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Es gibt 364 Beiträge von Raspa

West Side Story

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Gelungenes Remake

06.01.2022

Sähe man diesen Film und wüsste vorher nicht, wer ihn gedreht hat, käme man dann auf den Namen Spielberg? Wohl kaum, denke ich, was aber nur belegt, dass dieser Regisseur wirklich in allen Sätteln gerecht ist. Warum lohnt es sich, dieses klassische Musical noch einmal zu verfilmen? Spielberg überträgt es ja nicht in die heutige Zeit, die Kulissen, die Autos, die Mode, alles bleibt im Stil der Entstehungsepoche. Was modern ist, das ist der Mut, die Puertoricaner viel Spanisch sprechen zu lassen ( unsynchronisiert und ohne Untertitel! ), und auch, wenn sie auf Englisch singen, bleibt ihr Akzent immer unüberhörbar. Und gesungen und getanzt wird ganz ausgezeichnet! Zudem werden die Identitätsprobleme - wann ist man ein "echter" Amerikaner und wann nicht? - stärker betont als in der früheren Filmfassung, soweit ich mich an diese erinnern kann.
Die Lieder werden untertitelt. Die Übersetzung stellte mich nur teilweise zufrieden. Die wunderbaren Lyrics des kürzlich verstorbenen St. Sondheim werden oft zu frei und unnötig schwülstig übersetzt, versuchen auf unangemessene Weise allzu poetisch zu sein.
Die beiden Protagonisten sind hinreißend in ihrer wunderbaren Jugendlichkeit, was auch insgesamt für die Besetzung gilt. Gute Arbeit des Casting-Teams!
Fazit: Ein sehenswerter Film auch für Nicht-Musical-Fans wie mich.

Respect

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Respekt!

02.12.2021

Es gibt vielleicht ein wenig zu viele Musiker - Biopics in den letzten Jahren. Dieses hier ist aber etwas anders, und zwar, weil es sehr viel mehr als die Bisherigen auf die Kraft der Musik vertraut. Oft werden die berühmten Songs ja sonst nur angetippt, und schon geht es im Sauseschritt weiter durch das Leben der Protagonisten, meist mit vielen Rückblenden garniert. Hier wird fast ausschließlich chronologisch erzählt, endend mit der Aufnahme des berühmten Gospel - Albums in einer Kirche, das überraschend ihr erfolgreichstes werden sollte. Jennifer Hudson ist von ihren darstellerischen Fähigkeiten her vielleicht nicht die größte Künstlerin, dafür jedoch hat sie eine umwerfende Stimme, die der von Aretha beachtlich nahe kommt. Und beim Singen erreicht sie auch die mimische Überzeugungskraft, die ihr sonst ein wenig abgeht. Sehr gut agiert Forest Whitaker als zugleich liebevoller wie autoritärer und bisweilen cholerischer Vater, ein Freund und Gefährte von M. L. King, dessen Anliegen Aretha auch vehement unterstützt. Sie wird im Übrigen nicht glorifiziert, denn auch einige weniger schmeichelhafte Seiten ihrer Persönlichkeit werden nicht ausgespart.
Insgesamt ein Film, der vor allem Freunden der Soul-Musik mit Sicherheit gefallen wird.

Nomadland

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She's the one

25.11.2021

Es ist eine großartige Sache, dass der - neben Meryl Streep - größte weibliche Star des amerikanischen Kinos eine so völlig unglamouröse und unprätentiöse Person wie Frances McDormand ist. Sie ist in jeder ihrer Rollen einfach grandios ( ganz besonders fabelhaft war sie übrigens in der Miniserie "Olive Kitteridge" nach dem Roman von E. Strout, besorgen Sie sich diese DVD! ), und so auch hier als entwurzelte Fern, die per Van durch die amerikanischen Lande zieht. Allerdings muss ich ganz ehrlich gestehen, dass ich den Film, allen Auszeichnungen zum Trotz, doch ein wenig langatmig fand. Gewiss, auf äußerliche Spannung wurde hier bewusst verzichtet, und doch, etwas mehr Tempo hätte vielleicht nicht geschadet. Schon seiner großartigen Hauptdarstellerin wegen lohnt das Ansehen jedoch auf jeden Fall.

Contra

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Milde Milieukomödie

12.11.2021

Als "Wohlfühlfilm" wurde der Film in der "ZEIT" deklariert, und das war keineswegs positiv zu verstehen. Und ja, an dieser Kritik ist etwas dran. Den Konflikt zwischen einem sarkastischen Snob und einer bildungshungrigen Migrantin hätte man durchaus mit mehr Biss inszenieren können. Die Nebenfiguren aus Familie und Umgebung der jungen Frau bleiben sehr flach, so dass die Last der Zuschauerwirkung fast vollständig von den beiden Protagonisten getragen werden muss. Die beiden spielen allerdings sehr gut, wobei es mir bei Ch. M. Herbst so geht, dass ich immer noch ein wenig den "Stromberg" wiedererkenne, selbst wenn es eigentlich eine völlig andere Figur ist, die er jeweils spielt. Das mag ungerecht sein, ist jedoch eine Folge, wenn man einen Schauspieler sehr lange in einer Serienrolle verfolgt hat. Dass die Lust des Professors am arroganten Sarkasmus auf eine Familientragödie zurückgeführt wird, erschien mir wenig überzeugend, wirkte wie eine etwas angepappte Rechtfertigung für dessen verbale Provokationen. Aber dafür kann Herbst nichts, das ist dem doch etwas glatt gebügelten Drehbuch zuzurechnen.
Insgesamt: Ein netter Film, der zwei Stunden lang gut unterhält, der Probleme wie Integration und Alltagsrassismus jedoch etwas oberflächlich abhandelt.

