Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5

12.275 Beiträge zu
3.621 Filmen im Forum

Intendant Kay Voges
Foto: Moritz Haase

Ehrgeizig und zielorientiert

31. Januar 2019

Kay Voges verlässt Dortmund – und bleibt doch – Theater in NRW 02/19

Es war ein Abgang mit Ansage: Kay Voges hat seinen Vertrag als Schauspielintendant am Theater Dortmund nicht verlängert und verlässt das Haus im Sommer 2020. In der Gerüchteküche brodelt es sowieso seit Monaten. Und die Uraufführung von „Die Parallelwelt“ als Simultanaufführung von Berliner Ensemble und Theater Dortmund hat das ihrige getan. Keine Berliner Zeitung, die Voges nicht mit der verwaisten Berliner Volksbühne in Zusammenhang bringt. Derzeit wird das Haus interimistisch von Klaus Dörr geleitet, der nach dem Abgang von Kris Dercon die hysterischen Berliner Gemüter wieder beruhigen soll. Dörrs Vertrag läuft offiziell noch bis 2020.

Voges selbst nährt die Gerüchte, als er gegenüber den Ruhr-Nachrichten ankündigte: „Wenn ich noch einmal als Intendant arbeite, dann muss es ein großes Haus sein.“ Infrage kämen nur Städte wie Hamburg, Berlin oder München, fügte er an. Da bleibt dann nicht viel: Als Intendantin der Münchner Kammerspiele wurde gerade Barbara Mundel berufen, am Residenztheater startet Andreas Beck im September in seine erste Spielzeit. In Hamburg ist das Thalia Theater bei Joachim Lux (bis 2024) in guten Händen. Und auch das Berliner Ensemble und das Deutsche Theater haben ihre Intendanten noch ein paar Jahre gebunden. Bleiben also nur: Die Berliner Volksbühne oder das Hamburgische Schauspielhaus (falls Karin Beier 2021 geht).

Dortmund wird aber nicht ganz auf seinen erfolgreichen Theaterleiter verzichten müssen. Die von Voges 2015 angeregte Akademie für Theater und Digitalität wird er auch weiterhin als Gründungsdirektor mit aufbauen. Die europaweit einzigartige Einrichtung steht für „digitale Innovation, künstlerische Forschung und technikorientierte Weiterbildung“. Wie jetzt bekannt wurde, soll die Akademie in einen Neubau an der Dortmunder Speicherstraße am Hafen ziehen. Darüber wird der Dortmunder Rat im Februar entscheiden. Bereits in diesem Frühjahr startet das Weiterbildungsprogramm der Akademie. Die ersten Forschungsstipendien, die der Bund mit 1 Mio. Euro fördert, werden im März ausgeschrieben und beginnen im zweiten Halbjahr 2019. So ehrgeizig und zielorientiert wie die Akademie dürfte Kay Voges auch seine Karriere vorantreiben.

HANS-CHRISTOPH ZIMMERMANN

Neue Kinofilme

Tea with the Dames – Ein unvergesslicher Nachmittag

Lesen Sie dazu auch:

Berufungs-Farce
Kölns Versuch, einen Schauspiel-Intendanten zu berufen – Theater in NRW 03/19

Zwischenzeit als Zwischenspiel
Ruhrtriennale vom Konflikt um Stefanie Carp erschüttert – Theater in NRW 09/18

Standesgemäße Prostitution
Jens-Daniel Herzog inszeniert Straussens „Arabella“ in Dortmund – Oper in NRW 11/17

Virtueller Spatenstich
Kay Voges fordert eine Akademie für Digitalisierung und Kunst – Theater in NRW 09/17

Wäre ein Neubau besser gewesen?
Das Kölner Bau-Desaster – Theaterleben 08/17

Erfüllter Traum
Das FFT in Düsseldorf bekommt endlich eine neue Spielstätte – Theater in NRW 07/17

Kölscher Sozialdarwinismus
Das Theater der Keller verliert seine Spielstätte – Theater in NRW 06/17

Theater.