choices: Herr König, wissen Sie inzwischen, ob etwas vom dem Nachlass Ihres Vaters René König gerettet wurde oder wo er sich befindet?
Oliver König: Nein, wir Nachlassgeber wissen gar nichts. Die letzte Information der Stadt stammt vom April vergangenen Jahres.
Wenn in Köln über die Zukunft des Historischen Archivs gesprochen wird, fällt unweigerlich ein Begriff, unter dem dessen Leiterin, Bettina Schmidt-Czaia, die Neuausrichtung des Hauses betreiben will. Danach soll Köln am neuen Standort ein „Bürgerarchiv“ erhalten.
AKWs sind out, aber Atomstrom allgegenwärtig. Dabei läuft die Energiewende in Stadt und Land schon länger – trotz der schwarz-gelben Nachzügler. Der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg ist schon lange gut begründet – ethisch wie wirtschaftlich.
choices: Herr Brust, was tut der Kölner Rat, um vor Ort die regenerativen Energien zu fördern?
Gerd Brust: In der nächsten Sitzung des Bauausschusses werden insgesamt 25 weitere Dächer von städtischen Gebäuden für Investoren von Photovoltaik-Anlagen (PV) ausgeschrieben.
Der Deutsche Ethikrat befasst sich mit Risiken der Gentechnik, der jetzt von Frau Merkel ins Leben gerufene Ethikrat soll die lange bekannten Risiken der Atomenergie neu bewerten. Gibt es da einen gemeinsamen Begriff von Risiko?
Das „Risiko“ der Gentechnik besteht vor allem in der Aufweichung des im Grundgesetz verankerten Begriffs der Menschenwürde. Bei der Bewertung der Risiken der Atomenergie geht es vor allem um die Einschätzung der negativen Folgen des Atommülls sowie möglicher Unfälle in den Atomanlagen auf Mensch und Natur.
choices: Herr Ulmer, wie „billig“ kommt uns der Atomstrom wirklich?
Sven Ulmer: Auf den ersten Blick erscheint die in Rechnung gestellte Atom-Kilowattstunde recht günstig. Das teure sogenannte Restrisiko – siehe Fukuschima – fließt allerdings nicht in den Preis ein.
choices: Frau Steinmetz, warum erscheint in einem Kölner Verlag ein Krimi, der beim FC Bayern München spielt. Wir haben doch den FC
Christel Steinmetz: Stimmt, der 1. FC Köln Krimi steht noch aus. Noch hat der Klub offenbar niemanden zu einem fiktiven Verbrechen inspiriert ... Und was die Kölner mögen – nämlich Krimis, die glaubhaft in ihrer Stadt spielen –, mögen eben auch die Münchner: Spannungsliteratur, die nicht in Stockholm oder Cornwall angesiedelt ist, sondern im Glockenbachviertel oder in Giesing.
choices: Frau Krieger, warum stehen Sie auf Manfred Mann’s Earth Band?
Judith Krieger: Das ist eine Art Zuhause für mich. Anfang der 80er habe ich Manfred Mann entdeckt. Ich war damals Teenager und nicht gerade glücklich. Wir zogen oft um, ich war viel allein. Und dann hörte ich eines Abends diesen Song im Radio: „Davy’s on the Road Again“. Mir schien, da war ein Versprechen drin: Dass man gehen kann, sein Leben in die Hand nehmen und zu einem besseren machen. Dass einen niemand aufhalten kann, wenn man etwas wirklich erreichen will.
choices: Herr Sarrazin, wie kommt man eigentlich zum Krimi?
Manfred Sarrazin: Viele Heranwachsende entdecken zwischen zehn und zwölf die Klassiker der britischen Häkelschule mit Agatha Christie an der Spitze. 14-Jährige lesen lieber Fantasy oder Horror à la Stephen King. Zu Krimis greifen erst wieder junge Erwachsenen ab 18, 20 Jahren. Der Einstieg läuft dann über Hard-Boiled-Klassiker wie Hammet oder Chandler, bei politisch Interessierten häufig über Eric Ambler.
choices: Frau Schweitzer, Sie sind eine beliebte Profi-Köchin. Bitte den Satz vollenden: „Ich hätte längst einen Stern erkocht, wenn ...“
Katherina Schweitzer: Wenn ich nicht dauernd über Leichen stolpern würde, das ist wohl wahr.

Wutbildung
Intro – Belesene Gesellschaft
Druck lass nach
Teil 1: Leitartikel – Das Ende der Literatur wie wir sie kennen?
„Mit der heißen Nadel gestrickt“
Teil 1: Interview – Lektorin und Schriftstellerin Nina Weber gibt Einblicke in die Literaturbranche
Für eine Stadt, die schreibt und liest
Teil 1: Lokale Initiativen – Der Verein Literaturszene Köln
Literatur erster Klasse
Teil 2: Leitartikel – Ob ein Buch lesenswert ist, hängt nicht von Genres oder Debatten ab
„Bücherlesen ähnelt einer demokratischen Verständigung“
Teil 2: Interview – Literaturkritikerin Insa Wilke über klassische und neue Literaturkritik
Literatur ohne Bindestrich
Teil 2: Lokale Initiativen – Das Festival Literaturdistrikt in Essen
Bildschirm vs. Buch
Teil 3: Leitartikel – Über Lesekompetenzen in Smartphone-Zeiten
„Lesen ist die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe“
Teil 3: Interview – Verlegerin Julia Bielenberg über Leseförderung und Bildungspolitik
Lesen beginnt mit Lust
Teil 3: Lokale Initiativen – Germanistin Caroline Wittig führt Kinder an Literatur heran
Lesen als Bürgerrecht
Gegen die Lesekrise – Europa-Vorbild Spanien
Bestseller im Liveticker
Literatur und Bildung als Events der Leistungsgesellschaft – Glosse
Wohnträume
Intro – Das große Versagen
Von Vorwand zu Vorwand
Teil 1: Leitartikel – Politik ist nicht getrieben, sie lässt sich einspannen
„Für die Parteien steht viel auf dem Spiel“
Teil 1: Interview – Politologin Dorothée de Nève über Identität und Konsens in der Politik
Helfen statt Ausgrenzen
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Interkulturelle Zentrum in Köln-Nippes
Die Natur nimmt sich Zeit – die wir nicht haben
Teil 2: Leitartikel – Über Naturschutz, Wirtschaft und politische Kurzsichtigkeit
„Die Einschläge kommen näher“
Teil 2: Interview – Politologe Reinhard Loske über Naturschutz und wirtschaftliche Interessen
„Fellnasen“ im Wohnzimmer
Teil 2: Lokale Initiativen – Bochumerin hilft ehrenamtlich Fledermäusen
Die Demokratie endet mit einem Wimmern
Teil 3: Leitartikel – Politik muss begreifen: Die Bevölkerung ist systemrelevant
„Deutschland ist ungleicher geworden“
Teil 3: Interview – Soziologin Bettina Kohlrausch über Armut, Existenzängste und Sozialstaat
Entlastung ist nur ein Anfang
Teil 3: Lokale Initiativen – Kindertal-Vorsitzende Susanne Bossy über Kinderarmut in Wuppertal
Neues Vertrauen
Digitale Bürgerbeteiligung – Europa-Vorbild Spanien
Ist die Welt erst ruiniert …
Gut erzählt ist auch Ungerechtigkeit eine spannende Geschichte – Glosse
Empathie-Expertise
Intro – Bonus-Level