
Der Unschuldige
Schweiz, Deutschland 2018, Laufzeit: 114 Min., FSK 16
Regie: Simon Jaquemet
Darsteller: Judith Hofmann, Christian Kaiser, Anna Tenta
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Beeindruckendes Frauenporträt mit surrealen Momenten
Last der Verantwortung
„Der Unschuldige“ von Simon Jaquemet
2014 machte Simon Jaquemet mit dem surrealen Jugendrama „Chrieg“ auf sich aufmerksam. Vier Jahre später widmet er sich einer Frau im mittleren Alter, der der Boden unter den Füßen zu entgleiten droht: Ruth arbeitet in einer Klinik mit Tierversuchen. Das löst einen Konflikt zu ihrem religiösen Leben mit ihrer Familie in einer Freikirche aus. Als dann noch ihr seinerzeit unschuldig wegen Mordes inhaftierter Jugendfreund wieder auftaucht, droht sie den Halt zu verlieren.
Jaquemets zweiter Film ist verstörend. Die Bilder sind blass-grauer Alltag, die Szenarien kühl. Nur in surrealen Sequenzen findet Ruth einen Ausweg aus den sie zunehmend erdrückenden Lebenszusammenhängen. Ein unangenehmer, aber auch ungewöhnlicher Film mit vielen Qualitäten jenseits üblicher Realismus-Standards.

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