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Heinrich Böll, 1953, zu sehen in der Ausstellung „Die humane Kamera - Heinrich Böll und die Fotografie“
Foto: Heinz Held, © Museum Ludwig, Köln, VG Bild-Kunst Bonn 2017

Köln erinnert sich an Heinrich Böll

05. Dezember 2017

Veranstaltungen zum 100. Geburtstag im Dezember

Heinrich Böll, der am 21. Dezember 1917 in Köln geboren wurde, zählte zu den bedeutendsten und einflussreichsten Persönlichkeiten Deutschlands. Mit Kriegsausbruch wurde Böll zur Wehrmacht eingezogen und war sechs Jahre lang Soldat. Seit 1947 veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Theaterstücke und zahlreiche Essays, wobei er sich zunächst dem Thema Krieg und dessen Grauen widmete und später zunehmend die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa in den Blick nahm. 1972 wird er für seine Dichtung, die im Raum der deutschen Literatur „erneuernd gewirkt hat“, in Stockholm mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. 13 Jahre später, 1985, stirbt Heinrich Böll in seinem Haus in Langenbroich. Die Lyrikerin Sarah Kirsch sagte zum Tode Bölls, dass sein literarisches, politisches und menschliches Wirken „für drei Leben gereicht“ hätte. Böll sei nicht nur „der Schriftsteller“ gewesen, sondern auch „eine Instanz, an die man sich wenden konnte“; sie habe ihm oft geschrieben, wenn sie von einem Problem bedrückt gewesen sei. – Zu seinem 100. Geburtstag bieten sich viele Möglichkeiten, sich mit Heinrich Böll, seinen Werken und seiner Bedeutung auseinanderzusetzen.

Noch bis Januar widmet sich das Museum Ludwig in seinen neu eröffneten fotografischen Räumen dem Verhältnis Bölls zur Fotografie. Der Schriftsteller verfasste anlässlich der überregionalen „Weltausstellung der Photographie“ 1964 das Buch „Die humane Kamera“, in dem er eine Moral der Fotografie formulierte.
Die humane Kamera – Heinrich Böll und die Fotografie | bis 7.1. Di-So 10-18 Uhr | Museum Ludwig | 0221 22 12 61 65

Eine szenische Lesung von Bölls Satire „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ lädt zur Einstimmung auf die Weihnachtstage ein und bietet in der Stadtbibliothek Rodenkirchen viele Lieder zum Mitsingen.
Weihnachten mit Literamus und Böll | Fr 8.12. 19.20 Uhr | Stadtteilbibliothek Rodenkirchen | 0221 22 19 23 70


Helmut Oehring (Komponist) und Bas Wiegers (Dirigent), Foto: Paul Leclaire

Kunst muss (zu weit gehen)...“ – Komponist und Regisseur Helmut Oehring sowie die Librettistin und Coregisseurin Stefanie Wördemann haben im Auftrag der Oper Köln ein instrumentalvokales Theater entwickelt, das von einer Rede Bölls aus dem Jahre 1966 inspiriert wurde.
Kunst muss (zu weit gehen) oder Der Engel schwieg | Mo 11.(P), Mi 13., Do 21.12. 19.30 Uhr | Oper Köln im StaatenHaus | 0221 22 12 84 00

Am 12. Dezember setzt die Heinrich-Böll-Stiftung ihre Veranstaltungsreihe „Verstehen Sie? Disput im Stadtgarten“ fort und diskutiert anlässlich Bölls 100. Geburtstages, wie Intellektuelle heute – in den Zeiten von Facebook, Twitter und Co. – ihren Einfluss geltend machen. Es diskutieren die Autorin Tanja Dückers und Journalist Walter van Rossum.
Einmischung erwünscht!? Wie agieren Intellektuelle heute? | Di 12.12. 19.30 Uhr | Studio 672 | 0221 95 29 94 30

Die Stadtbibliothek Köln hingegen widmet sich mit einer Ausstellung einem bislang wenig  beachteten Themenkomplex im Kontext der Böll-Rezeption: Inwieweit hat sich der Autor mit bildkünstlerischen Aspekten auseinandergesetzt und welche Spuren habe diese in seinen Werken hinterlassen?
Heinrich Böll und die Bildende Kunst | 13.12.-17.2. Mo, Mi, Fr je 10-18 Uhr, Di, Do 10-20 Uhr, Sa 10-15 Uhr | 0221 22 12 38 28

Am 14. Dezember zeigt das Filmforum NRW einen Dokumentarfilm für alle, die Heinrich Böll zu seinem großen Geburtstag neu kennenlernen wollen. Man entdeckt eine Persönlichkeit mit verblüffend modernen und zeitlos aktuellen Seiten, Themen und Anliegen. Im Anschluss bietet eine Gesprächsrunde mit der Autorin und Interviewpartnern, die auch im Film auftreten, weitere Einblicke. Zudem wird die von Böll konzipierte und geschriebene WDR-Dokumentation „Irland und seine Kinder“ von 1961gezeigt.
Heinrich Böll zum 100. Geburtstag | Do 14.12. 19.30 Uhr | Filmforum NRW | 0221 22 12 44 98

Bei einer Soirée im Domforum sprechen Menschen, für die Heinrich Böll eine besondere Bedeutung hat, über sein Leben und Wirken. Außerdem darf man weitere Texte Bölls, Musik und einen regen Austausch erwarten.
Hoffentlich kein Heldenlied! | Do 14.12. 19.30 Uhr | Domforum | 0221 92 58 47 20

Anlässlich des Lutherjahres 2017, das mit dem 100. Geburtstag von Heinrich Böll zusammenfällt, bietet die Forum Volkshochschule eine Diskussionsveranstaltung des Verbands deutscher Schriftsteller. Böll forderte 1982 eine neue Reformation, aber wie stellt sich die Situation heute angesichts der Medienrevolution dar?
Ende der Privatheit. Brauchen wir eine neue Reformation? | Fr 15.12. 19 Uhr | Forum Volkshochschule | 0221 22 19 35 79


„Ansichten eines Clowns“, Foto: David Baltzer

Im Depot 2 zeigt das Schauspiel Köln an mehreren Terminen eine Theaterfassung von Bölls Roman „Ansichten eines Clowns“.
Ansichten eines Clowns | 16.12., 20.12., 23.12., je 20 Uhr | Depot 2 | 0221 22 12 84 00

Wer Auszüge aus den besten Werken Bölls genießen möchte, ist beim Leseabend der Kölner Volkshochschule richtig. Vorgelesen wird von Michael Schikowski, Lehrbeauftragter der Universität Düsseldorf.
Heinrich Böll. Ein Leseabend mit Michael Schikowski | Do 21.12. 19 Uhr | VHS Studienhaus am Neumarkt | 0221 22 12 59 90

Karuna Nestler

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