
Queens of the Dead
USA 2025, Laufzeit: 99 Min., FSK 16
Regie: Tina Romero
Darsteller: Katy O'Brian, Margaret Cho, Jack Haven
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Gewitzte Zombiefilmparodie
Party-Zombies
„Queens of the Dead” von Tina Romero
„Queens of the Dead“ ist keinesfalls der erste queere Zombiefilm! Schon 2007 realisierte das kanadische Regie-Enfant terrible Bruce LaBruce in Berlin seinen schwulen Zombiefilm „Otto; or, Up with Dead People“, der neben den üblichen propagandistischen Parolen und Pornoelementen vor allen Dingen Langeweile verbreitete. Tina Romeros Langfilmdebüt ist wesentlich unterhaltsamer geraten, zumal es der Erstlingsfilmerin gelungen ist, trotz ähnlicher Übertreibungen und Overactings ihrer DarstellerInnen einen durchweg professionellen Eindruck zu hinterlassen und kaum jemals dilettantisch zu wirken. Vermutlich hat die Anfang der 1980er Jahre als Tochter des Zombie-Papstes George A. Romero („Die Nacht der lebenden Toten“) und der Schauspielerin Christine Forrest geborene Regisseurin den richtigen Umgang mit lebenden Toten bereits mit in die Wiege gelegt bekommen.
Schon der Titel ihres Debüts spielt auf die „Dead“-Reihe ihres Vaters an, die es in den Jahren 1968 bis 2009 auf insgesamt sechs Filme brachte, an denen Tina sogar als Schauspielerin (in „Land of the Dead“) beteiligt war. Die queere Filmemacherin hat „Queens of the Dead“ nun auch dazu genutzt, mit einem größtenteils queeren Cast eine gagreiche Parodie auf das Lebenswerk ihres Vaters in Szene zu setzen.
Dres (Katy O’Brian) queerer Nachtclub in New York steht vor einem großen Problem, weil Top Act Yasmine (Dominique Jackson) ihren Auftritt kurzfristig abgesagt hat. Da meldet sich Sam (Jaquel Spivey) zurück, der als Dragqueen Samoncé dem Club einstmals zum Erfolg verholfen hatte, dann aber im entscheidenden Moment einen folgenschweren Rückzieher machte. Während im Yum-Club Befindlichkeiten ausgetauscht werden und zunehmend Chaos herrscht, tauchen Zombies in Brooklyn auf, die mit ihren tödlichen Bissen mehr und mehr Menschen in schleichende Untote verwandeln.
Das Besondere an Tina Romeros Langfilmdebüt ist zunächst einmal die Detailverliebtheit und Akkuratesse, mit der das queere Nachtleben im New York des 21. Jahrhunderts geschildert wird. Ihr diverser Cast vereint Lesben, Drag Queens, Nicht-Binäre, Transpersonen und Schwule zu einem schillernden Ensemble, das angesichts der bevorstehenden Apokalypse lernen muss, zusammenzustehen und alte Animositäten ad acta zu legen. Genau wie es George A. Romero in seinen besten Zombie-Filmen gelungen ist, Gruselmomente mit Gesellschaftskritik zu vereinen, hat auch „Queens of the Dead“ etliche sozialkritische Anspielungen zu bieten. Zu Beginn der Zombie-Epidemie sind bei Tina Romero die Untoten von durch Drogen zugedröhnten Party People kaum zu unterscheiden, im weiteren Verlauf des Films stieren die Wiedergänger pausenlos auf ihre Handys, während sie auf der Suche nach Frischfleisch durch die Straßen New Yorks schleichen. Romeros Debütfilm steckt voller liebenswerter Details und gelungener Gags und Anspielungen, so dass er sowohl Genreliebhabern munden dürfte als auch Anhängern aktuellen queeren Filmschaffens.
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(Frank Brenner)

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