Ich bin dein Mensch

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Anregend

04.11.2021

Der klugen Rezension, die man auf dieser Seite unter "Filmkritik" lesen kann, ist nicht viel hinzuzufügen. Die beliebte Klischeeformel, der Film "rege zum Nachenken an", hier trifft sie durchaus zu. Vor allem tragen die beiden Hauptdarsteller die Handlung mit großer Spielfreude. Mir hat auch gefallen, dass Maria Schrader nicht versucht hat, diese Handlung in eine fernere Zukunft zu versetzen, in der dann alle möglichen Requisiten irgendwie "futuristisch" erscheinen müssten, sondern sie einfach im Heute, allenfalls vielleicht in der ganz nahen Zukunft spielen zu lassen, so dass die Ausstattung nicht von der eigentlichen Thematik ablenken kann.
Sehenswert und unterhaltsam.

Die Outsider

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Gut gealtert

03.11.2021

Schön, dass man diesen frühen Coppola jetzt - zumal in der vom Regisseur verlängerten Fassung - im Kino sehen konnte. Es ergeben sich für den Betrachter verschiedene Zeitebenen. Einerseits ist der Film selbst fast vierzig jahre alt, andererseits wurde der Roman, der als Vorlage diente, im Jahr 1967 geschrieben, und so ist denn auch die Handlung etliche Jahre vor der Entstehungszeit angesiedelt, was sich atmosphärisch auch deutlich widerspiegelt. Diese Handlung erinnert entfernt an "West Side Story", denn auch hier geht es um zwei jugendliche Cliquen, die einander erbittert bekämpfen. Dementsprechend spielt Gewalt eine gewichtige Rolle ( immer wieder werden drohend Messer aufgeklappt, was ja leider wiederum für uns eine traurige Aktualität hat ), andererseits gibt es aber auch sehr enge Jungenfreundschaften und eine gewisse Sentimentalität, die vermutlich der Vorlage der überaus jungen Autorin des Romans geschuldet ist. Der Film nimmt sich auf heutzutage unübliche Weise viel Zeit für die Entwicklung der Beziehungen und der Figuren und enthält viele ausgesprochen schöne Großaufnahmen.
Insgesamt eine lohnende Wiedentdeckung!

Isle of Dogs – Ataris Reise

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Weiterhin aktuell

12.08.2021

Der politische Gehalt des Films wurde ja bereits angesprochen. Jetzt, 2021, muss man spontan an Lukaschenko und sein tyrannisches Regime denken, wenn man diesen Film sieht. Der Diktator hat dort, abgesehen von der japanischen Physiognomie, auch eine gewisse äußere Ähnlichkeit mit dem ekelhaften Herrscher in Weißrussland.
Was mir an der Tricktechnik besonders gut gefallen hat, ist die Symbiose aus modernsten digitalen Mitteln und einer irgendwie altmodischen Machart, die fast an Scherenschnitte erinnert.
Ich habe mir den Film im Original angesehen, was angesichts des Tempos, in dem weitgehend gesprochen wurde, eine echte Herausforderung war. Aber schließlich waren es ja sehr bekannte Schauspieler/innen, die den Figuren ihre Stimmen liehen, so dass ich auf den Originalklang nicht verzichten wollte.

Der Rausch

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Nicht langweilig

28.07.2021

Wir sind den Irrungen und Wirrungen vier dänischer Lehrer und ihrer Umgebung gerne gefolgt. Die Schauspieler sind großartig, allen voran natürlich Mads Mikkelsen. Das offene Ende mag man "unentschlossen" finden; ich sehe es eher als sinnvoll an, dass am Ende offen bleibt, ob z.B. Martins Ehe noch eine wirkliche Chance zum Neubeginn hat. Lassen Sie sich also nicht vom Besuch dieses interessanten Films abhalten.

Zelig

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Überaus amüsant

26.03.2021

Ich habe mir "Zelig" nach langer Zeit wieder einmal angesehen und muss sagen, dass es ein großes Vergnügen war. Keinesfalls einer von Allens schwächeren Filmen, wie Kinokeule meinte. Im Gegenteil, der Drang, sich vor anderen in möglichst vorteilhaftem Licht zu zeigen, ist gerade heute, in Zeiten der sog. Sozialen Medien, ein höchst aktuelles Thema. Besonders vergnüglich fand ich die Beteiligung solcher Geistesgrößen wie Susan Sontag, Saul Bellow und Bruno Bettelheim ( mit wunderbarem deutschem Akzent! ), die sich nicht zu schade waren, mit todernstem Gesicht pseudo - dokumentarische Interviews zu Zeligs Persönlichkeit zu geben. Der fabelhafte 20er Jahre - Soundtrack wurde ja von Kinokeule schon entsprechend gelobt. Nicht zuletzt musste ich auch wieder feststellen, dass Mia Farrow, die ich in ihrer realen Rolle als Chefanklägerin ihres Ex - Ehemanns sehr kritisch sehe, in seinen Filmen immer ganz wunderbar agiert hat. Insgesamt eine Perle aus Allens Schaffen, die ein Wieder-Sehen lohnt.

Angels' Share - Ein Schluck für die Engel

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Loach being funny

12.12.2020

Der Film weist nicht die unerbittliche Sozialanklage auf, die sonst typisch für Ken Loachs Filme ist. Statt dessen mal eine recht unterhaltsame Komödie, natürlich schon aus dem vertrauten Milieu, hier aber mal recht witzig und ohne den sonst bei ihm gewohnten Furor und sogar - would you believe it - mit einer Art von Happy Ending. Das reicht für einen netten Heimkinoabend.

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