Frau Herr, schaffen die aktuellen Gesetze bei Lebensmitteln Klarheit für die Verbraucher?
Sophie Herr: Lediglich 40 Prozent der Verbraucher finden die Angaben auf Lebensmittelverpackungen verständlich. Das zeigt eine begleitende Untersuchung zum Projekt Lebensmittelklarheit.
choices: Herr Nassehi, gibt es in der EU ein Demokratiedefizit?
Armin Nassehi: In Europa ist ein Mechanismus außer Kraft gesetzt ist, der in den nationalen Demokratien überall funktioniert: Nämlich, dass Regierungen durch eine Opposition gezwungen werden transparent zu machen, warum sie gewisse Entscheidungen fällen.
Im „Globalen Korruptionsbarometer“ gelten Parteien und Medien als besonders korrupt – warum?
Justiz und Polizei schneiden in diesem Barometer besonders gut ab. Parteien und erstmals auch Medien dagegen besonders schlecht.
Die britische Tageszeitung „The Observer“ hat jüngst eine Liste der „50 wichtigsten neuen Radikalen“ der Insel veröffentlicht. Aufgeführt werden dort Personen und Projekte, die mit ihrem sozialen und politischen Engagement „auf radikale und kreative Weise“ wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität im Lande beitragen.
Gemeingüter haben Konjunktur. Nicht nur im Gartenbau, auch in der Wissenschaft (Open Access) oder in der Software (Open Source). Allen gemeinsam ist ein historisches Vorbild. Seit dem Mittelalter hatte fast jede Gemeinde Ackerflächen, die von allen Bewohnern gemeinsam bewirtschaftet werden konnten – die sogenannten Allmende.
choices: Frau Ivanov, Urban Gardening als Dienstleistung. Geht das?
Katrin Ivanov: Das, was wir machen, ist ja nur ein Aspekt des urbanen Gärtnerns. Die Bandbreite ist riesig. Bei der GemüseSelbstErnte gehört die Dienstleistung zum Konzept. Ohne einen Landwirt, der die Gärten anlegt, würde es nicht funktionieren.
choices: Frau Rieke, Herr Giesen, wann haben Sie denn mit der Pflanzstelle begonnen?
Rieke/Giesen: Vor zweieinhalb Jahren. Ein Freund hatte die „Prinzessinnengärten“ in Berlin kennengelernt, und dann hat er vier, fünf Leute zusammengetrommelt. Wir haben dann über einen Antrag bei einem Jugendprogramm der EU ein wenig Geld bekommen.
Köln ist schon länger eine grüne Stadt. Mit rund 800 Hektar ist der Äußere Grüngürtel die größte städtische Grünanlage – die Hälfte davon Wald. Der Innere Grüngürtel soll dazu in nächster Zeit weiter ausgebaut werden. Von 26 Hektar neuem Grün allein für die Südstadt ist die Rede.
In Deutschland gibt es nicht nur „Zuwanderer“, sondern auch „Auswanderer“. Diese „Entdeckung“ und die damit verbundene Furcht vor einem deutschen Brain-Drain schlug schon vor einigen Jahren kurzzeitig so hohe mediale Wellen, dass eine schweizerische Zeitung amüsiert unter dem Titel „Ärmer, älter, kleiner, dümmer“ zusammenfasste: „Die Liebhaber düsterer soziodemographischer Befunde kommen in Deutschland glänzend auf ihre Kosten.“
Bundesinnenminister Friedrich (CSU) warnt seit Monaten: Massen von „Armuts-Zuwanderern“ aus dem Süden würden bald unser Land überschwemmen. Vor allem Roma wollten unsere Sozialsysteme ebenso wie die Freizügigkeit der EU missbrauchen. Wie sich die Bilder gleichen: Ende der Achtziger Jahre erschien schon der „Spiegel“ mitdem Titel „Die Zigeuner kommen!“ und sah die Roma als Bugwelle einer „großen Flüchtlings-Flut“ aus dem Balkan.

Wutbildung
Intro – Belesene Gesellschaft
Druck lass nach
Teil 1: Leitartikel – Das Ende der Literatur wie wir sie kennen?
„Mit der heißen Nadel gestrickt“
Teil 1: Interview – Lektorin und Schriftstellerin Nina Weber gibt Einblicke in die Literaturbranche
Für eine Stadt, die schreibt und liest
Teil 1: Lokale Initiativen – Der Verein Literaturszene Köln
Literatur erster Klasse
Teil 2: Leitartikel – Ob ein Buch lesenswert ist, hängt nicht von Genres oder Debatten ab
„Bücherlesen ähnelt einer demokratischen Verständigung“
Teil 2: Interview – Literaturkritikerin Insa Wilke über klassische und neue Literaturkritik
Literatur ohne Bindestrich
Teil 2: Lokale Initiativen – Das Festival Literaturdistrikt in Essen
Bildschirm vs. Buch
Teil 3: Leitartikel – Über Lesekompetenzen in Smartphone-Zeiten
„Lesen ist die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe“
Teil 3: Interview – Verlegerin Julia Bielenberg über Leseförderung und Bildungspolitik
Lesen beginnt mit Lust
Teil 3: Lokale Initiativen – Germanistin Caroline Wittig führt Kinder an Literatur heran
Lesen als Bürgerrecht
Gegen die Lesekrise – Europa-Vorbild Spanien
Bestseller im Liveticker
Literatur und Bildung als Events der Leistungsgesellschaft – Glosse
Wohnträume
Intro – Das große Versagen
Von Vorwand zu Vorwand
Teil 1: Leitartikel – Politik ist nicht getrieben, sie lässt sich einspannen
„Für die Parteien steht viel auf dem Spiel“
Teil 1: Interview – Politologin Dorothée de Nève über Identität und Konsens in der Politik
Helfen statt Ausgrenzen
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Interkulturelle Zentrum in Köln-Nippes
Die Natur nimmt sich Zeit – die wir nicht haben
Teil 2: Leitartikel – Über Naturschutz, Wirtschaft und politische Kurzsichtigkeit
„Die Einschläge kommen näher“
Teil 2: Interview – Politologe Reinhard Loske über Naturschutz und wirtschaftliche Interessen
„Fellnasen“ im Wohnzimmer
Teil 2: Lokale Initiativen – Bochumerin hilft ehrenamtlich Fledermäusen
Die Demokratie endet mit einem Wimmern
Teil 3: Leitartikel – Politik muss begreifen: Die Bevölkerung ist systemrelevant
„Deutschland ist ungleicher geworden“
Teil 3: Interview – Soziologin Bettina Kohlrausch über Armut, Existenzängste und Sozialstaat
Entlastung ist nur ein Anfang
Teil 3: Lokale Initiativen – Kindertal-Vorsitzende Susanne Bossy über Kinderarmut in Wuppertal
Neues Vertrauen
Digitale Bürgerbeteiligung – Europa-Vorbild Spanien
Ist die Welt erst ruiniert …
Gut erzählt ist auch Ungerechtigkeit eine spannende Geschichte – Glosse
Empathie-Expertise
Intro – Bonus-Level