Übergriffe und Deformationen und feiert den Körper gleichzeitig als Zeichen des Lebens – wenn’s sein muss, auch über den Tod hinaus.
Eine Parade der psychischen Probleme unserer Zeit ist DANI LEVYS Tragikomödie „Die Welt der Wunderlichs“. Im Gespräch zum Film erzählt er von verrückten Familien und einem gesunden Maß Publikumsüberforderung. Mit Jannis Niewöhner sprechen wir über seine Rolle in JONATHAN, Filmsets ohne Handyempfang und die Probleme eines Coming Outs.
Bei aller Wertschätzung für Regie und Schauspiel, die Feinmechanik eines Films macht vor allem der Schnitt aus. Montagekunst und Editoren würdigt vom 21.-24.10. zum 16. Mal das Festival FILMPLUS. Zwei Wochen zuvor, vom 7.-14.10., lockt mit dem FILM FESTIVAL COLOGNE ein Film- und Fernsehfestival, früher bekannt als Cologne Conference, erstmals unter neuem Namen aber mit ähnlich bewährten Inhalt.
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It's still a man's world?
Boko Haram hatte 400 Jungs getötet. Darüber wurde in deutschen Medien kaum berichtet, die Entführung der Mädchen fand aber weltweite Beachtung. Soviel zur Wertschätzung des Männlichen in dieser angeblich männlich dominierten Welt.
90% der Kinder werden nach Trennung und Scheidung der Mutter zugesprochen.
80% der Obdachlosen sind Männer.
Dreimal so viele Männer als Frauen begehen Selbstmord.
Männer haben eine niedrigere Lebenserwartung als Frauen: Vielleicht weil sie nicht erwarten können, dass man ihre Probleme sieht?
Und bevor nun der Shitstorm losgeht: Hinter jedem starken oder mächtigen Mann steht eine starke Frau. Es sind diese Frauen, die dieses "Geschäftsmodell" unterstützen.

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