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Dreiecksgeschichte: Jules und Jim und Catherine
© mk2 films

Eins, zwei, drei

09. Mai 2022

Filmforum eröffnet den nächsten Zyklus der „Filmgeschichten“ – Reihe 05/22

Drei Menschen in amouröser Bindung: Eine Konstellation, die die Kinonarration der Realität entleiht, wo es sich der Mensch eigentlich unkompliziert einzurichten wünscht und doch bevorzugt kompliziert gestaltet. Letzteres gelingt noch besser zu dritt als schon zu zweit oder allein und sorgt mal für Lacher, mal für Tränen – und beides liebt der Mensch am Kino. Sieben Filme hat das Filmforum ausgesucht. Sieben Filme, zwischen 1927 und 2014 produziert, in denen drei Menschen aufeinandertreffen und sich dabei emotional verkeilen. Im Guten wie im Schlechten.

Beziehungskarussell

Den Anfang macht am 18. Mai Abram Rooms milieunaher Stummfilm „Bett und Sofa“ von 1927, in dem ein Ehepaar einen Freund des Gatten im trauten, kleinen Heim beherbergt und sich in der Folge die Verteilung in Sofa und Bett neu sortiert. Der Film wird im Filmforum mit neuer musikalischer Interpretation live begleitet. Im Juni folgt Ernst Lubitschs „Serenade zu Dritt“, in dem Gary Cooper und Fredric March als zwei Taugenichtse gleichermaßen um die forsche Gilda (Miriam Hopkins) buhlen, was als wunderbar heiterer Screwball ausläuft. Ganz anders dann im Juli „Unter den Brücken“. Ein deutsches Drama, gedreht 1944 in Berlin, das erst nach Kriegsende ins Kino kommt und von zwei Freunden erzählt, die sich gleichermaßen nach der Liebe sehnen und sich in ein und dieselbe Frau verlieben. Nicht wegzudenken im Rahmen der Dreiecksgeschichten istFrançois Truffauts „Jules und Jim“ von 1962, der im September die Leinwand des Filmforums beehrt. Ein Liebesfilm der ganz besonderen Art, Liebling der Nouvelle Vague. Der Film wird parallel in der begleitenden Schulkinoreihe „Schule des Sehens“ präsentiert, die mit Filmen wie „Kletter Ida“ oder „Goethe!“ auch jungen Zuschauern „Dreiecksgeschichten“ eröffnet.

Konstellationen

Man fragt sich vielleicht: Zwei Männer – eine Frau: Geht’s nicht auch anders? Natürlich, weiß Agnès Varda, die 1965 in „Das Glück“ von dem behaglich verheirateten François erzählt, der sich in eine andere verliebt und ganz männlich, nein: menschelnd meint, sein Leben mit zweifachem Glück harmonisch ausrichten zu können. Und dass die Dreierkonstellation auch fernab der Hetero-Welt für Wirbel sorgt, spiegeln anschaulich die zwei finalen Beiträge: In „The Kids Are All Right“ (USA, 2011) stößt Samenspender Paul auf die Mütter seiner Kinder. Und in „The Night“ (China, 2014) verliebt sich ein Mann in einen jungen Stricher, der mit einer Sexworkerin liiert ist.Jeder Vorstellung vorangestellt ist traditionell eine Hinführung und filmhistorische Einordnung des Films durch Filmkritiker und -historiker. „Dreiecksgeschichten“ im Filmforum: Filmabende im Kontext für inspirierende Besuche allein, zu zweit – zu dritt.

Filmgeschichten: 3-Ecksgeschichten | 18.5.-14.12. | Filmforum NRW | www.filmforumnrw.de

Hartmut Ernst

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