
So Damn Easy Going
Schweden, Norwegen 2022, Laufzeit: 91 Min., FSK 12
Regie: Christoffer Sandler
Darsteller: Nikki Hanseblad, Melina Benett Paukkonen, Shanti Roney
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Emotional glaubwürdige Coming-of-Age-Geschichte
Scherben kitten
„So Damn Easy Going” von Christoffer Sandler
Manchmal läuft einfach gar nichts rund und die Ereignisse überschlagen sich, ziehen einen immer tiefer hinab in einen Strudel der Missgeschicke und Katastrophen, aus denen man aus eigenem Antrieb nur schwer von alleine wieder herausfinden kann. In solch einem Lebensabschnitt befindet sich gerade die Teenagerin Joanna (Nikki Hanseblad), die an ADHS leidet und deswegen mit ihrer ständigen Quirligkeit vielen ihrer Mitmenschen auf die Nerven fällt. Eigentlich nimmt sie Medikamente ein, um ihr Leben unter Kontrolle zu halten, doch seit dem Tod ihrer Mutter ist ihr Vater (Shanti Roney) in eine schwere Depression gefallen und nicht mehr arbeitsfähig – weswegen das Geld der Haushaltskasse knapp wird. Doch Joanna weiß, dass sie die ADHS-Medikamente dringend braucht, zumal sie gerade die Bekanntschaft mit ihrer neuen Mitschülerin Audrey (Melina Paukkonen) gemacht hat, die sie überaus sympathisch findet. Doch ohne ihre Medizin verhält sich Joanna unvorhersehbar, macht immer wieder den Eindruck der Unzuverlässigkeit und Sprunghaftigkeit. Aber Audrey von ihrer nicht gerade vorbildlichen Familiensituation und ihrer eigenen misslichen Lage zu erzählen, ist für Joanna auch nicht gerade die naheliegendste Lösung. Durch ihre Bettbekanntschaft Matheus (Emil Algpeus) schmiedet Joanna dann einen Plan, wie sie an das benötigte Geld kommen kann, um sich die Medikamente wieder leisten zu können: Denn Matheus dealt mit Drogen…
Für sein Langfilmdebüt hat der schwedische Serienregisseur Christoffer Sandler einen Roman von Jenny Jägerfeld („Der Schmerz, die Zukunft, meine Irrtümer und ich“, „Mein geniales Leben“) für die Leinwand adaptiert, der sich, wie einige der preisgekrönten Vorgängerwerke der schwedischen Schriftstellerin, mit psychischen Problemen und Erkrankungen beschäftigt. Sandler ist es in „So Damn Easy Going“ erstaunlich gut gelungen, die ADHS seiner Protagonistin in packende Bilder zu transferieren, die es dem Zuschauer ermöglichen, in deren Seelenleben einzutauchen. Überhaupt ist dieser Debütfilm visuell erstaunlich originell und mitreißend gestaltet. Hinzu kommt, dass die noch weitgehend unbekannten Darsteller (Nikki Hanseblad ist hier beispielsweise das erste Mal vor einer Kamera zu sehen!) ihre Figuren mit viel Feingefühl und emotionaler Glaubwürdigkeit ausstatten, weshalb man den sich auf spannende Weise zuspitzenden Ereignissen durchweg mit viel Interesse und Sympathie für die Charaktere folgt. Darüber hinaus macht der Film eindringlich deutlich, dass es der Unterstützung und vorbehaltlosen Akzeptanz anderer bedarf, um aus einem seelischen Tief wieder herauszufinden.

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