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Weniger Kühe bis 2035. Nicht allen gefällt das
Foto: Eric Gevaert / Adobe Stock

Gemeinsam für gesunde Äcker

29. August 2023

Prämien für die Agrarwende – Europa-Vorbild: Niederlande

Etwa die Hälfte der EU-Landfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Für natürliche Flächen bleibt daneben wenig Platz. Sinkende Biodiversität sowie eine durch Dünger erhöhte Nitratbelastung des Wassers gehören zu den schädlichen Folgen. Dementsprechend gehört die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zu den wichtigsten Aufgaben der Europäischen Union. Die GAP legt die Regeln für die Landwirtschaft in EU-Ländern fest. In den letzten Jahren haben sich die Niederlande, die hinter den USA der der zweitgrößte Agrar-Exporteur sind, als Vorreiter in der Agrarpolitik hervorgetan. Die Ansätze sind auch für die europäischen Nachbarn interessant.

Belohnung statt Bestrafung

In einem Pilotprojekt, entwickelt in den Jahren 2021 und 2022, werden Landwirt:innen anhand eines dreistufigen Punktesystems für Maßnahmen zur Verbesserung von Umwelt, Lebensraum und Klima belohnt. Für das Projekt wurden die Niederlande anhand von Kriterien wie Geografie oder Bodenbeschaffenheit in Regionen und Gruppen unterteilt. Interessierte Landwirt:innen müssen sich mit einer Mindestpunktzahl, die anhand verschiedener Schutzgüter ermittelt wird, für eine Teilnahme qualifizieren. Gemessen anhand von drei unterschiedlichen Leistungsklassen – die den Einstieg in das Modell erleichtern – wird das Engagement in unterschiedlicher Höhe prämiert. Ein Katalog, aus dem die jeweiligen Maßnahmen auszuwählen sind, erleichtert es, das Engagement auf die jeweiligen Betriebe auszurichten.

Gemeinsam geht es schneller

Seit 2016 kombinieren die Niederlande verstärkt Agrarwirtschaft und Umweltschutz, basierend auf dem Ansatz, Natur vor Ort zu schützen. „Collectives“ sind regionale Zusammenschlüsse auf freiwilliger Basis, getragen von den Landwirt:innen, sie arbeiten eng mit Verwaltung und Naturschutzeinrichtungen zusammen. Bürokratie und Dokumentation übernehmen die Experten, sodass sich die Landwirt:innen auf die Umsetzung der Maßnahmen konzentrieren können. Dieses Zusammenwirken aller Akteur:innen ist maßgeblich.

Aktuelle Entwicklungen

Nach den Regierungsplänen ist der Viehbestand in den Niederlanden bis 2035 um ein Drittel zu reduzieren – was von Landwirt:innen, trotz vorgesehener Entschädigungen, äußerst kritisch gesehen wird: Sie fürchten wirtschaftliche Einbußen und faktische Enteignungen. Die Niederlande meinen es offenbar ernst mit der Agrarwende. Dass es dabei nicht konfliktfrei zugeht, kann nicht überraschen.


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fian.de | Die in Köln ansässige NGO setzt sich international für Menschenrechte ein, vor allem für das Recht auf Nahrung.
mehr-demokratie.de | Der bundesweit vertretene Verein setzt sich ein für „direkte Demokratie, ein faires Wahlrecht, Transparenz und wirksame Bürgerbeteiligung“.
mitarbeit.de | Die Stiftung Mitarbeit möchte „Menschen ermutigen, Eigeninitiative zu entwickeln und sich an der Lösung von Gemeinschaftsaufgaben zu beteiligen“.

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Viktoria Lohner

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