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Uche Okeke, Ana Mmuo (Land of the Dead), 1961, National Museum of African Art, Smithsonian Institution, © Estate of Uche Okeke, courtesy Asele Institute, Nimo
Foto: Franko Khoury © Kunstsammlung NRW

Ein neuer Blick auf die Kunst

31. Januar 2019

Eine „ex-zentrische Moderne“ in Düsseldorf – Kunst in NRW 02/19

In ihrer Ausstellung „museum global“ stellt die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf Positionen ferner Kulturen zur Malerei der Moderne vor, fernab der uns vertrauten Pfade. Überhaupt, Vieles ist im Landesmuseum neu. Im gesamten Haus sind die Bilder umgehängt und unterliegen dem Kontext des Ausstellungsprojektes. Dazu gibt es einen Prolog und einen Epilog, die die Anfänge der Sammelkonzeption der Kunstsammlung NRW hinterfragen. Und schließlich ist die pädagogische Vermittlung immens aufgewertet, aufwändig inszeniert und mit viel Platz bedacht. Bei all dem ist beeindruckend, wie unaufgeregt und analytisch die Ausstellung selbst ist. Wie gewissenhaft sie sich den einzelnen Bildern, den Künstlern und ihren Geschichten widmet.

Die Ausgangsthese lautet, dass die Wertschätzung der uns bekannten Kunst auf einer von Europa – und mithin den USA – geprägten Weltsicht beruht. Es geht um die Avantgarden im frühen 20. Jahrhundert und indirekt um die Frage, was denn „modern“ sei und wer dies bestimme. Dazu liefert die Kunstsammlung NRW andere Lesarten anhand von sieben „Mikrogeschichten“. Die Beispiele stammen aus der ganzen Welt (Tokio, São Paulo, Beirut oder Zaria/Nigeria) im Zeitraum von 1910 bis 1960, demonstrieren das Beharren auf Autonomie, die Rückbesinnung auf die eigene Kultur und die bewusste Abgrenzung von Europa, ja, eine massiv vorgetragene Kritik an dessen kulturimperialistischer Dominanz. Sie stellen Künstlergruppen, Bewegungen und einzelne Persönlichkeiten vor. In Nachbarschaft dazu hängen stilistisch verwandte Meisterwerke der europäischen Malerei aus der Sammlung: Hingewiesen wird auf Weltsprachen der Kunst und die Wege ihrer Verbreitung. So wussten viele der Künstler an der vermeintlichen Peripherie, was zeitgleich in Europa, etwa in Paris, geschah.

Dass es sich beim „museum global“ wiederum um eine subjektive Auswahl handelt und genauso auch andere Künstler und Orte vorzustellen wären, zeigt sich noch im Epilog im sog. Amerikaner-Saal. Ausgestellt sind dort Bilder, die in den 1960er Jahren für die Kunstsammlung NRW erworben wurden und zum Teil lange nicht mehr zu sehen waren: Auch hier gibt es – wieder oder endlich – viel zu entdecken.

museum global. Mikrogeschichten einer ex-zentrischen Moderne | bis 10.3. | K20, Kunstsammlung NRW Düsseldorf | 0211 8 38 12 04

Thomas Hirsch

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