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Junge Deutsche Philharmonie
Foto: Achim Reissner

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04. September 2019

Die Kölner Philharmonie präsentiert junge Orchester hautnah – Musik 09/19

In der neuen Reihe „Klassik-Könner“ fallen in der Philharmonie die Mauern, wenn Publikum und Orchester nach den Konzerten ins Gespräch eintreten. Den vielen jungen Menschen, die in Köln mit einer musikalischen Karriere liebäugeln, sich mit Berufsbildern und Instrumenten befassen, vielleicht sogar schon versuchen, einen der begehrten Plätze in einem Orchester zu ergattern, dürfte solch ein Angebot ebenso willkommen sein wie den meisten anderen Konzertbesuchern.

Den Anfang darf im September die Junge Deutsche Philharmonie unter Leitung von Jonathan Nott machen, seit 2013 Erster Dirigent dieses Frankfurter Studentenorchesters. Die Kombination von Notts Erfahrung mit dem jugendlichen Elan der Musiker hat sich schon bewährt; nun bestreiten sie ihre deutsch-niederländische Herbsttournee gemeinsam mit dem JACK Quartet, einem jungen US-Streichquartett, das mit überwiegend Gegenwartsmusik in den vergangenen Jahren in renommierten Konzertsälen der Welt Publikum und Kritik für sich zu gewinnen vermochte. Erstmals in Köln, übernimmt es in der ersten Hälfte des Konzertabends mit dem Titel „Endzeit“ den Streichquartett-Part in der „Tanzsuite mit Deutschlandlied“ von Helmut Lachenmann (*1935).

Lachenmanns Bitte an das unruhige Premierenpublikum, das sich 1980 auf den Donaueschinger Musiktagen unter diesem Titel etwas anderes vorgestellt hatte, wurde vom Radio mit aufgezeichnet: „Bitte hören Sie zuerst das Stück bis zum Ende und protestieren Sie dann.“ Nott hat sicher auch schon seine Erfahrungen mit Lachenmanns Stil einer „Musique concrète instrumentale“ gemacht, führte er das Stück doch als Chefdirigent der Bamberger Symphoniker auf. Auch das JACK Quartet tauschte sich bereits mit Lachenmann aus und durfte vor wenigen Jahren dessen Streichquartette einspielen.

In der zweiten Konzerthälfte begegnet die Gegenwartskomposition Richard Strauss‘ traditionsbewusster Tondichtung „Ein Heldenleben“, in der er sich musikalisch und klanglich mit dem Ideal des Heldentums befasste. Strauss verlangte dafür dann auch eine entsprechend große Mindestbesetzung des Orchesters mit u.a. mindestens 64 Streichern. Das anschließende Publikumsgespräch wird von Orchestermitgliedern moderiert. Viele Fragen dürften auch an Herrn Nott gehen, derzeit Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande und des Tokyo Symphony Orchestra.

Reihe „Klassik-Könner“: 13.9.19 Junge Deutsche Philharmonie/JACK Quartet | 15.11.19 Chineke! Orchestra | 17.4.20 Bundesjugendorchester | Kölner Philharmonie | 0221 280 280

Jan Schliecker

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