Am 13.9. wählt Köln ein neues Stadtoberhaupt. Um die Mehrheit der etwa 800.000 Wahlberechtigten auf die eigene Seite bringen, dürfte neben Themen wie Wohnungsbau, Infrastruktur oder Mobilität keines drängender als die Fragen nach einer würdigen Unterbringung für Flüchtlinge werden. Turnhallen, leer stehende Supermärkte und vor allem Zelte – letztere werden spätestens im Herbst keine Option mehr sein. Die Vermeidung von Obdachlosigkeit ist nicht nur als Standard zu wenig – sondern auch einer multikulturellen und weltoffenen Stadt wie Köln unwürdig. Denn jeder ist ein Fremder – fast überall.
Für unser Monatsthema WELTENKINDER haben wir alle OB-KandidatInnen nach ihren Wahlprogrammen für Kinder gefragt. Außerdem widmen wir uns unter dem Stichwort alternative Kindheit neuen Familienformen und sprechen mit BIRGIT BROCKERHOFF, Gründerin der Kölner ReBoKids, über gleichgeschlechtliche Elternpaare.
Nationen übergreifend ist auch der Spielzeitauftakt an den Bühnen. Markus Tomczyk und Nikos Konstantakis der Gruppe TRIPLETRIPS recherchieren gerade für ihr neues Konzepttheaterstück MITOS MINOTAUROS in Griechenland und machten für ein Skype-Interview eine Pause. Vor der eigenen Türe kehren wir in einem aktuellen Kommentar zum Sanierungs-Chaos der Kölner Bühnen, in unserer Rubrik Theater in NRW.
Auch die Kunst wäre ohne internationale Einflüsse sehr viel eintöniger. Am MUSEUM LUDWIG überraschen auch auf den zweiten Blick die Arbeiten des vietnamesischen Bildhauers DANH VÕ in seiner Ausstellung „Ydob eht ni mraw si ti“. Im MAX ERNST MUSEUM in Brühl können BesucherInnen durch die mit schnuckeligen Monstrositäten dekorierte, bizarre WORLD OF TIM BURTON wandeln.
Von da ist der Weg zum Film nicht weit. Mit unserer choice of choices 45 YEARS entpuppt sich Regisseur Andrew Haigh als großer Erzähler, der Emotionalität, Stil, Schauspielführung und inszenatorische Intensität zu einem erfrischenden und gleichzeitig ergreifenden Drama vereint.
In Werner Herzogs „Königin der Wüste“ kommt ROBERT PATTINSON als Lawrence von Arabien in Kontakt mit einer anderen Kultur, im Interview berichtet er vom Dreh mit Nicole Kidman und verrät, warum er schon zu Twilight-Zeiten gerne mal verkatert auf Pressekonferenzen auftrat.
Nur ein bisschen ernster wird es in unserem Gespräch zum Film. Regisseur WOLFGANG BECKER spricht mit uns über den internationalen Cast und die Besetzung von Daniel Brühl als Journalisten-Arschloch in der Bestseller-Verfilmung „Ich und Kaminski“.
Das Interview mit COLOGNE CONFERENCE-Programmleiter Johannes Hensen macht Lust auf das Film- und Fernsehfestival, das am 25.9. starten wird.
Bereits am 17.9. beginnt mit AFRICAN DIASPORA CINEMA ein Festival mit 42 Filmen von RegisseurInnen afrikanischer Herkunft. Die Filme erzählen von dem Leid und den Hoffnungen, die Afrikaner zum Aufbruch in eine ungewisse Zukunft treiben – und von Enttäuschungen und Schrecken, die sie auf ihrem Weg ereilen. Aktueller könnte ein Filmfestival kaum sein.
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