Ein Mann der schreit
F/B/Tschad 2010, Laufzeit: 90 Min., FSK 6
Regie: Mahamat-Saleh Haroun
Darsteller: Youssouf Djaoro, Diouc Koma, Emil Abossolo M'Bo, Hadjé Fatimé N'Goua
>> sites.google.com/site/cineglobalneu/un-homme-qui-crie
Vielschichtiges Drama aus dem Tschad
Die Folgen vieler Kriege
„Ein Mann der schreit“ von Mahamat-Saleh Haroun
Seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 ist die Bevölkerung des Tschads fast ununterbrochen von Bürgerkriegen heimgesucht. Mahamat-Saleh Haroun, einer der wenigen Regisseure des Landes, reflektiert mit seinen Spielfilmen regelmäßig die schwierige Situation im Land. 2006 erzählte er mit „Daratt“ ein Vergeltungsdrama, in dem es ein Junge nach einer Amnestie selbst in die Hand nimmt, seine toten Eltern zu rächen. Mit seinem neuen Film untersucht er die komplexen Zusammenhänge von familiären und nachbarschaftlichen Beziehungen in den Zeiten von Bürgerkrieg und aggressiver Globalisierung. Der Film zeigt das Drama des Bürger- wie Wirtschaftskriegs nicht direkt, sondern spiegelt in ruhigem, teils repetitivem Erzählfluss die indirekten Folgen bei den Einzelschicksalen.
(Christian Meyer)

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