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Stephan Masur sorgt für schillerndes Ambiente
Foto: Harald Kirsch

Die Show geht weiter

27. Juli 2017

Masurs Varieté in Kölner Senftöpfchen und Bonner Pantheon – Komikzentrum 08/17

„The show must go on“, war eins der Leitmotive ihres langen und erfüllten Lebens: Nachdem Senftöpfchen-Inhaberin Alexandra Kassen am 25. Juni das Zeitliche gesegnet und ihre Asche im Familiengrab auf dem Kölner Melaten-Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden hat, geht es im Theater in der Altstadt weiter als sei nichts geschehen. „Et Hötche“, wie die aus Bayern kommende „Grande Dame der Kleinkunst“ dank ihrer originellen Kopfbedeckungen auch genannt wurde, hatte sich aus dem Tagesgeschäft bereits vorher verabschiedet.

Auch der eigens für sie reservierte Platz am Tisch neben der Eingangstür, von wo aus sie die Bühne und den Zuschauerraum gut überblicken konnte, war seit über zwei Jahren leer geblieben. Obwohl sie es von der Seniorenresidenz, wohin sie inzwischen gezogen war, bis zum „Töpfchen“, wo auch das Büro untergebracht ist, nicht weit hatte – und Franco Pierri, die gute Seele des Hauses, Gastronom und aufmerksamer Altenpfleger, sie auf Wunsch sicher mit dem Auto abgeholt hätte. Aber das wollte sie offenbar nicht. Und vertraute stattdessen ganz auf das Engagement ihrer Tochter Alexandra Franziska Kassen und den diversen Mitstreiterinnen hinter den Kulissen.

Die hatten – allen voran die zauberhafte und kluge Hanna Stachow – längst ein Halbjahresprogramm gestemmt, das sich sehen lassen kann. Die erste Augusthälfte sorgt Stephan Masur mit seinem Varietéspektakel „Cirque de Tuque² – in between“ für atemlose Spannung, in der zweiten erweckt Evi Niessner die französische Chanson-Ikone Edith Piaf wieder zum Leben. Am 29. und 30. erklärt Wilfried Schmickler, wie „Das Letzte“ aussieht und wo es zu finden ist, und am 31. lässt das Bonner Springmaus Improvisationstheater die Puppen tanzen.

Mehr Bühnen-Platz hat Masur im schönen neuen Pantheon in Bonn-Beuel, wo er – diesmal mit einem rein männlichen Ensemble – vom 15. bis 26. August gastiert. Zu erleben sind unter anderem Tanztrapez und Hula Hoop auf High Heels von Oliver Smith Wellnitz aus Australien, Seiltanz und Tumbling von François Bouvier aus Kanada, eine berührende Kontorsion von Kalle Pikkuharjiu aus Finnland und natürlich Stephan Masur himself, der mit Artistik und seinem schelmischen Charme brilliert.

Seit Oktober befindet sich das Kleinkunsttheater in Beuel, dort, wo bislang das Bonner Schauspiel eine wenig gepflegte Dependance besaß. Hausherr Rainer Pause hat in Zusammenarbeit mit Martina Steimer ein kleines Renovierungswunder vollbracht: ein großzügiges Foyer, ein origineller Theaterraum mit einer – noch – nicht funktionsfähigen Bar und viel Platz hinter der Bühne, wo die Künstler sich in ein Atrium oder einen Raucherraum, eine Kantine oder ihre Garderobe zurückziehen können. Masur und seine Akrobaten probieren’s zum ersten Mal an dieser Stelle aus – das Publikum kann kommen. Und wird es nicht bereuen –  schwört wie immer hoch und heilig die Ihnen stets ergebene

„Cirque de Tuque² – in between“ | bis 12.8. | Senftöpfchen-Theater | 0221 258 10 58

„Cirque de Tuque² – in between“ | 15.-26.8. | Pantheon Bonn | 0228 21 25 21

Anne Nüme

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