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Alexander Stirnberg und Klaus Ebert
Foto: Meyer Originals

Jazz in der Baumschule

15. April 2015

Comedia zeigt neue Produktion von Manuel Moser – Theater 04/15

Eine große Freundschaft ist zerbrochen. Einst waren Mortel und Fiete dicke Kumpel, doch eines Tages verschwand Mortel einfach – und das kurz vor dem Dorffest, das Fiete organisiert hatte und auf dem Mortel mit seiner Trompete spielen sollte. Nach vielen Jahren meldet sich Mortel nun aus der Stadt und lädt Fiete zu einem Treffen ein, das der Beginn von etwas Neuem sein soll.

„Stadt Land Baum“ nennt Alice Quadflieg ihr Theaterstück für Kinder und Erwachsene. Und es ist tatsächlich ein Stück, in dem sich alle wiederfinden können, da die Geschichte nie an Aktualität verliert.

Fiete ist im Dorf geblieben, da ihm der Mut für das Leben in der Stadt fehlte, und hat sich mit seiner Baumschule eine eigene Existenz aufgebaut, und die Bäume liebt er, als wären sie seine Kinder. Mortel hat dem Dorf den Rücken gekehrt, aber mit der Karriere als Jazz-Musiker, zu der er durchaus das Zeug gehabt hätte, hat es trotzdem nicht geklappt. Auch Mortel fehlt an einer Stelle seines Lebens der Mut, denn er wird so sehr von Lampenfieber geplagt, dass er noch nie alleine auf einer Bühne spielen konnte.

Wie man mit seinen Ambitionen scheitert und dennoch Angst und seelische Stagnation überwindet, erzählt die Produktion von Manuel Moser in der Comedia mit der Selbstverständlichkeit eines unbeschwerten Spiels.

Die Bühne von Maurice Dominic Angrés gibt schon die Richtung vor. Nur aus ein paar Gerüststangen und einigen Tisch besteht sie, und gerade deshalb vermag sie Manuel Mosers Fantasie so unbeschwert zu entfachen. Die Baumschule, das Reisen und Wohnen, für jede Aktion besitzt Moser eine originelle Bildidee.

Dass die gleich zünden, ist dem übersprudelnden Temperament von Alexander Stirnberg als Fiete zu verdanken, der mit dem eher introvertiert agierenden Klaus Ebert als Mortel ein mitreißendes Duo bildet.

Unterlegt wird die melancholische Lebenslust der beiden von Philipp Buddes Musik, die sich nahtlos in die Bühnenaktionen einfügt und der Inszenierung ihre emotionale Basis verleiht. Am Schluss gelingt es ihr vielleicht sogar, das junge Publikum für die Reize des Jazz zu gewinnen.

Eine Produktion, die von der professionell gehandhabten Liebe zum Detail lebt und mit der Klarheit ihrer pointierten Geschichte begeistert.

Für Erwachsene und für Kinder ab 6 Jahren.

„Stadt Land Baum“ | R: Manuel Moser | So 26.4. 16.30 Uhr, Di 12.5., Mi 12.5., Di 30.6., Mi 1.7., Do 2.7. 10.30 Uhr | Comedia | 0221 888 77 222

Thomas Linden

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