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Roy Hart
Foto: Roy Hart Theatre Archives

Stimmen, wie man sie nie gehört hat.

18. April 2012

Festival „open_voice/2“ in der Orangerie - Theater am Rhein 04/12

Zu den eigenwilligsten und interessantesten Gruppen in Kölns Freier Theaterszene gehört der Stimmfeld e.V.. In ihm schließen sich Menschen zusammen, die sich künstlerisch mit den Möglichkeiten der menschlichen Stimme beschäftigen, und als Residenzgruppe der Orangerie präsentiert Stimmfeld seine Produktionen im alten Gewächshaus des Volksgartens. Dort findet nun vom 26. April bis 1. Mai ein Festival mit mehr als 25 Veranstaltungen statt, das den Titel „open_voice/2“ trägt. Alles wird sich in den sieben Tagen um die Impulse drehen, die von dem südafrikanischen Stimmkünstler Roy Hart (1926 - 1975) ausgingen, der in den frühen siebziger Jahren eng mit Karl-Heinz Stockhausen und Hans Werner Henze zusammenarbeitete.

„Für Hart war die Stimme mehr als ihr Klang“, erklärt Ralf Peters, einer der Organisatoren des Festivals, „ihn interessierten nicht so sehr die Techniken, mit denen Stimmarbeit geleistet wird, sondern die persönliche Färbung und die Geschichten, die in einer Stimme liegen“. So stellt sich das Programm des Festivals auch als eine aufregende Kombination künstlerischer Dialoge dar. Die Schauspielerin Karin Leyk wird etwa in „Ophelia lebt!“ Shakespeares stummer Heldin Stimme und Lieder schenken. Die Jazzsängerin Anne Hartkamp präsentiert ihr Solo „Can't you make any sound?“. Die Verlegerin Bettina Hesse erkundet in einer Performance die Verbindung zwischen Stimme und Literatur.

Ralf Peters erinnert in „Situation 552“ an Terry Fox, den legendären amerikanischen Künstler, der zur Kölner Fluxus-Szene gehörte. Dazu wird Peters die von Fox entwickelte Knotenkordelpartitur wiederbeleben, die der Amerikaner für das Labyrinth von Chartres entworfen hatte. Die Faszination des Festival-Angebots, das Workshops, Konzerte und Performances umfasst, besteht in der großen Vielfalt, mit der die Stimme als persönliches Ausdrucksmittel erkundet wird. Die Begegnung mit der Bildenden Kunst, der Oper, dem Jazz, der Psychoanalyse oder der Neuen Musik soll Geheimnisse des Stimmorgans lüften und zugleich neue Horizonte des Verständnisses für das Wunder des Klangs eröffnen.

Festival 16. 4. - 1. 5., Orangerie, Volksgartenstr. 25, Tel. 952 27 08. Programm unter www.stimmfeld-verein.de

Thomas Linden

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