
Independence Day 2: Wiederkehr
USA 2016, Laufzeit: 122 Min., FSK 12
Regie: Roland Emmerich
Darsteller: Liam Hemsworth, Jeff Golblum, Maika Monroe, Bill Pullman
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Sci-Fi-Bombast
Zu groß
„Independence Day: Wiederkehr“ von Roland Emmerich
Atemberaubend. Leinwandsprengend. Aufregend. Und äußerst unterhaltsam. Das war 1996, das war Roland Emmerichs „Independence Day“. Emmerich sprengte die Leinwand mit gigantischen Ufos, die ganze Millionenstädte überschatteten. Mit Heerscharen von Aliens, die, in Zahl und an Technik überlegen, den Bürgern dieser Erde, von verstrahlten Gottesanbetern bis hin zu den US-Kampfpiloten, den Garaus machten. Will Smith stand auf seinem Zenit und markierte den unerschrockenen GI, der der Alienbrut trotzig das Licht ausknipste. Natürlich fehlte es nicht an Pathos, als Bill Pullman als Präsident die Rede zum weltweiten Independence Day anstimmte. Aber das trübte nicht im Geringsten diesen Streifen. Großes Popcornkino verkraftet so etwas.
Es folgte die DVD mit dem Director’s Cut, der die Geschichte aber bloß in die Länge zog, statt sie zu bereichern. Und jetzt, zwanzig Jahre nach dem 96er Feuerwerk, kommen sie wieder. Beziehungsweise: Sie sind immer noch da, die Aliens. Inzwischen hat sich die Menschheit die Technik der Aliens angeeignet, fliegt mit Alien-Raumgleitern, schießt mit Alien-Waffen und rüstet sich mit einer Verteidigungsstation auf dem Mond gegen etwaige weitere Besuche from outer space. Eben dort, auf dem Trabanten, schiebt der aufmüpfige Jungspund Jake (Liam Hemsworth) ungehorsam Dienst und wird mit seinem nerdigen Kumpel und der Geliebten – die Tochter von Ex-Präsident Whitmore (Bill Pullman) – schon bald in haarsträubende Ereignisse verstrickt. Unten, in der Area 51, gibt es derweil ein großes Erwachen: Die gefangenen Aliens fallen aus dem Tiefschlaf und geben sich vorfreudig gestimmt, Dr. Brakish Okun (Brent Spiner) erwacht nach zwanzig Jahren aus dem Koma und fragt: „Haben wir gewonnen?“. In Afrika begutachtet währenddessen David Levinson (Jeff Goldblum) ein 20-jähriges UFO-Wrack, das zum Leben erwacht. Und dann geht es auch schon los.
Größer! Das ist das Motto dieser Fortsetzung. Und es ist ihre Crux. Denn die neue Flotte der Außerirdischen ist so gewaltig, dass sie diesmal tatsächlich die Leinwand sprengt. Eine Großstadt zu überschatten: Wow! Aber UFOs abzubilden, die einen ganzen Bundesstaat überthronen: Das weist die filmischen Möglichkeiten in die Grenzen. Zumindest Emmerichs. Und der Rest der Zerstörung ist allenfalls solide und bereits woanders gesehen.
Bei dem Streben nach Bombast vergisst Emmerich darüber hinaus, das ganze emotional zu binden. Verluste Nahestehender werden herunter erzählt, Bindungen behauptet. Desweiteren fehlt es an Typen. Statt eines Will Smith laufen hier Barbie-Boys & -Girls auf, die entspannt geglättete Dialoge aufsagen. Bill Pullman, Jeff Goldblum und Brent Spiner sind bloß noch abgelutschtes Zitat ihrer selbst ohne neue Akzente, die, wie ihre Barbie-Kollegen, Worthülsen mit allemal flacher Ironie von sich geben. Ein Film wie ein Schnellbaukasten, leb- und lieblos.
Diese Fortsetzung nach zwanzig Jahren verdeutlicht, wo das Blockbusterkino binnen zweier Dekaden hinsteuert. Es verliert an Seele, Frische und wahrer Größe. Das Problem: An der Kinokasse wird es trotzdem honoriert – vermutlich, weil es an Alternativen fehlt. Groß allein jedenfalls ist keine Größe.

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