
Still the Water
Japan, Frankreich, Spanien 2014, Laufzeit: 120 Min., FSK 6
Regie: Naomi Kawase
Darsteller: Nijiro Murakami, Jun Yoshinaga, Miyuki Matsuda, Tetta Sugimoto, Makiko Watanabe
>> www.still-the-water.de
Coming-of-Age Drama um Leben, Liebe, Tod und Wiedergeburt
Poetische Symbolik
„Still the Water“ von Naomi Kawase
Die Natur übernimmt von Beginn an eine Hauptrolle in diesem vielfach preisgekrönten Film: Da sind die Wellen, die eine Leiche ans Ufer spülen, da müssen wir minutenlang dem Ausbluten einer Ziege zusehen – und meinen dabei, ihre Seele entweichen zu hören. Genauso wie die von Kyokos sterbender Schamanen-Mutter, der aber eine Wiedergeburt bevorsteht. Dazwischen hadert Kaito mit seiner alleinerziehenden Mutter und ihren Liebhabern, sucht verzweifelt die Nähe seines Vaters, lehnt aber Kyokos ab. Schließlich haben sie doch Sex und geben sich, nackt, dem Meer hin.
Mit gleichsam dokumentarischer wie poetischer Kraft bringt Naomi Kawase Natur und Mensch in Einklang, ohne je in süßliche Esoterik zu verfallen. Und wenn Kaito und Kyoko Fahrrad fahren, dann hat das jene Leichtigkeit wie bei „Jules und Jim“.
(Rolf-Rüdiger Hamacher)

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