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mother!

Den Horror im Haus

11. September 2017

Die Filmstarts der Woche

Nach Darren Aronofskys Bibelinterpretation “Noah”, legt der New Yorker Regisseur („Pi“, „Requiem for a Dream“, „Black Swan“, „The Wrestler”) nun nach mit dem Horrorthriller „mother!“ (Cinedom, Cineplex, Residenz, UCI, Weisshaus, OmU im Metropolis und Weisshaus). Ein Ehepaar (Jennifer Larence, Javier Bardem) erhält im von ihr liebevoll renovierten Haus überraschend Besuch von einem Fremden (Ed Harris) samt Ehefrau (Michelle Pfeiffer) und Söhnen. Der Hausherr nimmt’s gelassen, seiner Gattin wird es mulmig. Darren Aronofsky hat „mother!“ als Produkt jener „Ursuppe aus Angst und Hilflosigkeit“ bezeichnet, die einen überkommt, wenn man sich den derzeitigen Zustand der Welt mit ihren diversen Krisenszenarien ansieht. Aus dieser Ursuppe kristallisiert „mother!“ eine sehr persönliche Geschichte heraus: Wie schon „Black Swan“ ist „mother!“ ein Künstler-Drama, diesmal allerdings aus einer anderen Perspektive: War es in dem Ballettfilm die Künstlerfigur selbst, die sich im Dienst ihrer Kunst bis zur Selbstzerstörung verausgabt, ist „mother!“ eine grausig zugespitzte Abrechnung mit dem Klischee der treusorgenden Künstler-Gattin und Muse, deren Leben darin aufgeht, den Rahmen zu schaffen, in dem sich die Kreativität des Mannes entfaltet. Jenseits der allegorischen doppelten Böden, die Aronofsky in seinen Film eingezogen hat, ist „mother!“ aber vor allem eine meisterlich inszenierte Horror-Fingerübung, die „House Invasion“- und „Haunted House“-Motive zu einer rundum verstörenden filmischen Monstrosität zusammen führt. Die urmenschliche Angst vor der Verletzung der eigenen Privatsphäre hat selten ein Film suggestiver in Bilder gefasst.

Nach den amüsanten Streichen seiner Gentlemen-Ganoven („Ocean’s 11, 12, 13“) zeigt Steven Soderbergh, dass auch Leute wie du und ich dazu imstande sind, den großen Coup abzuliefern. Seine geliebte Tochter wohnt bei der Ex, jetzt wird Jimmy (Channing Tatum) auch noch gekündigt. Gemeinsam mit dem Bruder (Adam Driver) plant er einen Raubüberfall – mit Finesse statt Waffe, versteht sich. Als Backup holen sie sich noch Profi Joe Bang und die Nanny ins Boot, und schon kann’s losgehen. Mit Tempo, Schwung, Witz und coolen Typen bis in die Nebenrollen strotzt die Gaunerkomödie „Logan Lucky“ (Autokino Porz, Cinedom, Cinenova, Cineplex, Rex am Ring, UCI, OmU im OFF Broadway, OV im Metropolis) dermaßen frech der fehlenden Glaubwürdigkeit, dass das schon wieder völlig egal ist. Weil es schlichtweg Laune macht. Weil man aus dem Grinsen nicht raus kommt. Weil Steven Soderbergh es kann.

Eine stürmische Liebesnacht in „Porto“ (OmU in der Brotfabrik Bonn), in der der er sich Hals über Kopf verliebt und sie sich Hals über Kopf entliebt. Atmosphärisch, verschachtelt, assoziativ wechselt Regisseur Gabe Klinger die Perspektiven, reist durch das Heute und Gestern von Jake (Anton Yelchin, 1989-2016), einem 26-jährigen amerikanischen Gelegenheitsarbeiter, und der 32-jährigen Akademikerin Mati (Lucie Lucas) aus Frankreich, deren Blicke sich in Porto treffen und vertiefen. Er ist einsam, sie liebt die Freiheit. Er romantisch, sie abgeklärt. Beide verbindet die Leidenschaft der Stunde, einzige Konstante aber bleibt die romantisch entrückte Hafenstadt Porto. So wie Klinger die Erzählperspektive wechselt, so variiert er das Filmformat. Entsprechend kunstvoll dreht sich alles um die Vergänglichkeit der Dinge, um Besitz und Verlust, um Schicksal. Und nichts bleibt gänzlich greifbar. Im schlechtesten Falle ist diese Städtereise langweilig, im besten Falle höchst anregend. Es kommt auf den Betrachter an.

Avril ist 30 und hat sich bodenständig im Eheleben eingerichtet. Ganz anders ihre sorglose Mutter Mado (Juliette Binoche), die gerade dem Jugendwahn verfällt, Avril dabei jede Menge Nerven kostet und der Tochter zunehmend zur – Tochter wird. Als beide schwanger werden, geht der Spaß erst richtig los. Mit „Wie die Mutter, so die Tochter“ (Rex am Ring) liefert Noémie Saglio („Harry Me! The Royal Bitch of Buckingham“) eine hintergründige Gesellschaftskomödie, die neben den neuen, alten Geschlechterrollen auch Jugendwahn und Familienprobleme auf die Schippe nimmt.

Außerdem neu in den Kinos: Vibeke Idsøes Drama „Das Löwenmädchen“ (Cinenova, Cineplex), Marc Pierschels Doku „The End of Meat - Eine Welt ohne Fleisch“ (Filmpalette), Sabus poetischer Yakuza-Film „Mr. Long“ (Filmpalette) und John Trengoves Spielfilmdebüt „Die Wunde“ (OmU in der Filmpalette). Dazu startet Anika Deckers Beziehungsklamotte „High Society - Gegensätze ziehen sich an“ (Cinedom, Cineplex, Rex am Ring, UCI).

Redaktion choices.de

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