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Münzen können sehr teuer sein

23. Februar 2012

Alfred Hahne über Münzensammeln und regionale Geschichte - Thema 03/12 Geld

choices: Herr Hahne, wer sammelt heutzutage Münzen?
Alfred Hahne: Das sind einerseits Geldanleger, Edelmetalle wie Gold und Silber sind ja wertvoll. Und dann natürlich Liebhaber, also Münzfreunde.

Wie sind Sie zum Münzsammler geworden?
Zuerst hat mir ein Onkel einige kleine französische Goldmünzen – sogenannte Nominale – geschenkt. Damals wohnte ich noch bei meinen Eltern in Goslar. Dazu habe ich dann eine alte Münze mit einem wilden Mann erworben, die ich zufällig in einem Antiquariat entdeckt hatte. Als ich 1973 nach Köln gekommen bin, habe ich bei einem Münzhändler nachgefragt, was das denn mit dem wilden Mann auf sich hat. Der hat mir erklärt, dass diese Münze aus Braunschweig kommt. Seitdem beschäftige ich mich mit Münzen aus dem Braunschweigischen, dazu gehört natürlich auch die regionale Geschichte. Diese Kombination macht für mich das Faszinierende am Münzensammeln aus.

Verfolgen viele Münzsammler diesen Ansatz?
Selbstverständlich. Preußen und Sachsen z. B. sind beliebte Sammelgebiet. Das waren seinerzeit die Staaten mit den größten Silbervorkommen. Deshalb wurde dort auch am meisten geprägt. Das wiederum macht diese historischen Münzen heute erschwinglicher. Münzen können ja sehr teuer sein. Vor ein paar Wochen ist in Berlin ein russischer Rubel von Zar Nikolai I für 650.000 Euro versteigert worden. Gestartet ist man bei 150.000 Euro. Ich vermute, dass da Russen mitgeboten und den Preis hochgetrieben haben. Wir beobachten auch bei unseren Tauschbörsen, dass immer wieder russische Münzen nachgefragt werden.

Sammeln die Kölner Münzfreunde auch Kölner Münzen?
Natürlich. Köln hat ja eigene Münzen hergestellt. Es gab zwei Prägestätten. Die eine lag da, wo heute die Riehler Heimstätten sind, die andere in Deutz. Kölner Münzen sind allerdings im Verhältnis sehr teuer. Wir verwenden als unser Logo eine Kölner Münze von 1516. Die kriegen Sie nicht unter 10.000 Euro.

Wie steht es um Ihren Verein?
Es gibt sehr viele Sammler, aber die meisten bleiben für sich. Deshalb ist unser Problem der Mangel an Nachwuchs, der sich im Verein engagiert. Es gibt Literatur, mit der man sich schlau machen kann. Wir beschäftigen uns bei unseren Treffen im Bürgerzentrum Ehrenfeld aber viel intensiver mit dem münzgeschichtlichen Hintergrund. Dazu kommt unser Münzgeschichtliches Kolloquium im Kölner Stadtmuseum. Das ist an jedem dritten Dienstag des Monats.

WOLFGANG HIPPE

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