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Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit

Genie und Wahnsinn

15. April 2019

Die Filmstarts der Woche

Die Suche nach Motiven, die Arbeit mit Farben und Leinwand, das Reden über Kunst stehen im Zentrum von Julian Schnabels Porträt des Malers Vincent van Gogh (Willem Dafoe): Man merkt ihm die Affinität des Regisseurs, der selbst Bildender Künstler ist, zum künstlerischen Schaffensprozess immer wieder an. Schnabel und sein kongenialer Hauptdarsteller zeigen den Maler in „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ (Cinenova, Odeon, Rex am Ring, Weisshaus, OmU im Metropolis) als „Schmerzensmann“ der modernen Kunst in seiner letzten Lebensphase im südfranzösischen Arles und später in Auvers-sur-Oise, bevor er 1890 arm und missachtet verstarb: Ein fragiles Genie, das mit Phasen tiefer Depression ringt – und trotzdem hartnäckig sein Arbeiten fortsetzt, erfüllt von einem trotz aller Misserfolge unerschütterlichen Glauben, den ureigenen Blick auf die Welt durch seine Kunst mit anderen teilen zu müssen.

Die junge kirgisische Frau „Ayka“ (Filmpalette) hat gerade ein Kind entbunden. Weil sie es sich nicht leisten kann, bei der Arbeit zu fehlen, schleppt sie sich heimlich aus der Entbindungsstation. Aber ohne Kind, denn das kann sie sich erst Recht nicht leisten. Um in Moskau einen Laden zu eröffnen, hat sie sich Geld geliehen, das sie nun zurückzahlen muss. Die Schuldner sind ihr schon auf den Fersen. Doch ihr Arbeitgeber hat sich aus dem Staub gemacht. Fiebernd und blutend schleppt sie sich nun auf der Arbeitssuche durch ein zugeschneites Moskau. Samal Yeslyamova trägt als Ayka dieses zermürbende Sozialdrama fast im Alleingang und erhielt dafür zu Recht in Cannes den Darstellerpreis. Ein erschütternder Film, der mit seiner unruhigen und aufdringlichen Kamera in seiner Körperlichkeit kaum zu ertragen ist. 

Vor Jahren ist der Vater ohne ein Wort gegangen, jetzt ist Sohn David Anfang zwanzig und lebt noch bei seiner Mutter Kristin (Katja Riemann). Seit zwei Jahren aber entzieht sich David jeglicher Kommunikation und verbarrikadiert sich in seinem Zimmer. Zwei Jahre, in denen Mutter und Kind, jeder für sich, verzweifeln. Durch Zufall entdeckt Kristin ein Internetforum, in dem sich David bewegt und loggt sich als cinderella97 ein. David springt an und öffnet sich seiner Mutter unwissentlich im Internet. Nur hat sie nicht an die Konsequenzen gedacht. „Goliath96“ (Odeon) heißt das Langfilm-Debüt von Regisseur Marcus Richardt über eine Mutter-Kind-Entfremdung, das aktuelle Referenz sucht, so manche Frage offen lässt, die Gefühlslage seiner Protagonisten aber überzeugend einfängt. 

Außerdem neu in den Kinos: Marco Kreuzpaintners gelungener Gerichtsthriller „Der Fall Collini“ (Cinedom, Cinenova, Cineplex, Residenz, Rex am Ring, UCI),  Benedict Durchholz' Doku „Zwei Familien auf Weltreise“ (Cinenova), Michael Chaves' Horrortrip „Lloronas Fluch“ (Cinedom, Cineplex, UCI), Joe Cornishs Jugendabenteuer „Wenn du König wärst“ (Cinedom, Cineplex, Metropolis, Rex am Ring, UCI) und den von den Bremer Stadtmusikanten inspirierten Animationsspaß „Die sagenhaften Vier“ (Cinedom, Cineplex, Metropolis, Rex am Ring, UCI).

Redaktion choices.de

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