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Pornostar
Japan 1998, Laufzeit: 98 Min., FSK 18
Regie: Toshiaki Toyoda
Darsteller: Koji Chihara, Onimaru, Rin Ozawa

Shibuya, ein Stadteil von Tokyo, Ende der neunziger. Kamijo ist Besitzer eines Clubs, und hat um sich eine kleine Gang geschart. Aber das Sagen hat im Stadtviertel die Yakuza. Von ihnen bekommt Kamijo die Anweisung den verhaßten Matsunago umzubringen, der mit Kamijos Geliebten, der Prostituierten Amijo verkehrt. Doch inzwischen ist Arano in der Stadt aufgetaucht, ein mysteriöser, schweigsamer Fremder mit Kapuzenmantel der eine große Tasche voller Messer bei sich trägt. Er beginnt all jene Leute umzubringen, die seiner Auffassung nach "nicht gebraucht" werden. Sein erstes Opfer ist ein Lakai der Yakuza, und als Arano kurz darauf in der Zentrale der Gangster auftaucht, fordert der Anführer von Kamijo, den Fremden mitzunehmen und umzubringen. Kamijo, der nicht so kaltblütig ist, wie er immer tut, läßt Arano am Leben und nimmt ihn mit auf die nächtlichen Streifzüge mit seiner Gang. Schon bald bringt ihn der autistische, impulsiv und scheinbar planlos tötende Fremde in die größten Schwierigkeiten. Der Filmtitel "Pornostar" ist knackig. Auf der Bewertungsskala einer TV Spielfilm würde der Film in der Rubrik Erotik allerdings nicht einen einzigen Punkt abstauben. Sex gibt es nämlich keinen zu sehen. Aber ähnlich der Mehrzahl der Sexstreifen ist "Pornostar" bevölkert von Figuren, die unfähig sind, emotionale Beziehungen zueinander aufzubauen. "Pornostar"`s Helden und ihre Gegner irren durch eine fremde Welt, die sie im trial and error - Verfahren zu begreifen versuchen. Sie wirken wie Außerirdische, die auf Knöpfe drücken, oder Waffen abfeuern, nur um zu sehen, was danach passiert. Diese Menschen, deren Träume sich außerhalb ihrer Reichweite befinden, haben nichts zu verlieren. Sie erscheinen nicht bösartig, sondern gefühlsarm und ausgekühlt. Regisseur Toshiaki Toyoda erzählt in einem modernen, ruhigen, manchmal experimentell anmutenden Stil. Einfache, grafische Plansequenzen wechseln sich ab mit langgezogenen Zeitlupenaufnahmen, dokumentarisch wirkenden Handkamerafahrten und extremen Weitwinkelbildern. Die Gewaltszenen sind sparsam eingesetzt, dafür aber in ihrer Darstellung bizarr und manchmal surrealistisch übersteigert.

(Raymond Boy)

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