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Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht
Großbritannien 2006, Laufzeit: 123 Min., FSK 16
Regie: Kevin Macdonald
Darsteller: Forest Whitaker, James McAvoy, Kerry Washington, Gillian Anderson, Simon McBurney, David Oyelowo, Abby Mikiibi Nkaaga, Adam Kotz

Auf Tatsachen beruhend zeichnet Kevin MacDonald den Weg eines jungen, schottischen Arztes zum Leibarzt des afrikanischen Diktators Idi Amin. Spannender Thriller um Macht und Blendung Afrika hat es Filmemachern dieser Erde in letzter Zeit angetan: Während sich deutsche Kinoproduktionen und TV-Mehrteiler mit Vorliebe der blonden Deutschen in exotischer Fremde widmen und ein Rassendrama aus Südafrika ("Tsotsi") den Auslands-Oscar absahnt, bettet Hollywood momentan gern Abenteuerfilme in dortige dramatische, gesellschaftspolitische Kontexte ein. Wenn darüber hinaus die Geschichten der Protagonisten auf wahren Begebenheiten beruhen, umso besser. Dieser Film erzählt von den Abenteuern eines Schotten in Afrika: Anfang der 70er hat Nicholas Carrigan (James McAvoy) gerade sein Medizinstudium abgeschlossen. Er ist noch jung und will die Welt sehen. Afrika verspricht Abenteuer, und so begibt er sich kurz entschlossen nach Uganda, wo sich Flirt und medizinischer Bedarf die Hand reichen. Der Zufall führt Nicholas mit Idi Amin (Forest Whitaker) zusammen, der gerade durch die Dörfer zieht und seine Tyrannei festigt. Der Diktator ist Schottland-Fan, und als Nicholas ihm bei einer leichten Verletzung am Straßenrand zu Hilfe eilt, werden schnell beidseitig Sympathien geweckt. Als der Wolf im Schafspelz seinem unbedarften Begleiter anbietet, als persönlicher Arzt in seine Dienste zu treten, spricht für den getrübten Blick des jungen Schotten nichts dagegen ... Forest Whitaker ("Ghost Dog") besticht in der Rolle eines Herrschers, der vom Ausland zur Zeit seiner Machtergreifung ebenso unkritisch hofiert wurde wie hier von Nicholas Carrigan. Whitaker wurde für sein charismatisches Spiel mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Trotzdem ist der Film kein Portrait eines Diktators: Regisseur Kevin MacDonald erliegt ähnlich wie sein Held und wie andere Filmemacher der Versuchung, in der Realität das Abenteuer zu suchen. Zunehmend merkt man dem Film den Drang zum Thriller an. Damit entbehrt der Film zwar Tiefe, bleibt aber spannend und thematisiert lebhaft anschaulich das unkritische Auge und die Gefahr der Verführung und Blendung durch Macht.

(Hartmut Ernst)

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