
Titanic 3D
USA 2012, Laufzeit: 194 Min., FSK 12
Regie: James Cameron
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Kate Winslet, Billy Zane, Kathy Bates, Frances Fisher, Gloria Stuart, Bill Paxton, Bernard Hill, David Warner, Victor Garber, Jonathan Hyde
>> www.titanic-derfilm.de
Dreidimensionales Hochseemelodram
Die Tiefe
„Titanic 3D“ von James Cameron
Es ist bereits 15 Jahre her, dass James Cameron dieses Mamutprojekt auf die Leinwand zauberte und dafür mit elf Oscars geehrt wurde. Jetzt, wo neuzeitliche 3D-Technologie langsam aus ihren Kinderschuhen erwächst, gibt er dem Drei-Stunden-Epos den zeitgemäßen Feinschliff. Und das Ergebnis ist gelungen: Wesentlich überzeugender als George Lucas, der Gleiches bereits mit „Star Wars: Episode I“ versuchte, gelingt Cameron die bisher überzeugendste 3D-Nachbearbeitung eines 2D-Films: Die Effekte sind nicht aufdringlich, vielmehr dezent und dafür omnipräsent. Die Tiefe, die die Räume mitunter erhalten, in den langen Gängen unter Deck, im überschwemmten Salon, ist beeindruckend. Das erweckt zugleich Vorfreude auf weitere Filmklassiker, denen eine solche Bearbeitung bevorstehen könnte, man denke nur an die visionären Welten Kubricks oder Hitchcocks. Bis dahin sollten allerdings die letzten Makel beseitigt sein, die auch „Titanic 3D“ noch aufweist: Mitunter hapert es noch an der Zentralperspektive, die Personen im Hintergrund größer erscheinen lässt als die Protagonisten davor.
Aber das ist angesichts Gesamteindrucks verzeihbar. Und abgesehen von den optischen Reizen vermag das Hochseemelodram, in dem Erste-Klasse-Passagierin Rose (Kate Winslet) durch die Liebe zum jungen Überlebenskünstler Jack (Leonardo DiCaprio) von ihren gesellschaftlichen Fesseln befreit wird, nach wie vor zu berühren.
(Hartmut Ernst)

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