
Stromberg – Wieder alles wie immer
Deutschland 2024, Laufzeit: 95 Min., FSK 12
Regie: Arne Feldhusen
Darsteller: Christoph Maria Herbst, Bjarne Mädel, Oliver Wnuk
>> stromberg.myshow.de/
Stromberg reloaded
Raspa (403), 17.12.2025
Was haben wir uns über die deutsche Version von "The Office" amüsiert! Was für starke Typen haben sich Husmann und Feldhusen damals erdacht. Die Frage ist natürlich: Trägt dieses Ensemble der 00er und frühen 10er Jahre auch heute noch? Ich entscheide mich für ein salomonisches "Ja und nein".
Stromberg selbst ist ganz der Alte, auch wenn er behauptet, nicht mehr der "King Kong - Mann" von damals zu sein. Daran ist nur richtig, dass er nie ein kraftvoller Macho gewesen ist, sondern stets ein armes Würstchen war, das sich gerne aufplustert - und daran und an seinen Manierismen hat sich gar nichts geändert.
Tanja ist so tüchtig und ehrgeizig wie eh und je, und man kann nicht recht nachvollziehen, wie sie mit diesem Ulf, der noch ein wenig larmoyanter geworden ist als damals, immer noch zusammen leben kann.
Interessant ist die Darstellung "Ernies", der sich äußerlich am meisten verändert hat. Er scheint zumindest als Coach für Mobbimg - Opfer einen gewissen Erfolg zu haben, strahlt aber dennoch weiterhin nur wenig echtes Selbsbewusstsein aus.
Ein interessanter Charakter ist Jennifer, anlehnungsbedürftig wie eh und je; fiel sie damals auf Stromberg herein, so hat sie nun einen Julian zum Freund, der auch alles andere als ein Romeo ist.
Er gehört zu der Gruppe junger Leute, die ständig alles posten und konsumieren, was ihnen vor die Mobil - Linde kommt.
Eingebettet ist dieses "Klassentreffen" in eine Rahmenhandlung, in der die alte Truppe einem Fernsehpublikum vorgeführt werden soll: "Stromberg - Das große Wiedersehen". Dies dient gewissermaßen als Metaebene, um zu verdeutlichen, wie sehr sich die Maßstäbe dessen, was zum Lachen freigegeben ist und was nicht, verschoben haben.
Ein Problem der Spielfilmform ist, dass in den 95 Minuten manches etwas zerfasert, was sich auf zwei oder drei Folgen einer Serie besser aufteilen ließe.
Es gibt immer noch eine Reihe guter Gags und Sprüche, aber Stromberg wäre einfach im Serienformat besser aufgehoben. Von daher sollte man diesen Film als seinen endgültigen Abschiedsauftritt ansehen und ihn in Ruhe in Rente gehen lassen.

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