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Aufgetaut im Winter und mit dabei: Tobias Christl mit seiner Band
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Fehlt nur noch der Blue Note Club

22. Dezember 2011

Das erste Kölner Winter Jazz-Festival – Musik 12/11

Nicht mal zwei Wochen ist das neue Jahr alt, da markiert Köln seinen Ruf als Jazz-Hochburg in NRW mit dem ersten Winter Jazz Festival. Am 13. Januar werden insgesamt 13 unterschiedliche Kölner Jazz-Formationen im Stadtgarten zu sehen sein. Ein Novum, dass nicht nur von der qualitativen Dichte an Jazz-MusikerInnen zeugen soll, sondern auch einen Gruß nach Berlin senden will, um die Hauptstadt „in einem freundschaftlichen Wettbewerb um die internationale Aufmerksamkeit herauszufordern“. Diese lief nach der Wiedervereinigung der Domstadt als Leuchtpunkt des deutschen Jazz ein wenig den Rang ab – dies zu ändern, scheint ein erster Vorsatz im neuen Jahr zu sein.

Angelika Niescier, die Initiatorin des Festivals, geht selbst mit gutem Beispiel voran. Die in Stettin (Polen) geborene und heute in Köln lebende Saxophonistin gewann mit ihrem Quartett für das Album „sublimIII“ den Echo Jazz 2010. Ihre Idee zum Winter Jazz Festival stammt aber direkt aus New York, dem Epizentrum des Jazz, wo dieses Konzept seit 2005 läuft. Für die zahlreichen MusikerInnen musste Niescier sich nicht lange umschauen, fand sie doch bereits mit Florian Weber einen der virtuosesten und crossover-affinsten Jazzpianisten Deutschlands, der bereits beim „sublimIII“-Album am Flügel saß. Weber wird mit seinem Trio ebenso dabei sein wie André Nendza mit seinem Quintett. Mit Stephan Meinberg hat Nendza, der mit Angelika Nescier 2007 das Album „The Poetry of Rhythm“ aufnahm, nun einen Trompeter in seiner Formation, der seine musikalischen Grenzgänge zwischen Klassik und Pop-Musik bis in die Kopfstimme hinein verstärkt. Wie Nendza absolvierte auch Meinberg seine musikalische Ausbildung in Köln.

Dies ist generell eine Gemeinsamkeit, die viele der Künstler am 13. Januar teilen werden. Als Zuschauer sollte man nicht verblüfft darüber sein, wie locker und herzlich die Atmosphäre unter den Künstlern ist und wie oft man den einen oder anderen Musiker in einer anderen Band wiederentdeckt. Die Idee dahinter fasst Angelika Niescier folgendermaßen zusammen: „Wir machen das Festival, damit uns das Publikum als Szene mit Aussage als Ganzes wahrnimmt und vor allem auch spürt.“ Eine Szene, in der es weder persönliche noch musikalische Scheuklappen zu geben scheint.

Köln-Berlin ist nicht der gleiche Schlagabtausch wie Chicago und New York zwischen den 20ern und 50ern des letzten Jahrhunderts. Hier wird weder der Swing neu erfunden, noch mit dem Bebop aggressiv darauf geantwortet werden. Aber das Winter Jazz-Festival könnte als bisheriges Novum in Deutschland nachweisen, an wie vielen musikalischen Schnittstellen der deutsche Jazz heute operiert und welche hybriden Formen er in einer quicklebendigen, gut vernetzten Szene annehmen kann.

Winter Jazz Festival I 13.1. 2012 I Ab 19 Uhr I Stadtgarten Köln
0221 952 99 40

Dawid Kasprowicz

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