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Hein Mulders, designierter Intendant
Foto: Felix Broede

Was in die Stadt passt

06. Juni 2022

Hein Mulders erste Spielzeit an der Oper Köln – Bühne 06/22

Eine Uraufführung, eine deutsche Erstaufführung und eine große französische Oper zur Eröffnung: Der neue Intendant der Kölner Oper, Hein Mulders, stellt sich mit einem wohlausgewogenen Spielplan am Rhein vor. Mulders setzt darin seine Linie aus den neun Jahren am Essener Aalto-Theater fort: Er will „für das Publikum programmieren“, erforschen, was in die Stadt passt. Das bedeutet nicht, sich anzubiedern, sondern Angebote zu machen wie etwa Hector Berlioz‘ „Les Troyens“.

Als erste der acht Premieren der Spielzeit 2022/23 steht ab 24. September die monumentale Oper über den Mythos der Gründung Roms nicht nur für die Begeisterung des neuen Intendanten für die französische Oper. Sie führt auch den Zyklus von Berlioz-Opern in Köln fort. Regie führt Johannes Erath, der zuletzt in der laufenden Spielzeit mit Kaija Saariahos „L’Amour de loin“ einen faszinierend dichten, aktuellen Opernabend geschaffen hat. Am Pult steht wie bei der letzten Berlioz-Premiere – „Béatrice et Bénédict“ am 30. April – François-Xavier Roth.

Der Kölner Generalmusikdirektor dirigiert auch die Uraufführung einer neuen Oper des französischen Berio- und Boulez-Schülers Arnaud Petit. „La Bête dans la Jungle“ („Das Biest im Dschungel“) basiert auf einer der unheimlichen Novellen von Henry James, in der Realität und Fiktion verschwimmen. Premiere ist am 14. April 2023, es inszeniert Frederic Wake-Walker, der in Köln bereits Benjamin Brittens „Peter Grimes“ auf die Bühne gebracht hat.

Die deutsche Erstaufführung von „Miranda“ am 2. Oktober stellt das Liebespaar Ferdinand und Miranda aus William Shakespeares „Der Sturm“ in den Mittelpunkt einer großen Familienerzählung. Der französische Alte-Musik-Spezialist Raphaël Pichon hat dazu gemeinsam mit der Dramaturgin Cordelia Lynn Musik von Henry Purcell zusammengestellt; Regie führt Katie Mitchell. Auch die letzte Premiere der Spielzeit am 6. Mai 2023 entführt in die Musik des 18. Jahrhunderts: Mit „Giulio Cesare in Egitto“ inszeniert Vincent Boussard eine der facettenreichsten Opern Georg Friedrich Händels. Alexander Zemlinskys „Der Zwerg“ wird – wie vor 100 Jahren bei der Kölner Uraufführung – mit Igor Strawinskys Ballett „Petruschka“ kombiniert. Weitere Premieren sind Gioachino Rossinis „La Cenerentola“, Giuseppe Verdis „Luisa Miller“ und Richard Wagners „Der fliegende Holländer“.

Werner Häußner

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