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Kino

Kinoprogramm | Köln | Rex am Ring ■

Rex am Ring ■
Hohenzollernring 60
50672 Köln
Tel.: 0221-25 41 41

ÖPNV: Haltestelle: Friesenplatz

Vorübergehend geschlossen

Freitag, 10.0400:00

Kinoportrait:

Kinoprogramm Köln.
Das Kölner Kinoprogramm von choices hilft Ihnen, Film und Kino zu wählen. Aber wissen Sie, in welcher geschichtlichen Tradition sich Saal und Foyer befinden, die Sie gerade betreten? Diese Lücke schließen wir - und stellen Ihnen 'Ihr Kino' vor:

Das Rex am Ring


                                                                     
Das von Catherine Laakmann betriebene, werbefreie Rex am Ring ist das älteste noch existierende Kino auf den Kölner Ringen - und schreibt nicht nur die eigene Geschichte weiter, sondern auch die der vielen untergegangenen Ring-Theater. Das Rex wird 1928 unter dem Namen Lichtspiele des Westens eröffnet und ist der letzte große Kölner Kinoneubau der Stummfilmära. Nach dem Krieg als Rex-Lichtspieltheater wiedereröffnet, kämpft der Meerbuscher Kinobetreiber Franz Leu für seinen langen Kinosaal gegen so manche Widerstände. Konrad Adenauers Tochter will ihm einen auffälligen Titelanzeiger mit großen Plakat- und Schriftmalerien direkt an der Straße verbieten, weswegen er den Film der Woche nur mit einem schmalen Buchstabenband bewerben und die großen Transparente um einige Meter nach hinten in den Eingangsbereich, noch hinter das Kassenhäuschen, verlegen muss. Bedeutung erlangt das Haus Ende 1955 durch die kurz aufeinander folgenden Deutschlandpremieren der Bestsellerverfilmungen „Suchkind 312“ (10.11.1955) und „Ich denke oft an Piroschka“ (29.12.1955).

In den siebziger Jahren wird der Balkon von den Filmtheaterbetrieben Dr. Hostettler geschlossen und in das zusätzliche Filmstudio umgewandelt, auf der oberen Etage kommt außerdem das Princess, später Kino 3, hinzu. Im Keller bespielt Geschäftsführer Herbert Strate bald noch das Regina und die mit Clubsesseln ausgestatteten Kinotheken 1 und 2, später die Kinos 4 bis 6. Eingezwängt zwischen diversen UFA-Kinos, zieht das Rex mit Langläufern wie „Kentucky Fried Movie“, „Die flambierte Frau“ und „Kleine Haie“ ein treues Publikum an. Seit Sommer 2000 gehört das Haus Metropolis-Chefin Catherine Laakmann, die zunächst hart um die Finanzierung kämpfen muss, weil sie als Frau von ihrer Hausbank keinen Kredit bekommt. Doch dann etabliert sie das renovierte Rex als erfolgreichstes „One-Dollar House“-Nachspielkino der Republik und belebt en passant auch die Tradition der Matinéen und Mitternachtsshows wieder. „The Big Lebowski“ von den Coens und Terry Gilliams „Fear and Loathing in Las Vegas“ avancieren zu Kultfilmen. Mit der Umrüstung auf digitale 3D-Projektion verwandelt Laakmann den ehemaligen Cine-Center wieder in ein Erstaufführungshaus, das mit seinem Mix aus Mainstream- und Arthousefilmen und bewusst langen Auswertungszeiten einen neuen Treffpunkt-Charakter bekommt. Von 2014 bis 2017 baut sie ihr Kino noch einmal komplett um - und eröffnet es am 17.8.2017 neu mit 7 Sälen. 2018 landet das Rex dann auch prompt in der Top-10 der Aktion „Deutschlands Lieblingskino“. Last but not least: Die wechselvolle Architekturgeschichte deutscher Kinos lässt sich wohl nirgends schöner studieren als hier. (Redaktion choices.de)

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