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Über manche Frage aus dem Publikum musste Axel Prahl erst mal nachdenken
Foto: Carolin Wolters

Nazis, Eisbären und ein Kölsch zum Abschluss

12. April 2013

Axel Prahl kam zum Gespräch in die Filmpalette – Foyer 04/13

Am Sonntag, den 7. April, besucht Axel Prahl die Filmpalette, um seinen neuen Kinofilm „An Enemy To Die For“ persönlich vorzustellen. Obwohl es der erste wärmere Frühlingstag ist, kommen viele Zuschauer in das Programmkino unweit des Eigelstein. Nach einer knappen Vorstellung durch Kinobetreiber Joachim Kühn begrüßt Axel Prahl kurz die anwesenden Gäste und nimmt dann unter ihnen Platz, um gemeinsam mit ihnen den Film anzusehen.

In dem fiktiven Historiendrama führt Prahl als Geologe Friedrich Mann eine internationale Forschungsexpedition an, die sich im Sommer 1939 ins Eismeer aufmacht, um zu beweisen, dass die Kontinente der Erde einst zu einem einzigen Superkontinent vereint waren. Obwohl die Mission vom NS-Regime initiiert worden ist, sind außer dem Geologen Mann und seiner Assistentin Leni Röhr (Jeanette Hain) keine weiteren Deutschen an Bord, sondern neben der russischen Crew und dem norwegischen Kapitän zwei englische Wissenschaftler und ein schwedischer Dynamitexperte. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht und Friedrich Mann aus der Heimat den Befehl erhält, das alleinige Kommando zu übernehmen, um mit dem Sprengstoff ein englisches Kriegsschiff anzugreifen, eskaliert die Situation, und es entspinnt sich ein rasantes Drama um Vaterlandstreue und verletzte Gefühle.

Die Kölner Filmpalette hatte Schauspieler Axel Prahl eingeladen
Foto: Carolin Wolters

Nachdem die Schlussmusik verklungen ist, begibt sich Axel Prahl nach vorne, um mit Joachim Kühn und den anwesenden Gästen in den Dialog zu treten. So erfährt das sehr interessierte Publikum viele Hintergrundinfos zu der internationalen Co.-Produktion, etwa, dass die schwedischen, englischen, norwegischen und deutschen Schauspieler ihre Texte ursprünglich in ihren jeweiligen Muttersprachen spielten, während die „Verkehrssprache“ am Set Englisch war. Zu Axel Prahls Bedauern ging der Charme dieser Sprachenvielfalt in der deutschen Synchronfassung jedoch verloren.

Auch den englischen Titel des Films sieht der Schauspieler kritisch, da er, wie man auch im Publikum feststellt, mehr nach Hollywood-Blockbuster als nach europäischem Gemeinschaftsprojekt klingt. Äußerst positiv sieht Axel Prahl hingegen das Drehbuch, das für ihn nicht nur „klug“ geschrieben ist, sondern auch eine pazifistische Botschaft enthält. Auch wenn es reale Geschichte mit einer fiktiven Story mischt, solle man den Film nicht als „Geschichtsklitterung“ interpretieren. Ein solches Urteil passt für ihn eher auf Filme, die reale Geschichte nacherzählen.

Bei aller Qualität des Drehbuchs und der Schauspielerkollegen dürfte „An Enemy To Die For“ für Axel Prahl jedoch vor allem aufgrund des Drehortes ein besonderer Film sein. 400 km vom Nordpol entfernt hatte das Filmteam nicht nur mit der Enge an Bord und den körperlichen Reaktionen auf die Mitternachtssonne zu kämpfen, sondern musste sich auch vor allzu forschen Eisbären in Acht nehmen. Damit die Truppe ruhig schlafen konnte, bewachte nachts ein bewaffneter Aufpasser das im Packeis verankerte Schiff. Zur Identifikation mit der Rolle war es hilfreich, dass die Filmcrew auf so manchem Flecken Eis und Erde mutmaßlich die ersten Menschen waren. So wurde sie sogar tatsächlich zu einer Expedition in unerschlossenes Polargebiet.

Am Ende des Gesprächs kommt dann doch noch eine Frage zum „Tatort“: Man will wissen, was Axel Prahl lieber spielt, komödiantische Rollen wie die des Kommissars Frank Thiel, oder ernste wie in „An Enemy To Die For“? Das könne er nicht sagen, antwortet Prahl, denn für ihn sei die Hauptsache, dass eine Rolle interessant ist. Nach über zwei Stunden in dem Kino verlangt es Prahl nach einer Zigarette und darum bietet er an, das Gespräch in lockerer Runde vor dem Saal fortzusetzen. Der Wissensdurst der Gäste ist allerdings gestillt, und so können Joachim Kühn und sein Gast noch ein paar private Worte bei einem verdienten Feierabendbier wechseln.

Moritz Pohl

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