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Mit dem 24. Album unterwegs: das japanische Sludge-Trio Boris
Foto: Miki Matsushima

Weit und breit kein Sommerloch

27. Juli 2017

Für Festivals und Clubkonzerte gibt es kein Hitzefrei – Unterhaltungsmusik 08/17

Das Sommerloch regiert auch auf den Konzertbühnen, denkt man… Neben ein paar Festivalterminen gibt es im Sommer- und Urlaubsmonat August auch einige Clubkonzerte. Es beginnt mit IndieCologneFest 4 im Odonien. Am 4. und 5. August spielen für kleines Geld unzählige Kölner Bands auf dem charmanten Abenteuer-Schrottplatz, darunter auch bekanntere Acts wie Angelika Express, Locas in Love oder Eric Pfeil. Und es geht gleich weiter mit einem kleinen Umsonst-und-draußen-Festival: Das Ballroom Blitz Open Air gegenüber des Sonic Ballroom versammelt am 5.8. ab 16 Uhr die Kölner 6t‘s Garage-Punkband Hara Kee-Rees, die Kölner Punkband Knochenfabrik, die One-Man-Bluesband Mighty Mike, die traditionsreiche Saarbrückener Punkband Steakknife, H-Bomb Holiday Camp aus Köln und die Ska-Punker Al Skapone, ab 22 Uhr geht es als Party weiter im Sonic Ballroom.

Vier Tage darauf beginnt bereits um 19 Uhr ein Abend mit einer Paneldiskussion zu Herkunft und Geschlechterbild im Cumbia, um 20 Uhr werden dann die ehemaligen argentinischen Punkerinnen mit ihrer 2007 gegründeten Band Kumbia Queers letzteres ordentlich durcheinander wirbeln (9.8., 20 Uhr, Clubbahnhof Ehrenfeld). M. Walking on the Water hatten mit ihrem Indie-Folk Ende der 80er Jahre ein paar kleine Hits. Und wer hätte das gedacht: Sie gibt es immer noch! Irgendwo zwischen Violent Femmes und The Band of Holy Joy kann man sie vielleicht einsortieren (10.8., 21 Uhr, Blue Shell). Dirty South-Rapper Lil Wayne geht nun doch nicht in Rente. Nach über 100 Millionen verkauften Alben und einem andauernden Streit mit seinem Label wollte er sich eigentlich zurückziehen, doch jetzt hat er einige neue Tracks auf YouTube gedroppt und tourt auch wieder. Nichts wie hin, bevor er es sich wieder anders überlegt (13.8., 20 Uhr, E-Werk). Langsam und mächtig tief drückt und schiebt die Musik, die Boris seit 25 Jahren auf 24 Alben veröffentlicht haben. Das japanische Sludge-Trio hat sich nach einem Melvins-Song benannt, und die drei verbliebenen Gründungsmitglieder geben sich große Mühe, dieser Referenz nach wie vor Ehre zu erweisen. Zwischen dröhnenden Abstraktionen und songorientiertem Dröhnen gelingt ihnen das sehr gut (15.8., 20.30 Uhr, Underground).

Vom 16. bis 20. August findet zum 14. Mal das c/o pop Festival in Köln statt. Am Ende ist alles Geschmackssache, aber der Wille, eine gute Mischung aus bekannteren und unbekannteren jungen und auch regionalen Acts für ein Festival zusammenzustellen, das an 16 unterschiedlichen Orten mitten in der Stadt passiert, ist schon mal ein Qualitätsmerkmal. In diesem Jahr ist u.a. dabei: orientalische Elektronik von Omar Souleyman oder Acid Arab, akustischer Minimal von Daniel Brandt, Clubbiges von Matias Aguayo und Lena Wilikens, Campes von Perfume Genius oder Krautiges von der Kölner Supergroup Cologne Tapes und natürlich vieles, vieles mehr. Es gibt Tagestickets und Festivaltickets (Info: c-o-pop.de). David Thomas und Pere Ubu sind mit dem letzten Album „Carnival of Souls“ auf eine neunköpfige Band angewachsen, die Moon Unit. Damit will man die Notwendigkeit einer Vorband umgehen, deren Platz man dann gleich selber einnimmt und das Albummaterial improvisiert bzw. das nächste schon andeutet. So oder ähnlich sieht das Konzept der aktuellen Tour dieser immer noch grandiosen ehemaligen Post-Punk Band aus (30.8., 21 Uhr, King Georg).

Christian Meyer-Pröpstl

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