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Status Yo!
Deutschland/Schweiz 2004, Laufzeit: 123 Min.
Regie: Till Hastreiter
Darsteller: Sera Finale, Jan Eq, Pepi, Jamie, Saession, Yesim, DJ Quest, Codeak, Vern, Storm, 5 Amoks

Eine Clique Berliner HipHopper schlägt sich mit Geld-, Liebes- und anderen Alltagsproblemen rum, während es darum geht, ohne viel Geld eine große Party auf die Beine zu stellen. Turbulenzen sind vorprogrammiert und fordern den Ideenreichtum der amateurhaften Organisatoren heraus. Temporeicher und rauer Szeneeinblick Will man wirklich einen Spielfilm über deutsche HipHopper sehen? Man will, nach Jahren mittelmäßiger HipHop-Musik und peinlicher Lyrics aus Deutschland voller falsch verstandener Authentizitäts-Posen, die das übermächtige Bild des coolen, harten US-Rappers reproduzieren ? Ausnahmen bestätigen die Regel ? nicht. Aber man sollte wollen! Zumindest wenn es sich bei dem Spielfilm nicht um eine auf Spielfilmlänge aufgeblasene, realitätsferne Inszenierung von MTV-Clips mit "Bitches", schnellen Autos und anderen zweifelhaften Insignien von Erfolg handelt. Genau das ist Status Yo! nicht. Der Film kommt wirklich von unten ? Underground: "Stellen Sie sich mal vor, ich gehe zu einem TV-Sender und sage: Ich möchte einen Film machen mit knapp hundert bekifften HipHoppern, die allesamt noch nie geschauspielert haben. Wollt Ihr das bezahlen?" Die Antwort lautete in der Regel natürlich nein ? Regisseur Till Hastreiter hatte keine guten Karten bei der Finanzierung seines Filmes. "Status Yo! ist also konsequenterweise unabhängig, zu fünfundneunzig Prozent sogar privat finanziert." Das sichert dem Film eine raue und temporeiche Ausstrahlung, die viel vom Lebensgefühl der Protagonisten transportiert. Yesim, eine Deutsch-Türkin, flüchtet vor ihrem Bruder, der sie in die Türkei bringen soll; ihr Freund Sascha aka Saession rast durch Berlin, auf der Suche nach Yesim und flüchtend vor Geldeintreibern; Sera Finale irrt nach der Kündigung des Jobs und dem Rausschmiss aus der Wohnung ziellos umher; DJ Quest sucht in den Vororten seinen ihm unbekannten Vater; Der Grafitti-Künstler Dany spürt dem ominösen weißen Zug, dem Traum jedes Sprayers, hinterher; der Vielredner Vern hingegen ist immer am falschen Ort; und Yaneq und Jamie hetzen durch Berlin, um den geplanten HipHop-Jam ? der rote Faden des Films ? gegen alle Widrigkeiten zu organisieren. HipHop und Alltag werden hier im dokumentarischen Stil abgebildet, und das ist spannend genug und bedarf keiner deplatzierten Ghetto-Mythen. Die ästhetischen Einfälle genügen vollkommen, um aus Status Yo! einen intelligenten, humorvollen und vor allem rasanten Film zu machen ? wunderbar choreographierte Skinhead-vermöbel-Aktionen und surrealistische Traumsequenzen inklusive.

(Christian Meyer)

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