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Kultur bringt am 2.9. noch mehr Bewegung auf die Nordbahntrasse
Foto: Antje Zeis Loi

Post-apokalyptische Oktopusse in Aktion

27. Juli 2017

Von Vohwinkel bis Wichlinghausen: Wuppertaler Festival „KulturTrasse 2017“ am 2.9. – Prolog 08/17

Was bewegt Wuppertal? Während der öffentliche Nahverkehr derzeit am Tal vorbei und der Autobahn-Stau zäh hinein fließt, ist die Schwebebahn innerhalb der Stadt die wichtigste Verkehrsader. Anfang September kann sie sich mal einen Tag Ruhe gönnen, dann übernimmt die Nordbahntrasse. Der ehemalige Abschnitt der Rheinischen Eisenbahnstrecke verläuft als 23 Kilometer lange Naherholungsroute quer durch die Stadt und verbindet Vohwinkel, Elberfeld und Barmen miteinander. Am 2.9. findet auf, an und um die Nordbahntrasse das KulturTrasse-Festival mit siebzig Veranstaltungen aus den Bereichen Theater, Tanz, Kabarett, Literatur, Musik und Kunst statt.

Sportive Bewegung steht vor allem im Norden in Wichlinghausen im Vordergrund. Dort findet sich nicht nur eine der größten, deutschlandweiten Parcoursanlagen, sondern auch die Skaterhalle Wicked Woods. Der darin befindliche, 320qm große Bowl – ein schon in der Anfangszeit des Skateboarding in den USA aus leeren Swimmingpools entstandenes Hindernis – kann von Skatern, BMXlern und Mountainbikern genutzt werden.

Weniger physisch als emotional bewegend sind die Konzerte, die die Immanuelskirche im Rahmen der KulturTrasse präsentiert, zum Beispiel mit der Reihe „Musik für die Götter“. Das Ensemble HimmerWasserErde setzt um 17 Uhr einen interreligiösen Dialog zwischen Buddhisten, Muslimen, Christen, Juden und Atheisten in Gang. Mit Kontrabass, Didgeridoo, persischer Flöte, Violine und Gesang wollen die MusikerInnen so ein musikalisches Zeichen für ein friedliches Miteinander der Glaubensrichtungen setzen. Wer den September übrigens mit dem Städte übergreifenden Musikfestival Viertelklang in Verbindung bringt, liegt richtig. Der Wuppertaler Part des Viertelklang umfasst in diesem Jahr das musikalische Programm bei der KulturTrasse.

Am süd-westlichen Ende der Trasse konzentriert sich das Programm in den Räumlichkeiten des Bürgerbahnhof Vohwinkel. Im ehemaligen Wartesaal wird u.a. mit dem Ort-Ensemble gejazzed, das Kollektiv RaumZeitPiraten geht mit der Nase und seiner olfaktorischen Performance „Destillat Wuppertal“ dem unverwechselbaren Geruch der Stadt nach und Kabarettist Jürgen H. Scheugenpflug moderiert eine Comedy-Show, bevor Science Slammer die Wissenschaft unterhaltsam aufbereiten. Das Unwort „Leerstand“ und die Kunststation im Bürgerbahnhof füllen Tine und Eckehard Lowisch im Rahmen der Aktion „Detroit Faktor“ mit Hilfe von zehn weiteren KünstlerInnen auf.

Ungefähr in Trassenmitte, im Mirker Viertel, bieten gleich mehrere, zu kulturellen Hotspots transformierte Orte ein abwechslungsreiches Programm. In der Hebebühne steht alles im Zeichen der Literatur. Regionale Gruppen der Wuppertaler Literaturszene kommen hier zu Wort. Darunter sowohl bekannte AutorInnen wie der Grimme-Preisträger Jochen Rausch oder Anja Liedtke, als auch der literarische Nachwuchs des Tals.

Nur unweit davon werden im Café Ada anatolische, jiddische und polnische Folkloretänze dargeboten. Neben Choreografien von Studierenden der Essener Folkwang Universität der Künste darf natürlich das Ensemble vom Tanztheater Pina Bausch nicht fehlen. Im Kulturlabor Utopiastadt im Mirker Bahnhof startet um 14 Uhr das Theaterfest. Ensemblemitglieder aus Oper, Sinfonieorchester und Schaupiel durchbrechen die vierte Wand und gehen auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Außer dem exklusiven Einblick in die Arbeit an Maske, Kostüm, Requisite und Bühnentechnik hinter den Kulissen der Wuppertaler Bühnen werden auch Kostproben der kommenden Spielzeit geboten.

Shuttlebusse, die zwischen den Veranstaltungsorten pendeln, stehen ebenso bereit wie Leihfahrräder, solange der Vorrat reicht. Wer sich mit letzteren, Rollerskates oder per pedes über die Trasse und zwischen den Veranstaltungsorten bewegt, nimmt außerdem die vierTunnelattraktionen mit. In den Tunneln Rott und Fatloh, im Tanz- und im Engelnbergtunnel, sind Licht-, Klang- und Videoinstallationen zu sehen, die Szenarien von fluroriszierenden Höhlenmalereien bis hin zu post-apokalypstischen Oktopussen heraufbeschwören.

Das Festivalticket kann im Vorverkauf oder an der Abendkasse erworben werden und berechtigt zur freien Nutzung des ÖPNV.

„KulturTrasse 2017“ | Sa 2.9. ab 12 Uhr | www.kulturtrasse.de

Maxi Braun

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