
Nightborn
Finnland, Litauen, Frankreich, Großbritannien 2026
Regie: Hanna Bergholm
Darsteller: Seidi Haarla, Rupert Grint, Pamela Tola
Kein Mensch, kein Tier?
Kinogänger (2), 13.07.2026
Nach Halloween und Rosemary´s Baby wagt sich Finnland an ein ähnliches Horrorthema heran. Spart dabei nicht mit Blut- und Schockmomenten. Neu ist der schwarze Humor, wenn beispielsweise der wie ein Kind geliebte Mähroboter einer genervten mordenden Baumwurzel zum Opfer fällt.
Das wahre Kind ist menschlich gezeugt, was aber als Waldmonster sowohl mit den Planzen als auch mit der Mutter interagiert. Mutter und Kind mutieren so zu Wesen, die blutendes Fleisch jeglicher Art verzehren.
Sind diese Bilder weder appetitlich, noch logisch erklärbar, so brillieren Seidi Haarla und Rupert Grint in ihren Rollen. Haarla wird als Monstermutter immer glaubhafter und verkörpert trotz der mehr als absurden Situation ein wachsendes Mutter-Kind-Verständnis. Eine Topbesetzung. Grint, der als treuer Schluffen seine Augen vor allem Unnormalen verschließt, ist ebenfalls gut besetzt.
Nach Logik oder Realitätsnähe darf man bei diesem Film nicht fragen, dafür ist er auch nicht gemacht. Schnell ausschlagende Bäume, die wie zu Bäumen gewordene Trolle aussehen und beim Schrei des Babys demselben zuhilfe eilen. Das aus der Art geratene und unerziehbare Kind wirkt unmenschlich, während der Rasenmähroboter menschliche Züge aufbietet.
Und damit schlägt Nightborn dann doch wieder parallelen zur realen Welt: Wir verachten Wesen, die wir nicht verstehen, wie auch schwer erziehbare Kinder, während wir Handys, Alexas, Robotern und der immer häufiger hochgelobten KI menschliche Züge abgewinnen.
Trotzdem nur ein mäßiger Film, der im Preview mehr geschockt als gefallen hat.

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