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Koproduzent Titus Kreyenberg, Regisseur Syllas Tzoumerkas und Darstellerin Youla Boudali
Foto: Frank Brenner

Bewährte Zusammenarbeit

09. September 2019

„Das Wunder im Meer von Sargasso“ im Filmforum – Foyer 09/19

Sonntag, 8. September: Der 1978 in Thessaloniki geborene Filmemacher Syllas Tzoumerkas erregte bereits mit seinem zweiten Spielfilm „A Blast – Ausbruch“ im Jahr 2014 internationales Aufsehen. Der gemeinsam mit Youla Boudali geschriebene Film, in dem Angeliki Papoulia fulminant die Hauptrolle verkörperte, erhielt in Athen eine Auszeichnung und war u.a. auf den Filmfestspielen in Locarno, Seattle und Hamburg zu sehen. Schon damals war der Film als internationale Koproduktion entstanden, wobei die Film- und Medienstiftung NRW und die Kölner Produktionsfirma unafilm von Titus Kreyenberg als deutsche Beteiligte mit an Bord waren. Auch Tzoumerkas‘ nachfolgender Spielfilm „Das Wunder im Meer von Sargasso“ entstand nun mit denselben Beteiligten, die alle gemeinsam für die NRW-Premiere des Films ins Filmforum im Museum Ludwig am Kölner Dom gekommen waren. Hier lobte Kreyenberg auch die bereits seit zehn Jahren bestehende Zusammenarbeit mit dem Kölner Verleih RealFiction, deren Geschäftsführer Joachim Kühn die Moderation des Abends übernahm.

Syllas Tzoumerkas beim Publikumsgespräch, Foto: Frank Brenner

Syllas Tzoumerkas, der gemeinsam mit Youla Boudali auch wieder das Drehbuch zum Film geschrieben hatte, erläuterte beim Publikumsgespräch nach der Projektion des Films, dass es nichtsdestotrotz einen Castingprozess gegeben hätte, da man nur so herausfinden konnte, welche der beiden Schauspielerinnen besser für welche Rolle geeignet wäre. „Während des Schreibens denken wir nicht so viel, erst bei den eigentlichen Dreharbeiten erhält alles den finalen Schliff“, merkte der Regisseur an. Angeliki Papoulias ungewöhnliche Figur einer toughen Polizeichefin, die kein Blatt vor den Mund nimmt, sollte die Schauspielerin an Harvey Keitels Interpretation in Abel Ferraras „Bad Lieutenant“ aus dem Jahr 1992 anlehnen, den ihr Tzoumerkas als Vorbereitung für den Film ans Herz gelegt hatte. Dass Polizistin Elisabeth so offenherzig und auch in ihrer Sprache so direkt ist, habe ihr die Bewunderung ihres Regisseurs eingebracht. Von der neuerlichen Zusammenarbeit, auch mit dem deutschen Koproduzenten, waren sämtliche Beteiligte begeistert. Titus Kreyenberg fasste zusammen: „Wir wussten schon im Vorfeld, dass es funktioniert, auch, weil wir von den Bedürfnissen des jeweils anderen wussten.“ Auch Tzoumerkas war voll des Lobes angesichts der Tatsache, mit einem erfahrenen und eingespielten Team zusammenzuarbeiten. Künstlerische Mitarbeiter aus anderen Ländern seien faszinierend, weil sie den gegenseitigen Austausch vertiefen würden, so der Regisseur weiter. Eine besondere Herausforderung bei der Ausgestaltung ihrer Rolle bestand für Angeliki Papoulia darin, den richtigen Gang für ihre Rolle zu finden. Der sei nämlich gänzlich verschieden von ihrer eigenen Art zu gehen gewesen, weswegen er viel zur Charakterisierung ihrer Figur beigetragen habe.

Tzoumerkas und seine Hauptdarstellerin Angeliki Papoulia, Foto: Frank Brenner

Für Co-Autorin Youla Boudali bestand die Kernszene des Films in der Erhängung einer der Figuren. Dies sei überhaupt die erste Szene gewesen, die sie geschrieben hätten. Es war essentiell für den Film, dass diese Szene glaubhaft realisierbar wäre, da sie dem Gesamtergebnis eine wichtige Note Authentizität verliehen habe. Gedreht wurde der Film in weiten Teilen in der griechischen Küstenstadt Mesolongi, einer der ärmsten Regionen Europas. Diese ländliche, sehr wasserreiche und sumpfige Gegend mit ungewöhnlichen Pflanzen, Fischen und Vögeln ist insbesondere Boudali gut bekannt, weil ihre Mutter aus dieser Region stammt. Tzoumerkas kommentierte: „Es war mein erster Film, den ich in der Natur gedreht habe, und es war ein wahres Fest für mich, dadurch aus den mir gewohnten urbanen Settings herauszukommen.“ Dass der Film keinem einzelnen Genre zuzuordnen ist und im Laufe der Handlung immer wieder den Stil wechselt, erinnert nach Meinung des Regisseurs an unser eigenes Leben, das ebenfalls ständig im Fluss sei und sich nie eindeutig in eine Kategorie stecken lasse. Aus diesem Grund hat Tzoumerkas für die verschiedenen Aspekte seines Films auch verschiedene Komponisten engagiert, die die Facetten der Geschichte auch akustisch wiederspiegeln. Am 12. September startet „Das Wunder im Meer von Sargasso“ regulär in den deutschen Kinos.

Text: Frank Brenner

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