Fast & Furious 6
USA 2013, Laufzeit: 130 Min., FSK 12
Regie: Justin Lin
Darsteller: Vin Diesel, Paul Walker, Dwayne Johnson, Michelle Rodriguez, Tyrese Gibson, Jordana Brewster
>> movies.universal-pictures-international-germany.de/fast-furious-six/
B-Movie-Actioner
Überhohlspur
„Fast & Furious 6“ von Justin Lin
Was ist da eigentlich los? Eine Klicke testosterongesteuerter Amis fahren unter der Führung eines Meister Propers für Arme mit frisierten Pkws um die Wette, kriminalisieren sich auf internationaler Ebene, röhren durch die Hauptstraßen der Metropolen und leben das Wunschleben ihrer Zielgruppe vor: Cool sein, coole Autos fahren, heiße Girls checken. Letztere Vorzüge bedient James Bond seit über fünfzig Jahren. Nur riecht bei dem die Leinwand nicht nach Schweiß und Benzin. Das wiederum übt Reiz genug aus, der dieser Serie nun bereits die fünfte Fortsetzung beschert. Und diesen Erfolg muss man zuerst einmal respektieren.
Und Respekt ist natürlich auch für die schnellen & wilden Boys & Girls hinterm Lenkrad oberstes Gebot. Respektiert werden und Respekt zollen. Selbst dem Gegner. Aber auch nur, weil es einen selbst stärker macht, wenn man die Stärken des Gegenübers respektiert. Und natürlich braucht jeder Mann einen Kodex. Und ein Auto. Und eine Familie. Und da ist es egal, ob die Familie meine Gang ist oder mein Polizeirevier. Noch was vergessen? Ach ja, Loyalität. Diese Tugenden bilden den philosophischen Überbau für sämtliche Beteiligten. Aber bevor solcherlei Straßenphilosophie zu komplex wird, bricht man einfach alles auf eine Grundregel herunter, die Oberste Direktive des Asphalts: „Zeig mir, wie du fährst, und ich sag dir, wer du bist.“
Kopf aus, nächster Gang rein die Sechste: Toretto (Vin Diesel) hat sich in den Ruhestand zurückgezogen, Brian (Paul Walker) lebt den Familientraum. Da sie in den USA gesucht werden, geht das nur fern der Heimat. Aber da scheint ja auch die Sonne. Außer in Russland, wo ein Schurke namens Shaw (Luke Evans) mit einer Handvoll Autonarren eine „Technobombe“ zu erbeuten gedenkt. Damit ist der Weltfrieden bedroht. FBI-Agent Hobbs (Dwayne Johnson) will den Schergen das Handwerk legen und bittet Toretto & Co. um Hilfe. Als Belohnung stellt er der „besten Crew der Welt“ Straffreiheit in Aussicht.
„Fast & Furious“ – seelenloses Actionkino, Darsteller ohne Charisma, keine Spannung, kein Stil, kein Charme. Ein B-Movie-Kandidat, der sich aus Tempo, hanebüchenen Blechschäden und Sprüchen nährt. Man könnte das Ganze mit einem ironischen Ansatz aufwerten – wenn es die Zielgruppe nicht besser wüsste, die sich nach dem Kinobesuch hormonell aufgepumpt zurück auf die Straße begibt. Aber das Kino braucht nun mal das Jungskino, so wie die Autobahn die Überholspur. Und eines muss man ihm zugute halten: „Fast and Furious“ will nicht mehr sein als es ist: Reifenquietschkino für die Fans. Und die Fans, das sind kleine Jungs über 16. Jungs, die es seit fünfzig Jahren zum Trash zieht, zum B-Movie, zum Grindhouse. Nur ist „Fast & Fruious“ nicht Trash genug und natürlich jenseits von Grindhouse und fern von nachhaltigem Kult. Auch im Genre Actionfilm, für den sie den Charme entbehrt, der die Serie auch noch in dreißig Jahren attraktiv macht. So wie „Stirb langsam“, so wie „Lethal Weapon“. Nein, Toretto & Co. geben Gas im Augenblick und hinterlassen keine Spuren. Und schon gar keine Bremsspur. Denn wer bremst…
(Hartmut Ernst)

Einmalig in der deutschen Filmszene
„Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ im Weisshaus – Foyer 06/26
Kino ist Oper ist Kino
Das Singspiel und die Leinwand – Vorspann 06/26
Ein Wonnemonat für Filmfans
Neustarts und Preisverleihungen im Mai – Vorspann 05/26
„Es geht vor allem um Selbstermächtigung“
Regisseur Markus Schleinzer über „Rose“ – Gespräch zum Film 05/26
Was es bedeutet, ein Mädchen zu sein
„Girls Don’t Cry“ im Odeon – Foyer 04/26
Die Hose als Freiheit
NRW-Premiere von „Rose“ im Düsseldorfer Cinema – Foyer 04/26
Köln als Geburtsstadt des Kinos
Stefanie Wüster-Bludau über die Jubiläumsveranstaltung „Wir feiern 130 Jahre bewegte Bilder“ – Portrait 04/26
Feiern im Kreis von Freunden
„Die Schwester der Braut“ im Filmforum – Foyer 04/26
Filme in die Welt tragen
Das Internationale Frauenfilmfest Dortmund+Köln – Festival 04/26
„Kein großes Spektrum an Geschlechtsvielfalt“
Schauspielerin Caro Braun über „Rose“ – Roter Teppich 04/26
Ein Fest im Dunkeln
20 Jahre Filmforum NRW – Festival 04/26
Weimerer Republik
Zur freien Filmkunst – Vorspann 04/26
Film für die ganze Familie
„Mein Freund Barry“ im Cinedom – Foyer 03/26
Was uns blüht
Die Oscars und die Zukunft mit KI – Vorspann 03/26
Zu Unrecht beschuldigt
„Blame“ im Odeon – Foyer 02/26
Bilder von Arbeit, Arbeit am Bild
Das Symposium der dokumentarfilminitiative im Filmhaus Köln – Foyer 02/26
Fiktion mit realen Hintergründen
„White Snail“ im Filmhaus – Foyer 02/26
Nur das Allerbeste?
Vom kollektiven Drang zum relativierten Superlativ – Vorspann 02/26
Alles auf Anfang
Lebensfragen aus weiblicher Perspektive – Vorspann 01/26
„Es ist niemals Pause“
Katharina Pethke über ihre Filme zur Arbeitswelt – Portrait 12/25
„Stromberg hat Relevanz für die heutige Zeit“
Ralf Husmann über „Stromberg – Wieder alles wie immer“ – Gespräch zum Film 12/25
„Beweise sichern für das, was afghanische Frauen durchmachen“
Sahra Mani über ihren Film „Bread & Roses: A Fight for Women's Rights“ - Portrait 12/25
Langfilmdebüt einer Schauspielerin
„Paternal Leave – Drei Tage Meer“ im Filmhaus – Foyer 12/25
Heldenspektakel
Männerrollen auf Leinwand – Vorspann 12/25
Grenzenlos
10. European Arthouse Cinema Day – Festival 11/25