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Yannick Hehlgans, Felix Hoefner, Anna Möbus, Marie-Theres Jestädt (v.l.n.r.)
Foto: Frank Oppermann

Spuk mit Fragezeichen

29. Januar 2026

„2:22“ am Kleinen Theater Bad Godesberg – Prolog 02/26

Schritte. Immer wieder Schritte. Schritte, die da nicht sein dürften, nicht im Kinderzimmer, nicht dort, wo die Tochter von Jenny und ihrem Mann Sam friedlich schläft. Immer wieder hört die Tochter diese Geräusche und ein seltsames Schluchzen, stets zur selben Zeit, um 2.22 Uhr. Handelt es sich um einen Geist, wie Jenny glaubt, oder gibt es eine logische Erklärung? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Psychodramas „2:22“, das 2021 zu einem Überraschungserfolg im Londoner Theaterdistrikt West End wurde und beim Laurence Olivier Award gleich drei Nominierungen erhielt, unter anderem eine für Sängerin und Schauspielerin Lily Allen. Jetzt steht die deutsche Erstaufführung an – und nicht an einer großen Bühne, sondern am Kleinen Theater Bad Godesberg.

Ein Überraschungscoup ist damit Frank Oppermann gelungen, der das Haus seit 2019 leitet und zuletzt mit einigen starken Inszenierungen („La Cage aux Folles“) und wagemutigen Projekten (Walter Kempowskis „Deutsche Chronik“ in mehreren Teilen) für Aufsehen sorgte. „Tatsächlich hat mich eine unserer Zuschauerinnen auf das Stück aufmerksam gemacht“, erzählt er. „Sie hatte es in London gesehen und es mir empfohlen. Ich habe mir den Text besorgt, ihn gelesen und gleich eine Übersetzung angefertigt, weil ich sofort begeistert war von diesem teils sehr lustigen, dann wieder unheimlichen und letztlich tieftraurigen Stück.“ Doch zunächst reagierten weder der englische Verlag noch der Autor auf Oppermanns Anfrage, ob er „2:22“ in Bonn auf die Bühne bringen könne. „Dabei habe ich extra darauf verwiesen, dass im Kleinen Theater auch schon drei Stücke von Tennessee Williams zur Uraufführung gekommen sind“, so Oppermann. Auch wenn das schon 60 Jahre her ist. Am Ende hat sich die Hartnäckigkeit des Theaterdirektors ausgezahlt. Jetzt muss nur noch das Publikum in Scharen kommen. Die Schauspielerriege ist zumindest in Bonn schon bekannt: Anna Möbus, Yannick Hehlgans, Marie-Theres Jestädt und Felix Hoefner haben zuletzt schon in Alfred Hitchcocks „Die 39 Stufen“ am Kleinen Theater gespielt.

2:22 – eine Geistergeschichte | Dauer: ca. 110 Minuten, eine Pause | 2.2.(P) - 25.2. | Kleines Theater Bad Godesberg | 0228 36 28 39

Thomas Kölsch

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