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Arthur Kaufmann, Zeitgenossen, 1925, Öl auf Leinwand, 182 x 245 cm, Stadtmuseum Düsseldorf, © VG Bild-Kunst, Bonn
Foto: Stefan Arendt / LVR-ZMB

Vor hundert Jahren

05. April 2019

„Das junge Rheinland“ in Düsseldorf – Kunst in NRW 04/19

Die farbig leuchtenden Gemälde vermitteln schon, wie lebhaft, zwiespältig und reich an Ereignissen diese Zeit war: Der Kunstpalast im Ehrenhof in Düsseldorf stellt die Künstlervereinigung Das junge Rheinland in einer opulenten und doch konzentrierten Ausstellung vor. Die Schau zum 100-jährigen Gründungsjubiläum verdeutlicht die enorme Breite: Ein stilistisches Programm gab das Junge Rheinland in seiner Satzung nicht vor, im Gegenteil sollten die konservativ arbeitenden Künstler ebenso angesprochen werden wie die avantgardistischen Strömungen, die älteren Generationen wie die jungen Himmelsstürmer. Ohnehin trafen zwei Grundstimmungen zusammen: Der verlorene Weltkrieg stand mit seinen Trümmern und Versehrungen neben der Aufbruchsstimmung der Weimarer Republik.

Gegründet wurde das Junge Rheinland in Düsseldorf, das sich in diesen Jahren als Zentrum der Kunst etablierte – derart, dass Otto Dix von Dresden hierher zog. In den Jahren ihres Bestehens bis Mitte der 1930er Jahre besaß die Vereinigung insgesamt rund 400 Mitglieder, darunter auch Architekten und Bühnenbildner. Eine zentrale Persönlichkeit war die Kunsthändlerin Johanna Ey – die „Mutter Ey“ –, die als fürsorgliche Unterstützerin ihrer Künstler in ihren Räumen den Vorstand des Jungen Rheinlandes tagen ließ: Selbst wurde sie vielmals von den Künstlern dieser Zeit porträtiert. Doch obwohl die Vereinigung durch ihre liberale Einstellung stilistische Konflikte vermeiden und vielmehr in die Gesellschaft hinein wirken wollte und sich ansonsten als Ausstellungsgemeinschaft verstand, blieben interne Streitereien nicht aus. Sie hatten Abspaltungen und schließlich die Auflösung zur Folge. Vieles davon lassen die Kunstwerke der Düsseldorfer Ausstellung erkennen, auch wenn diese sich weitgehend auf die Abfolge einzelner Persönlichkeiten beschränkt. Mit Künstlern wie Otto Dix, Max Ernst, Walter Ophey oder Gert Wollheim wird das Spektrum zwischen Expressionismus, Verismus und Neuer Sachlichkeit vorgestellt. Das alles ist gut, in der Präsentation relativ aufwändig und harmlos. Es gibt einige tolle Bilder zu sehen und ein paar Künstler zu entdecken, aber richtige Begeisterung kommt dabei nicht auf.

„Zu schön, um wahr zu sein“ – Das Junge Rheinland | bis 2.6. | Kunstpalast Düsseldorf | 0211 56 64 21 00

Thomas Hirsch

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