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Hass ist krass, Freundschaft ist krasser: Mitarbeiter von „Start with a Friend“
Foto: Rebecca Ramlow

Kultur als Brücke

28. November 2016

Initiative „Start with a Friend“ im Club Bahnhof Ehrenfeld – Spezial 12/16

Draußen wartet eine lange Schlange. Der Andrang ist groß an diesem Abend im Club Bahnhof Ehrenfeld. Neugierig drängeln sich schließlich Massen in den Tanzsaal. Dann setzt die Musik ein, und das Publikum ist begeistert. Eine musikalische Melange lädt die Gäste zum Tanzen und Klatschen ein, und die machen begeistert mit. Es erklingen arabische Klänge, gemischt mit elektronischen Beats des ursprünglich aus Istanbul stammenden und heute in Köln ansässigen Elektro Hafiz, einem Rockstar an der Baglama, einer Langhalslaute aus Anatolien, Musik der syrischen Band Murder Eyez sowie orientalische Folkmusik der internationalen Band Buntes Herz, die sich bereits mehrfach gegen Rassismus einsetzte, und last but not least der Kölschrock-Band Kasalla. Wer zweifelt, dass Integration gelingen kann, sollte sich vielleicht einmal so eine Party ansehen.

Organisiert wurde das Event „Miteinander Feiern: Aus Fremden können Freunde werden“ von der Initiative „Start with a Friend“, die Tandem-Partnerschaften zwischen Deutschen und Menschen aus aller Welt vermittelt. Die deutschlandweite Kampagne betreibt eine freundliche Flüchtlingshilfe, hat sich das Wort „Freundschaft“ buchstäblich zu Herzen genommen und aufs T-Shirt geschrieben und möchte zeigen, dass Integration sehr wohl gelingen kann. Von der Willkommens- zur Ankommenskultur lautet ihr Motto. Anhand von kulturellen Veranstaltungen möchten sie einen gemeinsamen Raum und eine Brücke für Gleichgesinnte schaffen, demonstrieren, dass alle Menschen gleiche Rechte haben – und dass Köln bunt ist und bleibt.

Seit März 2016 gibt es die Kampagne nun auch in Köln. Ca. 300 Tandem-Freundschaften sind hier bereits entstanden. Insgesamt wirken bei der internationalen Freundschaftskampagne inzwischen rund 700 Menschen mit – Kölner sowie Flüchtlinge aus zahlreichen Ländern. Alle ehrenamtlich. Das Kölner Team unter der Leitung von Lena Junker schaut, wer wohl am besten zusammen harmonieren könnte und bringt interessierte Freunde zusammen. Und es scheint zu funktionieren: So haben die Freunde schon viel zusammen erlebt, gelacht, getrunken und gemeinsam getanzt. In der Domstadt liegt der Schwerpunkt vor allem auf Events und Veranstaltungen. Demnächst gehen sie etwa gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt. Es gibt einen „Mums“-Day extra für Mütter und noch viele weitere Veranstaltungen.

AfD und Pegida können da draußen über Flüchtlinge debattieren oder hassen – an diesem Abend hier drinnen war jedenfalls nichts von Hass zu spüren: Im Club Bahnhof Ehrenfeld wurde stattdessen gemeinsam Musik gehört, getanzt und gelacht. Wer an einer Tandem-Partnerschaft interessiert ist, spenden oder sich informieren möchte, kann sich auf der Homepage der Initiative erkundigen.

Info: www.start-with-a-friend.de

Rebecca Ramlow

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