
Cicada
USA 2020, Laufzeit: 94 Min., FSK 16
Regie: Matthew Fifer, Kieran Mulcare
Darsteller: Matthew Fifer, Sheldon D. Brown, Sandra Bauleo
Autobiografisch geprägte Liebesgeschichte
Mut zur Wahrheit
„Cicada” von Matt Fifer
Es ist eine Geschichte, wie sie vermutlich immer wieder passiert. Zwei junge Menschen laufen sich zufällig über den Weg und finden Gefallen aneinander, verlieben sich schließlich und versuchen sich in einer Beziehung, die dann von ihrer eigenen düsteren Vergangenheit überschattet wird. Matthew Fifer hat gemeinsam mit Kieran Mulcare mit „Cicada“ sein Langfilmdebüt inszeniert, das er nach eigenem Drehbuch mit sich selbst in der Hauptrolle verfilmt hat. Seinen Co-Star spielt Sheldon D. Brown, der zum Drehbuch zusätzliches Material beigetragen hat und auf diese Weise auch seine eigene Geschichte mit in die Handlung hat einfließen lassen. Ben (Matt Fifer) ist in den letzten Monaten in seinen Beziehungen mit Frauen auf die Nase gefallen und hat sich nun wieder umorientiert. Er versucht sein Glück erneut mit Männern. Im Schnelldurchlauf bebildert „Cicada“ seine Datingversuche, seine zahlreichen Sex-Eskapaden mit anderen Männern, die er im Chat oder in der Clubszene New Yorks kennenlernt. Bis er eines Tages in einem Buchladen dem dunkelhäutigen Sam (Sheldon D. Brown) begegnet, mit dem er sich auf Anhieb gut versteht. Die beiden jungen Männer beginnen eine Beziehung miteinander, und stellen schon schnell fest, dass jeder von ihnen noch unbewältigte Probleme aus der eigenen Vergangenheit mit sich herumträgt. Sam ist nach wie vor ungeoutet und hat insbesondere Angst davor, sich seinem streng religiösen Vater zu offenbaren, während Ben als Kind missbraucht wurde und darüber bislang auch mit kaum jemandem gesprochen hat.
„Cicada“ ist merklich von den eigenen persönlichen Erfahrungen seiner beiden Protagonisten und Autoren geprägt, was das Ergebnis zu einem interessanten Hybriden aus Spiel- und Dokumentarfilm macht. Weiß man nichts über die tatsächlichen Hintergründe der Hauptdarsteller, könnte man den Film aber als rein narratives Werk konsumieren, die dokumentarischen Elemente würden dann kaum ersichtlich. Das wiederum spricht für das große darstellerische Talent der beiden Protagonisten, die nichts Laienhaftes oder Gekünsteltes an sich haben und auf der ganzen Linie überzeugen können. Vielleicht liegt das aber auch an der Tatsache, dass sie mehr oder weniger nur das eigene Leben nachspielen. Gleichwohl wird man als Außenstehender von der bewegenden Handlung ergriffen und kann sich anderthalb Stunden auf die dramatischen Entwicklungen im Leben zweier sympathischer junger Männer einlassen.
(Frank Brenner)

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