
Seelen
USA 2013, Laufzeit: 124 Min., FSK 12
Regie: Andrew Niccol
Darsteller: Saoirse Ronan, Jake Abel, Max Irons, Diane Kruger, William Hurt, Frances Fisher
>> www.seelen-derfilm.de
Teeniegerechtes Sci-Fi-Drama
Gespalten
„Seelen“ von Andrew Nicol
Die Zukunft: Es herrscht Friede auf Erden. Wie das möglich ist? Dadurch, dass die Seelen der Menschen von Außerirdischen assimiliert wurden. Kein Selbst, kein Charakter, keine Identität. Gleichschaltung. Jeder Mensch handelt tugendhaft und selbstlos. Der Geist besessen von einer gutmütigen Alienseele. An sich ein ehernes Anliegen, mit dem die Außerirdischen in diesem Science-Fiction-Drama die Menschheit bekehren möchten. Weil dies jedoch auf Kosten von Individualität, Freiheit und Selbstbestimmung geht, versuchen sich die einen oder anderen Weltenbürger, dem Parasitentum zu widersetzen. Eine von ihnen ist Melanie (Saoirse Ronan, „Wer ist Hanna?“). Doch Sucher sind ihr auf den Fersen, schnappen sie und hauchen ihr eine andere Seele ins Köpfchen. Melanie heißt nun Wanderer. Doch sie flieht rechtzeitig, so dass Melanies Seele noch immer in ihr schlummert und sich fortan mit dem zweiten Ich arrangieren muss. Als sie in das Versteck der freien Menschen (William Hurt, Max Irons, Jake Abel) zurückkehrt, wird sie entsprechend zwiespältig aufgenommen.
Schriftstellerin Stephenie Meyer hat der Teeniewelt die „Twilight“-Sage beschert. Mit „Seelen“ liefert sie Hollywood neuen Stoff. Die Idee mag nicht originär sein, entwickelt sich aber zu einem eigenständigen Plot, der diese Produktion durchaus rechtfertigt. An sich ist die Geschichte anregend und bietet reichlich philosophisches Potenzial. Schade nur, dass der Stoff auf die scheinbar profanen Ansprüche eines Teenie- bzw. „Twilight“-Publikums herunter gebrochen wurde und sich letzten Endes zu sehr in seichtem Wohlgefallen auflöst. Da wäre mehr drin gewesen. Insgesamt aber entspricht das immer noch spannender, kurzweilig inszenierter Hollywoodkost.
(Hartmut Ernst)

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