Auf dem Tatsachenroman „Frau des Windes“ von Elena Poniatowska basierend setzt der deutsche Regisseur Thor Klein mit „Leonora im Morgenlicht“ (Cinenova, Filmpalette, Odeon) der Malerin Leonora Carrington ein filmisches Denkmal, die zeitlebens darum gekämpft hat, in der von Männern dominierten Kunstszene anerkannt zu werden. Thor Klein inszeniert die Geschichte mit dramaturgisch geschickt eingebauten Rückblenden, auf mehreren Zeitebenen – und hat in der Britin Olivia Vinall eine Schauspielerin gefunden, die mit ihrer elektrisierenden Darstellung dem Film ihren Stempel aufdrückt: ob als sinnlich-einfühlsame Lebensgefährtin von Max Ernst (Alexander Scheer), als emanzipierte Muse von André Breton (Denis Eyriey) oder als eine von Psychosen heimgesuchte Patientin in einer „Irrenstalt“. Hohe Schauspielkunst – großes Kino!
Das englische, schon etwas ältere Ehepaar Moth (Jason Isaacs) und Raynor Winn (Gillian Anderson) steht plötzlich mittellos auf der Straße, hat Bauernhof und Vermögen verloren. Zudem wurde bei Moth eine seltene, unheilbare Krankheit diagnostiziert, die Gehirn und Nerven befällt. Der Arzt gibt ihm noch fünf bis sechs Jahre. Also machen sich die beiden mit Rucksack, Zelt und 1,36 Pfund in der Tasche auf eine mehr als 1000 Meilen lange Wanderung auf Südenglands berühmtesten Küstenwanderweg. Theaterregisseurin Marianne Elliott, die mit „Der Salzpfad“ (Cinedom, Cinenova, Cineplex, Odeon, Metropolis, Residenz, UCI, Weisshaus) ihr Spielfilmdebüt vorstellt, kann sich bei ihrer Inszenierung auf ein stringentes und schnörkelloses Drehbuch (Rebecca Lenkiewicz) stützen und auf ein authentisch agierendes Darstellerpaar. So, als wären sie wirklich ein Ehepaar, das man in einem Dokumentarfilm auf einer Wanderung durch atemberaubende Landschaften begleitet, schlüpfen Jason Isaacs und Gillian Anderson in ihre Rollen, meistern durch Elliotts präzise und einfühlsame Schauspielführung alle emotionalen Klippen der Geschichte.
Außerdem neu in den Kinos: der Anarcho-Spaß „#Schwarze Schafe“ (Cinedom, Rex, UCI) von Oliver Rihs, das verspätete Horror-Sequel „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (Cinedom, Cineplex, Rex, UCI) von Jennifer Kaytin Robinson und das Blaue-Leute-Abenteuer „Die Schlümpfe – Der große Kinofilm“ (Cinedom, Cineplex, Metropolis, Rex, UCI) von Chris Miller.
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